BILDUNGSMONITOR 2010 NICHT DAS MAß DER DINGE

PHILOLOGENVERBAND ZUR VORSTELLUNG DES SO GENANNTEN BILDUNGSMONITORS 2010 DURCH DIE INITIATIVE NEUE SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT: „NETTES ERGEBNIS FÜR BAYERN, ABER NICHT DAS MAß DER DINGE FÜR UNSERE SCHULEN“

Die gute Bewertung des bayerischen Bildungssystems durch den neuen Bildungsmonitor der arbeitgeberfinanzierten Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist nach Ansicht des Vorsitzenden des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt ein „nettes Ergebnis“. Insgesamt sei das Ranking aber immer noch wegen der höchst subjektiven Kriterien wenig aussagekräftig.

„Im Grunde genommen sagt diese Rangliste mehr über den Grad der Übereinstimmung der jeweiligen Länderpolitik mit den Forderungen der Wirtschaftsverbände aus als über das Bildungsniveau. Das Ergebnis ist für Bayern nett, aber nicht das Maß der Dinge für die Arbeit an unseren Schulen“, kommentierte der bpv-Vorsitzende. Für den Erhalt der Bildungsqualität im nächsten Schuljahr mit seinem doppelten Abiturientenjahrgang komme es viel mehr darauf an, dass den Schulen ausreichend qualifiziertes Lehrpersonal zur Verfügung steht. „Nur mit qualifizierten Lehrkräften lässt sich dauerhaft qualifizierter Unterricht halten. Dieses Thema muss bei anhaltendem Lehrermangel an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen in Bayern weiter ganz oben auf der politischen Agenda stehen.“

Nach letzten verfügbaren, vor wenigen Monaten veröffentlichten Angaben kamen im Schuljahr 2008/09 3246 Aushilfslehrkräfte an den staatlichen Gymnasien zum Einsatz, davon waren 2459 ohne Befähigung für ein Lehramt. Die über 2.700 staatlichen Grund- und Hauptschulen mussten dagegen nur äußerst selten ungelernte Lehrkräfte bemühen: An den Grundschulen waren es 38 (von 421 befristet beschäftigten Lehrkräften) an den Hauptschulen 54 (von 207) Personen.