SPRACHFÖRDERUNG VON MIGRANTENKINDERN

PHILOLOGENVERBAND FORDERT WIRTSCHAFT ZU STÄRKEREM ENGAGEMENT BEI SPRACHFÖRDERUNG VON MIGRANTENKINDERN AUF

Schmidt: „Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund sollte für Unternehmen wichtiger werden als das Sponsoring von Golfturnieren oder Ärztekongressen“

Anlässlich der heutigen Vorstellung des gemeinsamen Projektes „Förderunterricht für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund“ der Mercator-Stiftung, des Kultusministeriums und der Landeshauptstadt München hat der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) Max Schmidt die deutsche Wirtschaft zu einem deutlich stärkeren Engagement in diesem Bereich aufgefordert: „Angesichts der Tatsache, dass in manchen Kommunen bereits 50 Prozent der Kinder in Familien mit Migrationshintergund geboren werden, reichen einzelne lokale Förderinitiativen nicht länger aus. Dabei ist die landesweite Etablierung einer gezielten Sprachförderung für hier geborene wie zugezogene Migranten unabdingbar. Denn die sichere Beherrschung der Verkehrssprache in Wort und Schrift ist die Voraussetzung für gleiche Bildungs-, Berufschancen und damit Lebenschancen von Migrantenkindern. Das hat nicht zuletzt die PISA-Studie wieder ganz klar ergeben. Angesichts der Tatsache, dass zukünftig immer mehr Arbeitnehmer einen Migrationshintergrund haben werden, sollte das Engagement für eine möglichst fundierte schulische Ausbildung dieser Menschen im ureigensten Interesse der Wirtschaft liegen. Denn heute auch deutlich geworden: Staat und Kommunen würden bei der wünschenswerten flächendeckenden Ausbreitung von Sprachförderprojekten ganz schnell an ihre finanziellen Grenzen stoßen. Daher sollten sich die Unternehmen und ihre Verbände in diesem Bereich noch viel stärker engagieren als bisher. Das ist vielleicht noch nicht so glamurös und prestigeträchtig wie das Sponsoring von Golfturnieren, Rockkonzerten oder Ärztekongressen. Aus gesellschaftlicher und unternehmerischer Perspektive ist es aber zumindest mittelfristig wesentlich sinnvoller.“