PHILOLOGENVERBAND: ENDE DER KÜRZUNGSDISKUSSION!

„Geistige Vollwertkost statt Reduktionsdiät für unsere Gymnasiasten“ – Philologenverband fordert Ende der Kürzungsdiskussionen

Nach den heute durch Kultusminister Dr. Spaenle verkündeten neuerlichen Modifikationen am achtjährigen Gymnasium hat der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt ein Ende der Kürzungsdiskussionen gefordert: „Es muss Schluss sein mit dem Streichen, Vereinfachen und ‚Verschlichten’ am Gymnasium. Das frühere Leistungskursniveau ist schon jetzt in keinem einzigen Fach mehr Grundlage des Lernens! Wir sind verpflichtet, unseren Schülern geistige Vollwertkost statt permanenter Reduktionsdiät zu bieten. Schließlich müssen wir sie auf komplexe Anforderungen in Studium, Beruf und Gesellschaft vorbereiten. Diese Anforderungen werden nicht weniger und unbedeutender, sondern zahlreicher und komplexer. In anderen Ländern scheint man das besser zu verstehen: Dort akzeptiert man selbstverständlich, dass Gymnasiasten bestimmte Voraussetzungen an Leistungsfähigkeit und -bereitschaft abzuverlangen sind. Fortan sollten wir uns in Bayern darauf konzentrieren, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass unsere jungen Menschen ihr Leistungspotenzial und ihre Fähigkeiten auch voll entfalten können. Ein Mehr an Lehrern und kleinere Klassen gehören sicher ebenso dazu wie eine durchdachte Gestaltung des Unterrichtstages. Die lautstark erhobenen Forderungen mancher Interessenvertreter nach immer weiteren Erleichterungen wie der Versetzung selbst bei schlechten Leistungen, dem faktischen Verbot schlechter Noten, dem Streichen anspruchsvoller, als lästig empfundener Unterrichtsinhalte und Prüfungsteile sind dagegen Ausdruck eines fehlgeleiteten Verständnisses schulischer Aufgaben. Überdies schüren sie bei unseren Schülern eine Mentalität und ein Anspruchsdenken auf ein ewiges „easy going“. Damit aber werden sie den Realitäten des Lebens nicht gewachsen sein.“

Besser für Schüler: Mehr Lehrer statt weniger Unterricht
Erstmals seit Jahren steht Bayern zurzeit in einigen Fächern wieder eine größere Zahl an bestens qualifizierten Nachwuchslehrkräften zur Verfügung. Dadurch besteht laut Schmidt die große Chance für den Freistaat, gerade in der gymnasialen Oberstufe die Arbeitsbedingungen für Schüler wie Lehrer spürbar zu verbessern: „Bayern darf Nachwuchslehrer mit Examensschnitten von 1,5 nicht achselzuckend abwandern lassen. Wir sollten das gute Lehrerangebot dazu nutzen, unsere Schüler in kleinen Klassen und bei möglichst geringem Unterrichtsausfall intensiver auf ihr Abitur vorbereiten zu können. Gerade unter den erschwerten Bedingungen des doppelten Abiturientenjahrganges ist das besonders notwendig. Diese Gelegenheit darf sich die Regierung einfach nicht entgehen lassen. Alles andere wäre unverantwortlicher Leichtsinn.“