BERUFLICHE OBERSCHULEN NICHT VERNACHLÄSSIGEN!

PHILOLOGENVERBAND BEKLAGT VERNACHLÄSSIGUNG DER BERUFLICHEN OBERSCHULEN

Anlässlich der heutigen Regierungserklärung von Kultusminister Dr. Spaenle zur Schulpolitik hat der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt das Bekenntnis des Ministers zum Erhalt des differenzierten bayerischen Schulsystems ausdrücklich gelobt: „Das klare Bekenntnis freut uns, es muss aber auch materiell unterfüttert werden: Im kommenden Schuljahr steht den Gymnasien die Bewältigung des doppelten Abiturientenjahrgangs bevor. Daher muss die Sicherung der Personalversorgung der Gymnasien ein zentraler Punkt bayerischer Schulpolitik bleiben.“

Gleichzeitig beklagt Schmidt die Vernachlässigung der Beruflichen Oberschulen: „Bereits seit zehn Jahren plagt ein gravierender Mangel an qualifizierten Lehrkräften Schüler und Lehrer der Fachober- und Berufsoberschulen. Dieser Mangel hat sich zu einer veritablen Gefährdung der Qualität dieser immer beliebteren Bildungsgänge ausgewachsen.“ Für den bpv als Lehrerverband für die Gymnasien und beruflichen Oberschulen ist dies umso besorgniserregender, als die beruflichen Oberschulen über 40 Prozent aller Studienberechtigungen in Bayern vergeben. Damit sind sie neben dem Gymnasium die zweite tragende Säule zur Rekrutierung des benötigten akademischen Nachwuchses im Freistaat.

Das ganze Ausmaß des Personalmangels der beruflichen Oberschulen mit ihren demnächst rund 60.000 Schülern lässt sich an den Zahlen ablesen: Der Schülerzuwachs betrug in den vergangenen 15 Jahren rund 100 Prozent, der Zuwachs an Lehrerstellen aber nur 65 Prozent. Wäre die Lehrerschaft im gleichen Maß gewachsen wie die Schülerschaft, würden jetzt fast 500 Lehrkräfte mehr an Bayerns Fachober- und Berufsoberschulen unterrichten.

Die seit 10 Jahren klaffende Personallücke gefährdet nach Ansicht des Philologenverbandes gerade auch die Rolle der Beruflichen Oberschulen als Transmissionsriemen für die berufliche und gesellschaftliche Integration von Schülern mit Migrationshintergrund: Ihr Anteil an der Schülerschaft ist so groß wie in der Grundschule und damit rund doppelt so hoch wie am Gymnasium. Der bpv-Vorsitzende fordert daher: „Die enormen Bildungsanstrengungen der Schüler- und Lehrerschaft dieser noch zu oft verkannten Schulen müssen durch ein kräftiges Plus an Planstellen unterstützt werden. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Budgetlücke zum Markenzeichen der Beruflichen Oberschulen wird!“