LEHRERBILDUNG IN BAYERN

LEHRERBILDUNG IN BAYERN: HOCHKARÄTIG BESETZTER EXPERTENBEIRAT FORMULIERT ZUM ARBEITSAUFTAKT FORDERUNGSKATALOG

Eine entscheidende Grundlage für eine überzeugende Weiterentwicklung des baye­rischen Gymnasiums stellt die Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte dar. Aus diesem Grund treibt der Bayerische Philologenverband die Zusammenarbeit mit Bildungsexperten der Universitäten voran.

Seinem neu gegründeten Expertenbeirat gehören ausgewiesene Fachleute an:

Herr Prof. Dr. Joachim Kahlert, Ludwig-Maximilians-Universität München, dort Dekan der Fakultät für Psychologie und seit 1. Mai 2009 Direktor des Lehrerbildungszentrums und Beauftragter der Hochschulleitung für Fragen der Lehrerbildung.

 

Herr Prof Dr. Manfred Prenzel, Technische Universität München ,Nationaler Projektmanager für PISA, Dekan der neuen Fakultät TUM School of Education und Inhaber des Susanne-Klatten-Stiftungslehrstuhls für Empirische Bildungsforschung

 

Frau Prof. Dr. Waltraud Schreiber, Beauftragte der Katholischen Universität Eichstätt‐Ingolstadt für Lehrerbildung und Bildungsforschung, Professorin für Theorie und Didaktik der Geschichte.

 

Herr Prof Dr. Dr. Werner Wiater, Lehrstuhlinhaber für Schulpädagogik an der Universität Augsburg, Vizepräsident für Lehrer und Studierendean der Universität Augsburg

 

Lehrerbildung ist Grundlage für ein erfolgreiches Schul- und Bildungssystem

Das bayerische Schul- und Bildungssystem kann die Herausforderungen der Zukunft nur erfolgreich meistern, wenn Studienanfänger möglichst genau wissen, welche Ziele sie haben und welchen Anforderungen sie genügen müssen. Die zur Verleihung der All­gemeinen Hochschulreife führenden Schulen müssen in die Lage versetzt werden, ihre Schülerinnen und Schüler darauf optimal vorzubereiten. Der Schnittstelle zwischen Abitur und Hochschule kommt dabei hohe Bedeutung zu. Berufs- und Studienorien­tierung auf der einen Seite gut vorzubereiten und die Möglichkeit, ein akademisches Studium auf der anderen Seite schnell und erfolgreich zu bewältigen, kann nur gelingen, wenn Gymnasium und Hochschulen intensiv kooperieren. Die Umsetzung des Bologna-Prozesses mit dem Ziel, schneller zu einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss zu kommen und flexibler Studienorte wechseln zu können, hat in einigen Studiengängen zu einer Verschulung des Studiums und zu extremer Prüfungsdichte geführt. Studierende und Lehrende sehen hier Handlungsbedarf.

Bezogen auf die Lehrerausbildung formuliert der Expertenbeirat in einem ersten Schritt folgende Forderungen:

  • Die Staatsregierung muss sich zu ihrer Verantwortung bekennen und die Gymna­sien, Seminarschulen, Universitäten und Hochschulen personell und finanziell so ausstatten, dass sie ihre Aufgaben erfüllen können.
  • Die Lehrerbildung muss schulartbezogen erfolgen, denn sowohl pädagogisch als auch fachwissenschaftlich stellen die unterschiedlichen Schularten unterschied­liche Anforderungen an die Lehrkräfte.
  • Die Betreuung der Praktika für Studierende an Schulen und Universitäten macht Zeitkontingente für die Betreuenden notwendig. In allen Bereichen ist dafür zudem eine deutliche Absenkung der Betreuungsrelationen nötig.
  • Eine notwendige, stärker individualisierte Rückmeldung über Eignung und Befähi­gung für das angestrebte Berufsziel ist nur möglich, wenn das Lehrpersonal auf­grund der Zahl der Teilnehmer in den Lehrveranstaltungen dazu in der Lage ist.
  • Anzustreben ist eine stärkere Vernetzung von Theorie und Praxis. Dazu können Partnerschaften zwischen Praktikums- und Seminarschulen einen wichtigen Beitrag liefern. Probleme aus der täglichen Unterrichtspraxis können so schneller Eingang in die Forschung finden und umgekehrt Erkenntnisse der Lehr- und Lernforschung schneller in der Praxis Anwendung finden.

Zum Erreichen dieser Ziele sind eine bessere Ausstattung der Hochschulen mit Material und Personal unabdingbar, jedoch verschiedene Wege zur Zielerreichung möglich.