DIESES BEISPIEL SOLLTE SCHULE MACHEN:

Am Gymnasium Donauwörth eröffnet eine Tagesstätte für Lehrerkinder

„Ich wünsche mir, dass dieses Beispiel bayernweit Schule macht“, kommentiert Max Schmidt, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes (bpv), die gestrige Eröffnung einer Krippe für Lehrerkinder am Gymnasium im schwäbischen Donauwörth: Seit Donnerstag werden während der Unterrichtszeit ihrer Eltern fünf Kleinkinder durch eine ausgebildete Erzieherin in einem extra eingerichteten Raum betreut.

Klassische „Win-win-Lösung“ für junge Lehrkräfte und Schule
Das Gymnasium trägt laut Schmidt damit dem in ganz Bayern immer spürbarer werdenden Wunsch vieler junger Kolleginnen und Kollegen nach einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie Rechnung. Es profitierten aber nicht nur die jungen Eltern von der neuen Einrichtung, sondern auch die Schule: In einer Zeit großen Lehrermangels in Fächern wie Mathematik, Physik und Latein sichert sich die Donauwörther Schule damit dringend benötigtes Fachpersonal für den Unterricht.
Schulleiter Karl Auinger ergänzt das: „Vor zwei Jahren kam die Idee zur Kinderbetreuung auf. Damals waren mehrere Kolleginnen schwanger und die Schule stand vor einem Problem: Es war absehbar, dass die Kolleginnen für längere Zeit wegen der Elternzeit ausfallen würden. So entstand auch auf Wunsch unserer Lehrkräfte der Plan, Beruf und Familie räumlich miteinander zu verbinden. Dafür, dass sich mit der großen Unterstützung des Landkreises Donau-Ries und der Stadt Donauwörth diese klassische Win-win-Lösung verwirklichen ließ, bin ich sehr dankbar.“

Schmidt: „Ein konstruktiver Beitrag zur Bekämpfung von Lehrermangel“
Solch konstruktive Beispiele zur Bekämpfung des Lehrermangels fordert der Philologenverband bereits seit Jahren, so Schmidt, der nun hofft, dass sich in ganz Bayern möglichst viele Nachahmer finden werden: „Der Frauenanteil an den gymnasialen Lehrkräften ist inzwischen hoch und er wächst kontinuierlich weiter. Etliche der jungen Kolleginnen sehen sich häufig bereits nach kurzer Zeit in einem Dilemma: Sie wollen Kinder, ohne aber dafür gleich nach der Einstellung schon wieder aus dem so lange angestrebten Wunschberuf aussteigen zu müssen. Die Einrichtung eigener Tagesstätten halte ich da für ein zukunftweisendes Konzept, von dem am Ende insbesondere unsere Schülerinnen und Schüler profitieren.“