ÜBERTRITT NACH KLASSE VIER SINNVOLL

Bildungsforscher: Übertritt nach Klasse vier sinnvoll
Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt hat in Bezug auf die Diskussion um den Übertritt nach Klasse vier auf die klaren Aussagen erfahrener Entwicklungspsychologen und Begabungsforscher verwiesen. So äußerte der stv. Direktor des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung Prof. Dr. Marcus Hasselhorn: „Entwicklungspsychologisch ist eine Verlängerung der Grundschulzeit nicht sinnvoll.“ Selbst „eine sechsjährige gemeinsame Primarbeschulung habe „für die meisten Kinder mehr Entwicklungsnachteile als –vorteile“. Hasselhorn, bis 2008 auch Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie war, ist überzeugt: „Vier Jahre sind genug.“

Die jahrzehntelangen Forschungen des Münchner Begabungsforschers Prof. Dr. Kurt Heller bestätigen dies: „Eine Verschiebung der Schullaufbahnentscheidung würde für die meisten Schüler (...) erhebliche Nachteile mit sich bringen. Diese (...) tangieren die gesamte Persönlichkeitsentwicklung und damit letztlich auch deren Zukunftschancen.“

Studie: Gros der Grundschüler ohne Angst vor Übertritt - Schulfreude überwiegt
Widerlegt sind auch Behauptungen, dass der nahende Übertritt den meisten Kindern Angst einjage, sie unter unerträglichen Druck setze und gar zu psychischen Schäden führe: Die allermeisten Grundschüler freuen sich auf die neue Schulart; lediglich 7,7 Prozent der Schüler machen sich wegen des Übertritts Sorgen. Dies ist das Ergebnis einer großen Studie der Universität Dortmund.

Besser früh Defizite vermeiden als spät vergebliche Reparaturversuche
Statt auf eine generelle Verlängerung der gemeinsamen Schulzeit setzt der Bayerische Philologenverband in Übereinstimmung mit Entwicklungs- und Bildungsforschern auf den gezielten Ausbau der frühen Förderung: „Gerechter ist eine begabungsorientierte frühe Förderung von Kindern. Das gegliederte Schulwesen leistet sie bereits gut, aber sie muss noch früher und systematischer einsetzen. Deutsche und amerikanische Studien zeigen: Die frühkindliche Förderung ist vergleichsweise günstig und effektiv. Sie wird deutlich besser dem Anspruch auf einen Ausgleich sozialer Disparitäten gerecht; von einer längeren gemeinsamen Schulzeit ersehnt man ihn jedenfalls vergeblich.“