ERST FRAGEN, DANN SCHIEßEN!

DOPPELTER ABITURIENTENJAHRGANG: PHILOLOGENVERBAND KRITISIERT UNÜBERLEGTE VORGEHENSWEISE DER STAATSREGIERUN

„Die Staatsregierung handelt in Wild-West-Manier – erst schießen, dann fragen! Anstatt erst zu fragen und sich über die Studienabsichten der Oberstufenschüler durch eine einfache Umfrage zu vergewissern, wie eigentlich vor Monaten angekündigt, plant die Staatsregierung lieber ins Blaue hinein“, so kommentiert der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes, Max Schmidt, die gestrigen Aussagen von Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch zum aktuellen Hochschulausbau.

Dieser hatte in einem Gespräch mit rund 100 Würzburger Abiturienten im Bayerischen Landtag bekräftigt, den Ausbau von zusätzlichen Studienplätzen mit „besonderem Augenmerk auf den Natur-, Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften“ voranzutreiben. Heubisch begründete dies mit dem künftig besonders hohen Fachkräftebedarf in den MINT-Fächern. „Mit den tatsächlichen Absichten der Studienanfänger und einer möglichst guten Passung zwischen den laufenden Planungen von Politik und Hochschulen einerseits und den Wünschen der Abiturienten andererseits hat dies leider wenig zu tun“, so Schmidt heute in München.

Auf Initiative des Bayerischen Philologenverbandes hatten die Landtagsabgeordneten Anfang Juli einstimmig eine Befragung der Abiturienten zu ihren Studienabsichten beschlossen, um die Planungssicherheit der Hochschulen zu erhöhen. Die Umfrage wurde allerdings bis heute nicht durchgeführt. „Der bpv war von Anfang an bereit, die zuständigen Ministerien bei der Ausarbeitung der Umfrage zu unterstützen. Doch angesichts der fortgeschrittenen Zeit dürfte es für die Umfrage langsam zu spät sein. Es bleibt zu hoffen, dass die Abiturientinnen und Abiturienten sich im nächsten Frühjahr nach den Wünschen der Staatsregierung richten und in die MINT-Fächer strömen. Ansonsten dürften das Durcheinander an den Hochschulen und der Ärger der Studenten vorprogrammiert sein“, so resümierte der bpv-Vorsitzende.