PISA BESTÄTIGT EINGESCHLAGENEN REFORMKURS

KONTINUIERLICHE AUFWÄRTSENTWICKLUNG BEI PISA BESTÄTIGT BISHER EINGESCHLAGENEN REFORMKURS

Philologenverband fordert kostenloses erstes Kindergartenjahr

Die neuerliche Verbesserung der deutschen Schülerinnen und Schüler bei PISA 2009 zeigt klar, dass der bisher eingeschlagene Reformkurs richtig ist. Das gegliederte deutsche Schulwesen ist leistungsfähig und die Schülerinnen und Schüler in Deutschland dürfen sich genauso wie ihre Lehrerinnen und Lehrer über die Aufwärtsentwicklung freuen. Gleichzeitig dürfen die Ergebnisse auch als Motivation verstanden werden, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Maßgeblich für gutes Abschneiden ist der Unterricht. Nur guter Unterricht gewährleistet gute Ergebnisse, entscheidend für sie ist, was in den Klassenzimmern passiert. Lernen als sozial-integrativer Prozess steht aber nicht im luftleeren Raum, sondern ist dann besonders erfolgreich, wenn die gesamtgesellschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. Der Blick auf die Länder, die sich bei PISA 2009 wieder auf den vorderen Plätzen befinden, zeigt deutlich, dass Schülerinnen und Schüler dort besonders gut lernen, wo Bildung, Unterricht und Schule einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft haben. Dazu braucht Schule aber nicht zuletzt auch gut ausgebildete und hoch motivierte Lehrkräfte. Die Sparbeschlüsse der bayerischen Staatsregierung sind hier ein Signal in die falsche Richtung. Die Kürzung der Eingangsbesoldung, die beabsichtigte Nullrunde und die Aussetzung der Leistungselemente sind für die unterrichtenden Lehrkräfte unmotivierend und sicher nicht dazu geeignet, fähige junge Leute für den Lehrberuf zu begeistern.

Im Hinblick auf die nach wie vor zu verbessernde Integration von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund wies der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands Max Schmidt erneut auf die entscheidende Bedeutung der Sprachkenntnisse für den Schulerfolg hin. Bei vergleichbaren Leseleistungen haben Schülerinnen und Schülern nicht-deutscher Herkunft ähnliche Chancen, eine Realschule oder ein Gymnasium zu besuchen. „Der Frühforderung kommt deshalb eine zentrale Rolle zu“, so Max Schmidt. „Wir fordern deshalb ein kostenloses erstes Kindergartenjahr, um einen Anreiz zu schaffen, so früh wie möglich mit der Förderung deutscher Sprachkenntnisse zu beginnen.“ Ein Kind, das erst einmal den Kindergarten besucht, bleibt dort auch mit großer Wahrscheinlichkeit bis zum Schuleintritt.

Insgesamt gesehen liefern die heute vorgestellten PISA-Ergebnisse keinerlei Grundlage für eine Totalkritik am bundesdeutschen Schulsystem. Vielmehr zeigen sie, dass die Richtung stimmt und der eingeschlagene Weg im Hinblick auf Stärkung der Unterrichtsqualität konsequent weitergegangen werden muss. Gleichzeitig kann durch ein kostenloses erstes Kindergartenjahr die Teilhabe von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund verbessert werden.