STUDIENGEBÜHREN FÜR LEHRAMTSSTUDIERENDE ABSCHAFFEN

bpv fordert als Reaktion auf den Lehrermangel:

STUDIENGEBÜHREN FÜR LEHRAMTSSTUDIERENDE ABSCHAFFEN!

Eine Abschaffung der Studiengebühren für Lehramtsstudierende fordert der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt. Zur Begründung sagte er heute in München: „Der Lehrermangel an deutschen Schulen ist inzwischen auf rund 25.000 Lehrkräfte angewachsen. Kurz- und mittelfristig ist trotz zurückgehender Schülerzahlen keine Besserung zu erwarten. Im Gegenteil: Nach jüngsten Schätzungen ist eine Verdoppelung des Bedarfs auf 50.000 Lehrkräfte in den kommenden Jahren durchaus realistisch. Die Abschaffung der Studiengebühren für Lehramtsstudierende könnte es vielen jungen Leuten erleichtern, sich für diesen so wichtigen Beruf zu entscheiden. Sie wäre außerdem ein klares Signal der Politik, dass sie den Lehrermangel als das anerkennt, was er ist: eine der zentralen Herausforderungen für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaft. – Denn welcher Schüler wird sich schon für ein Ingenieurstudium entscheiden, wenn er kaum qualifizierten Unterricht in Mathematik oder Physik bekommen hat?“

Wirtschaft soll Stipendiensystem für Lehramtsstudierende der MINT-Fächer einrichten
Angesichts des besonders in den sogenannten MINT-Fächern ausgeprägten Mangels an Lehramtsstudierenden fordert der Bayerische Philologenverband die Neuauflage eines Stipendiensystems für Lehramtsstudierende dieser Fächer durch die Wirtschaft: „Nicht zu Unrecht sieht die deutsche Wirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit durch den Mangel an Ingenieuren und Naturwissenschaftlern gefährdet. Mit Stipendien durch ihre Stiftungen könnte sie einen wertvollen Beitrag dazu leisten, die Zahl der Lehrerinnen und Lehrer in diesem Bereich zu steigern und einen qualifizierten naturwissenschaftlichen Unterricht insbesondere an den Gymnasien zu sichern.“

Bayern: Entspannung nur in Deutsch und modernen Fremdsprachen zu erwarten
Nachdem derzeit nahezu alle Fächer an den bayerischen Gymnasien vom Lehrermangel betroffen sind und rund 1.000 Gymnasiallehrer fehlen, erwartet der Bayerische Philologenverband für das kommende Schuljahr eine Entspannung in Deutsch und den modernen Fremdsprachen. „Weiterhin mau“ bleibt nach Einschätzung des bpv-Vorsitzenden die Bewerberzahl in Mathematik, Physik, Biologie und Chemie: „Ich gehe davon aus, dass nächstes Jahr im Schnitt an jedem bayerischen Gymnasium je eine ausgebildete Lehrkraft in den Fächerkombinationen Mathematik/Physik sowie Biologie/Chemie fehlen wird“, prognostizierte Schmidt. Angesichts dieses Mangels könnte langfristig gerade Bayern von einem Stipendienprogramm für Lehramtsstudierende der MINT-Fächer profitieren.