Aus bayerischen Gymnasien

DenkT@ag 2016/17

GYMNASIUM FEUCHTWANGEN BEIM BUNDESWETTBEWERB „DENKT@AG 2016/17“ ERFOLGREICH

In einer Festveranstaltung im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin wurden die Preisträger des bundesweiten Internet-Wettbewerbs DenkT@g 2016/2017 am 26. Januar 2017 in Anwesenheit von Bundestagspräsident Professor Dr. Norbert Lammert, der auch Schirmherr des „DenkT@g“ ist, ausgezeichnet.

Als einzige Schule aus Bayern erzielte der Ethik-Kurs Q11 des Gymnasium Feuchtwangen mit ihrer Lehrerin Dr. Barbara Haas einen Anerkennungspreis für ihr Projekt
>>Grenzen im Kopf – Wie fremdenfeindlich sind wir wirklich? Am Beispiel der Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge LEA in Ellwangen<<

Ausgehend von der Friedens- und Menschenrechtsethik Albert Schweitzers, so beurteilten die Juroren, befassten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Situation der Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Ellwangen. Ihr Beitrag dokumentiert die Besuche vor Ort, die Gespräche mit den Leitern der Einrichtung und den Menschen, die dort leben. Sie fragen nach den Wünschen der Betroffenen und setzen sich kritisch mit deren Erfahrungen von Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung auseinander. Dabei scheuen die Schüler auch nicht die schwierige Frage, die Auslöser für die Flüchtlingskrise zu benennen und aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zu betrachten. Auch das Bemühen um eine eigene kritische Selbstreflektion kommt keineswegs zu kurz. Einen großen Pluspunkt sieht die Jury in der kreativen Ausarbeitung in Form eines bemerkenswerten Musikvideos, welches zwar nachdenklich stimmt, aber auch großen Unterhaltungswert besitzt. Es zeugt von einem Wunsch, den die Flüchtlinge mit den Schülern gemeinsam haben: den nach einem friedlichen Miteinander.

Der Denkt@g-Wettbewerb der Konrad-Adenauer-Stiftung gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus findet alle zwei Jahre statt.

http://www.denktag.de/2016grenzenimkopf/unserprojekt/

http://www.denktag.de/2016grenzenimkopf/unserprojekt/

Nationales Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC:

PROJEKT DES OTTO-HAHN-GYMNASIUMS MARKTREDWITZ AUSGEZEICHNET

300 Schulleiterinnen und Schulleiter trafen sich im Friedrich-König-Gymnasium Würzburg zur Schulleitertagung 2015

Im Rahmen der MINT-EC Schulleitertagung 2015 vom 13. bis 14. November am Friedrich-König-Gymnasium in Würzburg wurden 38 neue Schulen in das nationale Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC aufgenommen und die Preisträger des Dr. Hans Riedel Schulwettbewerb gekürt.
Die offizielle Aufnahme der neuen Schulen in das nationale Excellence-Netzwerk von Schulen MINT-EC erfolgte mit der Übergabe der Mitglieds- oder Anwärterurkunde durch Ministerialdirigent Walter Gremm, Bayerisches Kultusministerium, Michael Bischof, Geschäftsführer der bayme vbm vbw Geschäftsstelle Unterfranken, und Wolfang Gollub, Vorstandvorsitzender MINT-Ec.

Neben der Aufnahme der neuen MINT-EC-Schulen bot die jährliche MINT-EC-Schulleitertagung den rund 300 Teilnehmenden Gelegenheit zum bundesweiten Austausch auf Leitungsebene, außerdem ein vielfältiges Programm an Workshops zu spezifischen MINT- und Managementthemen sowie einen Bildungsmarkt mit rund 30 Ausstellern aus Wirtschaft und Wissenschaft.

Im Rahmen der Schulleitertagung erfolgte auch die Wahl des Vorstands. Einstimmig wiedergewählt wurde Wolfgang Gollub vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall für weitere drei Jahre als Vorstandvorsitzender von MINT-EC e. V., ebenso der Stellvertreter Jörg Matern und vier weitere Vorstandsmitglieder.

Von links: StR Johannes Wällisch (Projektleiter), OStDin Gertraud Nickl, Prof. Ingeborg Henzler von der Dr. Hans Riegel-Stiftung

Für die Vertreter des Otto-Hahn-Gymnasiums Marktredwitz, OStDin Gertraud Nickl und StR Johannes Wällisch, wurde es am zweiten Tag besonders spannend, hatte es die Schule doch unter die fünf innovativsten Projektideen zum Thema „Mobilität und Schule“ des nationalen Schulwettbewerbs „Schule schafft Zukunft“ von MINT-EC und Dr. Hans Riegel-Stiftung geschafft. Das diesjährige Wettbewerbsthema lautete „Mobilität und Schule“. Das Otto-Hahn-Gymnasium hatte sich mit seinem Projekt „Zurück in die Zukunft - mit der Innovationskraft der Vergangenheit die aktuellen Mobilitätsfragen lösen“ beworben. Johannes Wällisch präsentierte sein Projekt am ersten Tag so erfolgreich, dass es sowohl die Fachjury, bestehend aus Vertretern aus Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft, sowie das Plenum der MINT-EC-Schulleitertagung 2015 als eines der drei besten Projekte mit einem Preisgeld von 7.000 Euro für die Umsetzung auszeichnete.

„Dies ist für unser gesamtes Team Ansporn und Herausforderung. Wir werden unser Bestes geben und bei der Schulleitertagung 2016 ein tolles Projekt präsentieren“, sagte der erfolgreiche Projektleiter Johannes Wällisch freudestrahlend.

MINT-EC – Das nationale Excellence-Schulnetzwerk

MINT_EC ist das nationale Excellence-Netzwerk von Schulen mit Sekundarstufe II und ausgeprägtem Profil in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Es wurde im Jahr 2000 von den Arbeitgebern gegründet und arbeitet eng mit deren regionalen Bildungsinitiativen zusammen. MINT-EC bietet ein breites Veranstaltungs- und Förderangebot für Schülerinnen und Schüler sowie Fortbildungen und fachlichen Austausch für Lehrkräfte und Schulleitungen. Das Netzwerk mit derzeit 247 zertifizierten Schulen mit rund 270.000 Schülerinnen und Schülern sowie 21.000 Lehrkräften steht seit 2009 unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK).

Johannes Wällisch

Daumen hoch für den Bayerischen Meistertitel

Daumen hoch für den Bayerischen Meistertitel

hintere Reihe v. li.: Stefanie Bernhard, Ronja Brix, Vanessa Eppig, Hannah Stenger, Nina Fuchs und Anja Ühlein Vordere Reihe v. li.: Michelle Völker, Maike Becker, Cosima Heidemann und Eva Hugo

Ein großer Wurf:
HSG-Mädchen sind Bayerischer Meister im Judo

Bereits seit einigen Jahren bewähren sich die Mädchen des Hermann-Staudinger-Gymnasiums bei den Wettkämpfen „Jugend trainiert für Olympia“ in der Sportart Judo. Unter der Leitung von Anja Ühlein starteten die Erlenbacher vor sechs Jahren erstmalig mit einer Jungenmannschaft (2. Platz im Bezirk Miltenberg), so waren es im darauf folgenden Jahr gleich zwei Mannschaften, die die Farben des HSG in beiden Altersklassen (3. Bayerischer Meister bei den älteren Jungen) vertraten. 2013 konnten erstmalig alle vier Wettkampfklassen (zwei männlich und zwei weiblich) mit Mannschaften besetzt werden. „Es zeigt sich, dass Judo einen hohen Stellenwert besitzt und nicht nur die Handballmannschaften eine Hochburg bilden“, betont Anja Ühlein. „Umso erstaunlicher ist dies, wenn man bedenkt, dass das HSG eine wesentlich geringere Anzahl an Schülerinnen hat, als z.B. andere Schulen im Umkreis.

In diesem Schuljahr hatten die Jungenmannschaften Pech, da die Gewichtsklassen zum Teil nicht oder nur mit wesentlich leichteren und unerfahrenen Kämpfern besetzt werden konnten. So unterlagen die HSG-Jungen den Kämpfern des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums im Bezirksfinale und erreichten jeweils den 2. Platz. Damit verpassten sie die Teilnahme am Landesfinale in München.

Die Wettkampfklasse der Mädchen (Jahrgang 1998 - 2001) errangen dieses Jahr kampflos den Bezirkstitel und bereiteten sich sorgfältig auf das Landesfinale vor.

Diese Chance nach München zu fahren, ließen sich alle acht startberechtigten Schülerinnen nicht nehmen und so trainierten auch diejenigen, die nicht im Verein trainieren und kämpfen, im Rahmen der Sportarbeitsgemeinschaft fleißig. „Die Mädchen legten sich sehr ins Zeug und ihr Lohn war dann der Sieg gegen das wesentlich höher graduierte und stärker besetzte Team aus Hof“, wie Stefanie Bernhardt, Sportlehrerin am HSG, hervorhob – mit einem kampflosen Sieg von Cosima Heidemann, zwei Niederlagen gegen Bayernkaderkämpferinnen von Vanessa Eppig und Ronja Brix, lag es in der Hand von Hannah Stenger, in der Gewichtsklasse bis 63 kg die Chance für das HSG-Team zu wahren. Trotz technischer Unterlegenheit und ohne Kampferfahrung schaffte sie es, einen Wertungsrückstand aufzuholen und die Gegnerin in einen Haltegriff zu zwingen, aus dem diese nicht mehr entkommen konnte. So hieß es Gleichstand und es ging in den entscheidenden Kampf: Eva Hugo, die in die Gewichtsklasse +63 kg hochgesetzt wurde, trat auf der Matte gegen ihre Gegnerin an. Sie kontrollierte ihre Gegnerin aber routiniert, riskierte nichts und konnte mit einer sauberen Innensichel die Hoferin vorzeitig mit vollem Punkt werfen. „Da war mir klar, dass dies der Sieg bedeuten musste“, wie sie sich daran erinnerte.

Mit diesem kleinen Wurf gelang der der große Wurf für das HSG-Team der Mädchen: Der erste Sieg im Landesfinale Judo, „und dies ausgerechnet für eine Mädchenmannschaft“, wie Anja Ühlein stolz erzählte, „und das, obwohl alle denken, das HSG wäre eine Jungsschule“, wie Hannah Stenger grinsend ergänzte.

Die Mannschaft des HSG bestand aus Maike Becker, Cosima Heidemann, Vanessa Eppig, Nina Fuchs, Michelle Völker, Ronja Brix, Hannah Stenger und Eva Hugo. Als Betreuerin war Stefanie Bernhard an der Seite von Trainerin Anja Ühlein dabei.

Dirk Simon

Verständigung ganz ohne Sprache

Flüchtlinge und Gymnasiasten kommen spielerisch in Kontakt

„Theater super – machen viele Spaß!“, so fasste ein Asylbewerber einen besonderen Workshop zusammen, der vor kurzem am Dominicus-von-Linprun-Gymnasium in Viechtach stattgefunden hat. Schüler und Flüchtlinge spielten dabei eineinhalb Tage gemeinsam Theater und lernten sich so auf ganz spielerische Art und Weise kennen.

Die Idee dazu entstand im Anschluss an ein Sozialkundeprojekt zur Flüchtlingsthematik, mit dem eine Delegation der Klasse 10a zur Lernstatt Demokratie 2015 nach Jena eingeladen ist. Die Schüler hatten dabei bereits einige Asylbewerber aus dem Landkreis Regen kennen gelernt und Flüchtlingsheime besucht. Eine Gruppe von Schülern wollte diese Erfahrung gerne vertiefen und schlugen vor einen Theaterworkshop zu organisieren. StD Christoph Heiduk und StRin Bettina Wensauer leiteten den Kurs, an dem zehn Asylbewerber im Alter von acht bis zweiunddreißig Jahren und elf Schülerinnen und Schüler teilnahmen.

Insbesondere sechs jugendliche Flüchtlinge, die erst seit wenigen Wochen in Deutschland sind, konnten nur wenige Worte Deutsch und kein Englisch, weswegen die Sprache als Verständigungsmittel nicht zur Verfügung stand. Bewusst wurde auf einen Übersetzer verzichtet, im Workshop sollte vielmehr erfahren werden, wie Verständigung auf andere Arten gelingen kann. Mit Spielen aus dem Improvisationstheater, die intuitiv funktionieren, war die erste Scheu schnell überwunden. Dass man einander sogar blind verstehen kann, zeigte sich, als sich die deutschen Schüler mit verbundenen Augen der Führung der Gäste überließen. Auch der Ausdruck von Emotionen mit Hilfe von Gestik und Mimik brauchte keinen Text, um wirkungsvoll und verständlich zu sein. Spiele zur Teambildung trugen ebenso zur guten Stimmung bei wie das gemeinsame Pizzabacken in der Mittagspause.

Die Schüler fungierten im Laufe des Wochenendes immer wieder selbst als Spielleiter und erkundeten die Möglichkeiten, wie man sich ohne Sprache verständigen kann. Anstatt umständlich Regeln zu erklären, machten sie die Übungen den Gästen kurzerhand vor und nutzen die Körpersprache als gemeinsame Sprache. Als besonders lustig erwies sich die Arbeit an kleinen Szenen: Alle Teilnehmer durften sich aus einem bunten Sammelsurium Requisiten aussuchen und damit in Kleingruppen kurze Spielszenen entwickeln. Weil ohne Text gespielt wurde, bemühten sich alle zur Erheiterung der Zuschauer um besonders ausdrucksstarkes Mienenspiel und große Gesten. Szenerien wie eine Autofahrt oder der Termin beim Familienfotografen waren für Mitspieler wie Zuschauer leicht zu deuten. Dass man sogar richtige Geschichten erzählen kann, ohne ein Wort zu sprechen, fanden viele Teilnehmer faszinierend. Ausdrucksstarke Fotos entstanden beim Bauen von Standbildern, die entweder von einer Vorlage inspiriert waren oder sich spontan entwickelten. Am Samstag wuchs die Gruppe sogar noch um einige Teilnehmer, als am Nachmittag drei Asylbewerber zum Zuschauen kamen. Auch sie wurden selbstverständlich mit Requisiten ausgestattet und standen zum großen Finale auf der Bühne.

„Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so viel gelacht habe.“ resümierte Endurance Enoma aus Nigeria am Ende des Kurses und berührte damit die Anwesenden. Aber nicht nur die strahlenden Gesichter der Flüchtlinge auch die positiven Rückmeldung der Schüler bestätigen, dass Integration ganz spielerisch gelingen kann.

Bettina Wensauer

Politikplanspiel am HSG

Die Profis und ihre Nachfolger?

(v.li.n.re.): Berthold Rüth, Lina Brauer, Annika Reis, Hans Jürgen Fahn, Marvin Kempf, Martina Fehlner, David Ruppert, Sarah Seitz, Thomas Mütze.

Erlenbach
Aus dem Klassenzimmer die Geschicke des Landtages lenken

Am Hermann-Staudinger-Gymnasium in Erlenbach am Main organisierten der pädagogische Dienst des Bayerischen Landtages, die Forschungsgruppe „Jugend und Europa“ und die Fachschaft Sozialkunde für die Klassen 9c und 9d, die ab diesem Jahr den sozialwissenschaftlichen Zweig gewählt haben, das Planspiel „Wir sind der Landtag“.

„Hiermit ist die konstituierende Sitzung des bayerischen Landtags eröffnet“ - mit diesen Worten leitet die Landtagspräsidentin Ulrike Schäfer (im wirklichen Leben Annika Reis aus der Klasse 9c) die Plenarsitzung ein. Was ist geschehen? Der Plenarsaal des bayerischen Landtages im Maximilaneum wird kurzerhand aus der Landeshauptstadt über den Weißwurst-Äquator an den Untermain ins beschauliche Erlenbach am Main – genauer gesagt – in Raum 214 verlegt. Wo sonst Schulaufgaben geschrieben werden, agieren nun die aufstrebenden Landespolitiker der Klassen 9c und 9d. Jeder Schüler erhält eine Mappe mit einer ausführlichen Biographie, einen Aufkleber, auf dessen Fläche der Name des ausgedachten Abgeordnetennamens steht. So mancher der Neu-Abgeordneten steckt ein wenig Lokalkolorit in seinen Namen, so führt beispielsweise die CSU einen gewissen Johannes Schlappeseppl in ihrer Abgeordnetenliste auf, passend zum Beruf „Bierbrauer“.

Nach der konstituierenden Sitzung, die zu Beginn von dem ältesten Parlamentarier (Benjamin Hoffmann) geleitet wurde und mit der Wahl des Landtagspräsidenten (Annika Reis) endet, beginnt die Arbeit.

Auf der Tagesordnung steht ein Gesetzesentwurf der CSU zum Verbraucherschutz. Soll ein Ampelsystem im Gaststättengewerbe eingeführt werden? Wie hoch bemisst sich das Strafmaß für Firmen, die Lebensmittel falsch deklarieren? Die Fraktionen sind nun aufgefordert, Anträge zu schreiben, an Positionen zu feilen, in den Fraktionssitzungen gemeinsam zu überlegen, welche Strategie die beste wäre, in den Ausschusssitzungen wird gestritten und gerungen, um dann im Plenum noch einmal die Position darzulegen und weiter auf Stimmen zu hoffen. „Man merkt schnell, dass eine große Fraktion zu einer gewissen Trägheit führt, während kleine Fraktionen fit und dynamischer sind und sich um mehrere Dinge gleichzeitig kümmern müssen, eine spannende Beobachtung“, fasste David Hohm, Sozialkundelehrer am HSG, seinen Rundgang durch die vier Fraktionssitzungen zusammen, die jeweils in einem anderen Raum tagen. Man kann ein wenig Mitleid mit Lina Brauer, Schülerin der Klasse 9c, haben, die als CSU-Fraktionsvorsitzende sich abmüht, ihre Abgeordneten zu neuen Ideen zu bewegen und eine Diskussion in Gang zu bringen. Ähnlich äußern sich die Fraktionsvorsitzenden der anderen Parteien: Sarah Seitz (Grüne), Marvin Kempf (FW) und David Ruppert (SPD).

„Schülerorientierter und lebensnaher kann Sozialkundeunterricht nicht sein“, pflichtet Friederike Schindhelm, Sozialkundelehrerin am HSG, bei. Nach der Besprechung in Fraktionssitzungen versuchen die Abgeordneten vor der Plenarsitzung, Mehrheiten für ihren Gesetzesentwurf zu organisieren, ein ständiger fliegender Wechsel findet zwischen den Fraktionsräumen statt. In leidenschaftlichen Reden arbeiten sich beim Schlussplenum die Fraktionsvorsitzenden aneinander und an ihren Gesetzesentwürfen ab. Die Grünen erinnern an die von den Kindern geliehene Welt, die Freien Wähler wollen mit Augenmaß handeln, die SPD unbedingt die Ampel einführen und die CSU bemüht sich um einen datenschutzrechtlichen Umgang mit den Kontrollen.

Schließlich kann im Sinne der Demokratie ein Kompromiss gefunden werden, keine Maximalforderung kommt durch, ein goldener Mittelweg markiert die Lösung bei den Entscheidungen, „sehr nahe an der Realität war die Verabschiedung der Gesetze“, wie Simon Kirnberger, einer der drei Organisatoren des Planspiels, den Vergleich zieht.

Beim Schlussplenum sind die echten Profis mit von der Partie, die zu diesem Planspiel eingeladen waren: Vier Mitglieder des Landtags schauen den Schülern bei ihrer Arbeit über die Schulter. Die MdL Berthold Rüth (CSU), Martina Fehlner (SPD), Hans Jürgen Fahn (FW) und Thomas MÜtze (B'90/Die Grünen) stehen den Schülern mit Rat und Tat zur Seite und geben gegen Ende der Veranstaltung den Schülern einen Einblick in ihre Arbeit.

Um eine Erfahrung reicher, wechseln die Nachwuchs-Politiker wieder in die bekannte Rolle des Schülers, aus dem „Sie" wurde wieder „Du" und der Landtag zieht wieder an die Isar. Die Abgeordneten beantworten ausgiebig Fragen von TTIP, über die Flüchtlingsproblematik auf dem Mittelmeer bis hin zur Versetzungspflicht bei Schulfächern, eine breite Palette an Themen, die die Schüler interessieren.

Dirk Simon