AUF DIE UMSETZUNG KOMMT ES AN!

BILDUNGSSTANDARDS UND FLEXIBILISIERUNGSJAHR: AUF DIE UMSETZUNG KOMMT ES AN!

Lehrervertreter fordern: Qualität als Maßstab – bayerisches Abitur nachhaltig sichern ohne zusätzliche Belastungen

Im Zuge der Weiterentwicklung des bayerischen Gymnasiums und des bayerischen Abiturs dessen Qualität zu sichern, das ist das zentrale Anliegen der Hauptversammlung des Bayerischen Philologenverbands (bpv), die vom 22. bis 24. November 2012 in München stattfindet. „Grundsätzlich begrüßen wir die Initiativen der bayerischen Staatsregierung. Mit Maßnahmen wie dem Einstieg in die Integrierte Lehrerreserve, dem Intensivierungsjahr und den Bildungsstandards für das Abitur wird der richtige Weg beschritten. Jetzt kommt es auf eine sinnvolle Umsetzung mit den notwendigen Ressourcen an,“ erklärte der bpv-Vorsitzende Max Schmidt.

Warnung vor Niveauabsenkung

„Die im vergangenen Monat beschlossenen bundesweiten Abiturstandards helfen hinsichtlich einer Erhöhung der Vergleichbarkeit. Sie dürfen aber nicht zu höheren Belastungen für Schüler und Lehrkräfte führen. Und auch keinesfalls zu einer Niveauabsenkung!“, erläuterte Schmidt und hob hervor, die hohe Qualität der bayerischen Hochschulzugangsberechtigungen – wie sie von den Gymnasien, Fachoberschulen und Berufsoberschulen vergeben werden – müsse auch in Zukunft gesichert bleiben. „Dies geht nicht ohne die erforderlichen Ressourcen!“, so Schmidt weiter, „Für die Integrierte Lehrerreserve beispielsweise oder zur Bereitstellung von Leitungszeiten für die eigenverantwortliche Weiterentwicklung der Schulen werden zusätzliche Stellen benötigt, die jungen Lehrerinnen und Lehrer dafür stehen zur Verfügung. Wir brauchen sie!“

Schüler brauchen mehr Lernzeit für mehr individuelle Förderung

Denn: Einen wichtigen Schlüssel für den Erhalt der Qualität in der Zukunft sieht Schmidt in mehr Lernzeit für mehr individuelle Förderung: „Unser Qualitätsanspruch wird sich nur halten lassen, wenn wir unsere Schülerinnen und Schüler intensiv fördern können! Dazu braucht es Zeit! Das Flexibilisierungsjahr und die Integrierte Lehrerreserve – beides langjährige Forderungen unseres Verbandes – stellen zusätzliche Zeit zum Lernen zur Verfügung.“ Als besonders erfreulich bezeichnete Schmidt, dass mithilfe des Intensivierungsjahres flexible Lernzeiten möglich werden und Schülerinnen und Schüler, die ein zusätzliches Jahr auf ihrem Weg zum Abitur brauchen, dafür spezifische Angebote werden finden können. „Solche Angebote werden die einzelnen Schulen unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Bedürfnisse und Möglichkeiten individuell vor Ort machen können,“ betonte der Vorsitzende. Er machte gleichzeitig darauf aufmerksam, dass organisatorisch und planungstechnisch noch offene Fragen zu klären sind, die auch im Rahmen der Hauptversammlung diskutiert werden.

Mithilfe digitalen Lernens zu einer veränderten Lehr-Lern-Kultur

Einen wichtigen Beitrag zu einer Individualisierung des Lernens werden in Zukunft aus Sicht des bpv auch digitale Lernwelten leisten. Als ein positives Beispiel betrachtet Schmidt das diese Tage neu für Schüler und Lehrer eingerichtete digitale Landesmedienzentrum „mebis“ mit seinen virtuellen Klassenzimmern, einer Mediathek und Beratungsangeboten. Verbesserungsbedarf auf dem Weg zur „Digitalisierung“ der Schulen besteht jedoch im Hinblick der Ausstattung und des Datenschutzes. „Hier behindern übertriebene und unnötige Datenschutzbestimmungen den Austausch innerhalb der Kollegien. Denn nur auf der Basis umfassender Informationen können wir Pädagogen unsere Schülerinnen und Schüler ganzheitlich fördern und beraten und wir brauchen die nötige Ausstattung dazu,“ führte Schmidt aus.

Im Jubiläumsjahr 2013 die Zukunft im Blick

2013 feiert der Bayerische Philologenverband sein 150jähriges Bestehen. Gerade weil die große Erfolgsgeschichte der Schulart Gymnasium seit dem 19. Jahrhundert nicht zuletzt durch ihre stetige Weiterentwicklung geprägt war, wird der Verband diese auch im kommenden Jahr weiter kritisch-konstruktiv begleiten. „Wir werden unsere intensive Beschäftigung mit Zukunftsfragen wie der Veränderung von Lehren und Lernen, Inklusion, Migration und Demografie fortsetzen,“ kündigte Schmidt an. „Und auch die Konzeption der nächsten Lehrplangeneration wird von uns aufmerksam begleitet werden: Hier müssen Bildungsinhalte im Vordergrund stehen und keine Kompetenzen – so wichtig diese auch sein mögen.“