SEEHOFER PROVOZIERT ABWANDERUNG

„ÄUßERUNGEN SEEHOFERS ZUM BERUFSBEAMTENTUM PROVOZIEREN ABWANDERUNG VON LEHRKRÄFTEN“

Junglehrervertreter Julius Müller warnt vor ‚Braindrain’ aus Bayern

„Mit seinen Zweifeln am Beamtentum von Lehrkräften provoziert Ministerpräsident Seehofer den Exodus von Junglehrern aus Bayern“, warnt der stellvertretende Vorsitzende der Referendar- und Jungphilologenvertretung (rjv) Julius Müller. Die Nachwuchsorganisation des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) erreichen derzeit täglich dutzende Anfragen verunsicherter Referendare aus ganz Bayern. Sie haben mit großer Motivation und Tatendrang ihre Ausbildung zum Gymnasiallehrer begonnen und fürchten nun, nach einem anspruchsvollem Studium und zwei Jahren hartem Einsatz für den Freistaat auf jederzeit kündbaren Angestelltenstellen zu landen, berichtet Müller. Etliche der zur Zeit über 3.000 Referendare im Vorbereitungsdienst überlegten daher, sich nun in anderen Bundesländern auf Beamtenstellen zu bewerben. Dazu gehören auch extrem gesuchte Bewerber in den Mangelfächern.

Seehofers Überlegungen verschärften nach dem Beschluss zur Absenkung der Einstiegsbesoldung das Risiko einer Abwanderung hochqualifizierter junger Gymnasiallehrer aus Bayern. Müller machte darauf aufmerksam, dass beispielsweise das Nachbarland Baden-Württemberg sich erst kürzlich deutlich für die Beibehaltung des Beamtenstatus ausgesprochen und nach wie vor offensiv um Gymnasialkräfte wirbt. „Einen ‚Braindrain‘ von Lehrkräften kann sich das bayerische Gymnasium nicht leisten“, appellierte Müller abschließend.