VORFREUDE BEI VIERTKLÄSSLERN ÜBERWIEGT

STUDIE DES GEWÄHRSMANN DER GRÜNEN FÜR ANGEBLICHEN AUSLESEDRUCK BELEGT DAS GEGENTEIL: VORFREUDE BEI VIERTKLÄSSLERN ÜBERWIEGT, NUR 7,7 PROZENT MIT SORGEN

Als ein Kuriosum betrachtet der Bayerische Philologenverband die Einladung der Grünen im Bayerischen Landtag an Prof. Dr. Holtappels zu ihrer heutigen Pressekonferenz mit dem Titel „Stoppt den Auslesedruck!“ Hat doch vor nicht einmal zwei Jahren just eine Studie eines Forscherteams um Prof. Dr. Holtappels ergeben: Die allermeisten Schüler erleben die Übergangssituation auf die weiterführende Schulart entgegen den Behauptungen von Gesamtschulbefürwortern nicht primär als belastend. In einer Stellungnahme der Dortmunder Forscher ist dazu wörtlich nachzulesen: „Kernaussage unserer Studie ist und bleibt, dass Schülerinnen und Schüler mit der Herausforderung Schulübergang grundsätzlich optimistisch und konstruktiv umgehen.“

Das Wissenschaftlerteam um Prof. Dr. Heinz-Günter Holtappels hat im Jahr 2007 untersucht, wie sich Emotionen, Motivation und Lernleistungen im Verlauf der Schulkarriere entwickeln. Rund 89 Prozent der Viertklässler erwarten, gut mit den Lehrern der weiterführenden Schularten zurechtzukommen. Die Vorfreude überwiegt bei den Kindern, insgesamt machen sich nur 7,7 Prozent Sorgen um den Wechsel. Unter künftigen Gymnasiasten ist dieser Anteil mit nur 4,7 Prozent am geringsten, aber auch unter den künftigen Hauptschülern sorgen sich lediglich 11,7 Prozent. - Grundschüler blicken also insgesamt sehr optimistisch in ihre Zukunft.

Hauptschüler erleben nach dem Wechsel von der Grundschule einen „richtigen Kick“
Auch nach dem Wechsel hält dieser Trend der Studie zufolge an. Die Gymnasiasten finden ihre Erwartungen am stärksten bestätigt; bei den Hauptschülern steigt die Schulfreude sogar stark an, sie erleben den Schulforschern zufolge einen „richtigen Kick“. Lediglich Gesamtschüler erleben überdurchschnittlich oft negative Überraschungen.

Lehrererfahrung: Gelassener Umgang der meisten Eltern mit dem Thema Übertritt
Diese Ergebnisse, so der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt, deckten sich mit den Erfahrungen der Gymnasien bei den Informationsveranstaltungen an der letzten Wochen: „Die allermeisten Eltern sehen dem Übertritt mit Gelassenheit entgegen. Nach unseren Erfahrungen äußern keine zehn Prozent der Eltern Unsicherheit darüber, wie ihr Kind mit der neuen schulischen Situation zurechtkommen wird. Die Panikmache um den Übertritt ist zum größten Teil ein politisch motiviertes Aufbauschen eines Scheinproblems; die Realität ist jedenfalls sehr viel unspektakulärer.“