UMFRAGE: SCHÜLER WOLLEN KEINE GESAMTSCHULEN

Schüler wollen keine Gesamtschulen. Nur 4,5 Prozent befürworten eine neunjährige gemeinsame Schulzeit. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Fragebogenaktion mit über 1.000 Beteiligten, die der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag unter Schülerinnen und Schülern des Bundeslandes durchführen ließ. In der Frage der Dauer der Grundschulzeit sprach sich eine deutliche Mehrheit von 62 Prozent der Schülerschaft für eine vierjährige Grundschule aus, 31 Prozent für eine sechsjährige.

Klares Bekenntnis der Schüler zu Ziffernnoten und zur Möglichkeit des Sitzenbleibens
77 Prozent und damit mehr als drei Viertel aller Schüler wünschen sich, Noten wie bisher nicht später als nach der dritten Klasse zu vergeben. 22 Prozent plädieren für einen späteren Beginn. Rund 80 Prozent der Schüler möchten Zeugnisse mit Ziffernnoten statt Verbalberichte.
„Interessant ist auch, dass mehr als zwei Drittel aller Schüler (67 Prozent) dafür sind, dass sie auch sitzenbleiben können“, schreibt der Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Peter Struck, der die Umfrageergebnisse ausgewertet und nun veröffentlicht hat.

Max Schmidt: Gesamtschulbefürworter keine Interessenvertreter der Schülerschaft
Der Vorsitzende des Lehrerverbandes der bayerischen Gymnasien und beruflichen Oberschulen (bpv) Max Schmidt kommentiert das Votum der Schüler mit den Worten: „Dieses Ergebnis bestätigt einmal mehr frühere Umfragen unter der Bevölkerung. Sie zeigt auch, dass Schüler Leistung zeigen und klare Rückmeldungen erhalten wollen, um sich über Erfolge freuen zu können. Noten spornen dabei an. Die Umfrage entlarvt außerdem die gefühlige Taktik von Gesamtschulideologen, sich als Interessenvertreter der Schülerschaft aufzuführen. Tatsächlich geht es diesen aber weder um kindgerechte und verantwortungsvolle Pädagogik im Sinne des einzelnen Schülers noch um Bildung als Wert an sich, sondern um die Durchsetzung grundlegender gesellschaftspolitischer Veränderungen und handfester berufspolitischer Interessen. Es ist kein Wunder, dass sich Gesamtschulpropagandisten ehrlichen Diskussionen um die wissenschaftlich nachgewiesenen Nachteile einer längeren gemeinsamen Schulzeit für die meisten Schülerinnen und Schüler bis heute nur zu gerne verweigern.“