GEGLIEDERT GEWINNT

Müde ja, aber nicht niedergeschlagen:

Kultusminister Dr. Spaenle (flankiert von Amtschef Erhard) bei der Erläuterung der bayerischen Ergebnisse des bundesweiten Tests über das Erreichen der Bildungsstandards am Mittwoch (23.6.) während der Pressekonferenz im Bayerischen Kultusministerium unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Berlin, wo er als KMK-Präsident bereits am Morgen das hervorragende Abschneiden der bayerischen Schüler verkünden konnte. (Foto: P. Missy)


Bundesweiter Schul-Leistungsvergleich:

GEGLIEDERT GEWINNT …. EINMAL MEHR – KLAR GEGLIEDERTE SCHULSYSTEME FÖRDERN DIE LEISTUNGSPOTENZIALE ALLER SCHÜLER AM BESTEN

„Die Spitzenplätze Bayerns und Baden-Württembergs sind erfreulich, aber keine Überraschung. Klar gegliederte Schulsysteme mit klar formulierten Anforderungsprofilen unterstützen nun einmal Schüler am besten darin, ihre Fähigkeiten und Potenziale zu entfalten.“ Das ist für den Vorsitzenden des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt die eindeutige Botschaft des erstmals durchgeführten bundesweiten Schülertests zur Überprüfung der Bildungsstandards.

Brandenburg: Grundschule auf 6 Jahre hoch, Schülerleistungen auf Rang 15 runter
Das Ergebnis dieses mit 40.000 Schülern an 1.400 Schulen durchgeführten Tests fügt sich nahtlos ein in eine lange Reihe großer Vergleichstests zwischen deutschen Bundesländern seit den 80-er Jahren. Stets lautete das Resultat: Gegliedert schlägt Gesamtschule – und zwar in allen Bereichen - bis hin zum sozialen Lernen. Erst die rechtzeitige Differenzierung in getrennten Schulformen ermöglicht überhaupt eine begabungsgerechte Förderung von Schülern. Das gilt für leistungsschwächere wie leistungsstärkere Schüler. Schmidt betont: „Für mich gehört diese Erkenntnis zu den am besten gesicherten Befunden der Bildungsforschung der letzten Jahrzehnte.“

Wohin dagegen eine Verlängerung der gemeinsamen Schulzeit führen könne, sei, so Schmidt, am Beispiel Brandenburgs abzulesen: In den Testkategorien der neuen Untersuchung belegt es jeweils nur den äußerst bescheidenen Platz 15 unter 16 Bundesländern. Für Philologenchef Schmidt bedeutet dies: „Reflexhaft am heutigen Tag wieder die Verlängerung der gemeinsamen Schulzeit in Bayern zu fordern, ist einfach nur lächerlich.“

Sozialen Disparitäten mit verstärkter frühkindlicher Bildung begegnen
Wissenschaftlich gut belegt ist auch das Unvermögen von Gesamtschulen, an den in dieser Untersuchung wieder festgestellten sozialen Disparitäten etwas zum Positiven zu ändern. Der Vorsitzende des Lehrerverbandes Max Schmidt dazu wörtlich: „Die Verwirklichung des Traums von einer egalitären Gesellschaft lässt sich durch keine Schulform erzwingen, selbst wenn man den Leistungsgedanken dafür opfert. Es sind die Eltern und das private Umfeld, die den Schulerfolg von Kindern maßgeblich vorprägen. Verantwortungsvolle Bildungspolitik muss daher eher bei den Elternhäusern und bei der frühkindlichen Bildung ansetzen. Ständiges Herumschrauben am Schulsystem ist sinnlos und raubt Schülern und Lehrern nur Ruhe und Kraft, auf die erfolgreiche Bildungsarbeit angewiesen ist. Wesentlich bleibt, dass Lehrer genügend Zeit haben, sich um einzelne Schüler zu kümmern. Kleine Klassen sind dafür eine Grundvoraussetzung. Das kostet Geld, das auch in Zeiten von Sparbeschlüssen zuverlässig in unsere Schulen investiert werden muss.“