GEGEN ABSENKUNG DER EINSTIEGSBESOLDUNG!

Philologenverband kritisiert Kabinettsbeschluss zur Absenkung der Einstiegsgehälter:
„SO LOCKT MAN IN ZEITEN MASSIVEN LEHRERMANGELS KEINE NACHWUCHSLEHRKRÄFTE!“

Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt sieht die jüngsten Sparbeschlüsse des bayerischen Kabinetts kritisch: „Ich mag mich dem allgemeinen Erleichterungsseufzer, die Beamten seien ja noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen, nicht gänzlich anschließen. Besonders kritisch sehe ich die Absenkung der Einstiegsgehälter. Dieser Beschluss trifft voll die Berufseinsteiger in der Phase der Familiengründung.

Gerade für die seit Jahren mit einem enormen Lehrermangel kämpfenden Gymnasien und Beruflichen Oberschulen ist dieser Beschluss völlig kontraproduktiv. Denn er sorgt dafür, dass die Gehaltsschere zuungunsten des Staatsdienstes weiter aufgeht. Gerade in den besonders nachgefragten mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern wird dies Folgen haben: Junge Lehrkräfte werden es sich jetzt noch genauer überlegen, ob sie eine staatliche Stelle annehmen oder lieber in der freien Wirtschaft anheuern sollen. Denn boomende Wirtschaftszweige locken diese Absolventen mit attraktiven Einstiegsgehältern und Berufsperspektiven. Bleibt dieser Beschluss, werden sich unsere Schüler darauf einstellen müssen, auch in Zukunft nicht immer von Lehrkräften mit adäquater Ausbildung unterrichtet zu werden.“

Der bpv-Vorsitzende erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass aufgrund des Lehrermangels allein an Bayerns staatlichen Gymnasien insgesamt über 3200 Aushilfslehrkräfte beschäftigt werden mussten, von denen fast 2500 ohne Befähigung für ein Lehramt waren (nach der letzten verfügbaren Zahl vom Schuljahr 2008/09).