GYMNASIALLEHRKRÄFTE DEUTLICH BESSER QUALIFIZIERT


Neue Max Planck-Studie sorgt bei Lehrerbildungskongress für Aufsehen:
GYMNASIALLEHRKRÄFTE FACH- UND BERUFSWISSENSCHAFTLICH DEUTLICH BESSER QUALIFIZIERT

Für Aufsehen hat beim derzeit in Nürnberg laufenden Lehrerbildungskongress eine neue Studie des Berliner Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung gesorgt: Sie bestätigt frühere Befunde, wonach Lehrkräfte an Gymnasien nicht nur fachwissenschaftlich weit besser qualifiziert sind als Lehrer anderer Schularten. Auch in ihren fachdidaktischen Fähigkeiten schneiden sie deutlich besser ab als andere Lehrkräfte. Der Vergleich im fachdidaktischen Bereich – also der schülergemäßen Aufbereitung und Vermittlung des Unterrichtsstoffes – offenbare, so wörtlich, „richtig dramatische Effekte“. Auf Nachfrage aus dem Kreis der rund 480 Tagungsteilnehmer erklärte PD Dr. Mareike Kunter das bessere Abschneiden primär als eine Folge der unterschiedlichen ‚Lerngelegenheiten’, also des Studiums und der Fortbildung. Zudem wisse man, dass Gymnasiallehrer im Schnitt mit den besseren Abiturnoten ins Studium starteten.

Max Schmidt: Bildungs- und berufspolitische Konsequenzen notwendig
Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt fordert nun Konsequenzen: „Die Erkenntnisse dieser Studie mit 856 Teilnehmern dürfen nicht unter den Tisch gekehrt werden. Das Vorurteil von den defizitär ausgebildeten Gymnasiallehrern ist widerlegt. Die Studie muss aber vor allem politische Konsequenzen haben: Offensichtlich ist die Gymnasiallehrerausbildung weit weniger reformbedürftig als die anderer Lehrämter. Unserer Politiker sollten bei allem Reformeifer in Sachen Lehrerbildung ganz genau aufpassen, die Gymnasiallehrerausbildung nicht zu beschädigen – auszubaden hätten das nämlich unsere Schülerinnen und Schüler.“Für die seit Jahrzehnten geführte berufspolitische Diskussion um die verschiedenen Lehrämter macht für Schmidt die neue Studie einmal mehr klar: „Lehrer ist nicht gleich Lehrer. Es gibt erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Lehrämtern. Das muss auch berufspolitisch entsprechend gewürdigt werden.“