"WEG MIT DEM SCHWEINEZYKLUS!"

Philologenverband fordert weitsichtigere Personalplanung für Bayerns Schulen
„WEG MIT DEM SCHWEINEZYKLUS!“
Das Auf und Ab in der Einstellungspolitik gefährdet das Bildungsniveau der Schüler

„Bayern muss sein System der Lehrereinstellung auf den Prüfstand stellen. Wir müssen wegkommen vom Auf und Ab des Schweinezyklus.“ Das fordert der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt nach den Turbulenzen der letzten Tage bei der Vergabe von Planstellen für die Gymnasien. Schmidt kritisiert: „Es kann nicht sein, dass jahrelang Examensnoten keine Rolle spielen, dass in großer Zahl Seiteneinsteiger ohne ausreichende Qualifikation unterrichten und dann urplötzlich selbst bestens ausgebildete Lehrkräfte mit einem Examen von 1,5 nicht mehr gut genug sein sollen. Zu Recht fragen sich viele: Wo bleibt da die Gerechtigkeit?“

Gute Bewerber, so Schmidt, müssten immer eine realistische Chance auf Übernahme in den staatlichen Schuldienst haben. Das Auf und Ab bei den Anstellungen ist nicht nur eine Zumutung für die Betroffenen: „Die extremen Ausschläge bei den Einstellungen stellen auch eine ernsthafte Gefährdung für die Bildungsqualität dar.“ Der seit Jahren anhaltende Lehrermangel hat dazu geführt, dass über 2.000 Aushilfen oftmals ohne Lehrerausbildung allein an Bayerns Gymnasien eingesetzt sind, um den Pflichtunterricht aufrecht erhalten zu können. Dennoch kämpfen gerade die Gymnasien immer wieder mit Unterrichtsausfällen.

Mehr Lehrer: Für den bpv das Mega-Thema bayerischer Schulpolitik

Abschließend forderte Schmidt: „Das Thema Lehrerversorgung ist für uns das Mega-Thema der bayerischen Schulpolitik. Ohne zusätzliche, qualifizierte Lehrkräfte laufen sämtliche Diskussionen um bessere Lern- und Unterrichtsbedingungen für unsere Schüler, um stärkere individuelle Förderung und größere Lernerfolge ins Leere. Alle in der Bildungspolitik Engagierten sollten dieses Ziel zu ihrer zentralen Aufgabe machen. Das wäre weitaus vernünftiger, als sich in sinnlosen Schulsystemdebatten aufzureiben.“
Um das Auf und Ab zwischen Volleinstellung und Einstellungsstopp besser in den Griff zu bekommen und eine zuverlässigere Personalausstattung zu gewährleisten, schlägt der Philologenverband konkret vor:

  • Herstellung eines verlässlichen Einstellungskorridors für gute Bewerber
  • Massive Aufstockung der Mittel für Aushilfskräfte
  • Sicherung der demographischen Rendite in Bayern, d.h. Erhalt aller rechnerisch durch den Schülerrückgang wegfallenden Stellen
  • Schaffung einer Lehrerreserve an jedem Gymnasien im Umfang von fünf Prozent der Planstellen
  • Offensive Kommunikation und laufend aktualisierte, konkrete Aussagen über die Einstellungssituation