"DAS NÄCHSTE JAHR WIRD RICHTIG KNACKIG"

KULTUSMINISTERIUM GIBT SACHSTANDSBERICHT ZUR NEUEN OBERSTUFE – ABER DIE GRÖßTE HERAUSFORDERUNG LAUERT ERST IM KOMMENDEN SCHULJAHR

bpv-Vorsitzender Max Schmidt: „Das nächste Jahr wird richtig knackig“

„Wir müssen uns jetzt auf das Schuljahr 2010/11 konzentrieren. Mit dem doppelten Abiturientenjahrgang steht uns eines der schwierigsten Schuljahre der letzten Jahrzehnte bevor. Für die betroffenen Schüler und Lehrer wird dieses Jahr richtig knackig werden“, fordert der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt anlässlich des heutigen Sachstandsberichts von Kultusminister Dr. Spaenle zur neuen Oberstufe des achtjährigen Gymnasiums.

Erste G8-Abiturprüfung: Das Niveau muss gleich sitzen
Spannend, so Schmidt, sei nicht nur die Frage, wie der enge zeitliche Fahrplan für die beiden Schülerjahrgänge inhaltlich und organisatorisch zu bewältigen sei: „Das Niveau der Abiturprüfungen muss bereits für den ersten G8-Jahrgang richtig austariert sein. Einen Fehlversuch in der Konzeption darf man sich hier nicht leisten. Nach der unglücklichen G8-Einführung gehört das zur Bringschuld der Politik für unsere Abiturienten.“ Bayerns Gymnasiallehrerschaft, versicherte er, werde jedenfalls alles daran setzen, dass sowohl der erste G8- als auch der letzte G9-Schülerjahrgang diese letzte große Hürde auf dem Weg zum Abitur zu nehmen wissen.

Erweiterte Aufgaben in der Oberstufe erfordern zeitliche und finanzielle Ressourcen
Als „noch weiter optimierbar“ betrachtet der Chef des Lehrerverbandes für die Gymnasien und die Beruflichen Oberschulen die Umsetzung der zahlreichen Neuerungen, die im Gefolge der Schulzeitverkürzung etabliert wurden: Die größere Bedeutung der Mündlichkeit, mehr schüleraktivierende Unterrichts- und Prüfungsformen sowie die neuen Seminarfächer beschleunigten den Modernitätsschub an den Gymnasien. Doch fehle es vielfach noch an Personal, Zeit und Geld zur adäquaten Umsetzung. Als Beispiel nannte der bpv-Vorsitzende die beiden obligatorischen Seminarfächer: „Die vorgesehene Kooperation mit außerschulischen Partnern aus Wirtschaft und Universitäten ist grundsätzlich sinnvoll. Doch diese Zusammenarbeit ist mit einem höheren zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden. Aus den ersten Erfahrungen des zu Ende gehenden Schuljahres ergibt sich für mich die Notwendigkeit, die Ausstattung der W- und P-Fächer auf 300.- Euro pro Seminar und Semester anzuheben.“