Auszüge aus den Wahlprogrammen

Auszüge aus den Wahlprogrammen hinsichtlich bildungs- und berufspolitischer Inhalte

Die Ausschnitte aus den Wahlprogrammen der oben genannten Parteien wurden unverändert übernommen. Die Auswahl der Themenschwerpunkte ist subjektiv und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ebenso wenig die zitierten Inhalte der einzelnen Wahlprogramme. Für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der ausgewählten Inhalte wird keine Gewähr übernommen. Die Inhalte stellen nicht die Meinung des Bayerischen Philologenverbands dar.

Für die Ansicht der Inhalte klicken Sie bitte auf die Namen der jeweiligen Parteien. Die Reihenfolge der Parteien setzt sich wie folgt zusammen: Aktuell im bayerischen Landtag vertretene Parteien nach Sitzen – im Anschluss aktuell im Bundestag vertretene Parteien nach Sitzen. In Klammern sind Seitenangaben zu den jeweiligen Wahlprogrammen angegeben.

 

Gymnasium und gegliedertes Schulsystem

Wir lassen uns nicht von unserem bayerischen Erfolgsweg abbringen, denn wir wollen nicht, dass Bildungsstandards in Berlin festgelegt werden. Daher halten wir an unserem durchlässigen differenzierten Schulsystem fest (…).
(S. 2)

Erfolgreiche Integration beginnt bei uns schon bei den Jüngsten mit kultureller Bildung und Werteerziehung. Kinder von Zuwanderern ohne ausreichende Sprachkentnnisse übernehmen wir nicht zu früh in den Regelunterricht. Dadurch wollen wir verhindern, dass sich die Bildungschancen unserer einheimischen Kinder verringern. Aus den bisherigen Übergangsklassen werden daher 600 Deutschklassen für den ganzen Tag. Neben intensiver Sprachförderung gibt es Wertekundeunterricht für Kinder von Zuwanderern.
(S. 3)

Wir wollen Schule neu denken und ein Schulsystem, in dem Leistung gefördert und Chancenvielfalt ermöglicht wird. Bildungsgerechtigkeit zu verwirklichen heißt Bildungserfolg unabhängig von Herkunft, finanziellem Hintergrund und Bildungsstatus der Eltern zu garantieren.
(S. 19)

Mit dem Angebot von Gemeinschaftsschulen nehmen wir den Druck aus den Grundschulen und sorgen für mehr Chancengleichheit. Bis zur Umsetzung der Gemeinschaftsschule soll die Entscheidung über die Schullaufbahn nach der 4. Klasse in die Hände von Eltern und Lehrern gemeinsam gehen. Für eine Schule, die längeres gemeinsames Lernen ohne Aussieben der Schwächeren und die gemeinsame Teilhabe von Kindern mit und ohne Handicaps ermöglicht, brauchen wir neue Lehrer*innenbildung (…).
(S. 19)

In den Schulen wollen wir die Angebote ausbauen, um das schnelle Erlernen der deutschen Sprache und eine Eingliederung in das reguläre Schulsystem zu ermöglichen.
(S. 30)

Das wollen wir für Sie erreichen: [u.a.]
- Dreigliedriges Schulsystem beibehalten
- Durchlässigkeit des Bildungssystems verbessern
(S. 18)

Die Wahl für eine weiterführende Schule treffen Eltern nach eingehender Beratung durch die Grundschullehrkräfte. Die weiterführenden Schulen müssen diesem Anspruch gerecht werden und eine stärkenorientierte, individuelle Förderung zulassen, damit möglichst alle Schüler*innen ihre persönliche Schullaufbahn erfolgreich abschließen können. Wir werden die Bildungslandschaft modernisieren mit einer Öffnung des Schulgesetzes, um eine längere gemeinsame Schulzeit zu ermöglichen. Dabei werden wir die Einführung von Gemeinschaftsschulen, die auf die speziellen Bedürfnisse der Kinder eingehen können, vorantreiben. Insbesondere die Schüler*innen an Mittelschulen müssen gestärkt werden, damit auch ihre Leistung die Anerkennung findet, die sie brauchen, um ihren Weg in das Berufsleben selbstbewusst gehen zu können.
(S. 38)

Wir halten im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention Kurs in Richtung eines inklusiven Schulsystems, das niemanden ausschließt und allen in ihren Besonderheiten gerecht wird. Für die schulische Inklusion in der Sprengelschule wollen wir das Personal aufstocken.
(S. 39)

Für uns sind Schulen in freier Trägerschaft (wie z.B. Waldorf, Montessori oder freie demokratische Schulen) als Initiativen von Eltern und Lehrkräften wichtig, sie bereichern die Schullandschaft und geben wichtige pädagogische Impulse für das staatliche Schulsystem. Deshalb werden wir eine bessere und faire Finanzierung durchsetzen.
(S. 39)

Um Bayern weiterhin seine Stellung als hervorragender Wirtschafts- und Forschungsstandort zu erhalten, ist es notwendig, Schüler entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten zu fördern. Jegliche Förderung muss entsprechend der Bereitschaft und Motivation des Betroffenen erfolgen. Dies kann nur durch ein mehrgliedriges Schulsystem ermöglicht werden. Dabei ist das Leistungsprinzip mit klar erkennbaren Lerninhalten wieder in den Vordergrund zu rücken, eine bloße Vermittlung von Kompetenzen reicht nicht aus.
(S. 45)

Die AfD Bayern tritt für ein viergliedriges Schulsystem ein. Dies besteht neben der Grundschule aus der Mittelschule (früher: Hauptschule), der Realschule, dem Gymnasium und der Förderschule. Trotz der sehr begrüßenswerten Durchlässigkeit des bayerischen Bildungssystems zwischen den Schultypen ist bei einem Wechsel der Schulform stets auf das Leistungsprinzip als wesentliche Voraussetzung zu achten. Daher setzt sich die AfD Bayern dafür ein, den Übertritt an Realschulen und Gymnasien an Leistungsprinzipien auszurichten und neu zu regeln: Als wesentliches Kriterium für die Übertrittsmöglichkeit sollen daher bayernweit einheitliche Prüfungen erfolgen.
(S. 49)

Beim Übertritt an eine weiterführende Schule gilt für uns Freie Demokraten weiter das Leistungsprinzip, die entsprechenden Schulnoten sowie das allgemeine Lernverhalten. Außerdem wollen wir das Bildungssystem generell so durchlässig gestalten, dass auch noch nach der vierten Klasse ein Wechsel der Schulform leicht möglich ist. Bei den Beratungsgesprächen zum Übertritt legen wir Wert darauf, dass auch Angebote wie der Weg zum Abitur über die Fachoberschulen prominent vertreten sind.
(S. 18)

Wir Freie Demokraten wollen das qualitativ hochwertige bayerische Förderschulsystem erhalten und darüber hinaus KiTas und allgemeinbildende Schulen unterstützen, die Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf unterrichten.
(S. 18)

Individuelles Lernen durch das mehrgliedrige Schulsystem

Im Mittelpunkt liberaler Schulpolitik stehen die Schülerinnen und Schüler mit ihren individuellen Stärken und Schwächen. Ihre Interessen und Begabungen wollen wir gezielt fördern und es ihnen ermöglichen, die Chancen einer vielfältigen Bildungslandschaft für eine selbstbestimmte Zukunft zu nutzen. Damit jedes Kind optimal gefördert werden kann, befürworten wir daher ein mehrgliedriges Schulsystem, das durch private und internationale Schulen ergänzt wird. Gerade im ländlichen Raum befürworten wir aber auch Kooperationslösungen, die ein wohnortnahes Angebot ermöglichen.

Wir Freie Demokraten wollen, dass niemand die Schule ohne Abschluss verlässt. Um jedem Schüler zu einem Schulabschluss zu verhelfen, wollen wir das Schulsystem umgestalten. Die verschiedenen Schulformen müssen durchlässig sein, damit jeder Schüler gemäß seiner Fähigkeit und Talente individuell gefördert wird. Für Schüler, die sich nach dem Ende der Regelschulzeit als „nicht ausbildungsfähig“ erweisen, wollen wir eine Nachqualifizierung forcieren.
(S. 19)

Gymnasium
Wir Freie Demokraten wollen bei der bereits beschlossenen Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) darauf achten, dass daraus ein echter Mehrwert für die Schüler entsteht. Bestehende G8- Jahrgänge dürfen nicht unter der Umstellung leiden. Für Schüler und Eltern ist es von besonderer Wichtigkeit, dass in der Mittelstufe Zeit zum Üben des Gelernten vorgesehen wird. Außerdem soll Schülern Zeit und Raum gegeben werden, ihre individuellen Talente in dafür eingerichteten Laboratorien selbst experimentell ausprobieren und entwickeln zu können. Dazu können die Schulen Schwerpunkteinrichtungen eröffnen (z.B. Science oder Future Labs), die zur Schulprofilbildung beitragen. Wir wollen den Schulen die Freiheit geben, auf diese Art eigenverantwortlich ein eigenes Profil zu entwickeln. Diese neue Flexibilität soll an Stelle der bisherigen, starren Ausbildungsrichtlinien des Gymnasiums treten, die zum Beispiel auf sprachliche, naturwissenschaftlich-technologische oder musische Schwerpunkte festgelegt sind. Diese Flexibilität soll bei den jungen Menschen eine neue Begeisterung für die Verwirklichung und Fortentwicklung des eigenen Talents über den Lehrplan hinaus wecken.
Das neue neunjährige Gymnasium muss ein besonderes Augenmerk auf die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen legen. Wir wollen, dass die Schüler neben der fachlichen Bildung auch Zeit für die Weiterentwicklung von Sozialkompetenzen erhalten. Auch Demokratiebildung spielt hierbei eine wichtige Rolle. Dazu gehört das Ziel, Sozialkunde als eigenständiges Fach anzubieten, in dem auch die Abiturprüfung abgelegt werden kann.
Darüber hinaus wollen wir insbesondere in der Oberstufe den Schülern wieder mehr Wahlfreiheit gewähren. Unser Ziel ist ein Kurssystem, bei dem über Grund- und Leistungskurse eine individuelle Schwerpunktbildung möglich ist und das die Studierfähigkeit weiter stärkt. Leistungskurse werden von den Lehrkräften zur freien Wahl des Schülers ausgeschrieben. Für besonders leistungsbereite Schüler muss die angedachte Möglichkeit, die elfte Klasse zu überspringen (G8-Option), ernsthaft aufgebaut und begleitet werden. Generell soll das Gymnasium auch bilinguale Unterrichtsangebote machen.
Das Gymnasium soll Schüler auch auf Ausbildungsberufe vorbereiten und interessieren. Hierzu gehören auch vertiefende Praktika zur beruflichen Bildung und Orientierung. Das Projektseminar wollen wir im G9 vollständig erhalten. Wir Freie Demokraten sehen auch in der politechnischen Ausbildung am Gymnasium einen Weg, Abitur und Berufsausbildung zu vereinen. Diese Kombination soll im Rahmen der Profilbildung in der eigenverantwortlichen Schule nach den Bedürfnissen und Möglichkeiten vor Ort angeboten werden. Am Ende dieses Zweiges stehen sowohl das Abitur als auch eine abgeschlossene Ausbildung.

Fach- und Berufsoberschulen
Wir Freie Demokraten stehen zu den Fachoberschulen und Berufsoberschulen, die sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt haben. Sie sind wichtige Einrichtungen der beruflichen Bildung und garantieren die Durchlässigkeit unseres Bildungssystems. Bereits jetzt werden etwa vierzig Prozent aller Hochschulzugangsberechtigungen in Bayern an diesen Schulen erworben. Wir fordern die vollständige Beseitigung der personellen Unterbesetzung, die an vielen Fachoberschulen und Berufsoberschulen nach wie herrscht.
(S. 21)

DIE LINKE steht für: [u.a.]
- die Überwindung des vielgliedrigen Schulsystems durch „eine Schule für alle“ als flächendeckendes Ganztagsangebot.
(S. 39)

Nirgends ist das Bildungssystem sozial selektiver als in Bayern, in keinem anderen Bundesland werden Bildungschancen so stark vererbt. Selbst von den Kindern, die es auf das Gymnasium schaffen, erreichen nur zwei Drittel das Abitur. Die bayerische LINKE setzt auf eine zehnjährige gemeinsame Schule für alle. Alle Kinder und Jugendliche – insbesondere aus finanziell benachteiligten Familien und Kinder mit Migrationshintergrund – müssen umfassend Zugang zu höherer Bildung erhalten.
(S. 36f.)

„Eine Schule für alle“ beschreibt Wege zu einer gemeinsamen Schule für alle Kinder, unabhängig von sozialer, kultureller oder ethnischer Herkunft, unabhängig von Alter und Geschlecht, unabhängig von der Religionszugehörigkeit und unabhängig von Behinderungen. Diese Schule ist von einer Lehr- und Lernkultur gekennzeichnet, in der gegenseitige Achtung und Akzeptanz wie auch das Lernen mit- und voneinander selbstverständlich sind. Sie fördert kollektives und regt individuelles Lernen an. Sie vermittelt den Umgang mit Verschiedenheit und somit interkulturelle Kompetenz; sie sensibilisiert für Geschlechtergerechtigkeit. Dadurch wird ermöglicht, dass alle Schülerinnen und Schüler erfolgreich einen Schulabschluss erreichen können.
(S. 36f.)

Das wollen wir ändern: [u.a.]
- Wir wollen ein bayerisches Bildungsprogramm für alle Bildungsbereiche und Altersstufen (2-Lehrer-Prinzip) ohne Sondereinrichtungen.
(S. 21)

(…) Die finanzielle Benachteiligung vieler Berufs- und Fachoberschulen im Vergleich zu Gymnasien gehört beendet.
(S. 41)

Digitalisierung an Schulen

Wir lassen uns nicht von unserem bayerischen Erfolgsweg abbringen, denn wir wollen nicht, dass Bildungsstandards in Berlin festgelegt werden. Daher halten wir an unserem durchlässigen differenzierten Schulsystem fest und bringen die Digitalisierung in die Schulen. Dafür erhöhen wir die bisherige Förderung, damit 50.000 digitale Klassenzimmer entstehen.
(S. 2)

Wir sagen: Gute Arbeit ist machbar durch [u.a.]
- Bildung für die digitale Kompetenz unserer Kinder in Schulen, in denen das mit guter personeller und sachlicher Ausstattung vermittelt wird
(S. 6)

Weitere Stellen schaffen wir (…) zu Betreuung der IT-Infrastruktur.
(S. 19)

Aufgabe sozialdemokratischer Bildungspolitik ist es, allen Menschen das notwendige Werkzeug an die Hand zu geben, um in einer digitalisierten und automatisierten Arbeitswelt und Gesellschaft zurechtzukommen. Digitale Kompetenzen müssen in die Lehrpläne der Schulen integriert werden. Dazu gehören sowohl Grundkenntnisse der Programmiersprachen und Funktionsweise von Algorithmen, wie auch die Fähigkeit zur kritischen Reflexion des eigenen Umgangs mit digitalen Endgeräten und eine Sensibilisierung für Privatsphäre und Datenschutz sowie ein hohes Maß an Medienkompetenz. Deshalb ist auch das Handyverbot an Schulen nicht zeitgemäß und muss abgeschafft werden. Art und Umfang der Handynutzung wird von der Schulfamilie vor Ort entschieden. Für den schulischen digitalen Methodenmix müssen die Bedingungen geändert werden: Jede Schule muss Bildung 4.0 anbieten können. Dafür benötigt sie nicht nur entsprechende Hardware, sondern auch EDV Personal, das die Geräte und die Software betreut. Die Lehramtsausbildung für alle Schularten werden wir durch ein Fach „technical education“ ergänzen.
(S. 20)

Die nächste große Herausforderung in der Bildungspolitik ist die Digitalisierung. Hier haben wir mit #BildungDigital eine umfangreiche Strategie für unsere Kinder und Jugendlichen entwickelt.
(S. 18)

Das wollen wir für Sie erreichen: [u.a.]
- Digitale Bildung von der Grundschule bis ins Studium
(S. 18)

#BildungDigital
Unsere Kinder werden im digitalen Zeitalter leben. Dazu muss unser Nachwuchs den Umgang mit Technik ebenso erlernen wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Digitale Fertigkeiten und Medienkompetenz sind heute schon die Voraussetzungen für gesellschaftliche Teilhabe und Beschäftigungsfähigkeit. Unseren Schulen und Hochschulen kommt eine besondere Rolle bei der Vermittlung eines verantwortungsvollen Umgangs mit den digitalen Medien zu. Wir wollen mehr in die Medien- und IT-Ausbildung an unseren Bildungsreinrichtungen investieren. Unsere Strategie #BildungDigital liefert Antworten auf Fragen zur Ausstattung unserer Schulen und Hochschulen sowie zur Aus- und Weiterbildung für die Lehrenden.
Das wollen wir für Sie erreichen:
- Digitale Bildung als verpflichtender Bestandteil der Lehrerbildung
- Digitale Lernformate in Schulen und Hochschulen nachhaltig etablieren
- Verpflichtender Unterricht von Informations- und Kommunikationstechnologie an weiterführenden Schulen
- Förderprogramm für die IT-Ausstattung: Mehr Whiteboards und Tablets in Klassenzimmern
- Glasfaserinternet für alle Schulen und Hochschulen
- Digitale Berufsausbildung ausbauen
- Digitale Weiterbildungsstrategie für das lebenslange Lernen
- Studien- und Prüfungskonzepte für die Anforderungen des digitalen Arbeitsmarktes optimieren
- Offene Online-Hochschulkurse für alle bayerischen Bürger
(S. 19)

Wir wollen die jungen Leute gut auf das digitale Zeitalter vorbereiten. Sie sollen souverän und verantwortungsvoll mit digitalen Medien umgehen können und Informationen einordnen und bewerten können. Dafür wollen wir die Lehrkräfte mit Fortbildungsangeboten vorbereiten. Die Schulen erhalten eine zeitgemäße, digitale Ausstattung. Dazu gehört auch Fachpersonal für die Wartung und Betreuung dieser Ausstattung.
(S. 37)

Die Grundlagen für ein freies und sicheres Leben in der digitalen Welt legen wir durch Bildung und Weiterbildung für alle. Kinder werden wir optimal auf die digitale Gesellschaft vorbereiten und Schulen mit zeitgemäßer Hardware, schnellem Internet und IT-Personal ausstatten. Mit einem Pflichtfach Digitalkunde an allen bayerischen Schulen lernen Schüler*innen sowohl technische Grundlagen als auch Medienkompetenz und die Fähigkeit, ihre Spuren und Profile im Netz zu organisieren.
(S. 56)

Digitalkunde für alle
Wir lernen nicht für die Schule, sondern für das Leben. Und wenn sich das Leben ändert, kann die Schule nicht bleiben, wie sie ist. Die digitale Welt muss deshalb endlich an den Schulen Einzug halten. Nicht nur mit Tablets und Glasfaser, sondern auch mit neuen Unterrichtsformen und neuen Inhalten. Wie ich Fakten von Fake News unterscheide, wie die Mechanismen sozialer Netzwerke funktionieren, wie ich mich gegen Cyber-Mobbing wehre, wie ich mich sicher im Netz bewege, welche Möglichkeiten und welche Gefahren dort auf mich warten – all das muss Thema im Schulunterricht werden. Sich im Netz zu bewegen ist wie Lesen, Schreiben, Rechnen. Deshalb wollen wir Medienkompetenz ab der ersten Klasse vermitteln und ein Fach Digitalkunde in allen Schularten einführen. Damit alle digital kompetent werden!
(S. 63)

Die AfD äußert sich in ihrem Wahlprogramm nicht explizit zur Digitalisierung an Schulen.
Auf unsere schriftliche Anfrage hin erhielten wir folgende Antwort:

Welche Vorstellungen haben Sie bezüglich der Digitalisierung an Bayerns Schulen?“

Antwort: „Leider unterlässt es die Politik zu erklären, was Digitalisierung an Schulen und in der Gesellschaft tatsächlich bedeuten soll. Zunächst müssen die Rahmenbedingungen für eine sog. Digitalisierung geschaffen werden, d.h. die Ausstattung der Schulen muss entsprechend verbessert werden, Konzepte zur Weiterentwicklung des Unterrichtsfaches Informatik oder Einführung eines entsprechenden Faches vorbereiten. Die sog. Digitalisierung darf jedoch nicht zum schrittweisen Ersatz der Pädagogenpersönlichkeit und zur Reduktion pädagogisch-sozialer Beziehungen führen.“

Digitale Ausstattung für alle Schüler
Der Umgang mit digitalen Medien und dem Internet ist heute eine Kernkompetenz in allen Lebensbereichen. Zentrale Aufgabe aller Bildungseinrichtungen muss es sein, Wissen und Fertigkeiten in diesem Bereich zu vermitteln. Deshalb fordern wir Freie Demokraten digitale Strukturen für alle Einrichtungen und Organisationen entlang der gesamten Bildungskette. Das betrifft nicht allein die Ausstattung, sondern auch die Methodik und die persönliche Digitalkompetenz des Fachpersonals. Daher fordern wir den flächendeckenden Einsatz von digitaler Software zum Lernen und Forschen sowie WLAN und ein entsprechend leistungsfähiges Breitbandnetz in allen Bildungseinrichtungen. Die Schulen und Hochschulen brauchen darüber hinaus eine professionelle und mit ausreichend Personal versehene Systembetreuung, die von der Planung bis zu Wartung und Reparatur die gesamte IT-Ausstattung von Schulen koordiniert. Zudem sollen an den Schulen Kreativ-Labs eingerichtet werden, die digitales Lernen ermöglichen. Die Belange des Datenschutzes müssen dabei natürlich immer gesichert sein. Für effektives Lernen ist es wichtig, dass alle Schüler mit aktueller Technik arbeiten. Um das zu erreichen, muss Bildungseinrichtungen mehr Freiheit gewährt werden: Die Schulen sollen selbst entscheiden können, ob sie einheitliche Integrationslösungen für gebräuchliche Endgeräte im Sinne eines "Bring-your-own-device"-Konzepts (BYOD) anbieten wollen, das auch Leasingkonzepte ermöglicht, oder ob sie allen Schülern in Eigenregie Geräte zur Nutzung überlassen, die aus dem Schulbudget finanziert werden -etwa durch Kooperation mit Service-Providern oder durch Public-Private-Partnership (PPP)-Modelle. Für finanzielle Härtefälle soll die Kostenübernahme durch den Freistaat möglich sein. Auch neue Lern-und Lehrmöglichkeiten müssen Einzug ins Bayerische Bildungssystem halten. Ansätze wie Gamification, die typische Merkmale von Computerspielen mit Lerninhalten verbindet, sollen dafür ebenso weiterverfolgt werden, wie etwa die Bereitstellung und Organisation von Lerninhalten durch Learning Management Systeme.
(S. 12)

Digitale Formate in der Schule
Um die digitale Schule und Berufsschule zu verwirklichen, müssen wir Lernsoftware einsetzen, die die neuen interaktive n technischen Möglichkeiten voll nutzt und aktuelle Entwicklungen im Lern - und Lehrplan berücksichtigt. Lediglich die analogen Schulbuchinhalte 1:1 ins Digitale zu übernehmen, ist nicht mehr zeitgemäß.
(S. 12)

Steter Wandel verlangt flexible Kompetenzen
Wir Freie Demokrat en wollen Schüler fit machen für die Herausforderungen der Zukunft. Über das Internet ist Wissen immer und überall verfügbar. Aufgabe der Schule ist es, Informationen zu filtern und den Schülern beizubringen, Inhalte kritisch zu bewerten und anzuwenden. Da s Erlernen von flexibel einsetzbaren, methodischen Kompetenzen gewinnt daher an Bedeutung und muss sich entsprechend in den Lehrplänen widerspiegeln. Die Fähigkeit, sich in der neuen digitalen Welt zurechtzufinden, ist elementar und geht über Medienkompete nz und Informatik hinaus. Deshalb braucht die digitale Schule gut ausgebildete Lehrer. Der Umgang mit digitalen Techniken und Methoden gehört für uns zu den Kernkompetenzen eines jeden Lehrers. Die Arbeit mit digital gestützten Lehr - und Lernplattformen muss zur Selbstverständlichkeit werden.
(S. 12f.)

Auch Digitalisierung geht nicht ohne Allgemeinbildung
Auch in Zeiten der Digitalisierung bleibt für uns Freie Demokraten eine umfassende Wertevermittlung und Allgemeinbildung - mit individuelle n Vertiefungen – ein Grundpfeiler humanistischer Bildung, der unter den neuen Herausforderungen nicht leiden darf. (…)
(S. 13)

Lehrmedien und Lerninhalte online zur Verfügung stellen
Wir Freie Demokraten fordern mehr Investitionen in digitale Lehrmedien und Lerninhalte.
(…) (S. 13)

Die LINKE steht für: [u.a.]
- die Förderung offener Lehrmaterialien (Open Educational Resources) zur freien Nutzung in Kitas, Schulen und Hochschulen. Die Möglichkeiten digitaler und interaktiver Medien sollen stärker entfaltet und im Sinne eines sozial gerechten Lernens für alle eingesetzt werden. Lehr- und Lernmaterialien sollen stärker unter Einbeziehung von Lehrenden sowie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gestaltet werden.
(S. 36)

Die Digitalisierung bietet die Chance, vielen Menschen einen schnellen Zugang zu Informationen zu ermöglichen. Das geschieht aber nicht von selbst, sondern muss durchgesetzt werden. Die Bildung eines kritischen Verstandes und die Fähigkeit, Wirklichkeit und Erfindung zu unterscheiden, sind Ziele einer modernen Medienpädagogik und schützen zum Beispiel auch vor zum Beispiel Cybermobbing. Die natürlichen Lernorte dafür sind Kindergärten, Horte und Schulen.
Wir wollen stärker Kompetenzen im Bereich Medien und Information vermitteln. Ein selbstbestimmter und kritischer Umgang mit digitalen Technologien und dem Internet sind mit Bildung verbunden.
(S. 50)

Für diese Ziele steht DIE LINKE:
- Der Ausbau der IT muss einhergehen mit der Ausbildung und mit Fortbildungsangeboten für Lehramtsstudierende und die aktiven Lehrkräfte.
- Digitale Medien dürfen nicht zum Einfallstor für Privatisierung der Bildung durch private kommerzielle Anbieter, Unternehmen oder Verlage sein. In Bildungseinrichtungen eingesetzte Software sollte Freie Software sein, die Hardware sollte nach Möglichkeit offen spezifiziert sein.
- Wir wollen, dass jedes Kind ein mobiles Endgerät als Teil der Bildungsausstattung zur Verfügung hat und frühzeitig und regelmäßig mit den Prinzipien der digitalen Technologien (etwa Funktionsweise von Speichern, Sensoren, Programmierkenntnissen) vertraut gemacht wird. Deshalb brauchen Schulen kostenlose Leihgeräte für alle, die sich selbst keines leisten können.
- Medienkompetenz soll fächerübergreifend Teil des Lehrplans werden. Kinder sollen den sicheren Umgang mit journalistischen Quellen lernen und Nachrichten in einen Kontext einordnen können. Ihnen soll gezeigt werden, wie Inhalte in verschiedenen Medien erstellt werden und wie diese zum Beispiel bei Werbung versuchen, die Konsumenten zu beeinflussen.
- Unterrichtsmaterialien und Schulbücher sollen zusätzlich in digitaler Form für Schülerinnen und Schüler bereitgestellt werden.
- Die IT-Infrastruktur an Schulen muss durch Fachpersonal betreut werden. Entsprechende Planstellen sollen kurz- und mittelfristig geschaffen werden.
- Die IT-Infrastruktur aller Schulen und Hochschulen muss mit schnellen und leistungsfähigen Breitbandanschlüssen, WLAN für alle und einer zeitgemäßen Hard- und Software-Ausstattung ausgebaut werden.
(S. 50f.)

Lehrerbildung

Die CSU äußert sich in ihrem Wahlprogramm nicht explizit zur Lehrerbildung.

Bemerkung des bpv:
Zur Lehrerbildung hat sich die CSU in unserem
Wahlprüfstein Soll in der Lehrerbildung die für das Gymnasium entscheidende zentrale Ausrichtung auf Fachlichkeit gemäß Ihren Plänen beibehalten werden? geäußert.

[…] Entscheidend für uns ist eine zeitgemäße Fortbildung und professionelle Begleitung der Lehrkräfte und des pädagogischen Personals.
Mit dem Angebot von Gemeinschaftsschulen nehmen wir den Druck aus den Grundschulen und sorgen für mehr Chancengleichheit. Bis zur Umsetzung der Gemeinschaftsschule soll die Entscheidung über die Schullaufbahn nach der 4. Klasse in die Hände von Eltern und Lehrern gemeinsam gehen. Für eine Schule, die längeres gemeinsames Lernen ohne Aussieben der Schwächeren und die gemeinsame Teilhabe von Kindern mit und ohne Handicaps ermöglicht, brauchen wir neue Lehrer*innenbildung. Wir gehen von der Gleichwertigkeit der Lehrämter aus, sodass der Grundsatz gelten muss: kein Lehramt ohne Masterabschluss. Das bedeutet auch, dass wir in Zukunft Lehrer*innen aller Schularten gleich bezahlen wollen (Einstieg A13). Für uns ist eine intensive Verzahnung von Praxis und Studium von großer Bedeutung. Die Lehramts-Anwärterbezüge werden wir deutlich erhöhen, um die Lebenshaltungskosten ausreichend abzudecken. […] Digitale Kompetenzen müssen in die Lehrpläne der Schulen integriert werden. Dazu gehören sowohl Grundkenntnisse der Programmiersprachen und Funktionsweise von Algorithmen, wie auch die Fähigkeit zur kritischen Reflexion des eigenen Umgangs mit digitalen Endgeräten und eine Sensibilisierung für Privatsphäre und Datenschutz sowie ein hohes Maß an Medienkompetenz. Deshalb ist auch das Handyverbot an Schulen nicht zeitgemäß und muss abgeschafft werden. Art und Umfang der Handynutzung wird von der Schulfamilie vor Ort entschieden. Für den schulischen digitalen Methodenmix müssen die Bedingungen geändert werden: Jede Schule muss Bildung 4.0 anbieten können. Dafür benötigt sie nicht nur entsprechende Hardware, sondern auch EDV20 Personal, das die Geräte und die Software betreut. Die Lehramtsausbildung für alle Schularten werden wir durch ein Fach „technical education“ ergänzen.
(S. 19 f.)

Eine starke Integration in der Schule braucht starkes Personal.
Wir werden den Lehrkräftebedarf insbesondere an den bayerischen Grundschulen überprüfen und die Ausbildung neuer Grundschullehrer*innen entsprechend anpassen. Wir wollen die Aus- und Fortbildung von Lehrer*innen in den Bereichen „Deutsch als Zweitsprache“ und „interkulturelle Kompetenzen“. Islamunterricht muss auf Deutsch erteilt werden, von in Deutschland ausgebildeten Lehrer*innen und flächendeckend unter staatlicher Kontrolle.
(S. 31)

Das wollen wir für Sie erreichen: [u.a.]
- Ausbau und Weiterentwicklung der Aus- und Fortbildung für Lehrer
- Vorausschauende und bedarfsgerechte Lehrerausbildung für eine hohe Übernahmequote der Lehramtsanwärter
- Digitale Bildung als verpflichtender Bestandteil der Lehrerbildung
(S. 18 f.)

Wir erhalten Förderschulen, wo dies im Interesse der Kinder liegt. Zugleich erhöhen wir den Inklusionsanteil, also die Zahl von Schülern mit Unterstützungsbedarf an Regelschulen. Dazu brauchen Bayerns Schulen zusätzliche Lehrerstellen und entsprechende Aus- und Fortbildungsangebote für Lehrkräfte.
(S. 31)

Das wollen wir für Sie erreichen: [u.a.]
- Inklusion als Pflichtbestandteil der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften aller Schularten
- Studienplatzkapazitäten im Fachbereich Sonderpädagogik ausweiten
- Pädagogisches Rahmenkonzept für inklusive Bildung gestalten
(S. 32)

Wir wollen die jungen Leute gut auf das digitale Zeitalter vorbereiten. Sie sollen souverän und verantwortungsvoll mit digitalen Medien umgehen können und Informationen einordnen und bewerten können. Dafür wollen wir die Lehrkräfte mit Fortbildungsangeboten vorbereiten.
(S. 37)

Mit einer 110-prozentigen Unterrichtsversorgung an jeder Schule werden wir dafür sorgen, dass kein Unterricht mehr ausfällt und der nötige Freiraum für Fortbildungen geschaffen wird. Denn Lehrkräfte müssen in allen Schularten fachlich und pädagogisch auf hohem Niveau qualifiziert sein. Deshalb ist unser Ziel eine Reform der Lehrkräfteausbildung, wir werden Studium und Referendariat modernisieren und stärker an der Praxis der Schule sowie an den Altersstufen der Schüler*innen orientieren. Schulleitungen benötigen mehr unterrichtsfreie Zeit, um eine zeitgemäße Schule pädagogisch zu entwickeln und zu organisieren. Wir werden die Schulsozialarbeit künftig an allen Schularten sicherstellen. […]
(S. 38 f.)

Wir stehen für eine freie Berufswahl und die Überwindung überholter Rollenbilder und sexistischen Denkens und Handelns. Erzieher*innen und Lehrer*innen sollen in der Aus- und Fortbildung lernen, geschlechtersensibles Denken und Handeln sowie geschlechtergerechte Sprache zu vermitteln.
(S. 78 f.)

Wir unterstützen deshalb medienpädagogische Angebote und die Förderung der Medienkompetenz für Menschen jeden Alters – dafür sind gut ausgebildete Lehrkräfte die Voraussetzung. Wir finanzieren die technische Ausstattung der schulischen und außerschulischen Bildungseinrichtungen, sorgen für den nötigen Support mit IT- Hausmeister*innen und machen Medienkompetenz zu einem elementaren Teil der pädagogischen Ausbildung für Lehrer*innen und Erzieher*innen. Auch an Volkshochschulen wollen wir Weiterbildungsmöglichkeiten für mehr Digitalkompetenz im Alltag und Arbeitsumfeld ausbauen.
(S. 83)

Aktionsplan für Antidiskriminierung, Gleichstellung und Akzeptanz sexueller Vielfalt
Wir werden einen landesweiten Aktionsplan für Antidiskriminierung, Gleichstellung und Akzeptanz sexueller Vielfalt auflegen, der auf der einen Seite auf Aufklärung und Bildung und auf der anderen Seite auf Schutz vor Hass und Diskriminierung setzt. Neben Initiativen aus der LSBTIQ*-Community werden wir dafür gesellschaftliche Gruppen und Verbände sowie Ministerien an einen runden Tisch holen. Wir wollen eine landesweite Antidiskriminierungsstelle einrichten sowie Unterstützungs- und Beratungsangebote für LSBTIQ* auf- und ausbauen – insbesondere im ländlichen Raum und für LSBTIQ*, die aufgrund einer Behinderung, einer Flucht oder von Rassismus mehrfache Diskriminierung erfahren. Wir wollen die Sensibilisierung an Schulen und in der Ausbildung von Lehrer*innen sowie von Fachkräften bei Polizei, Verwaltung und im Gesundheitswesen deutlich erhöhen.
(S. 89)

Schulen öffnen für die Einwanderungsgesellschaft
Bayern ist ein Einwanderungsland, und das heißt: Egal aus welchen Gründen Menschen zu uns kommen, ihre Kinder haben ein Recht auf Bildung. Schlüssel zu Bildung und zu Integration ist das Erlernen der deutschen Sprache. Deshalb wollen wir die Schüler*innen durch zusätzliche und fest angestellte Lehrkräfte mit der Kompetenz „Deutsch als Zweitsprache/ Fremdsprache“ unterstützen. Darüber hinaus werden wir im Lehramtsstudium sowie in den Fortbildungen für alle Lehrkräfte die Kompetenz für „sprachsensiblen Unterricht“ fächerübergreifend im bayerischen Bildungssystem verankern. Aber auch der wertschätzende Umgang mit den Herkunftssprachen der Familien muss zum wichtigen Bestandteil schulischen Lehrens und Lernens werden. Lehramtsstudierende müssen im Umgang mit interkulturellen und antirassistischen Themen geschult und Lehrkräfte dahingehend fortgebildet werden. Denn die gesellschaftliche Vielfalt, Heterogenität und Mehrsprachigkeit spiegeln sich auch in unseren Klassenzimmern wider.
(S. 97)

Deutsch ist als Lehr- und Wissenschaftssprache zu fördern und darf nicht durch Englisch verdrängt werden. Es darf keine ideologischen Eingriffe in die akademische Sprachkultur wie das „Gendern“ geben.
Wir fordern die Rückkehr zu Diplom, Magister und Staatsexamen als Regelabschlüsse mit Unterteilung in Grund-und Hauptstudium, um die ehemals hervorragende Qualität der deutschen Forschung und Lehre wiederherzustellen. An bayerischen Hochschulen müssen in Zukunft Diplom-, Magister oder Staatsexamen angeboten werden, Bachelor- und Masterstudiengänge sollen auslaufen. Die AfD Bayern strebt die Gliederung der Hochschultypen in Universitäten mit ausschließlichem Promotionsrecht, Fachhochschulen für die wirtschaftsnahe Ausbildung und pädagogische Hochschulen für die besonderen Anforderungen des Lehramts an. Die Hochschulen sollen ihre Studenten nach eigenen Kriterien auswählen dürfen. Durch die Stärkung der Autonomie und Leistungsfähigkeit der Hochschulen durch eine deutlich höhere Grundfinanzierung und Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen für Wissenschaftler soll Deutschland wieder einen führenden Platz in der weltweiten Wissenschaft einnehmen.
(S. 52)

Durch den Lehrermangel und die zusätzliche Notwendigkeit von Sprachunterricht für die in den letzten Jahren illegal in unser Land gekommenen Einwanderer gibt es an bayerischen Schulen immer mehr Unterrichtsausfall, wobei insbesondere das Fach „Deutsch“ betroffen ist.
Zum Wohl unserer Kinder hat die Bayerische Staatsregierung dieser Entwicklung entgegenzusteuern. Neben der verstärkten Neueinstellung und den seit dem letzten Jahr geltenden Beschränkungen bei den Frühpensionierungen von Lehrern ist darauf zu achten, dass die Unterrichtung von erwachsenen Einwanderern, aber auch die Fort- und Weiterbildung von Lehrern, außerhalb der regulären Unterrichtszeiten erfolgt und dem Unterricht an bayerischen Schulen in jedem Fall Vorrang eingeräumt wird.
(S. 53)

[…] Das Erlernen von flexibel einsetzbaren, methodischen Kompetenzen gewinnt daher an Bedeutung und muss sich entsprechend in den Lehrplänen widerspiegeln. Die Fähigkeit, sich in der neuen digitalen Welt zurechtzufinden, ist elementar und geht über Medienkompetenz und Informatik hinaus. Deshalb braucht die digitale Schule gut ausgebildete Lehrer. Der Umgang mit digitalen Techniken und Methoden gehört für uns zu den Kernkompetenzen eines jeden Lehrers. Die Arbeit mit digital gestützten Lehr- und Lernplattformen muss zur Selbstverständlichkeit werden.
(S. 12 f.)

Lehrerausbildung ins Bachelor/Master-System überführen
Wir Freie Demokraten wollen die Lehrerausbildung in Bayern reformieren. Während in einigen Fächern und Schularten qualifizierte Bewerber fehlen, herrscht in anderen ein Überangebot. Selbst junge Lehrkräfte mit hervorragenden Noten können dann nicht in den Schuldienst übernommen werden.
Wir wollen deshalb das Lehramtsstudium mit abschließendem erstem Staatsexamen abschaffen. Stattdessen soll ein angehender Lehrer erst einen Fachbachelor und dann einen darauf aufbauenden Master mit pädagogisch-didaktischem Schwerpunkt absolvieren, der in einer Lehrbefähigung endet. Rahmenverträge des Freistaats mit den Universitäten sichern dabei eine Vergleichbarkeit der Lehrerausbildung. Das anschließende Referendariat soll auch künftig mit einer Staatsprüfung abgeschlossen werden. Das System der Seminarschulen bleibt erhalten. Der Zweigschuleinsatz kann aber künftig auch an Privatschulen absolviert werden. Auch Quereinsteiger und Experten mit pädagogischer Zusatzqualifikation sollen dann in der Schule unterrichten können – ebenso wie Lehrer als Experten in Unternehmen arbeiten können. So schaffen wir einen „Markt“ für Pädagogen, der sich nicht nur aus Lehrern speist.
(S. 26)

Lehrerfortbildung
Lehrer sein bedeutet auch, weiterhin lernen zu wollen. Angesichts der vielfältigen neuen
Herausforderungen unseres Bildungssystems fordern wir Freie Demokraten, Lehrer gezielter als bisher aus- und weiterzubilden. Dafür müssen ihnen beispielsweise in den Bereichen Digitalisierung und Inklusion notwendige Hilfen und Unterstützung vermittelt werden.
Zudem ist ein Paradigmenwechsel notwendig: Es muss zur gängigen Praxis werden, auf dem aktuellen Stand zu bleiben und bedarfsgerecht fortzubilden. Die vorhandenen Fortbildungsakademien des Freistaats reichen dafür bei weitem nicht aus. Anerkannte Fortbildungen auf dem freien Markt müssen zu einer Selbstverständlichkeit werden.
(S. 26)

Diversity im Unterricht
Wir Freie Demokraten unterstützen die Vielfalt in bayerischen Lehrplänen. Nachdem im Juni 2017 die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet wurde, soll dies auch durch öffentliche Einrichtungen in Bayern anerkannt werden. Das Staatsministerium für Unterricht und Kultur soll umgehend, soweit noch nicht geschehen, die Lehrpläne für alle vom Land verwalteten Schulen dahingehend überarbeiten, dass Ehen zwischen zwei Männern oder zwei Frauen als gleichwertig mit der Ehe zwischen Mann und Frau dargestellt werden. Auch verschiedene Formen von nichtehelichen Partnerschaften und Familien sollen vorurteilsfrei im Unterricht behandelt werden. Darüber hinaus muss moderne Schulpolitik junge Menschen in einer vorurteilsfreien Entwicklung ihrer Persönlichkeit unterstützen. Lehrer brauchen in der Aus- und Fortbildung entsprechende Angebote. Die Arbeit von ehrenamtlichen Schulprojekten gegen Homo- und Transphobie soll von Seiten des Freistaates aktiv gefördert werden.
(S. 64)

Die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer an bayerischen Universitäten muss künftig den Erfordernissen inklusiver Bildung und der inneren Schulentwicklung besser Rechnung tragen. Daher müssen in der Lehrer- und Lehrerinnenbildung Schwerpunkte auf die Herausbildung psychologischer sowie pädagogischer Kompetenzen und zur Gestaltung inklusiver Lernprozesse gesetzt werden. Dazu gehört der professionelle Umgang mit heterogenen Lerngruppen genauso wie mit einer zunehmend interkulturell zusammengesetzten Schülerinnen- und Schülerschaft.
Wir wollen den Lehrerberuf vom laufbahnrechtlichen Ballast befreien: Gleichwertige Ausbildungen sollen auch zu gleichwertigen Berufsperspektiven führen. Deshalb setzt sich DIE LINKE insbesondere für eine Abkehr vom schulartenbezogenen und der Hinwendung zu einem schulstufenbezogenen Lehramtsstudium ein – inklusive gleicher Studienzeiten und Besoldung für sämtliche Lehramtsstudiengänge.
(S. 37)

DIE LINKE steht für: [u.a.]
- die Erprobung neuer Lehr- und Lernformen und die Stärkung der pädagogischen Freiheit der Lehrkräfte.
- die Reduzierung des Frontalunterrichts zugunsten beteiligungsorientierter Unterrichtsmethoden. Geschlechtergerechte und geschlechtssensible Unterrichtsmaterialien und -methoden, insbesondere mit Blick auf Homo- und Bisexualität, Transgender und Rassismus.
- die inklusive Pädagogik in der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung und den Ausbau derStudienplätze für Lehramtsstudierende gemeinsam mit dem Bund – zunächst als Kontingent im Rahmen des Hochschulpakts. Studierende, die die Lehramtsausbildung in Form eines Bachelor-/Masterstudiengangs absolvieren, erhalten nach einem Bachelorabschluss, auf Wunsch auch nach einer Praxisphase, einen Rechtsanspruch auf einen Masterstudienplatz um das Studium erfolgreich beenden zu können. Strukturell soll es nur noch eine schulstufenbezogene Ausbildung mit gleichwertigen Berufsperspektiven geben.
- die Einrichtung von Schulsozialarbeit in allen Schulen und deren Vergabe an tariftreue Träger, die Tarifverträge des öffentlichen Dienstes anwenden.
(S. 39 f.)

Für diese Ziele steht DIE LINKE: [u.a.]
- Der Ausbau der IT muss einhergehen mit der Ausbildung und mit Fortbildungsangeboten für Lehramtsstudierende und die aktiven Lehrkräfte.
(S. 50)

Status und Bezahlung der Lehrkräfte

Die CSU äußert sich in ihrem Wahlprogramm nicht explizit zur Status und Bezahlung der Lehrkräfte.

Bemerkung des bpv:
Der Beamtenstatus für Lehrkräfte steht für die CSU grundsätzlich außer Frage, wie auch aus der Antwort auf unseren
Wahlprüfstein zur FOSBOS ersichtlich wird.

Wir werden gemeinsam mit den Kommunen dafür sorgen, dass der Freistaat Bayern zum Vorbild als Arbeitgeber wird. Um in den Ballungsräumen, wo auch für viele Beschäftigte des öffentlichen Dienstes das Einkommen angesichts der überproportional hohen Lebenshaltungskosten nicht ausreicht, ausreichend Personal für den öffentlichen Dienst zu gewinnen, wollen wir die Ballungsraumzulage angemessen erhöhen und auf alle Kommunen mit deutlich überdurchschnittlichen Lebenshaltungskosten ausweiten. Zusätzlich wollen wir in diesen Kommunen erheblich mehr Staatsbedienstetenwohnungen schaffen.
(S. 7)

Wir treiben das Ende von Kettenbefristungen voran. Dafür werden wir die unsäglichen Befristungen, die Bayern bis jetzt selbst nutzt, abschaffen und auf Bundesebene an der Eindämmung mitwirken.
(S. 7)

Wir gehen von der Gleichwertigkeit der Lehrämter aus, sodass der Grundsatz gelten muss: kein Lehramt ohne Masterabschluss. Das bedeutet auch, dass wir in Zukunft Lehrer*innen aller Schularten gleich bezahlen wollen (Einstieg A13). Für uns ist eine intensive Verzahnung von Praxis und Studium von großer Bedeutung. Die Lehramts-Anwärterbezüge werden wir deutlich erhöhen, um die Lebenshaltungskosten ausreichend abzudecken.
(S. 19 f.)

Das wollen wir für Sie erreichen: [u.a]
- Festanstellungen statt Zeitarbeitsverträge
- Erhöhung der Einstiegsgehälter von Grund- und Mittelschullehrern
(S. 19)

Leistungsfähige Verwaltung
Eine starke und effiziente Verwaltung dient nicht nur Ihnen, unseren Bürgern. Sie ist auch ein wichtiger Standortfaktor für die Wirtschaft. Wir brauchen motivierte, bestens ausgebildete Beamte und Angestellte und gut ausgestattete Behörden. Der öffentliche Dienst muss wieder attraktiv werden. Die Spar- und Kürzungsorgien der Vergangenheit wollen wir beenden. Wir bekennen uns zum Berufsbeamtentum, zum Alimentationsprinzip und den Beamtenpensionen. Gleichzeitig wollen wir Staatsaufgaben kritisch hinterfragen und unnötige Bürokratie abbauen.
(S. 25)

Das wollen wir erreichen: [u.a.]
- Attraktivitätsoffensive des öffentlichen Diensts u.a. für IT-Fachkräfte
- Verdopplung der Ballungsraumzulage
- Flexible Arbeitszeitgestaltung und Freistellmöglichkeiten auch für ehrenamtliches Engagement der Beamten schaffen
- Pensionsrücklagen für Beamte nachhaltig schaffen in einem Pensionsfonds
- Schluss mit Wiederbesetzungssperren
(S. 25)

Lehrer*innen leisten an allen Schulformen anspruchsvolle, gesellschaftlich bedeutende Arbeit. Deshalb wollen wir die Ungleichbehandlung bei ihrer Entlohnung abschaffen und – bezogen auf die Schulformen – das Lohnniveau der niedriger entlohnten Lehrkräfte nach und nach auf das der am höchsten entlohnten Lehrkräfte anheben.
(S. 38)

6.4. Beamtenstatus bei Lehrkräften abschaffen
Die bayerische AfD fordert langfristig die Abschaffung des Beamtenstatus bei Lehrkräften und die Einführung von Leistungsanreizen im Schuldienst, welche durch variable Gehaltsbestandteile im Vergütungssystem geschaffen werden können. Der Beamtenstatus kann falsche Anreize schaffen und sich negativ auf die Arbeitseinstellung auswirken. Es fehlt nach der Verbeamtung an einer ausreichenden Leistungskontrolle. Durch die praktische Unkündbarkeit der Beamten ist eine beständige Leistungseinforderung kaum zu realisieren.
(S. 53)

Wir Freie Demokraten wollen den Schulen mehr Flexibilität geben. Sie sollen ihre Budget- und Personalentscheidungen endlich unabhängiger von der Zentralsteuerung aus dem Münchner Kultusministerium treffen können. Organisatorisch und bei der inhaltlichen Profilbildung sollen sie die nötige Entscheidungsfreiheit und Gestaltungsverantwortung bekommen, um ihre Potenziale und neuen Ideen zu verwirklichen.
Daher fordern wir, dass die Schulen und Hochschulen durch geeignete Personalmaßnahmen in die Lage kommen, budgetrelevante Entscheidungen zunehmend selbständig zu fällen. […] Das Anstellungsverhältnis von Lehrern und Hochschullehrern bleibt beim Staat oder der Kommune. Die eigenverantwortliche Schule und Hochschule soll sich ihr Lehrpersonal aber selbst aussuchen können. Bei der Auswahl der Lehrer und deren Bezahlung wollen wir Freie Demokraten Freiräume öffnen und die Gewinnung von Quereinsteigern aus der Wirtschaft mit guten Nachqualifikationsangeboten unterstützen. Dazu wollen wir zum Beispiel berufsbegleitende Aufbaustudiengänge und Mentoringprogramme durch erfahrene Lehrkräfte anstoßen. Außerdem wollen wir es den Schulen ermöglichen, attraktive und leistungsabhängige Gehälter zu zahlen.

Wettbewerb für beste Bildungskonzepte
In einem eigenverantwortlichen Bildungssystem regt die effiziente Verwendung der Mittel auch den Wettbewerb um die besten Lehrkräfte und besten Konzepte an. Die Motivation aller Beteiligten steigt und im Zuge dessen auch die Qualität der Bildung. Unser Ziel ist es, dass die Schulen und Hochschulen ihr Budget selbst managen dürfen, anstatt sich mit Bürokratie für Förderanträge oder teils unsachgemäßer Einmischung der Sachaufwandsträger herumschlagen zu müssen. Dadurch werden die direkt Betroffenen besser in wichtige Entscheidungen einbezogen. Aufgabe des Staates ist es in unserem Modell, Bildungsstandards zu setzen und diese im Rahmen einer Rechtsaufsicht und zur Qualitätssicherung zu kontrollieren. Eltern und Schüler sollen die für ihr Bedürfnis beste Schule selbst auswählen können.
(S. 14 f.)

Leistungsgerechtigkeit für beste Lehrer
Wir Freie Demokraten wollen ein System, in dem Leistung mehr zählt als das Dienstalter und die Frage, ob ein Lehrer verbeamtet oder angestellt ist. Deshalb wollen wir langfristig weg vom Beamtensystem im Bildungswesen. Starre Karrierewege, bei denen der passende Abschlussjahrgang für eine Anstellung entscheidender ist, als die persönliche Eignung und Anstrengung der Lehrkräfte, halten wir für nicht mehr zeitgemäß. Die Möglichkeiten zur leistungsgerechten Bezahlung der Lehrkräfte müssen dazu drastisch ausgeweitet werden und dürfen nicht nur symbolischen Charakter haben. Kriterien für die Anerkennung von Leistung können Fortbildungen der jeweiligen Lehrkraft, Leistungsentwicklungen ihrer Schüler, Beiträge zum Schulleben und Engagement für besondere Projekte sowie besondere Leistungen bei der Integration, der Inklusion oder der Begabtenförderung sein. Um die Feedback-Kultur an den Schulen zu fördern, wollen wir moderierte, regelmäßige Evaluationen der Lehrkräfte unter Einbeziehung aller Mitglieder der Schulgemeinschaft.
(S. 26 f.)

Lehrer ganzjährig beschäftigen
Wir Freie Demokraten fordern nicht nur eine gerechte Bezahlung, sondern auch eine gerechte Behandlung der Lehrer. Dazu gehört, dass das Anstellungsverhältnis bei Zeitverträgen auch die Ferienzeiten (einschließlich den August) beinhaltet und Lehrer damit für 12 und nicht nur für 11 Monate beschäftigt sind.
(S. 27)

Keine neuen Verbeamtungen im Bildungssektor
Langfristig sehen wir Freie Demokraten keinen ausreichenden Mehrwert in der Verbeamtung von Lehrern und Hochschullehrern. Deshalb wird es in unserem Modell neben den bestehenden Beamtenverhältnissen keine neuen Verbeamtungen mehr geben. Dadurch steigern wir die Attraktivität des Bildungssektors für Quereinsteiger und leistungsbereite Lehrkräfte, die im Rahmen der starren Beamtenlaufbahnen in ihrem Engagement bisher nicht ausreichend gefördert wurden. Die Abschaffung des Beamtentums für Lehrkräfte wollen wir durch eine bundesweit einheitliche Regelung im Rahmen eines Bildungskooperationsabkommens umsetzen.
(S. 76)

Wir wollen den Lehrerberuf vom laufbahnrechtlichen Ballast befreien: Gleichwertige Ausbildungen sollen auch zu gleichwertigen Berufsperspektiven führen. Deshalb setzt sich DIE LINKE insbesondere für eine Abkehr vom schulartenbezogenen und der Hinwendung zu einem schulstufenbezogenen Lehramtsstudium ein – inklusive gleicher Studienzeiten und Besoldung für sämtliche Lehramtsstudiengänge.
(S. 37)

DIE LINKE steht für: [u.a.]
- die dauerhafte, versicherungspflichtige und tarifvertragliche Regelung der Arbeitsverhältnisse in sämtlichen Bildungsbereichen und den Ausbau der Mitbestimmungsrechte der Beschäftigten in den Kitas genauso wie an den Hochschulen oder Volkshochschulen sowie das Verbot von Leiharbeit im Bildungswesen. Die Vergabeöffentlicher Mittel und Aufträge muss an diese Mindeststandards gekoppelt werden.
(S. 36)

DIE LINKE steht für: [u.a.]
- die Rücknahme der Personalkürzungen und Arbeitszeitverlängerungen sowie die Anrechnung mindestens einer Stunde (perspektivisch drei Stunden) im Wochenstundendeputat für Lehrkräfte mit Klassenleitungstätigkeit, Eltern- und Schülersprechstunden.
- die gerechte und gleichwertige Besoldung (mindestens A 13) von Lehrerinnen und Lehrern an allen Schulformen.
- die inklusive Pädagogik in der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung und den Ausbau der Studienplätze für Lehramtsstudierende gemeinsam mit dem Bund - zunächst als Kontingent im Rahmen des Hochschulpakts. Studierende, die die Lehramtsausbildung in Form eines Bachelor-/Masterstudiengangs absolvieren, erhalten nach einem Bachelorabschluss, auf Wunsch auch nach einer Praxisphase, einen Rechtsanspruch auf einen Masterstudienplatz um das Studium erfolgreich beenden zu können. Strukturell soll es nur noch eine schulstufenbezogene Ausbildung mit gleichwertigen Berufsperspektiven geben.
- die Einrichtung von Schulsozialarbeit in allen Schulen und deren Vergabe an tariftreue Träger, die Tarifverträge des öffentlichen Dienstes anwenden.
(S. 39 f.)

DIE LINKE steht für: [u.a.]
- die Erhöhung der Stellen für Lehrerinnen und Lehrer an berufsbildenden Schulen ummindestens 13 Unterrichts-Wochenstunden zu gewährleisten.
- die gleiche Besoldung (Entlohnung nach A 13 bzw. EG 13 TV-L oder TVöD) aller Lehrkräfte für Fachpraxis an den berufsbildenden Schulen und in Berufsbildungszentren wie Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen. Lehrkräften mit fehlender Lehramtsausbildung (so genannte Nichterfüller) ist eine ihre Erfahrung berücksichtigende Anpassungsqualifizierung anzubieten mit dem Ziel der Gleichsetzung mit Lehrkräften mit Lehramtsausbildung (so genannte Erfüller). Damit soll die Voraussetzung geschaffen werden, dass alle Lehrkräfte für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn erhalten.
Lehrkräfte an Privatschulen müssen grundsätzlich mindestens nach den Tarifverträgen im öffentlichen Dienst entlohnt werden. Die Zulassung muss von diesem Kriterium abhängig gemacht werden. DIE LINKE. wird sich für die konsequente Umsetzung der bayerischen Verfassung einsetzen. Darin steht: Art. 134 (1) 1 Privatschulen müssen den an die öffentlichen Schulen gestellten Anforderungen entsprechen. 2 Sie können nur mit Genehmigung des Staates errichtet und betrieben werden.
(S. 42)

Personalplanung und Personalausstattung

2. Beste Bildung für alle
In Bayern sind die Bildungschancen besser als im Rest der Republik. Bei den Bildungsausgaben liegt Bayern auf Platz 1 unter allen Flächenländern. Dadurch steht Bayern auch in der Bildungspolitik besser da als andere Länder. Wir lassen uns nicht von unserem bayerischen Erfolgsweg abbringen, denn wir wollen nicht, dass Bildungsstandards in Berlin festgelegt werden. Daher halten wir an unserem durchlässigen differenzierten Schulsystem fest und
bringen die Digitalisierung in die Schulen. Dafür erhöhen wir die bisherige Förderung, damit 50.000 digitale Klassenzimmer entstehen. […] Seit 2008 haben wir tausende zusätzliche Lehrerstellen in allen Schularten geschaffen. Außerdem stellen wir noch mehr Lehrer ein: Wir können anders als andere Länder den gestiegenen Lehrerbedarf problemlos mit qualifizierten Lehrkräften sichern.
(S. 2)

Wir sorgen für beste Bildungschancen überall im Land. Durch die dezentrale Bildungspolitik bringen wir mit Schulen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen neue Arbeitsplätze, Innovationen und beste Bildungschancen in alle Regionen Bayerns. Wir wollen, dass niemand in Bayern seine angestammte Heimat wegen eines nicht ausreichenden Bildungsangebotes verlassen muss. In Bayern können alle Stellen mit qualifizierten Lehrkräften besetzt werden. Alleine für dieses und nächstes Jahr haben wir 4.300 zusätzliche Lehrer eingestellt.
Darüber hinaus hilft eine neue „Koordinierungsstelle Unterrichtsversorgung“ im Kultusministerium als Ansprechpartner für Schulen und Schulämter weiter. Darüber hinaus haben wir 350 Stellen für Schulsozialarbeiter und Verwaltungsangestellte bereitgestellt und 700 neue Studienplätze für das Grundschullehramt geschaffen sowie fünf weitere Lehrstühle für Sonderpädagogik eingerichtet.
(S. 7)

[…]Wir treiben das Ende von Kettenbefristungen voran. Dafür werden wir die unsäglichen Befristungen, die Bayern bis jetzt selbst nutzt, abschaffen und auf Bundesebene an der Eindämmung mitwirken.
(S. 7)

Wir sorgen dafür, dass für alle Schularten ausreichend Lehrkräfte zur Verfügung stehen und Unterrichtsausfall vermieden wird. Wir begrenzen die Klassengröße auf 25 Schüler*innen in allen Schularten. Weitere Stellen schaffen wir für Teamteaching und zur Betreuung der IT- Infrastruktur. Wir reduzieren sie weiter, wenn Kinder mit besonderem Förderbedarf besondere Unterstützung brauchen. Lehrkräfte werden künftig durch weitere pädagogische Fachkräfte unterstützt. Alle Schulleitungen bekommen genug Leitungszeit und ausreichend Verwaltungspersonal. Künftig wird jedes Schulsekretariat an allen Schultagen personell ausreichend besetzt sein. Entscheidend für uns ist eine zeitgemäße Fortbildung und professionelle Begleitung der Lehrkräfte und des pädagogischen Personals.
(S. 19)

Bayern muss die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ernst nehmen und schnellstmöglich Inklusion an den Bildungseinrichtungen zu schaffen. Echte Inklusion gelingt, wenn auf die Bedürfnisse von Schüler*innen und von Lehrkräften gleichermaßen eingegangen wird. Neben baulichen Voraussetzungen gehören dazu multiprofessionelle Teams
(mindestens eine*n Schulsozialarbeiter*in in Vollzeit und unbefristet, Schulpsycholog*innen
und Beratungslehrkräfte) die allen Schulen zur Verfügung stehen. Inklusion muss an allen
Schularten Wirklichkeit werden.
(S. 20)

Starke Schulen für alle!
In den Schulen wollen wir die Angebote ausbauen, um das schnelle Erlernen der deutschen
Sprache und eine Eingliederung in das reguläre Schulsystem zu ermöglichen. Neben Übergangsklassen ist dies auch durch ausreichend Lehrer*innenstunden für Deutschförderkurse möglich. Wir wollen den Schulen die Handlungsfreiheit geben, die sie brauchen.
(S. 30 f.)

Eine starke Integration in der Schule braucht starkes Personal.
Wir werden den Lehrkräftebedarf insbesondere an den bayerischen Grundschulen überprüfen und die Ausbildung neuer Grundschullehrer*innen entsprechend anpassen. Wir wollen die Aus- und Fortbildung von Lehrer*innen in den Bereichen „Deutsch als Zweitsprache“ und „interkulturelle Kompetenzen“.
Islamunterricht muss auf Deutsch erteilt werden, von in Deutschland ausgebildeten Lehrer*innen und flächendeckend unter staatlicher Kontrolle. Wir setzen zudem auf mehr Schulsozialarbeiter*innen und Trauma-Teams für traumatisierte Kinder und Jugendliche.
(S. 31)

[…] Wir FREIE WÄHLER wollen eigenständige Schulen. Das Kultusministerium muss die Personalplanung professionalisieren, damit sich die massiven Unterrichtsausfälle der letzten Jahre nicht wiederholen. Fehlplanungen dürfen auch nicht dafür verantwortlich sein, dass bestens ausgebildete Lehramtsanwärter in andere Bundesländer abwandern.
(S. 18)

Das wollen wir für Sie erreichen: [u.a.]
- Freie Schulen und freie Träger finanziell stärken Mehr Kooperation im Schulbereich auf Bundesebene
- Ausbau und Weiterentwicklung der Aus- und Fortbildung für Lehrer
- Vorausschauende und bedarfsgerechte Lehrerausbildung für eine hohe Übernahmequote der Lehramtsanwärter
- Erhöhung der Einstiegsgehälter von Grund
- und Mittelschullehrern
- Festanstellungen statt Zeitarbeitsverträge
(S. 18 f.)

Das wollen wir für Sie erreichen: [u.a.]
- Sicherstellung der Lehrerversorgung durch Ausbau der Stammlehrerschaft und Aufbau einer integrierten Lehrerreserve
(S. 20)

Das wollen wir für Sie erreichen: [u.a.]
- Zusätzliche Lehrerstellen für Inklusionsklassen an Regelschulen
(S. 32)

[…] Mit einer 110-prozentigen Unterrichtsversorgung an jeder Schule werden wir dafür sorgen, dass kein Unterricht mehr ausfällt und der nötige Freiraum für Fortbildungen geschaffen wird. Denn Lehrkräfte müssen in allen Schularten fachlich und pädagogisch auf hohem Niveau qualifiziert sein. […] Schulleitungen benötigen mehr unterrichtsfreie Zeit, um eine zeitgemäße Schule pädagogisch zu entwickeln und zu organisieren. Wir werden die Schulsozialarbeit künftig an allen Schularten sicherstellen. Wir wollen mehr kulturelle Bildung an Schulen und echte Kooperationen von Schule und Jugendhilfe verbindlich machen. Auch für Schulpsycholog*innen werden wir die Stundenausstattung erhöhen. Durch multiprofessionelle Teams werden Lehrkräfte besser unterstützt und können sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. […] Für die schulische Inklusion in der Sprengelschule wollen wir das Personal aufstocken. Eine Zweitlehrkraft für besondere Bedarfe und Teams mit Heil- und Sonderpädagog*innen, mit Förderlehrkräften, Schulpsycholog*innen und Pflegekräften machen wir zum Standard.
(S. 38 f.)

[…] Im Bildungsbereich und bei der Polizei wurden zusätzliche Stellen geschaffen, das ist notwendig und war längst überfällig, reicht jedoch nicht aus. Befristete Stellen, die Daueraufgaben erfüllen, werden wir in unbefristete Stellen umwandeln.
(S. 59)

Mit der Zweiten lernt man besser – für eine zweite pädagogische Fachkraft
Inklusion, Integration, unterschiedliche Deutschkenntnisse der Schüler*innen, vielfältige schüler*innengerechte Unterrichtsformen, der Wunsch nach individueller Förderung – die Anforderungen an die Lehrkräfte steigen. Die personelle Ausstattung der Schulen hält meistens nicht Schritt. Wir wollen schrittweise eine zweite pädagogische Fachkraft in den Klassen etablieren. Das kann, muss aber kein*e Lehrer*in sein, sondern bei Bedarf auch ein Heil- bzw. Sozialpädagoge oder eine Psychologin. Beginnen wollen wir dabei in den Grund- und Mittelschulen. So können Wissen und Kompetenzen besser und individueller vermittelt werden.
(S. 64)

6.5. Vermeidung von Unterrichtsausfall
Durch den Lehrermangel und die zusätzliche Notwendigkeit von Sprachunterricht für die in den letzten Jahren illegal in unser Land gekommenen Einwanderer gibt es an bayerischen Schulen immer mehr Unterrichtsausfall, wobei insbesondere das Fach „Deutsch“ betroffen ist. Zum Wohl unserer Kinder hat die Bayerische Staatsregierung dieser Entwicklung entgegenzusteuern. Neben der verstärkten Neueinstellung und den seit dem letzten Jahr geltenden Beschränkungen bei den Frühpensionierungen von Lehrern ist darauf zu achten, dass die Unterrichtung von erwachsenen Einwanderern, aber auch die Fort- und Weiterbildung von Lehrern, außerhalb der regulären Unterrichtszeiten erfolgt und dem Unterricht an bayerischen Schulen in jedem Fall Vorrang eingeräumt wird.
(S. 53)

Damit an den bayerischen Schulen grundsätzlich eine optimale Förderung aller Schülerinnen und Schüler erreicht wird, muss der Unterricht verlässlich stattfinden. Zudem muss es ausreichend Lehrer geben. Deshalb geben wir Freie Demokraten eine Unterrichtsgarantie ab und werden die Lehrerversorgung an allen Schularten weiter spürbar verbessern. Konkret ist unser Ziel eine 110-prozentige Lehrerversorgung an allen Schularten im Freistaat.
(S. 11)

3. Bestes Personal für beste Bildung.
Im Zentrum unserer liberalen Reformbestrebungen stehen die Lernenden mit ihren individuellen Stärken und Schwächen. Wir Freie Demokraten wollen, dass jeder optimal gefördert wird. Daher sollten Intensivierungs- und Förderkurse in allen Bildungseinrichtungen zum Standardangebot gehören. Auf diese Weise lassen sich individuelle Rückstände unabhängig vom sozialen Hintergrund einfacher aufholen. Zur individuellen Förderung gehört für uns ebenso ein ausreichendes Angebot an psychologischer und gegebenenfalls sozialpädagogischer Betreuung. Dafür wollen wir mehr Stellen schaffen.
(S. 11)

Die Schulen und Hochschulen brauchen darüber hinaus eine professionelle und mit ausreichend Personal versehene Systembetreuung, die von der Planung bis zu Wartung und Reparatur die gesamte IT-Ausstattung von Schulen koordiniert.
(S. 12)

Wir Freie Demokraten wollen das Kooperationsverbot aufheben und den Bund an der Finanzierung der Bildungsgutscheine beteiligen. Durch einen höheren Anteil der Länder am
Einkommensteueraufkommen soll mehr finanzieller Spielraum für Bildungsaufgaben geschaffen werden. Die Umsetzung erfolgt durch ein Bildungsgutschein-Modell:
In einem ersten Schritt wollen wir einen grundlegenden Bildungsgutschein einführen, der vom Freistaat finanziert wird. Dieser soll den Einrichtungen ihre laufenden Personal- und Betriebskosten für den Lehrbetrieb finanzieren. Damit wollen wir ein effizientes Management der Einrichtungen und mehr Wettbewerb bei der Qualität der Bildungsangebote erreichen. Gleichzeitig soll der grundlegende Bildungsgutschein einen einfachen Übergang in das neue System ermöglichen, weil schon heute der Freistaat für die Personalkosten aufkommt. Investitionen und größere Bau- und Sanierungskosten werden vorerst weiterhin von den Sachaufwandsträgern übernommen und mit staatlichen Zuschüssen gegebenenfalls unterstützt. Diese staatlichen Zuschüsse werden in einem festgelegten Sockelbetrag jeder Bildungseinrichtung zur Verfügung gestellt.
Das langfristige Ziel der bayerischen FDP ist aber der erweiterte Bildungsgutschein, der den Einrichtungen den kompletten Aufwand ersetzen soll. Erfolgreichen Bildungsstätten wird es auf diese Weise ermöglicht, Überschüsse zu erzielen und zu expandieren. Damit wollen wir den Wettbewerb um beste Bildung weiter verstärken und zusätzlich erreichen, dass die Verantwortlichen vorausschauend agieren und Rücklagen zur Finanzierung von größeren Ausgaben bilden. Investitionen in den Lehrbetrieb, die bisher von Sachaufwandsträgern geleistet wurden, werden dann durch den Bildungsgutschein abgedeckt. Die Berechnung erfolgt über einen kalkulatorischen Beitrag analog zu den Gastschüler/ -kinderbeiträgen.
Zur Einführung planen wir eine Übergangsphase, in welcher der jeweilige Investitionsbedarf ermittelt und auf Antrag vom Freistaat gefördert wird. Um soziale Härten abzufedern und die Fahrtkosten zur Bildungseinrichtung zu kompensieren, gewährt der Freistaat Zuschläge zu bestimmten Bildungsgutscheinen. Damit wollen wir die Finanzierung von kleinen und ländlichen Schulen sowie von Integrationsstrategien erleichtern.
(S. 13 f.)

Eigenverantwortlichkeit ermöglicht bessere Lösungen
Eigenverantwortlichkeit ist für uns Freie Demokraten die Basis für Kreativität und gleichzeitig ein Motivationsmotor für das Personal und die Lernenden. Individuelles Lernen, Studieren und Forschen funktioniert am besten in eigenverantwortlich organisierten Bildungseinrichtungen, die direkt vor Ort schnell auf Bedürfnisse reagieren können.
Wir Freie Demokraten wollen den Schulen mehr Flexibilität geben. Sie sollen ihre Budget- und Personalentscheidungen endlich unabhängiger von der Zentralsteuerung aus dem Münchner Kultusministerium treffen können. Organisatorisch und bei der inhaltlichen Profilbildung sollen sie die nötige Entscheidungsfreiheit und Gestaltungsverantwortung bekommen, um ihre Potenziale und neuen Ideen zu verwirklichen. Daher fordern wir, dass die Schulen und Hochschulen durch geeignete Personalmaßnahmen in die Lage kommen, budgetrelevante Entscheidungen zunehmend selbständig zu fällen. Wir wissen, dass dies ein längerer Prozess ist, der für uns jedoch Teil einer zukunftsbezogenen Entwicklung ist. Das Managementwissen in den Schul- und Hochschulleitungen muss aus Sicht der bayerischen Liberalen weiter ausgebaut und die Leitungsebene durch kaufmännisch ausgebildetes Personal in ihren Aufgaben unterstützt werden. Grundsätzlich sollen Schulleitungen und Lehrkräfte von unnötigen Dokumentations- und Berichtspflichten entlastet werden. Das Anstellungsverhältnis von Lehrern und Hochschullehrern bleibt beim Staat oder der Kommune. Die eigenverantwortliche Schule und Hochschule soll sich ihr Lehrpersonal aber selbst aussuchen können. Bei der Auswahl der Lehrer und deren Bezahlung wollen wir Freie Demokraten Freiräume öffnen und die Gewinnung von Quereinsteigern aus der Wirtschaft mit guten Nachqualifikationsangeboten unterstützen. Dazu wollen wir zum Beispiel berufsbegleitende Aufbaustudiengänge und Mentoringprogramme durch erfahrene Lehrkräfte anstoßen. Außerdem wollen wir es den Schulen ermöglichen, attraktive und leistungsabhängige Gehälter zu zahlen.
(S. 14 f.)

Qualitätsoffensive Ganztagsschule
[…] Im Ganztagsunterricht sollen Lehrkräfte Kompetenzen verbessern und den Schülern Soft Skills - wie etwa Team-Building - beibringen. Dabei werden sie durch weiteres pädagogisches Personal und außerschulische Bildungsträger unterstützt. Der Nachmittagsunterricht muss dabei einen erkennbaren inhaltlichen Zusammenhang zu dem Unterricht am Vormittag bieten. Zudem soll an Ganztagsschulen auch der Ausbau von Jugendsozialarbeit und Schulsozialarbeit vorangetrieben werden.
(S. 16)

Lernen mit Inklusion
Wir Freie Demokraten wollen das qualitativ hochwertige bayerische Förderschulsystem erhalten und darüber hinaus KiTas und allgemeinbildende Schulen unterstützen, die Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf unterrichten. Beide Wege sind wichtige Angebote für individuelles Lernen. Um beste Bildung zu gewährleisten und Inklusion zu leben, fordern wir einen besseren Personalschlüssel für inklusive KiTas, sowie Fach- und Zusatzlehrer sowohl in Förderschulen als auch in Regelschulen, die inklusiven Unterricht anbieten.
Ziel muss es sein, in inklusiven Klassen zwei Fachkräfte in allen Fächern einzustellen, damit Schüler mit und ohne Förderbedarf gleichermaßen gefördert werden können. Um Schülern mit Lesebehinderung (meist Legastheniker) ein sinnvolles Lernen zu ermöglichen, müssen Ihnen Hörlehrbücher zur Verfügung gestellt werden.
(S. 18)

Lehrer ganzjährig beschäftigen
Wir Freie Demokraten fordern nicht nur eine gerechte Bezahlung, sondern auch eine gerechte Behandlung der Lehrer. Dazu gehört, dass das Anstellungsverhältnis bei Zeitverträgen auch die Ferienzeiten (einschließlich den August) beinhaltet und Lehrer damit für 12 und nicht nur für 11 Monate beschäftigt sind.
(S. 27)

Um ihrer gesellschaftlichen Bedeutung gerecht zu werden, um alle Bildungsaufgaben ausreichend finanzieren zu können, muss Bildung als gesamtgesellschaftliche und öffentliche Aufgabe von Bund und Ländern gemeinsam begriffen werden und ein wachsender Anteil des Bruttoinlandsproduktes für öffentliche Bildungsausgaben zur Verfügung stehen. […]
(S. 35)

- mehr Geld für Bildung: Die öffentlichen Bildungsausgaben sollen schrittweise auf 7 Prozent des Landeshaushalts erhöht werden und dauerhaft am wachsenden Bedarf ausgerichtet sein. Die Föderalismusreform, das heißt insbesondere das Verbot der Zusammenarbeit von Bund und Ländern im Bildungsbereich, ist rückgängig zu machen, das Kooperationsverbot umgehend abzuschaffen.
(S. 35)

Inklusion statt Exklusion: Um eine inklusive Schule herzustellen müssen Nachteile abgebaut werden. DIE LINKE wird sich dafür einsetzen, die UN-Behindertenrechtskonvention an Schulen konsequent durchzusetzen. Ebenso soll an Schulen verstärkt Schulsozialarbeit stattfinden sowie ein von pädagogisch ausgebildetem Personal durchgeführtes Nachmittagsprogramm. Länder und Kommunen müssen dafür ein Investitionsprogramm „Inklusive Bildung“ auflegen um Bildungseinrichtungen umfassend barrierefrei umzubauen und auszustatten
(S. 38)

Schulsozialarbeit wollen wir an jeder Schule und Berufsschule verankern. Hat eine Schule mehrere Schulteile bzw. mehr als 150 Schülerinnen und Schüler, muss mehr als eine Stelle vorhanden sein.
Es müssen ausreichende Mittel für die Qualifizierung der Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter bereitgestellt werden. Wir fordern die Finanzierung eines Schulbegleitungspools für die Kreise durch das Land.(S. 39)

DIE LINKE steht für: [u.a.]
- die Rücknahme der Personalkürzungen und Arbeitszeitverlängerungen sowie die Anrechnung mindestens einer Stunde (perspektivisch drei Stunden) im Wochenstundendeputat für Lehrkräfte mit Klassenleitungstätigkeit, Eltern- und Schülersprechstunden.
- die Reduzierung von Klassengrößen auf höchstens 25 Schülerinnen und Schüler. Mittelfristig sind zwei Lehrkräfte für 16 Schülerinnen und Schüler abzustellen, damit auch diejenigen mit besonderem Förderbedarf angemessen unterrichtet werden können.
- die inklusive Pädagogik in der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung und den Ausbau der Studienplätze für Lehramtsstudierende gemeinsam mit dem Bund - zunächst als Kontingent im Rahmen des Hochschulpakts. Studierende, die die Lehramtsausbildung in Form eines Bachelor-/Masterstudiengangs absolvieren, erhalten nach einem Bachelorabschluss, auf Wunsch auch nach einer Praxisphase, einen Rechtsanspruch auf einen Masterstudienplatz um das Studium erfolgreich beenden zu können. Strukturell soll es nur noch eine schulstufenbezogene Ausbildung mit gleichwertigen Berufsperspektiven geben.
- die Einrichtung von Schulsozialarbeit in allen Schulen und deren Vergabe an tariftreue Träger, die Tarifverträge des öffentlichen Dienstes anwenden.
(S. 39 f.)
- Die IT-Infrastruktur an Schulen muss durch Fachpersonal betreut werden. EntsprechendePlanstellen sollen kurz- und mittelfristig geschaffen werden.
(S. 51)

Die Zusammenarbeit von Eltern, Kinder- und Jugendarbeit, von Jugendhilfe und Schule, von Fachkräften der Schul-, Heil- und Sozialpädagogik sowie therapeutischen Kräften ist notwendiger Bestandteil inklusiver Bildung und Erziehung. Dazu brauchen wir personelle und rechtliche Voraussetzungen, aber auch ein generelles Umdenken.
(S. 49)

Schnittstelle Schule - Universität

Die CSU äußert sich in ihrem Wahlprogramm nicht explizit zur Schnittstelle Schule-Universität.

Zulassungsbeschränkungen werden wir Schritt für Schritt abbauen.
(S. 22)

Das wollen wir für Sie erreichen: [u.a.]
- Maßnahmen zur Berufsorientierung an Schulen, vor allem an Gymnasien ausbauen
- Übergänge zwischen akademischer und beruflicher Bildung optimieren
- Berufliche Abschlüsse an Hochschulen anerkennen
(S. 20)

Eine Absenkung des Niveaus von Studienabschlüssen lehnen wir ab.
(S. 20)

Das wollen wir für Sie erreichen: [u.a.]
- Numerus Clausus beim Medizinstudium grundlegend reformieren
(S. 30)

Damit künftige Studierende besser vorbereitet sind und seltener ihr Studium abbrechen, müssen die Studierfähigkeit und das Orientierungsangebot im Vorfeld des Hochschulzugangs dringend verbessert werden.
(S. 41)

Der Numerus clausus hat in vielen Fächern nicht mehr nur eine aufschiebende, sondern de facto eine ausschließende Wirkung. Das schadet am stärksten Schüler*innen, die mit schlechteren Bildungsvoraussetzungen gestartet sind oder aufgrund von schwierigen Lebenssituationen zeitweise Probleme in der Schule hatten. Diese soziale Ungerechtigkeit wollen wir beseitigen. Wir werden die Hochschulen darin unterstützen, Zulassungsbeschränkungen so weit wie möglich abzubauen und bei Zulassungsverfahren der individuellen Eignung einen größeren Stellenwert gegenüber der Abiturnote einzuräumen. Außerdem werden wir sicherstellen, dass alle Schüler*innen aus nichtakademischen Familien frühzeitig bei der Planung ihres weiteren Bildungsweges beraten und unterstützt werden, etwa durch Mentoringprogramme.
(S. 43)

Die Inflation der guten Noten hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass viele Schüler ein Abitur erhielten, obwohl ihre Leistungsfähigkeit den Anforderungen eines Hochschulstudiums nicht entspricht. Deshalb müssen die Anforderungen zur Erlangung dieses Abschlusses wieder seiner Ausrichtung als Zeugnis einer umfassenden Allge meinbildung mit einem stärkeren Fokus auf mathematisch- naturwissenschaftlichen Fächern im Gymnasium werden.
(S. 51f.)

Die AfD Bayern strebt die Gliederung der Hochschultypen in Universitäten mit ausschließlichem Promotionsrecht, Fachhochschulen für die wirtschaftsnahe Ausbildung und pädagogische Hochschulen für die besonderen Anforderungen des Lehramts an. Die Hochschulen sollen ihre Studenten nach eigenen Kriterien auswählen dürfen.
(S. 52)

Das Gymnasium soll Schüler auch auf Ausbildungsberufe vorbereiten und interessieren. Hierzu gehören auch vertiefende Praktika zur beruflichen Bildung und Orientierung. Das Projektseminar wollen wir im G9 vollständig erhalten. Wir Freie Demokraten sehen auch in der politechnischen Ausbildung am Gymnasiumeinen Weg, Abitur und Berufsausbildung zu vereinen. Diese Kombination soll im Rahmen der Profilbildung in der eigenverantwortlichen Schule nach den Bedürfnissen und Möglichkeiten vor Ort angeboten werden. Am Ende dieses Zweiges stehen sowohl das Abitur als auch eine abgeschlossene Ausbildung.
(S. 20)

Mehr Freiheit bei der Hochschulzulassung
Wir Freie Demokraten wollen die Auswahlkriterien bei der Zulassung von Studierenden flexibler gestalten. Eine reine Auswahl über einen Numerus clausus (NC) wird den individuellen Fertigkeiten und Kenntnissen von Bewerbern nicht immer ausreichend gerecht. Jede Hochschule soll daher für all ihre Studiengänge eigene Eignungstests einführen können, die die erforderlichen Qualifikationen prüfen. Außerdem wollen wir die Zahl der Studienabbrüche reduzieren, indem wir ein Studium generale fördern. “Schnupperstudiengänge” für leistungsbereite Schüler sollen schon neben der Oberstufe flächendeckend angeboten werden.
(S. 24)

Zudem wollen wir Freie Demokraten die Förderung von Technologie- und Innovationstransfers sicherstellen. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht Bayern konkrete Kooperationsprojekte zwischen beruflicher und akademischer Bildung, zwischen Hochschulen, Kompetenz-Bildungszentren und der Wirtschaft sowie die stärkere Vernetzung beider Bildungssektoren durch Leuchtturmprojekte. Um den dualen Gedanken zu stärken, fordern wir bayerische Pilotprojekte, sowohl für die duale Bildung in der Sekundarstufe I, als auch für ein Schulprofil Duales Gymnasium (Hochschulreife und Gesellenbrief).
(S. 53)

DIE LINKE steht für: [u.a.]
- die Förderung der Aus- und Weiterbildung von Beschäftigten. Insbesondere werden Menschen ohne Abitur mit Berufserfahrung zum Studium an Universitäten und Fachhochschulen zugelassen. Es muss einen Ausbau von Qualifizierungsangeboten statt einen Abbau von Weiterbildungsmaßnahmen geben. Vor allem Geflüchteten bleibt der Zugang oft verwehrt. Ausbildungsbegleitende Maßnahmen müssen an eine Ausbildungserlaubnis und nicht Aufenthaltsstatus und Herkunftsland gekoppelt werden.
(S. 41)

- die Abschaffung von Zulassungsbeschränkungen, die Öffnung der Hochschulen auch für Menschen ohne Abitur, den an der realen Nachfrage orientierten Ausbau der Studienplatzkapazitäten sowie die Abschaffung sämtlicher Studien- oder Prüfungsgebühren.
(S. 45)

Kultur, Religion und Religionsunterricht

[…] Dialekt ist die Wurzel der Sprache, bereichert die Sprachkultur und stiftet Identität. Deshalb gibt es an unseren Schulen einen neuen Unterrichtsschwerpunkt „Mundart und regionale Kultur“. Seit 2008 haben wir tausende zusätzliche Lehrerstellen in allen Schularten geschaffen. Außerdem stellen wir noch mehr Lehrer ein: Wir können anders als andere Länder den gestiegenen Lehrerbedarf problemlos mit qualifizierten Lehrkräften sichern.
(S. 2)

Erfolgreiche Integration beginnt bei uns schon bei den Jüngsten mit kultureller Bildung und Werteerziehung. Kinder von Zuwanderern ohne ausreichende Sprachkenntnisse übernehmen wir nicht zu früh in den Regelunterricht. Dadurch wollen wir verhindern, dass sich die Bildungschancen unserer einheimischen Kinder verringern. Aus den bisherigen Übergangsklassen werden daher 600 Deutschklassen für den ganzen Tag. Neben intensiver
Sprachförderung gibt es Wertekundeunterricht für Kinder von Zuwanderern.
(S. 3)

4. Wer zu uns kommt, muss sich an unsere Werte halten Bayern ist das Land der gelingenden Integration. Integration hat bei uns eine Richtung: unsere Leitkultur. Sie ist unsere Hausordnung, unsere Alltagskultur für ein gelingendes Miteinander in unserem christlich-abendländisch geprägten Land.
Wir schützen die christlich-abendländische Prägung Bayerns. […] Kultursensibilität führt bei uns nicht zur Umwidmung oder Umbenennung unserer christlichen Feste und Bräuche aus vorauseilendem Gehorsam gegenüber Anders- oder Nichtgläubigen. Kultursensibilität bedeutet für uns Achtsamkeit auf die eigene Kultur. […] Das Kreuz ist in erster Linie ein religiöses Symbol. Es ist aber auch DAS Symbol für Menschenwürde, Nächstenliebe und Toleranz. Das Kreuz grenzt niemanden aus. Unter Beachtung der Rechtsprechung haben wir deshalb in allen Behörden des Freistaates ein sichtbares Kreuz angebracht.
(S. 9)

Jeder, der bei uns leben möchte, muss sich an unsere Werte, Sitten und Gebräuche anpassen und nicht umgekehrt. Wer dazu bereit ist, diese selbstverständlichen Grundvoraussetzungen anzunehmen, hat in Bayern die besten Start- und Zukunftschancen. […]
Bei uns gilt der Grundsatz des Forderns und Förderns. Mit einem Bündel an Maßnahmen haben wir frühzeitig die Voraussetzungen für gelingende Integration und das Erlernen der deutschen Sprache geschaffen. Wir investieren in Bildung und Sprache zur Förderung der Integration. Doch Integration ist mehr als das Beherrschen der deutschen Sprache und auch mehr als die Achtung unseres Grundgesetzes. Der Maßstab der Integration ist unsere Leitkultur. Dies muss bundesweit gelten. Wir dürfen keinen integrationspolitischen Flickenteppich zulassen, der in manchen Ländern Clan-Strukturen und Parallelgesellschaften befördert.
Die Debatte über unsere Werte und über gelingende Integration nach dem Maßstab unserer Leitkultur gehört in den bürgerlichen Raum unserer Mehrheitsgesellschaft. Wir überlassen diese Thematik auch in Zukunft weder dem linken noch dem rechten Rand.
[…] Unbestritten gehört die Ablehnung jeglicher antisemitischen Tendenzen aber zu unserer Leitkultur. Die neuen Formen des Antisemitismus, Rassismus und Radikalismus – egal, ob durch Rechtsextremismus, Linksextremismus oder Islamismus – dürfen wir auch nicht im Ansatz tolerieren.
(S. 10)

[…] Eine vermeintliche „Leitkultur“ gab es im demokratischen Bayern nie und wir brauchen auch keine. Der Staat hat nicht die Aufgabe, Religion und Weltanschauung zu regeln. Wir stehen zum Grundgesetz und zur Bayerischen Verfassung als Grundlagen unseres Zusammenlebens. Diese Werteordnung gilt für alle, die hier leben. Auf dieser Basis entfaltet sich die Vielfalt unserer Lebensentwürfe: In Stadt und Land, religiöser oder weltlicher, traditioneller oder moderner – so, wie wir eben leben wollen. Diese Vielfalt und Toleranz gegenüber anderen Lebensentwürfen macht unser Bayern stark.
(S. 4)

Wir begreifen Vielfalt als Chance. Kinder mit Migrationshintergrund sind eine Bereicherung und erfordern unsere größtmögliche Aufmerksamkeit. Da Schulerfolg von den Sprachkenntnissen erheblich abhängt, sorgen wir dafür, dass sie beim Erwerb der deutschen Sprache unterstützt werden und zur allgemeinen Sprachentwicklung zusätzlichen Unterricht in ihrer Muttersprache erhalten.
(S. 20)

Sprache, Bildung und Arbeit sind Grundlagen für die Integration Der Schlüssel zur Integration ist die Sprache. Wie können wir eine starke Gemeinschaft sein, wenn wir uns gegenseitig nicht verstehen? Wir wollen Sprachförderung von Anfang an, beginnend mit frühkindlicher Bildung im Rahmen der Kinderbetreuung. Die Sprache ermöglicht den Weg in erfolgreiche schulische und berufliche Bildung mit dem Ziel, auf eigenen Beinen zu stehen. Mangelnde Sprachkenntnisse führen in die Isolation und in die Abschottung von der Gesellschaft. Und ohne gute Sprachkenntnisse gibt es keine Chancengerechtigkeit und kein Miteinander. Das Erlernen der deutschen Sprache wollen wir deshalb als zwingende Voraussetzung für Integration fördern und auch einfordern.
(S. 30)

Eine starke Integration in der Schule braucht starkes Personal.
Wir werden den Lehrkräftebedarf insbesondere an den bayerischen Grundschulen überprüfen und die Ausbildung neuer Grundschullehrer*innen entsprechend anpassen. Wir wollen die Aus- und Fortbildung von Lehrer*innen in den Bereichen „Deutsch als Zweitsprache“ und „interkulturelle Kompetenzen“. Islamunterricht muss auf Deutsch erteilt werden, von in Deutschland ausgebildeten Lehrer*innen und flächendeckend unter staatlicher Kontrolle. Wir setzen zudem auf mehr Schulsozialarbeiter*innen und Trauma-Teams für traumatisierte Kinder und Jugendliche. Auch die Hochschulen wollen wir bei Angeboten wie Bildungsberatung und Sprachkursen stärken.
(S. 31)

Das wollen wir für Sie erreichen: [u.a.]
- Kulturelle Vielfalt Bayerns sichern
- Brauchtum und Dialekte erhaltenHeimatkunde in den Lehrplänen stärken
(S. 12)

Das wollen wir für Sie erreichen: [u.a.]
- Traditionen bewahren: Politische, kulturelle und soziale Gemeinschaft der Landsmannschaften erhalten und stärker fördern
- Bayerisch-tschechische Schulpartnerschaften verstärken
- Stärkere Verankerung von Geschichte, von Flucht und Vertreibung von Heimatvertriebenen und Aussiedlern in bayerischen LehrplänenAussiedler und deutsche Minderheiten im Ausland: Integration erleichtern, Brücken bauen, Kultur und Brauchtum fördern
(S. 13)

Unsere Gesellschaft ist in den letzten 30 Jahren religiös-weltanschaulich pluraler geworden. Wir wollen dem erkennbar gefährdeten gesellschaftlichen Zusammenhalt durch die schrittweise und schulartspezifische Einführung eines verpflichtenden Unterrichtsfaches „Philosophie und Religionskunde“ begegnen. Alle Schüler*innen sollen gemeinsam die Welt und die menschliche Existenz ergründen, deuten und verstehen lernen sowie erfahren, welche Antworten die verschiedenen religiösen und nichtreligiösen Weltanschauungen auf die Fragen, die sich dabei stellen, geben. Damit fördern wir friedliches Zusammenleben und Integration und wirken Fremdenfeindlichkeit, Fundamentalismus und Terrorismus entgegen. Der in Artikel 7 Abs. 3 GG garantierte bekenntnisgebundene Unterricht wird weiter angeboten.
(S. 37 f.)

Mit der Zweiten lernt man besser – für eine zweite pädagogische Fachkraft
Inklusion, Integration, unterschiedliche Deutschkenntnisse der Schüler*innen, vielfältige schüler*innengerechte Unterrichtsformen, der Wunsch nach individueller Förderung – die Anforderungen an die Lehrkräfte steigen. Die personelle Ausstattung der Schulen hält meistens nicht Schritt. Wir wollen schrittweise eine zweite pädagogische Fachkraft in den Klassen etablieren. Das kann, muss aber kein*e Lehrer*in sein, sondern bei Bedarf auch ein Heil- bzw. Sozialpädagoge oder eine Psychologin. Beginnen wollen wir dabei in den Grund- und Mittelschulen. So können Wissen und Kompetenzen besser und individueller vermittelt werden.
(S. 64)

Ein Schwerpunkt unserer Kulturpolitik ist die Erinnerungskultur, nicht etwa der alleinigen Rückschau wegen, sondern als ein Erinnern für Gegenwart und Zukunft. Eine immer wieder neu geführte Diskussion über die Frage, wie die NS-Verbrechen, wie die deutsche Kolonialgeschichte und wie deren „Aufarbeitung“ unser Selbstverständnis prägen, ist für uns unerlässlich. Deswegen wollen wir, dass alle Schüler*innen mindestens einmal mit ihrer Schule eine KZ-Gedenkstätte besuchen. […]
(S. 82)

Deutsch lernen ist die Basis für eine erfolgreiche Integration. Besonders in ländlichen Gebieten fehlt hierzu häufig die Infrastruktur. Deshalb werden wir das Angebot an Sprach- und Integrationskursen flächendeckend ausweiten. Wir werden Frauen und Kinder gezielt fördern, die kurs-begleitende Kinderbetreuung ausbauen und Schulen und Kitas bei ihrer Integrationsaufgabe besser unterstützen. Wir setzen uns dafür ein, dass in den Kursen wichtige Themen wie die Rechte und die Stellung der Frau, die Rechte von Lesben, Schwulen und Trans*-Personen und die historisch begründete besondere Solidarität mit jüdischen Menschen klar vermittelt werden. Alle Kinder haben das gleiche Recht auf Bildung, unabhängig vom Aufenthaltsstatus ihrer Eltern. Das Menschenrecht auf Bildung gilt deshalb ab dem ersten Tag – auch in Aufnahme- und Rückkehreinrichtungen.
(S. 91)

Dialog mit den Religionen
Wir sehen alle Religionen in unserem Land als gleichberechtigt an. Wir werden dafür sorgen, dass alle Menschen ihre Religion frei ausüben können und bestehende Vorurteile und Ängste auf allen Seiten abgebaut werden. In Bayern werden wir den Modellversuch zum staatlichen Islamunterricht bedarfsgerecht in ein dauerhaftes Angebot überführen. Von allen Religionsgemeinschaften und Verbänden erwarten wir ein klares Bekenntnis zum Grundgesetz.
(S. 95)

Schulen öffnen für die Einwanderungsgesellschaft
Bayern ist ein Einwanderungsland, und das heißt: Egal aus welchen Gründen Menschen zu uns kommen, ihre Kinder haben ein Recht auf Bildung. Schlüssel zu Bildung und zu Integration ist das Erlernen der deutschen Sprache. Deshalb wollen wir die Schüler*innen durch zusätzliche und fest angestellte Lehrkräfte mit der Kompetenz „Deutsch als Zweitsprache/ Fremdsprache“ unterstützen. Darüber hinaus werden wir im Lehramtsstudium sowie in den Fortbildungen für alle Lehrkräfte die Kompetenz für „sprachsensiblen Unterricht“ fächerübergreifend im bayerischen Bildungssystem verankern. Aber auch der wertschätzende Umgang mit den Herkunftssprachen der Familien muss zum wichtigen Bestandteil schulischen Lehrens und Lernens werden. Lehramtsstudierende müssen im Umgang mit interkulturellen und antirassistischen Themen geschult und Lehrkräfte dahingehend fortgebildet werden. Denn die gesellschaftliche Vielfalt, Heterogenität und Mehrsprachigkeit spiegeln sich auch in unseren Klassenzimmern wider.
(S. 97)

2.2. Der Islam gehört nicht zu Bayern
Die Alternative für Deutschland tritt für den freiheitlichdemokratischen und säkularen Rechtsstaat ein, der den allgemeinen Menschenrechten verpflichtet ist und über religiösen Geboten steht. Mit diesem Staatsverständnis ist der orthodoxe Islam auf der Grundlage von Koran und Sunna nicht vereinbar. Die AfD erkennt uneingeschränkt die Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit an. Sie fordert jedoch, der Religionsausübung (gemäß Art. 140 Grundgesetz i. V. m. Art. 136 Abs. 1 Weimarer Reichsverfassung) Schranken zu setzen durch die staatlichen Gesetze, die Menschenrechte und unsere Werte.
[…]
(S. 19)

2.2.3. Keine Vollverschleierung in der Öffentlichkeit – kein Kopftuch im öffentlichen Dienst
Die AfD fordert ein allgemeines Verbot von Burka und Niqab in der Öffentlichkeit, weil sie die Trägerin von der Umwelt abschotten und das Zusammenleben in der Gesellschaft erschweren. In staatlichen Bildungseinrichtungen soll das Kopftuch, ein religiös-politisches Zeichen der Unterordnung von Muslimas unter den Mann, weder von Lehrerinnen noch von Schülerinnen getragen werden in Anlehnung an das französische Modell.
(S. 20)

Im schulischen Unterricht soll der Geschichte des Islams und des Nahen Ostens und Nordafrikas mehr Raum eingeräumt werden und dabei insbesondere auch auf die dunklen Kapitel dieser Geschichte, wie die Sklaverei oder die zahlreichen Genozide, zum Beispiel den Armeniergenozid, eingegangen werden. Ausländerextremismus, Islamismus, Linksextremismus und Rechtsextremismus sollen im schulischen Unterricht den gleichen Raum erhalten und
die jungen Menschen für die Gefahren extremistischer Bewegungen in gleicher Weise sensibilisiert werden.
(S. 27)

Bildung umfasst die ganze Persönlichkeitsentwicklung und ist in hohem Maß abhängig von sozialen Bindungen und der eigenen Motivation. Wir wenden uns daher entschieden gegen die Reduzierung des Bildungsbegriffs auf die Katalogisierung und Festlegung sogenannter Kompetenzen. Die Rolle der Familie als Kern für die Sicherung des Bildungserfolgs ist zu würdigen – etwaige Defizite können von Bildungseinrichtungen nur zum Teil kompensiert werden – Familie ist nicht ersetzbar.
In den bayerischen Schulen soll an erster Stelle die Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten stehen. Eltern, Schüler und Lehrer stehen in der Pflicht, dass Schüler ausbildungs- und arbeitsfähig werden. Das oberste Ziel der Schule muss es sein, mündige und selbstständig denkende Menschen heranzubilden. Nach den Wertvorstellungen unserer christlich- abendländischen Gesellschaft und der bayerischen Verfassung sind alle Schüler im Geiste der Demokratie und in einer traditionellen Verantwortung zur bayerischen Heimat und dem deutschen Volk zu erziehen.
Im bayerischen Bildungssystem haben unsere Werte und Normen zu gelten. Disziplin, Ordnung, respektvoller Umgang, Pünktlichkeit und Rücksichtnahme gegenüber Erziehern, Lehrern, aber auch unter den Kindern sind verstärkt durchzusetzen.
Um Bayern weiterhin seine Stellung als hervorragender Wirtschafts- und Forschungsstandort zu erhalten, ist es notwendig, Schüler entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten zu fördern. Jegliche Förderung muss entsprechend der Bereitschaft und Motivation des Betroffenen erfolgen. Dies kann nur durch ein mehrgliedriges Schulsystem ermöglicht werden. Dabei ist das Leistungsprinzip mit klar erkennbaren Lerninhalten wieder in den Vordergrund zu rücken, eine bloße Vermittlung von Kompetenzen reicht nicht aus.
(S. 45)

6.1. KULTUR UND IDENTITÄT
6.1.1. Die deutsche Sprache schützen und fördern
Die deutsche Sprache als hoch entwickelte Kultursprache und ihre Dialekte stellen die Grundlage unserer bayerischen und kulturellen Identität dar. Sie sind zudem zentrale Grundlagen des gesellschaftlichen und politischen Zusammenhalts in unserem Sprach- und Kulturraum, der weltbedeutende Leistungen in Wissenschaft, Technik und Kunst hervorgebracht hat.
Daher soll die deutsche Sprache durch Aufnahme in die bayerische Landesverfassung als allein gültige Landessprache und Amtssprache geschützt, gepflegt und gefördert werden. Die bayerischen Dialekte sind in ihrer Vielfalt weltweit einmalig. Dieses unschätzbare Kulturgut ist als wesentliches Identitätsmerkmal der bayerischen Stämme zu bewahren und zu erhalten.
Als sprachliche Verständigungsgrundlage in Deutschland ist der Erwerb von sicheren Deutschkenntnissen für Zuwanderer unabdingbar. Frühenglisch und Immersionsunterricht in Kindergärten und Schulen behindern die sprachliche Integration von Zuwanderern.
Die Lehrsprache an bayerischen Bildungseinrichtungen ist grundsätzlich Deutsch, sofern der Unterrichtsinhalt nichts anderes erfordert. Angebote für „muttersprachlichen Ergänzungsunterricht“ für Migranten bzw. deutsche Staatsbürger aus Einwandererfamilien behindern die Bemühungen um den Erwerb der deutschen Sprache und die Integration.
In Schule, Hochschule und Universität ist der Stellenwert des sorgfältigen Gebrauchs eines guten und verständlichen Deutschs in Wort und Schrift zu erhöhen. Die Sprachpflege und Weiterentwicklung der deutschen Sprache liegt auch im Interesse der Hochschulen. Deutsch als Wissenschaftssprache soll erneut etabliert werden. Die Bedeutung des Englischen als moderne Weltverkehrssprache wird dabei durchaus anerkannt.
(S. 45 f.)

[…] Der Bau von Minaretten, die ohne jede Ausnahme ein Symbol des islamischen Herrschaftsanspruchs darstellen, ist zu unterbinden. Das Tragen einer Burka steht dem bisherigen menschlichen Umgang in Bayern entgegen und widerspricht der abendländischen Weise des freien und offenen Zusammenlebens. Wir wenden uns daher gegen eine Islamisierung des öffentlichen Raums: keine Minarette, keine Muezzinrufe und keine Vollverschleierung.
Der Islam als politische Ideologie ermöglicht unter dem Deckmantel der Religion keine kritische Auseinandersetzung mit seinen Inhalten. Ihm darf deshalb kein Platz an den bayerischen Bildungseinrichtungen eingeräumt werden. Der Islamunterricht an bayerischen Schulen soll daher abgeschafft bzw. seine Neueinführung verhindert werden. Muslimische Feiern, verpflichtende Moscheebesuche, Diskussionen mit Imamen oder das Lernen von Koransuren gehören in die Privatsphäre und haben an bayerischen Schulen nichts verloren. Wir fordern ein ausnahmsloses Kopftuchverbot für Lehrerinnen und Erzieherinnen im öffentlichen Dienst und in Bildungseinrichtungen unter staatlicher Aufsicht. Auch für Schülerinnen und Kinder in vorschulischen Bildungseinrichtungen soll dort ein ausnahmsloses Kopftuchverbot gelten. Die AfD setzt sich dafür ein, dass an Bayerns Schulen ein ausgewogenes Bild der deutschen Geschichte vermittelt wird. Alle Epochen sind dabei angemessen zu vermitteln. Die Kenntnis der deutschen Geschichte in ihrer ganzen Breite ermöglicht die Identifikation mit den positiven Ausprägungen der eigenen Kultur. Ein breites historisches Wissen umfasst u. a. das Mittelalter, die frühe Neuzeit mit dem deutschen Humanismus und der Reformation, aber auch die Deutschland lange Zeit prägende Epoche des Dreißigjährigen Kriegs. Ebenso sollte die kulturelle Blüte während der Aufklärung und des deutschen Idealismus sowie während des 19. Und frühen 20. Jahrhunderts nahegebracht werden, das das Ringen der Deutschen für Demokratie, freie Meinungsäußerung und Gedankenfreiheit umfasst. Bei der Darstellung der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft und ihrer bis heute andauernden Folgen ist auch die Rolle des Einzelnen in einem totalitären Staat zu behandeln, um den Wert individueller Freiheiten zu erfahren. Die angemessene Würdigung des Schicksals der Opfer, unter ihnen Millionen deutscher ziviler Opfer, ist uns ein Anliegen. Besonders sollte auf das Schicksal der Heimatvertriebenen und Aussiedler eingegangen werden. Die AfD bekennt sich zur Versöhnung und zum Frieden und fordert daher, keine Opfer zu vergessen. Vielmehr ist ihr Andenken die Basis für eine ehrliche und wirkliche Aussöhnung.
(S. 47 f.)

6.2. Schulen und Hochschulen als Orte der Bildung und des Wissenserwerbs
Neben dem Erwerb eines angemessenen Wissensniveaus in Breite und Tiefe in den Bereichen Mathematik, Deutsch, Fremdsprachen, Natur- und Geisteswissenschaften wie auch der kulturellen Allgemeinbildung liegt das Ziel in der Heranbildung verantwortungsbewusster freier junger Menschen für ein demokratisches Gemeinwesen. Wir wollen freie Bürger, keine Untertanen und lehnen daher die Tätigkeit und Einflussnahme politischer Lobbyorganisationen an Schulen und Kindergärten ab – ob privat- oder steuerfinanziert. Einseitige Darstellungen, vorgefertigte Meinungen oder politische Beeinflussung haben an Bildungseinrichtungen nichts verloren. Inhalte sollten kritisch hinterfragt werden dürfen. Deswegen sind wir gegen Suggestivtechniken, die der Indoktrinierung dienen, an bayerischen Bildungseinrichtungen oder staatlich vorgegebene Darstellungen in Schul- und Lehrmedien, aber auch bei schulischen Ausstellungsbesuchen und Theatervorführungen. Insbesondere wenden wir uns gegen die politische Indoktrination durch Vorgaben von Europäischer Union, Landes- und Bundesministerien und anderen Institutionen. Alle bayerischen Schüler sollen ihre politische Meinung frei bilden dürfen. Entschieden lehnen wir Aufrufe zu einseitigem „Kampf gegen Rechts“ an Schulen oder bei schulnahen Veranstaltungen ab, wie sie immer wieder mit Unterstützung von linken bis linksradikalen Organisationen erfolgen. Verstöße gegen die Neu-tralitätspflicht der Behörden und der Lehrer und Erzieher an bayerischen Bildungseinrichtungen sind zu ahnden. Das Wirken der Initiative „Schule mit Courage – Schule ohne Rassismus“ an bayerischen Schulen als bundesweites Indoktrinationsnetzwerk ist umgehend und ersatzlos zu beenden.
(S. 48)

Konfessionsübergreifender Religionskundeunterricht
Wir fordern die Einführung eines gemeinsamen Religionskunde- und Ethikunterrichts, der Wissen und Verständnis über alle Religionen und Weltbilder vermittelt. Damit bekräftigt die FDP ihre Forderung nach Trennung von Kirche und Staat, nach staatlicher Neutralität und Unparteilichkeit gegenüber allen Religionsgemeinschaften auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
(S. 18)

Lernen mit umfassender Politischer Bildung
Gerade in Zeiten sinkender Wahlbeteiligung und dem erstarken populistischer Bewegungen sehen wir eine erhöhte Notwendigkeit von politischer Bildung an Schulen. Dazu gehören auch neutrale Informationsmöglichkeiten über politische Parteien und deren Ziele. Deshalb wollen wir es den Schulen erleichtern, mehr politische Veranstaltungen mit den Vertretern politischer Parteien und somit auch den Verfechtern verschiedener Positionen während und außerhalb der Schulzeit abzuhalten.
Die Schulen müssen es als ihre Aufgabe sehen, den Schülern ein - an die regionalen und bundesdeutschen Umstände angepasstes und trotzdem so breit wie möglich gefächertes – politisches Bild zu vermitteln. Mögliche Formen dieses Diskurses sind Townhall-Meetings, Podiumsdiskussionen, Debatten oder ähnliche Veranstaltungen. Zudem müssen die Schulen sicherstellen, dass die Schüler sich - beispielsweise durch Redebeiträge oder Fragen - an den Vorträgen, Diskussionen und Debatten beteiligen können und die Möglichkeit erhalten, Aussagen der Vertreter der politischen Parteien auch kritisch zu hinterfragen. Wir Freie Demokraten fordern die Schulen dazu auf, bei derartigen Veranstaltungen eine möglichst ausgeglichene Gewichtung zwischen den politischen Kräften zu finden und hierbei auch auf die Wünsche der Schüler einzugehen.
(S. 21)

Wir Freie Demokraten verstehen die bayerische Identität als inklusiv, vielfältig und dynamisch: Inklusiv, weil sie Menschen nicht ausgrenzt, sondern einlädt, Teil unserer Gesellschaft zu werden. Vielfältig, weil unsere pluralistische Gesellschaftaus Individuen besteht. Und dynamisch, weil Kultur und Lebensweise der Bayern sich seit jeher durch Impulse von innen und Einflüsse von außen weiterentwickeln. Das bayerische „Wir“ lässt sich daher nicht in eine von oben verordnete „Leitkultur“ pressen.
(S. 70)

„Eine Schule für alle“ beschreibt Wege zu einer gemeinsamen Schule für alle Kinder, unabhängig von sozialer, kultureller oder ethnischer Herkunft, unabhängig von Alter und Geschlecht, unabhängig von der Religionszugehörigkeit und unabhängig von Behinderungen. Diese Schule ist von einer Lehr- und Lernkultur gekennzeichnet, in der gegenseitige Achtung und Akzeptanz wie auch das Lernen mit- und voneinander selbstverständlich sind. Sie fördert kollektives und regt individuelles Lernen an. Sie vermittelt den Umgang mit Verschiedenheit und somit interkulturelle Kompetenz; sie sensibilisiert für Geschlechtergerechtigkeit. Dadurch wird ermöglicht, dass alle Schülerinnen und Schüler erfolgreich einen Schulabschluss erreichen können.
(S. 37)

Lebensgestaltung als Ziel – Ethikunterricht für alle: Wir wollen den Ethikunterricht so reformieren, dass alle Schülerinnen und Schüler mit ihren unterschiedlichen weltanschaulichen, kulturellen und religiösen Hintergründen gemeinsam über ethische Fragen diskutieren können. Der bekenntnisorientierte Religionsunterricht an Schulen soll als Wahlfach angeboten werden, an dem sich alle Religionsgemeinschaften beteiligen können.
Der Kruzifix-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts von 1995 muss in Bayern endlich umgesetzt werden. Religiöse Symbole haben an staatlichen Einrichtungen nichts zu suchen; diese müssen religiös und weltanschaulich neutral sein.
Das Menschenrecht auf freie Religionsausübung schließt das Recht auf öffentliches Bekenntnis zu einer Religion ein. DIE LINKE spricht sich gegen Verbote von religiös motivierter Bekleidung aus und lehnt eine Einschränkung von Beschäftigtenrechten auf dieser Grundlage ab.
Der rechtswirksame Eintritt und Austritt aus einer Religionsgemeinschaft bzw. Kirche oder weltanschaulichen Gemeinschaft muss für die Bürgerinnen und Bürger kostenfrei sein und darf nicht behindert werden.
(S. 38)

4.8. Religionsfreiheit
DIE LINKE bekennt sich zu einer Trennung von Staat und Religion. Die Religionsfreiheit muss dabei gewährleistet sein. Religionsfreiheit heißt, dass Menschen ihren Glauben, im Rahmen des Grundgesetzes, leben dürfen ohne dadurch Nachteile zu haben. Religionsfreiheit heißt aber auch, dass Menschen konfessionslos oder Atheisten sein dürfen, ohne dadurch Nachteile zu haben.
Keine Religion, Glaubensrichtung oder Weltanschauung darf einer anderen gegenüber bevorzugt oder benachteiligt werden. Historisch Gewachsenes kann nicht in Kürze mit einem Federstrich beseitigt werden, jedoch müssen bisherige Privilegien von Religionen und weltanschaulichen Gemeinschaften abgebaut und beseitigt werden.
Religionsfreiheit geht aber über das Private hinaus. Sie beinhaltet, dass Religionsgemeinschaften und weltanschauliche Gemeinschaften im Rahmen des Grundgesetzes ihre ethischen, sozialen und politischen Ansichten und Positionen in der Öffentlichkeit vertreten können. Regierungen und staatliche Behörden müssen von ihnen kritisiert werden dürfen. […]
DIE LINKE tritt für die rechtliche Gleichstellung aller Religionsgemeinschaften ein. Wie bei den Staatsverträgen mit den Kirchen und jüdischen Gemeinden fordern wir einen Staatsvertrag mit muslimischen Verbänden, der u.a. Ausbildung und Anerkennung von Religionslehrern und Seelsorgern, Moscheenbau, Bestattungswesen, Fragen der seelsorgerischen Betreuung in öffentlichen und nichtöffentlichen Einrichtungen und des Zusammenwirkens mit staatlichen Einrichtungen regelt. Religiöse Neutralität des Staates bedeutet Gleichbehandlung und Achtung vor der religiösen Vielfalt der Menschen in der Bundesrepublik.
DIE LINKE steht für gegenseitige Toleranz, Rücksichtnahme und gleichberechtigtes Miteinander aller Religionen und Weltanschauungen. Dies betrifft auch Arbeitsbefreiungen an Feiertagen. DIE LINKE fordert die Anerkennung jüdischer und muslimischer Feiertage als staatlich geschützte Feiertage durch eine Vereinbarung mit den Religionsgemeinschaften. […]
(S. 59 ff.)

DIE LINKE. Bayern steht für: [u.a.]
• die strikte Ablehnung des „Leitkultur“-Gedankens, der nichts anderes ist, als der Versuch Kultur völkisch und nationalistisch zu vereinnahmen. Kultur ist vielfältig und bunt.
(S. 62)

Derzeit werden geflüchtete Kinder in Bayern erst beschult, wenn sie einer Kommune endgültig zugewiesen wurden und dort ihren Wohnsitz haben. Diese Praxis widerspricht der von Deutschland unterschriebenen UN-Erklärung über die Menschenrechte der Kinder und ist damit rechtswidrig. Besonders integrationsfeindlich ist der neue Erlass zur Beschulung von geflüchteten Jugendlichen: Mit ihrem 18. Lebensjahr endet derzeit ihre Beschulung – falls sie bis dahin nicht bereits eine duale Ausbildung oder eine Fachschulausbildung aufgenommen haben. Das hindert sie vielfach daran, ihre Deutschkenntnisse in den Seiteneinsteigerklassen zu vervollständigen.
Auch eine Integration in Regelklassen gemäß dem erreichten Wissensstand ist oft nur eingeschränkt möglich, da die geflüchteten Kinder dann viel älter als ihre Mitschülerinnen und Mitschüler sind. Für diese Gruppen müssen andere, altersadäquate Lernangebote gefunden werden, die ihrem Lernstand, aber vor allem ihrem Reifeprozess und ihren Fähigkeiten und beruflichen Interessen entsprechend gestaltet werden.
(S. 76)

Die Linke fordert: [u.a.]
- ein größeres Angebot an Deutschkursen und einen besseren Zugang zu Bildung. AllenGeflüchteten sollen gebührenfreie Deutschkurse unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus und ihrer „Bleibeperspektive“ angeboten werden. Die Rahmenbedingungen für Intensivklassen für Seiteneinsteiger ohne Deutschkenntnisse an den Schulen wollen wir verbessern: Die starren Altersgrenzen müssen beseitigt, Klassengrößen gesenkt und damit Lehrerinnen und Lehrer entlastet sowie bessere Abschlussmöglichkeiten geschaffen werden. Kinder brauchen auch in den Erstaufnahmeeinrichtungen Zugang zu schulischer Bildung. Schulbesuch für geflüchtete Jugendliche soll bis zum Ende eines ersten Schulabschlusses gewährleistet sein.
(S. 77)

DIE LINKE. Bayern fordert daher: [u.a.]
- die Abschaffung des Bayerischen Integrationsgesetzes.
- aktive Maßnahmen gegen Bildungsbenachteiligungen. Die Chancengleichheit muss durch frühkindliche Bildungsangebote, gute schulische Förderung und gezielte Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche erhöht werden. Wir wollen die monokulturelle und monolinguale Bildungstradition überwinden. Schulen müssen besser auf sprachlich vielfältige Schulklassen und eine Schülerinnen- und Schülerschaft mit zahlreichen Migrationsbiographien ausgerichtet werden.
- die Förderung und Aufwertung der Herkunftssprachen. Der herkunftssprachliche Schulunterricht muss aufgewertet und als gleichwertiges Schulfach angeboten werden. Den Unterricht durch Konsulatslehrkräfte wollen wir beenden. Migrationsbedingte Mehrsprachigkeit muss als gesellschaftliche und individuelle Ressource anerkannt und gefördert werden.
- dass bekenntnisorientierter Religionsunterricht, sofern er an Schulen angeboten wird, für alle Religionsgemeinschaften ermöglicht wird. Der weit verbreiteten Stigmatisierung von Menschen muslimischen Glaubens stellen wir uns entschieden entgegen.
(S. 79 f.)

Inklusion

Wir treiben die Inklusion von Menschen mit Behinderung voran. Wir wollen neue Schwerpunkte wie etwa die Steigerung der Barrierefreiheit setzen - sei es in öffentlich zugänglichen staatlichen Gebäuden oder im Online-Bereich. Inklusion soll möglichst in allen Lebensbereichen verwirklicht werden. Wichtige Schwerpunkte sind die Inklusion ins Arbeitsleben sowie in der Schule. Wir wollen die Barrierefreiheit in Bayern fördern und Teilhabe im Freistaat verwirklichen.
(S. 7)

Mit dem Angebot von Gemeinschaftsschulen nehmen wir den Druck aus den Grundschulen und sorgen für mehr Chancengleichheit. Bis zur Umsetzung der Gemeinschaftsschule soll die Entscheidung über die Schullaufbahn nach der 4. Klasse in die Hände von Eltern und Lehrern gemeinsam gehen. Für eine Schule, die längeres gemeinsames Lernen ohne Aussieben der Schwächeren und die gemeinsame Teilhabe von Kindern mit und ohne Handicaps ermöglicht, brauchen wir neue Lehrer*innenbildung.[…]
(S. 19 f.)

Bayern muss die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ernst nehmen und schnellstmöglich Inklusion an den Bildungseinrichtungen zu schaffen. Echte Inklusion gelingt, wenn auf die Bedürfnisse von Schüler*innen und von Lehrkräften gleichermaßen eingegangen wird. Neben baulichen Voraussetzungen gehören dazu multiprofessionelle Teams (mindestens eine*n Schulsozialarbeiter*in in Vollzeit und unbefristet, Schulpsycholog*innen und Beratungslehrkräfte) die allen Schulen zur Verfügung stehen. Inklusion muss an allen Schularten Wirklichkeit werden.
(S. 20)

Ausbau inklusiver Bildung von der Kinderkrippe bis zur beruflichen Aus- und Weiterbildung
Inklusiver Unterricht prägt maßgeblich die Persönlichkeit eines Menschen und baut Berührungsängste ab. Inklusive Bildung gelingt, wenn ausgebildetes pädagogisches Personal in ausreichender Zahl und fachlich qualifizierte, individuelle Förder- und Therapieangebote vorhanden sind. Inklusive Bildung kennt kein Alter. Von der Kita über die Schulen bis hin zu Hochschulen und lebensbegleitenden Angeboten sorgen wir für gute Ausstattung, einfachen
und unbürokratischen Zugang und gut ausgebildetes Lehrpersonal.
(S. 63)

Das wollen wir für Sie erreichen: [u.a.]- Ausbau der Inklusion an Schulen und Erhalt von Förderschulen
(S. 18 )

Inklusion leben
Alle Menschen im Freistaat haben das Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Hier darf eine Behinderung keine Rolle spielen. Jeder muss gleichberechtigen Zugang zu einer Ausbildung und zum Arbeitsmarkt haben. Insbesondere im Bereich der Bildung wollen wir allen Menschen in Bayern den Zugang zu qualitativ hochwertigen Angeboten ermöglichen. Jeder muss seine Fähigkeiten in vollem Umfang entfalten können, unabhängig von besonderen Lernvoraussetzungen. Wir erhalten Förderschulen, wo dies im Interesse der Kinder liegt. Zugleich erhöhen wir den Inklusionsanteil, also die Zahl von Schülern mit Unterstützungsbedarf an Regelschulen. Dazu brauchen Bayerns Schulen zusätzliche Lehrerstellen und entsprechende Aus- und Fortbildungsangebote für Lehrkräfte.

Das wollen wir für Sie erreichen: [u.a.]
- Verpflichtende Fördermaßnahmen für den öffentlichen Bereich, der alle Arten von Behinderungen einschließt
- Höhere Durchlässigkeit zwischen Förder- und Regelschulen
- Zusätzliche Lehrerstellen für Inklusionsklassen an Regelschulen
- Inklusion als Pflichtbestandteil der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften aller Schularten
- Studienplatzkapazitäten im Fachbereich Sonderpädagogik ausweiten
- Pädagogisches Rahmenkonzept für inklusive Bildung gestalten
- Inklusive Berufsausbildung und Teilqualifizierung ausbauen
(S. 31 f.)

Wir halten im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention Kurs in Richtung eines inklusiven Schulsystems, das niemanden ausschließt und allen in ihren Besonderheiten gerecht wird. Für die schulische Inklusion in der Sprengelschule wollen wir das Personal aufstocken. Eine Zweitlehrkraft für besondere Bedarfe und Teams mit Heil- und Sonderpädagog*innen, mit Förderlehrkräften, Schulpsycholog*innen und Pflegekräften machen wir zum Standard.
Wir wollen insbesondere gebundene Ganztagsschulen mit pädagogisch betreuten Übungsphasen, einem guten Wahl- und Freizeitangebot und Erholungszeiten. Hier erhalten die Kinder individuelle Förderung, hier entdecken und entwickeln sie ihre Talente, lernen und üben im sozialen Miteinander. Deshalb werden wir den Modellwirrwarr in Bayern überwinden, Standards für guten Ganztag einführen und ihn besser finanziell unterstützen.
(S. 39)

[…] Wir werden den Besuch der Schule vor Ort für Kinder mit Beeinträchtigungen erleichtern. Dafür werden wir ein Förderprogramm auflegen, um alle Schulgebäude barrierefrei zu machen; wir werden für eine ausreichende Anzahl an Lehr- und Fachkräften sorgen, den mobilen sonderpädagogischen Dienst ausbauen und Projekte zur medizinischen Unterstützung an Schulen für Kinder mit und ohne Behinderungen durch Schulgesundheitspfleger*innen fördern. Wir sorgen dafür, dass Dyskalkulie analog zu Legasthenie in das Schulgesetz aufgenommen wird. Wir werden die Kommunikationsmöglichkeiten von hör-und sehbehinderten Menschen verbessern. Wir nutzen die Chancen der Digitalisierung, um die Lern- und Studienbedingungen an Schulen und Universitäten für Lernende und Studierende mit Beeinträchtigung zu verbessern.
(S. 49)

Mit der Zweiten lernt man besser – für eine zweite pädagogische Fachkraft
Inklusion, Integration, unterschiedliche Deutschkenntnisse der Schüler*innen, vielfältige schüler*innengerechte Unterrichtsformen, der Wunsch nach individueller Förderung – die Anforderungen an die Lehrkräfte steigen. Die personelle Ausstattung der Schulen hält meistens nicht Schritt. Wir wollen schrittweise eine zweite pädagogische Fachkraft in den Klassen etablieren. Das kann, muss aber kein*e Lehrer*in sein, sondern bei Bedarf auch ein Heil- bzw. Sozialpädagoge oder eine Psychologin. Beginnen wollen wir dabei in den Grund- und Mittelschulen. So können Wissen und Kompetenzen besser und individueller vermittelt werden.
(S. 64)

Gutes Lernen in guter Atmosphäre Wir GRÜNE wollen Schulgebäude, die zu den Herausforderungen von heute passen – zu Inklusion, Ganztag und Digitalisierung. Doch an vielen Schulen bröckelt der Putz, der Wind zieht durch, und die Toilette stinkt. An diesen Schulen lässt sich nicht gut lernen. Deshalb legen wir ein kommunales Sonderprogramm „Schulen im 21. Jahrhundert“ auf. Wir wollen damit mehr Raum in Bayerns Schulen und eine motivierende Lernumgebung schaffen und für die barrierefreie Sanierung der Schulgebäude sorgen. Dabei schaffen wir ein qualifiziertes Beratungsangebot für die Schulträger*innen, damit Pädagogik und Architektur aufeinander abgestimmt werden. So machen wir unsere Schulen fit für die Zukunft. Kinder, Eltern und Lehrer*innen sollen sich an den Schulen wohlfühlen und gesund bleiben. Im Zusammenwirken von Architektur und Unterrichtskonzepten gelingt die Entwicklung der Schule von heute für die Generation von morgen.
(S. 64)

6.2.3. Ideologisch motivierte Inklusion beenden
An Bayerns Schulen herrschen durch eine ideologisch motivierte und betriebene Inklusion zum Teil unhaltbare Zustände: So werden durch eine sinnfreie Integration von verhaltensauffälligen bzw. minderbegabten Schülern in ungeeignete Schulformen die Vermittlung des Lernstoffs und die Förderung der regulär in diesen Klasen sitzenden Kinder vereitelt.
Die bisherige gezielte Förderung in speziellen Schulen war dagegen eine Erfolgsgeschichte. Die bayerische AfD möchte deshalb die Förderschulen als vierten Pfeiler des bewährt mehrgliedrigen bayerischen Schulsystems stärken und wo nötig ausbauen. An erster Stelle sollte immer das Wohl aller Schüler und auch der Lehrer stehen. Aus diesem Grund unterstützt die bayerische AfD auch die gezielte Förderung hochbegabter Kinder, die in Regelschulen häufig unterfordert sind und deshalb oftmals verhaltensauffällig werden. Auch diese Kinder haben das Recht, angemessen gefördert zu werden. Statt einer Nivellierung fordern wir daher eine spezifische Förderung von Hoch und Minderbegabten.
(S. 49 f.)

Lernen mit Inklusion
Wir Freie Demokraten wollen das qualitativ hochwertige bayerische Förderschulsystem erhalten und darüber hinaus KiTas und allgemeinbildende Schulen unterstützen, die Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf unterrichten.
Beide Wege sind wichtige Angebote für individuelles Lernen. Um beste Bildung zu gewährleisten und Inklusion zu leben, fordern wir einen besseren Personalschlüssel für inklusive KiTas, sowie Fach- und Zusatzlehrer sowohl in Förderschulen als auch in Regelschulen, die inklusiven Unterricht anbieten.
Ziel muss es sein, in inklusiven Klassen zwei Fachkräfte in allen Fächern einzustellen, damit Schüler mit und ohne Förderbedarf gleichermaßen gefördert werden können. Um Schülern mit Lesebehinderung (meist Legastheniker) ein sinnvolles Lernen zu ermöglichen, müssen Ihnen Hörlehrbücher zur Verfügung gestellt werden.
(S. 18)

Lehrerfortbildung
Lehrer sein bedeutet auch, weiterhin lernen zu wollen. Angesichts der vielfältigen neuen Herausforderungen unseres Bildungssystems fordern wir Freie Demokraten, Lehrer gezielter als bisher aus- und weiterzubilden. Dafür müssen ihnen beispielsweise in den Bereichen Digitalisierung und Inklusion notwendige Hilfen und Unterstützung vermittelt werden.
Zudem ist ein Paradigmenwechsel notwendig: Es muss zur gängigen Praxis werden, auf dem aktuellen Stand zu bleiben und bedarfsgerecht fortzubilden. Die vorhandenen Fortbildungsakademien des Freistaats reichen dafür bei weitem nicht aus. Anerkannte Fortbildungen auf dem freien Markt müssen zu einer Selbstverständlichkeit werden.
(S. 26)

Mehr Fördermittel für einen barrierefreien Zugang zu Bildungseinrichtungen
Ein barrierefreier Zugang zu Bildung für alle Menschen ist eine liberale Grundforderung. Dazu gehört für uns Freie Demokraten neben einem baulich und organisatorisch barrierefreien Schulgebäude auch eine gute Betreuung von Studenten und Schülern mit Behinderung. Es ist uns besonders wichtig, dass Menschen mit Behinderung und chronischen Krankheiten ohne Einschränkung am schulischen und hochschulischen Leben teilnehmen können.
(S. 59)

Wir wollen ein bayerisches Bildungsprogramm für alle Bildungsbereiche und Altersstufen (2-Lehrer-Prinzip) ohne Sondereinrichtungen.
(S. 21)

DIE LINKE steht für: [u.a.]
- die umfassende Verwirklichung von Inklusion und individueller Förderung: Das bedeutet die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, die Ersetzung der schulischen Vielgliedrigkeit durch eine Schule für alle, die Reduzierung der Gruppen- und Klassenstärken, die notwendigen personellen und materiellen Voraussetzungen dafür durch Bund, Länder und Kommunen sowie Lehr- und Lernkonzepte für heterogene Lerngruppen.
(S. 35 f.)

3.1. Eine Schule für alle
Nirgends ist das Bildungssystem sozial selektiver als in Bayern, in keinem anderen Bundesland werden Bildungschancen so stark vererbt. Selbst von den Kindern, die es auf das Gymnasium schaffen, erreichen nur zwei Drittel das Abitur. Die bayerische LINKE setzt auf eine zehnjährige gemeinsame Schule für alle. Alle Kinder und Jugendliche – insbesondere aus finanziell benachteiligten Familien und Kinder mit Migrationshintergrund – müssen umfassend Zugang zu höherer Bildung erhalten.
„Eine Schule für alle“ beschreibt Wege zu einer gemeinsamen Schule für alle Kinder, unabhängig von sozialer, kultureller oder ethnischer Herkunft, unabhängig von Alter und Geschlecht, unabhängig von der Religionszugehörigkeit und unabhängig von Behinderungen. Diese Schule ist von einer Lehr- und Lernkultur gekennzeichnet, in der gegenseitige Achtung und Akzeptanz wie auch das Lernen mit- und voneinander selbstverständlich sind. Sie fördert kollektives und regt individuelles Lernen an. Sie vermittelt den Umgang mit Verschiedenheit und somit interkulturelle Kompetenz; sie sensibilisiert für Geschlechtergerechtigkeit. Dadurch wird ermöglicht, dass alle Schülerinnen und Schüler erfolgreich einen Schulabschluss erreichen können.
DIE LINKE in Bayern setzt sich für Maßnahmen ein, die das Wiederholen von Jahrgangsstufen unnötig machen. Flächen- und bedarfsdeckend sind Ganztagsschulen anzubieten, die nicht lediglich „Verwahranstalten am Nachmittag“ sind. Ganztagsschulen sind so einzurichten, dass den Schülerinnen und Schülern auch nachmittags Bildungs- und Betreuungsangebote zur Verfügung stehen, insbesondere für kreatives und experimentelles Lernen. Bei der Erledigung der Übungs- und Wiederholungsaufgaben werden die Schülerinnen und Schüler von voll qualifizierten Lehrkräften unterstützt. Diese Ganztagsschulen müssen gemeinsam mit der freien Jugendhilfe, mit Vereinen und der örtlichen Sozialarbeit entwickelt und gestaltet werden. Sie sind auch eine wichtige Entlastung von alleinerziehenden und/oder berufstätigen Eltern. Besonders in Ballungszentren braucht es hier mehr Plätze.
Die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer an bayerischen Universitäten muss künftig den Erfordernissen inklusiver Bildung und der inneren Schulentwicklung besser Rechnung tragen. Daher müssen in der Lehrer- und Lehrerinnenbildung Schwerpunkte auf die Herausbildung psychologischer sowie pädagogischer Kompetenzen und zur Gestaltung inklusiver Lernprozesse gesetzt werden. Dazu gehört der professionelle Umgang mit heterogenen Lerngruppen genauso wie mit einer zunehmend interkulturell zusammengesetzten Schülerinnen- und Schülerschaft.
(S. 36 f.)

Inklusion statt Exklusion: Um eine inklusive Schule herzustellen müssen Nachteile abgebaut werden. DIE LINKE wird sich dafür einsetzen, die UN-Behindertenrechtskonvention an Schulen konsequent durchzusetzen. Ebenso soll an Schulen verstärkt Schulsozialarbeit stattfinden sowie ein von pädagogisch ausgebildetem Personal durchgeführtes Nachmittagsprogramm. Länder und Kommunen müssen dafür ein Investitionsprogramm „Inklusive Bildung“ auflegen um Bildungseinrichtungen umfassend barrierefrei umzubauen und auszustatten
(S. 38)

DIE LINKE steht für: [u.a.]
- die Überwindung des vielgliedrigen Schulsystems durch „eine Schule für alle“ alsflächendeckendes Ganztagsangebot.
- die Reduzierung von Klassengrößen auf höchstens 25 Schülerinnen und Schüler. Mittelfristig sind zwei Lehrkräfte für 16 Schülerinnen und Schüler abzustellen, damit auch diejenigen mit besonderem Förderbedarf angemessen unterrichtet werden können.
- die Erprobung neuer Lehr- und Lernformen und die Stärkung der pädagogischen Freiheit der Lehrkräfte.
- die Reduzierung des Frontalunterrichts zugunsten beteiligungsorientierter Unterrichtsmethoden. Geschlechtergerechte und geschlechtssensible Unterrichtsmaterialien und -methoden, insbesondere mit Blick auf Homo- und Bisexualität, Transgender und Rassismus.
- die inklusive Pädagogik in der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung und den Ausbau derStudienplätze für Lehramtsstudierende gemeinsam mit dem Bund – zunächst als Kontingent im Rahmen des Hochschulpakts. Studierende, die die Lehramtsausbildung in Form eines Bachelor-/Masterstudiengangs absolvieren, erhalten nach einem Bachelorabschluss, auf Wunsch auch nach einer Praxisphase, einen Rechtsanspruch auf einen Masterstudienplatz um das Studium erfolgreich beenden zu können. Strukturell soll es nur noch eine schulstufenbezogene Ausbildung mit gleichwertigen Berufsperspektiven geben.
(S. 39)

Die Zusammenarbeit von Eltern, Kinder- und Jugendarbeit, von Jugendhilfe und Schule, von
Fachkräften der Schul-, Heil- und Sozialpädagogik sowie therapeutischen Kräften ist notwendiger Bestandteil inklusiver Bildung und Erziehung. Dazu brauchen wir personelle und rechtliche Voraussetzungen, aber auch ein generelles Umdenken.
(S. 49)

Ganztag

Mit dem Paket zum Ganztagsausbau im Grundschulalter und mit der Qualitätsoffensive für Kindertageseinrichtungen fördern wir zusätzlich zum Familiengeld umfassend die Qualität in der Betreuung. 30.000 neue Plätze bis 2020 und längere Öffnungszeiten sorgen in Bayern für ein deutlich besseres Angebot in der Betreuung.
(S. 2)

Wir werden den bundesweit für 2025 angekündigten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulbereich früher erreichen und auch auf Kinder bis 14 Jahre ausdehnen. Dazu werden wir noch 2019 im Gespräch mit Bund, Kommunen, Schulen, freien Trägern der Jugendhilfe und Elternvertreter*innen klären, in welchem Rechtskreis (Schule oder Jugendhilfe) dieser Anspruch umgesetzt wird bzw. wie Kombinationen aussehen können. Ab 2020 erfolgt die Umsetzung. Die Kosten für den notwendigen Ausbau der Einrichtungen erhalten die Kommunen vom Land erstattet, soweit keine Bundesmittel zur Verfügung stehen. Das ist wichtig, um Familien zu entlasten, Kindern beste Startchancen zu geben und die Rahmenbedingungen für eine bestmögliche Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben zu schaffen.
(S. 15)

Wir fördern dort, wo unsere Unterstützung wirklich gebraucht wird. Nur unser Gesamtkonzept mit einer eigenständigen Grundsicherung für Kinder, guter kostenfreier Kinderbetreuung, guten kostenfreien Ganztagsschulen und einem sozial gesteuerten Familiengeld zusammen mit bezahlbarem Wohnen für Familien gibt allen unseren Kindern die besten Chancen für die Zukunft und tritt der Altersarmut von morgen entschieden entgegen.
(S. 16)

Jedes Kind muss das Recht auf einen Ganztagsschulplatz 1 erhalten. Gute Ganztagsschule ist mehr als Nachmittagsbetreuung. Sie organisiert Lern- und Übungszeiten, Arbeitsgemeinschaften und Freizeitangebote über den ganzen Schultag verteilt, sodass Schüler*innen ausreichend Zeit und Raum für ganzheitliche Bildung und Persönlichkeitsentwicklung haben. Um allen Schüler*innen die Teilnahme am Ganztagsprogramm zu ermöglichen, werden wir ein kostenloses Mittagessen an allen bayerischen Schulen einführen.
(S. 21)

Das wollen wir für Sie erreichen: [u.a.]
- Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung
(S. 4)
- Ganztagsschule ausbauen- Bayernweite Ganztagsbetreuung bis zum 14. Lebensjahr in allen Schulen
(S. 18)
- Stärkere Zusammenarbeit von Schule und Sportvereinen vor allem bei Ganztagsbetreuungsangeboten, stärkere Nutzung von Schulsportanlagen durch Vereine
(S. 21)

Wir wollen insbesondere gebundene Ganztagsschulen mit pädagogisch betreuten Übungsphasen, einem guten Wahl- und Freizeitangebot und Erholungszeiten. Hier erhalten die Kinder individuelle Förderung, hier entdecken und entwickeln sie ihre Talente, lernen und üben im sozialen Miteinander. Deshalb werden wir den Modellwirrwarr in Bayern überwinden, Standards für guten Ganztag einführen und ihn besser finanziell unterstützen.
(S. 39)

6.2.2. Wir sprechen uns gegen eine verpflichtende Ganztagesschule aus
Ganztagesschulen sind nur eine Option, aber nicht Verpflichtung für diejenigen Eltern, die ihrem grundgesetzlichen Recht und der Verpflichtung als „erstinstanzliche Erzieher“ ihrer Kinder nachkommen können und wollen. Ganztagesschulen sind als eine Hilfe zur Lebensplanung geeignet, sie dürfen aber nicht zur Regel werden. Die bayerische AfD spricht sich daher gegen eine verpflichtende Ganztagesschule aus.
(S. 49)

(…)Sportliche Aktivität muss in den Schulen wieder mehr an Bedeutung gewinnen, da diese zur Verbesserung der schulischen Leistung beiträgt, das Selbstbewusstsein und die Persönlichkeit stärkt, Teamgeist und Fairness fördert – sowohl im normalen Unterricht, als auch am Nachmittag im Rahmen der Ganztagsbetreuung. Hierzu ist eine verstärkte Kooperation von Schule, offener Ganztagsbetreuung und Sportvereinen notwendig.
(S. 51)

An allen Schularten, insbesondere auch an der Grundschule, werden wir die Ganztagsbetreuung ausbauen und eine Qualitätsoffensive in Gang setzen. (…)
(S. 11)

Lernen in der Ganztagsschule
Wir Freie Demokraten fordern ein Recht auf einen Ganztagsschulplatz ab der ersten Klasse. Zudem wollen wir eine Qualitätsoffensive für die Ganztagsschule starten.
Die „Qualitätsoffensive Ganztagsschule“ muss sich am tatsächlichen Bedarf der Schüler vor Ort orientieren. Denn Schulen sind keine Stätten reiner Wissensvermittlung, sie müssen auch Lebenskompetenzen umfassen. Im Ganztagsunterricht sollen Lehrkräfte gemeinsam mit weiterem pädagogischem Personal und außerschulischen Bildungsträgern die Kompetenzen der Schüler stärken und Soft Skills wie etwa Team-Building ausbauen. Der Nachmittagsunterricht muss dabei einen erkennbaren inhaltlichen Zusammenhang zu dem Unterricht am Vormittag aufweisen. Zudem soll an Ganztagsschulen der Ausbau von Jugendsozialarbeit, Schulsozialarbeit sowie Schulsport – gegebenenfalls in Kooperation mit Vereinen - vorangetrieben werden.
Die qualitativ hochwertige Ganztagsschule steht für Chancengerechtigkeit besonders für Schüler mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Elternhäusern.
(S. 18)

(…), fordern wir Freie Demokraten ein Recht auf einen Ganztagsschulplatz für Grundschulen - mit ganztägig rhythmisiertem Unterricht, digitalen Angeboten und einem qualitativ angemessenen Fremdsprachenangebot ab der ersten Klasse.
(S. 17)

DIE LINKE in Bayern setzt sich für Maßnahmen ein, die das Wiederholen von Jahrgangsstufen unnötig machen. Flächen- und bedarfsdeckend sind Ganztagsschulen anzubieten, die nicht lediglich „Verwahranstalten am Nachmittag“ sind. Ganztagsschulen sind so einzurichten, dass den Schülerinnen und Schülern auch nachmittags Bildungs- und Betreuungsangebote zur Verfügung stehen, insbesondere für kreatives und experimentelles Lernen. Bei der Erledigung der Übungs- und Wiederholungsaufgaben werden die Schülerinnen und Schüler von voll qualifizierten Lehrkräften unterstützt. Diese Ganztagsschulen müssen gemeinsam mit der freien Jugendhilfe, mit Vereinen und der örtlichen Sozialarbeit entwickelt und gestaltet werden. Sie sind auch eine wichtige Entlastung von alleinerziehenden und/oder berufstätigen Eltern. Besonders in Ballungszentren braucht es hier mehr Plätze.
(S. 37)

DIE LINKE steht für: [u.a.]
- die Überwindung des vielgliedrigen Schulsystems durch „eine Schule für alle“ als flächendeckendes Ganztagsangebot.
(S. 39)

Die vollständigen Wahlprogramme der aufgeführten Parteien finden Sie auf folgenden Websites

https://www.csu.de/wahl2018/download/CSU-Wahlprogramm_JA_ZU_BAYERN.pdf
https://bayernspd.de/programm/
https://www.freie-waehler-bayern.de/wahlen-2018/wahlprogramm/
https://gruene-bayern.de/programm/
https://www.afdbayern.de/wahlen-2018/wahlprogramm-landtagswahl-2018/
https://www.fdp-frisches.bayern/fdp/wahlprogramm
https://www.die-linke-bayern.de/wahlen/landtagswahl/