"HITZEFREI" AUF DEM RÜCKZUG

„HITZEFREI“ DEUTSCHLANDWEIT AUF DEM RÜCKZUG – AUCH AN BAYERNS SCHULEN

Das Hitzefrei – Frühere Schülergenerationen konnten sich im Hochsommer darauf verlassen: Stiegen im Laufe des Morgens die Zimmertemperaturen auf mindestens 27° C, war mit dem Unterricht meistens nach der vierten Stunde Schluss. -

Tempi passati! Nach Beobachtung des Vorsitzenden des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt ist der deutschlandweite Trend eindeutig: Das Hitzefrei ist auf dem Rückzug. Auch in Bayern wird selbst bei tropischen Temperaturen in Klassenzimmern geschwitzt und gelernt. Das Saarland und Hamburg haben das Hitzefrei sogar generell abgeschafft.

Verstärkt wurde diese Entwicklung nach Schmidt durch die Einführung des achtjährigen Gymnasiums in den meisten Bundesländern: „Seit der Verkürzung des Gymnasiums muss die Zeit für den Unterricht noch konsequenter genutzt werden. Viele Schulen können es sich einfach nicht mehr leisten, Unterricht ersatzlos ausfallen zu lassen.“ Hinzu komme, dass Eltern immer häufiger erwarteten, dass ihr Kind bis zu einer bestimmten Uhrzeit in der Schule bleibe und nicht unerwartet vor der Haustür stehe. So falle es vielen Schulleitungen immer schwerer, ein spontanes ‚Hitzefrei’ auszurufen.

Klassenzimmer mit ‚ICE-Feeling’ - Klimaanlagen fehlen

Häufig, so Schmidt, verwandelten sich in diesen Wochen Arbeits- und Klassenräume im Laufe des Morgens geradezu in Backöfen: „Wenn Hitze und Schwüle in Klassen- und Arbeitsräume reindrücken, kommt ein richtiges ‚ICE-Feeling’ auf.“ Dagegen seien die meisten Schulen machtlos, weil entsprechende Lüftungs- und Klimaanlagen weitgehend fehlten. Angesichts der baulichen Defizite vieler Schulbauten sieht Schmidt Handlungsbedarf: „Die Schulen müssen dringend nachgerüstet werden. Nicht nur bei Neubauten, auch bei der derzeit laufenden energetischen Sanierung und Wärmedämmung von Schulgebäuden muss viel stärker darauf geachtet werden, dass es zu keiner Überhitzung von Klassenzimmern kommen kann. Denn in Köpfe, die vor Hitze qualmen, geht nicht mehr viel hinein.“