INTERNATIONALE GRUNDSCHULSTUDIEN

Bayerischer Philologenverband sieht trotz guten Abschneidens deutscher Viertklässler Handlungsbedarf

„Wir freuen uns, dass die deutschen Grundschüler ihre überdurchschnittlich gute Position in den internationalen Vergleichsstudien halten konnten, sehen aber trotzdem Handlungsbedarf.“ Mit diesen Worten beschreibt der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes die Sicht der Gymnasiallehrkräfte auf das gute Abschneiden deutscher Viertklässler in den heute veröffentlichten internationalen Vergleichsstudien IGLU und TIMSS, die die Kompetenzen der Grundschüler in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften erheben.

Mehr Deutschunterricht für bayerische Grundschüler!

„Die bayerischen Grundschüler brauchen dringend mehr Deutschunterricht! Dessen Bedeutung kann – gerade angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung mit steigendem Migrantenanteil – kaum hoch genug eingeschätzt werden. Die Sprachförderung entwickelt sich auch bei uns in Bayern zu einer immer größeren Herausforderung“, erläutert Schmidt den Hintergrund der Verbandsforderung. Flüssiges Lesen und Schreiben und eine sichere Beherrschung der Grundgrammatik seien die zentralen Voraussetzungen für gelingende Bildungswege. „Wer Spitze bleiben will, muss bei drohenden Qualitätsverlusten rechtzeitig gegensteuern und darf nicht warten, bis sich dies auch in Rankinglisten niederschlägt.“ Mehr Deutschunterricht an Grundschulen hat jüngst auch der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Martin Neumeyer, gefordert.

Asiatische Staaten ohne Vorbildcharakter

Keinen Vorbildcharakter haben aus Sicht des bpv-Vorsitzenden Max Schmidt asiatische Staaten wie Hongkong oder Singapur, die in IGLU und TIMSS an der Spitze stehen. „Die dort angewandten, teils brachialen Erziehungsmethoden bieten nicht den leisesten Ansatzpunkt für unser Bildungssystem“, so Schmidt abschließend.