WENIG BEGEISTERUNG

WENIG BEGEISTERUNG BEI GRUNDSCHULLEHRKRÄFTEN UND -ELTERN ÜBER LIBERALISIERUNG DES ÜBERTRITTSVERFAHRENS

Umfrage des Kultusministeriums bestätigt kritische Einschätzung des bpv
Mit großer Mehrheit lehnen Bayerns Grundschullehrkräfte die durch das Kultusministerium verfügte Liberalisierung des Übertritts ab; lediglich 37 Prozent der Lehrkräfte und auch nur 46 Prozent der Eltern stimmen der Neuregelung zu, die es Eltern nun erlaubt, ihre Kinder auch nach zweimal lediglich mit „ausreichend“ bewertetem Probeunterricht auf das Gymnasium zu schicken. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, mit der sich das Kultusministerium im Mai an die Lehrer- und Elternschaft von rund 700 Grundschulen gewandt hatte. Laut Kultusminister Dr. Spaenle bringen die „Pädagogen durch dieses Votum ihre Befürchtung zum Ausdruck, dass die Leistungsfähigkeit eines Kindes“, das den Probeunterricht knapp bestanden hat, „nur bedingt für einen erfolgreichen Schullaufbesuch an der entsprechenden weiterführenden Schule ausreichen wird.“ Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt bewertet dieses Ergebnis als „Zeichen der Vernunft“ von Eltern und Lehrkräften: „Forderungen nach einer völligen Freigabe des Elternwillens finden offensichtlich an der Basis der Grundschullehrkräfte wie der -eltern keine Mehrheit. Mit ihrer mehrheitlich kritischen Einschätzung dieses Punktes des neuen Übertrittsverfahrens liegt die Basis der bayerischen Grundschullehrkräfte näher an der Position des Lehrerverbandes für die Gymnasien und Beruflichen Oberschulen als an der der Führung mancher Berufsverbände, die Grundschullehrkräfte organisieren.“