NACH AMOKALARM: MEHR ZEIT FÜR SCHULPSYCHOLOGEN

Nach Amokalarm in Memmingen:
Bayerischer Philologenverband fordert mehr Zeit für Schulpsychologen

bpv-Vorsitzender Max Schmidt: „An größeren Schulen brauchen wir eine ganze Lehrerstelle für schulpsychologische Aufgaben!“

„Die Anzahl und die Problematiken der Beratungsfälle an den Gymnasien und Beruflichen Oberschulen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Unsere Schulpsychologen brauchen, um keinen Schüler aus dem Blick zu verlieren, dafür eindeutig mehr Zeit. Die Politik ist unmissverständlich aufgefordert, darauf zu reagieren!“ Dies bilanziert Max Schmidt, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes, nach dem jüngsten Amokalarm von Memmingen.

Schmidt fordert weiter: Schulpsychologen sollten wie alle anderen Lehrkräfte auch mit der Hälfte ihrer Stunden für schulpsychologische Arbeit eingesetzt werden. „Jede Lehrkraft unterrichtet ihre beiden Fächer in der Regel mit jeweils der Hälfte ihrer Stunden. Das sollte auch für Schulpsychologen gelten!“ In der Praxis sieht dies bisher noch ganz anders aus: Derzeit stehen einem Schulpsychologen für die Betreuung der Schüler eines ganzen Gymnasiums nur wenige, in der Regel vier, Stunden zur Verfügung. „Eindeutig zu wenig“, wie Max Schmidt resümiert, gerade weil die Bedeutung von Schulpsychologen kontinuierlich wachse.

Schulpsychologen am besten geeignet, um Schüler bei Sorgen und Problemen zu unterstützen

Laut Schmidt sind Schulpsychologen am besten geeignet, um Schüler bei Sorgen und Problemen zu unterstützen. „Schulpsychologen sind einerseits für ein Unterrichtsfach ausgebildet und haben andererseits ein Psychologiestudium absolviert. Sie sind damit fest im Unterrichtsalltag verankert und gleichzeitig psychologische Fachexperten. ‚Mittendrin statt nur dabei‘ – das ist ein riesiger Pluspunkt der Schulpsychologen gegenüber anderem pädagogischem Personal, sowohl für die Schüler als auch für die Lehrkräfte.“

„An größeren Schulen brauchen wir eine ganze Lehrerstelle für schulpsychologische Aufgaben!“

Für größere Schulen fordert Max Schmidt eine ganze Lehrerstelle für schulpsychologische Beratungsaufgaben: „Ein Schulpsychologe sollte in persönlichen Notlagen ohne Wartezeit gleich ansprechbar sein. Bei großen Schulen ist der Beratungsbedarf entsprechend höher und darauf muss man reagieren.“ Besonderer Bedarf an Schulpsychologen herrsche aktuell an den beruflichen Schulen, so Schmidt abschließend. Die Situation entschärfen könne dabei der Einsatz von Lehrkräften aus dem Bereich der Gymnasien.

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Peter Missy, Bayerischer Philologenverband, E-Mail: bpv@bpv.de, Tel. 089-7461630