"DISKUSSIONSWÜRDIGE ANSÄTZE"

PHILOLOGENVERBAND KOMMENTIERT PRESSEKONFERENZ DER SPD-FRAKTION ZUR ZUKUNFT DES GYMNASIUMS

„Unter den Vorstellungen der SPD zur Zukunft des Gymnasiums finden sich diskussionswürdige Ansätze“, reagierte der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt auf die heutige Pressekonferenz der Landtagsfraktion in München. Als Vertretung der bayerischen Gymnasiallehrerschaft unterstütze sein Verband die Forderungen nach kleineren Klassen und nach besseren Rahmenbedingungen für das faktisch zu einer Schulart mit Ganztagesbetrieb gewandelte achtjährige Gymnasium. Erfreut zeigte sich Schmidt darüber, dass nun auch die SPD die Ansicht des Philologenverbandes ausdrücklich teile, dass es ‚kein weiteres Herumdoktern an den Lehrplänen’ des achtjährigen Gymnasiums mehr geben dürfe.

Grundsätzlich gesprächsbereit erklärte sich Schmidt über den Gedanken, die Oberstufe in zwei oder drei Jahren durchlaufen zu können: „Ich halte zwar unser eigenes Modell einer Flexibilisierung am Ende der Mittelstufe für sinnvoller und praktikabler (siehe HIER), die Möglichkeit von Alternativen dazu kann man aber dennoch ausloten.“

Weder machbar noch wünschenswert: "Unterrichtsprogramm den Schulen überlassen"

Keine Chance gibt der Vorsitzende des Lehrerverbandes dagegen der SPD-Forderung, ,das Unterrichtsprogramm den Schulen (zu) überlassen’. „Dass sich jedes Gymnasium seine eigene Stundentafel zurechtzimmern könnte, ist weder wünschenswert noch machbar.“ In der Praxis, gab Schmidt zu bedenken, sei dann auch für die Schulen die Versuchung groß, die Stundentafeln nach der Zahl der gerade vorhandenen Lehrkräfte auszurichten: „Hat ein Gymnasium etwa einen Überschuss an Geographielehrern, würde die Stundentafel in diesem Fach kurzerhand ausgedehnt und mehr Geographieunterricht gegeben; fehlen Mathematiklehrkräfte, würde da etwas von der Stundentafel abgezwickt werden.“

Schmidt betonte: „Entscheidungsspielräume und Selbstständigkeit von Schulen sind zwar in gewissen Grenzen gut. Zentrale Vorgaben können aber durchaus ein sehr segensreiches Mittel der Qualitätssicherung sein. Das gilt schon lange für das bayerische Zentralabitur, das inzwischen viele Bundesländer nachmachen, wie für zentral vorgegebene Stundentafeln und Inhalte. Die Alternative wäre ein heilloses Kuddelmudddel: Wenn jede Schule selbst über ihre Stundentafeln entscheiden könnte, wäre für Schüler ein Wechsel zu einem anderen Gymnasium kaum mehr möglich.“