Offener Brief

Vorverlegung des Termins der Notenbekanntgabe im Abitur 2017

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Antwort von Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle

der Bayerische Philologenverband hat bereits zu Beginn der Schülerpetition und mehrere Tage vor der Entscheidung den Kontakt zum Kultusministerium gesucht und massiv darauf gedrängt, beim ursprünglichen Zeitplan zu bleiben. Wir wiesen darauf hin, dass eine solche Entscheidung zu einer großen Verärgerung unter den Lehrkräften führen würde, die noch über die von 2014 (Probeklausur zum länderübergreifenden Abitur) hinausginge.

Leider ist man unserem Rat nicht gefolgt. Die Flut an Briefen, Emails und Anrufen, die im Verband und bei unseren drei Hauptpersonalräten in kurzer Zeit eingegangen ist, hat nun diese Vorhersage mehr als bestätigt. Wir bitten Sie, Ihren Unmut über diese fragwürdige Entscheidung auch direkt gegenüber den Verantwortlichen sichtbar zu machen. Eine Möglichkeit ist die am 9. Februar gestartete Gegenpetition auf www.openpetition.de. Durch diese können betroffene Lehrkräfte wie auch andere, die sich solidarisch erklären wollen, ihren Protest und ihre Forderung artikulieren und auch nach außen hin sichtbar machen.

Die Umstände der Entscheidung legen nahe, dass es sich um eine größtenteils politische Reaktion gehandelt hat. Falls eine erneute Kehrtwende nicht durchsetzbar ist, wird Ihr Protest uns bei unseren Forderungen unterstützen, die negativen Folgen bei den betroffenen Kolleginnen und Kollegen zu vermeiden oder abzumildern. Der Hauptpersonalrat hat dazu bereits Kontakt mit dem Kultusministerium aufgenommen und klare Entlastungsregelungen eingefordert. Ich selbst werde bei einem Treffen mit dem Kultusminister ebenfalls auf dieses Thema zu sprechen kommen und für die Betroffenen eintreten.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Grundlage für eine sorgfältige und gewissenhafte Bewältigung der hoheitlichen Aufgabe Abiturkorrektur ist eine ausreichende Korrekturzeit. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, diese auch von seinem Dienstherrn unter Beachtung der Fürsorgepflicht und der Arbeitszeitverordnung zur Verfügung gestellt zu bekommen. Dafür machen wir uns stark.

Mit kollegialen Grüßen
Ihr

Michael Schwägerl
Erster Vorsitzender