NEUE OBERSTUFE DES ACHTJÄHRIGEN GYMNASIUMS

NEUE OBERSTUFE DES ACHTJÄHRIGEN GYMNASIUMS NACH DEM NOTENVERGLEICH: KONSTRUKTION O.K., ZEUGNISNOTEN O.K., ARBEITSBEDINGUNGEN VERBESSERUNGSWÜRDIG

Nach dem heute durch Kultusminister Dr. Spaenle bekannt gemachten Ergebnis des Notenvergleichs zwischen Oberstufenschülern des acht- und des neunjährigen Gymnasiums hat der Bayerische Philologenverband eine gemischte Halbjahresbilanz für die neue Oberstufe des Gymnasiums gezogen. Verbandsvorsitzender Max Schmidt, selbst Kollegstufenbetreuer am Gymnasium Grafing, fasste am Dienstag in München seine Bewertung in der Kurzformel zusammen: „Konstruktion in Ordnung, Zeugnisnoten besser als erwartet, Arbeitsbedingungen verbesserungswürdig.“

Die Konstruktion der neuen Oberstufe mit der Abschaffung von Grund- und Leistungskursen und der Einführung verpflichtender Abiturfächer sei grundsätzlich der richtige Ansatz, um die von Hochschulen und Wirtschaft geforderte und von vielen Eltern gewünschte breitere Allgemeinbildung und die Studierfähigkeit zu stärken. Erleichtert ist Schmidt darüber, dass sich wiederholt geäußerte Befürchtungen über einen Absturz der Noten für die G8-Oberstufenschüler nun auch nach dem heute von Kultusminister Dr. Spaenle vorgestellten Ergebnis des Notenvergleichs zwischen den Schülern des achtjährigen und des neunjährigen Gymnasiums nicht bestätigt haben: „Das Ergebnis der Umfrage des Kultusministeriums bestätigt die Tendenz unserer eigenen Stichprobe von vor zwei Wochen: Die Zeugnisnoten der Schüler sind o.k. Nun muss noch an den Rahmenbedingungen gearbeitet werden – und zwar an denen für Schüler und Lehrer. Kleine, überschaubare Lerngruppen wären jedenfalls ein absolutes Plus in der Abiturvorbereitung.“

Entlastung der Oberstufenschüler durch Stundenverlagerungen „denkbare Option“
Nach dem ersten G8-Durchgang 2011 ist für Schmidt der richtige Zeitpunkt gekommen, eine große Bilanz zu ziehen: „Dann müssen wir uns noch einmal über Modifikationen am Modell des achtjährigen Gymnasiums Gedanken machen.“ Zu diesem Zeitpunkt sollte man sich auch darüber unterhalten, ob die vielfach geforderte Entlastung für die Schüler in der neuen Oberstufe machbar sei, ohne die jetzt deutschlandweit bereits grenzwertige Gesamtstundenzahl des achtjährigen Gymnasiums noch einmal zu verringern: „Stunden von der Oberstufe in die Mittelstufe zu verschieben, kann einen doppelt positiven Effekt für die Schüler haben: Das Fundament wird verstärkt, auf dem der Unterricht in der Oberstufe aufbaut; gleichzeitig verringert sich so die zeitliche Beanspruchung der Schüler in den letzten beiden Schuljahren. Dem Ziel breiter Allgemeinbildung würde es ohnehin gut tun, wenn wir wieder zur generellen Vierstündigkeit der Grundlagenfächer Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache in der Mittelstufe des Gymnasiums kämen.“