PHILOLOGENVERBAND WARNT STAATSREGIERUNG

BILDUNGSFINANZIERUNG: PHILOLOGENVERBAND WARNT STAATSREGIERUNG VOR VERTRAUENSVERLUST

Max Schmidt: „Wer in der Frage einer höheren Akademikerquote jahrelang so heftig mit dem Kopf nickt, darf ihn nicht schütteln, wenn es um deren Finanzierung geht“


Anlässlich der heutigen Ministerbefragung im Bayerischen Landtag zu Sparmaßnahmen im Hochschulbereich warnt der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt die Staatsregierung vor einem erheblichen Vertrauensverlust: „Wer in der Frage einer höheren Akademikerquote jahrelang so heftig mit dem Kopf nickt, darf ihn nicht schütteln, wenn es um deren Finanzierung geht. Allen ist klar: Mehr Gymnasiasten, mehr FOSBOS-Schüler und mehr Studierende erfordern mehr Personal und mehr Räumlichkeiten an Schulen und Hochschulen. Sollte die Zusage ‚An der Bildung wird nicht gespart’ nicht länger Bestand haben, wird dies zu einem nachhaltigen Vertrauensverlust in die bayerische Regierungspolitik führen.“

Gymnasiallehrer zur Bewältigung des doppelten Abiturientenjahrgangs an die Unis! – Win-Win- Situation für Gymnasien und Hochschulen

Schmidt fordert, den Hochschulen zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen, damit diese Gymnasiallehrkräfte zur Bewältigung des nach dem doppelten Abiturientenjahrgang 2011 erwarteten Ansturms von Studienanfängern einsetzen können: „Erfahrene und sehr gut qualifizierte Gymnasiallehrkräfte können – zeitlich befristet - sehr gut Aufgaben im Bereich der Lehre für Studienanfänger übernehmen: etwa praktische Übungen leiten und betreuen, Einführungsvorlesungen halten und Übungsaufgaben sowie Semesterprüfungen erstellen und korrigieren. Zudem können sie durch ihre berufliche Erfahrung an der Schnittstelle Gymnasium - Hochschule Aufgaben im Bereich der Studienorientierung, der Betreuung von Praktika für Studierende des Lehramtes und für Referendare übernehmen. Bei wieder steigenden Bewerberzahlen am Gymnasium ergäben sich zudem für Nachwuchslehrkräfte verbesserte Einstiegschancen und für junge Kolleginnen und Kollegen zusätzlich neue, reizvolle Perspektiven für ihre weitere berufliche Laufbahn.

Für die Universitäten und Hochschulen wäre es mit einem solchen Modell einerseits möglich, Teile der Lehre einschließlich anfallender Prüfungen qualifiziert abzudecken und außerdem in bestimmten Bereichen der Personalversorgung flexibler agieren zu können: Bei Ablauf einer Abordnung ist es relativ einfach möglich, diese entweder zu beenden, mit einer anderen Person fortzusetzen oder alternativ durch eine andere Besetzung an dieser oder einer anderen Fakultät weiterzuführen. Kurzum: Man würde für beide Seiten eine Win-Win-Situation schaffen!“