MEHR JUNGLEHRERN EINE CHANCE!

Mehr Junglehrern eine Chance an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen geben!

Im Vorfeld der heutigen Regierungserklärung von Kultusminister Dr. Spaenle hat der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) Max Schmidt die zentrale Forderung seines Verbandes für das bayerische Gymnasium erneuert: „Unser wichtigstes Anliegen bleibt die Verbesserung der Unterrichtssituation für unsere Schüler durch mehr Lehrkräfte! Die heute avisierten 400 Einstellungen für das Gymnasium mögen sich zunächst einmal nicht schlecht anhören. Doch ist das kaum mehr als eine Lehrkraft pro staatliches Gymnasium. Um den Unterrichtsausfall aber wirksam bekämpfen zu können, benötigen wir dringend eine Unterrichtsabdeckung in der Größenordnung von 110 Prozent an den Schulen. Durch einen solchen Personalpuffer in Form einer integrierten Lehrerreserve eröffnen sich außerdem Möglichkeiten, weitere wichtige Ziele für das Gymnasium zu realisieren, wie die Unterrichtsqualität weiter zu verbessern, beispielsweise im Bereich der individuellen Förderung. Genügend Kolleginnen und Kollegen mit besten Examensnoten wären für diese Aufgaben vorhanden; sie brennen auf ihren Einsatz an unseren Schulen – der Freistaat sollte mehr von ihnen jetzt eine Chance geben!“

Schmidt erinnerte in diesem Zusammenhang auch wieder an die 1.800 wegfallenden Gymnasiallehrerstellen nach dem Auslaufen des neunjährigen Gymnasiums: „Diese Stellen fehlen uns jetzt, um endlich eine Entspannung der Situation an den Gymnasien herbeizuführen!“

Als nicht ausreichend bewertet der Bayerische Philologenverband auch die für die Beruflichen Oberschulen angekündigten Neueinstellungen: „Auf die Lehrerinnen und Lehrer der Beruflichen Oberschulen kommen, z.B. mit der Einführung des Seminarfaches, wieder einmal neue, zeit- und arbeitsintensive Aufgaben zu. Durch die vorgesehenen Neueinstellungen werden diese aber nur etwa zur Hälfte aufgefangen. – Kultusminister Dr. Spaenle sollte noch einmal beim Finanzminister anklopfen; ich begleite ihn auch gerne, um bei Herrn Söder mehr Lehrerstellen loszueisen!“

Ganztagsangebote nicht ins Blaue hinein planen!

Im Hinblick auf den Ausbau der Ganztagsangebote forderte Schmidt, dass diese sich an dem tatsächlichen Bedarf orientieren: „Es ist nicht sinnvoll, Ganztagsangebote ins Blaue hinein zu entwickeln, die von den Eltern nicht abgerufen werden. Ganztagsangebote müssen bedarfsgerecht zur Verfügung stehen. Das setzt voraus, dass der örtliche Bedarf, beispielsweise durch eine Elternbefragung, konkret ermittelt wurde.“ Ansonsten, so Schmidt, drohe einerseits eine Verschwendung von Ressourcen, andererseits fänden Eltern anderenorts nicht die Angebote, die sie wirklich brauchen.