REGIONALE SCHULENTWICKLUNG

Philologenverband zu den neuen Dialogforen über die Schulstrukturen:

ZIEL REGIONALER SCHULENTWICKLUNG MUSS DER LANGFRISTIGE ERHALT EINES HOCHWERTIGEN ANGEBOTS AN ALLEN SCHULARTEN SEIN

Als grundsätzlich sinnvollen Schritt bewertet der Bayerische Philologenverband (bpv) die heute durch Kultusminister Dr. Spaenle vorgestellten regionalen Dialogforen zur Planung von Schulstrukturen vor Ort: „Die Absicht, alle Betroffenen zu Beteiligten zu machen, wenn es um die Schlussfolgerungen aus dem demographischen Wandel für das regionale Schulangebot geht, ist ein Zeichen der Offenheit, das wir begrüßen. Es scheint, dass die Staatsregierung aus den Fehlern bei der ruppigen Einführung des achtjährigen Gymnasiums zu lernen bereit ist.“ Ausdrücklich sprach sich Schmidt dafür aus, in eine langfristige regionale Schulplanung die Gymnasien mit einzubeziehen: „Bei der Entwicklung eines langfristig verlässlichen regionalen Schulangebotes dürfen einzelne Schularten nicht isoliert betrachtet werden. Auch Gymnasien müssen wohnortnah erhalten bleiben. In die Überlegungen und Planungen müssen daher in gleicher Weise Grundschulen, weiterführende Schularten wie auch Förder- und berufliche Oberschulen einbezogen werden“, sagte der bpv-Vorsitzende.

Hauptschulen stärken – Absage an das Modell einer „autonomen Regionalschule“
Angesichts des demographischen Wandels fordert der Bayerische Philologenverband, möglichst viele Hauptschulen zu erhalten und deren individuelle Förderungsmöglichkeiten auszubauen. Wo dies nicht möglich sei, bestärkte Schmidt die Staatsregierung da­rin, die Hauptschule über Schulverbünde und Kooperationen zu stützen. Als „nicht praktikabel und sogar kontraproduktiv“ hat der bpv-Vorsitzende dagegen noch einmal kursierende Forderungen zur sogenannten Regionalschule bezeichnet: „Wenn sich jede Kommune in eigener Verantwortung ein eigenes Schulmodell zurechtschustern oder gar jedes Lehrerkollegium selbstständig einen eigenen Lehrplan mit eigenen Inhalten beschließen könnte, würde das das bayerische Schulsystem in ein völlig unübersichtliches Chaos stürzen. Auch mit zentralen Bildungsstandards würde sich nicht verhindern lassen, dass dann die Vergleichbarkeit schulischer Abschlüsse verloren ginge und Schüler schon bei einem Umzug von einer in eine andere Gemeinde heftig ins Schleudern kommen würden.“