Fachgruppe Wirtschafts- und Rechtslehre

Stellungnahme der FG zum LehrplanPLUS


37. WIRTSCHAFTSPHILOLOGENTAG

EUROPA – AKTUELLE HERAUSFORDERUNGEN FÜR DIE GEMEINSCHAFT

37. WIRTSCHAFTSPHILOLOGENTAG an der Universität Bayreuth


Zur zweitägigen Fortbildung für Wirtschaftsphilologen, die das Kulturministerium , Ltd. MR Präbst, in Kooperation mit dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) und dem Wirtschaftsphilologenverband (wpv) veranstaltet, konnten erneut hochrangige Referenten gewonnen werden. Nach der Begrüßung durch Frau Kirsch vom bbw und den Grußworten von Prof. Dr. Lange von der Universität Bayreuth und Frau Hollerbach, Vorsitzende des wpv, eröffnete Frau Prof. Dr. Ohr (Göttingen) mit ihrem Vortrag zum Thema „Hat die europäische Integration ihren Scheitelpunkt erreicht?“ den fachlichen Teil der Fortbildung, zu der ca. 270 Teilnehmer aus ganz Bayern angereist waren.

„Hat die europäische Integration ihren Scheitelpunkt erreicht?“

Seit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl 1950 sei das Ziel die wirtschaftliche und politische Vereinigung der europäischen Länder zur Sicherung eines dauerhaften Friedens gewesen. Anhand der Schritte der Erweiterung und Vertiefung erläuterte die Referentin die Integration bis heute. Durch die Aufnahme kleinerer Länder nehme die Heterogenität zu. Besondere Beachtung gelte den Entscheidungskosten, d.h, je größer die Anzahl der Mitgliedsländer einer Gemeinschaft sei, umso schwieriger und teurer werden die gemeinsamen Entscheidungen, wobei einmal Kosten bei der Mehrheit, ein andermal bei der Minderheit anfallen.
Generell seien die Verträge mehrmals angepasst worden: die Entscheidungen mit qualifizierter Mehrheit lösten die Einstimmigkeit ab, das Subsidiaritätsprinzip wurde stärker betont, es wurden Clubs in der EU erlaubt und im Vertrag von Lissabon festgeschrieben, dass der Integrationsprozess umkehrbar, d.h. ein Austritt eines Mitgliedsstaates möglich sei.

Während der Prozess der Marktintegration mit dem Binnenmarkt vollendet worden sei, sei die institutionelle, politische Integration weder verwirklicht noch derzeit gewollt. Da die Globalisierung weit fortgeschritten sei, werde eine Zentralisierung und Harmonisierung, die die nationale politische Handlungsfähigkeit einschränke, zunehmend abgelehnt. Austrittsabsichten wie z.B. Großbritanniens werden laut, um Sozialstandards abzusichern, sich gegen Arbeitnehmerfreizügigkeit zu wehren. Grundsätzlich könne die EU den Austritt verkraften, der Außenhandel werde kaum beeinflusst – jedoch werde die außenpolitische Stellung der EU geschwächt und ein Anreiz für weitere austrittswillige Staaten, den Schritt zu gehen, gesetzt.

Eine engere Union, die Solidarität, gemeinsame Werte, gemeinsames Handeln verwirklicht, sei nicht zu erzwingen. Die einigende Klammer bestehe im Binnenmarkt. Aber der Euro und die Freizügigkeit seien Bruchstellen, erforderten sie doch eine europäische Staatlichkeit, die derzeit nicht durchsetzbar sei. Alternativen stellen ein Europa der konzentrischen Kreise oder ein Europa mit mehreren Geschwindigkeiten dar. Nur mit einer größeren Integrationsflexibilität könne man verhindern, dass Europa den Scheitelpunkt der Integration erreicht habe.

Überblick über die Workshops und Foren:

Workshop 1: Europa – politischer Rahmen für bürgerschaftliches Handeln vor Ort
Leiterin: Eva Feldmann-Wojtachnia, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der LMU München
Im Mittelpunkt stand die Einführung in die Grundlagen der Europäischen Bürgergesellschaft sowie in die Politikansätze der EU zur Förderung von Partizipation und bürgerschaftlichem Engagement. Thematisiert wurden die methodisch-didaktischen Vermittlungsansätze hierzu in der Schule.

Workshop 2: Demografische Auswirkungen der Flüchtlingsbewegungen
Leiterin: Prof. Dr. Sonja Haug, Leiterin des Instituts für Sozialforschung und Technikfolgenabschätzung, Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg
Ausgehend von einigen allgemeinen Grundbegriffen wurde die Entwicklung der Zuwanderung dargestellt, um eine Versachlichung der Problematik zu bewirken. Da inzwischen ein Drittel der Kinder einen Migrationshintergrund, in den Städten sogar die Hälfte, haben, wächst ihr Anteil in den Schulen. Die Zahl der Kinder mit Fluchtgeschichte steigt. Welche gesellschaftspolitisch bedeutsamen Konsequenzen sich auf kommunaler, nationaler und europäischer Ebene aus der Flüchtlingsbewegung ergeben, wurden thematisiert.

Workshop 3: Praxisworkshop: App-Anwendungen in Wirtschaft und Schule
Leiter: Sonja Breitwieser, Medienzentrum Parabol e.V. Nürnberg, und Oliver Hengstenberg, App-Entwickler und CEO, Cribster UG, München
Apps sollten nicht nur in der Kommunikation von Jugendlichen eine wichtige Rolle spielen, sondern für den interaktiven Unterricht, der hiermit abwechslungsreich gestaltet werden kann, eingesetzt werden. Die pädagogischen Aspekte der Nutzung von Apps standen im Mittelpunkt des Workshops.
In einer Projektarbeitsphase nahmen die Teilnehmer die Rolle der Schülerinnen und Schüler ein, erhielten Einblick in die Mobile Game Entwicklung und zwei neue Formate der Bildungsinitiative „Technik-Zukunft in Bayern 4.0“, StartApp quick und Start App group. An beiden Formaten wurde gezeigt, wie sie in den Unterricht integriert werden können.

Forum 4: Europäische Lösungen für den deutschen Finanzmarkt: zwischen Regulierung und Strukturerhalt
Referent: Sascha Straub, Rechtsanwalt, Verbraucherzentrale Bayern e.V., München
Anlegerschutz durch Verbesserte Transparenz und Information zu erreichen, war nach der Finanzmarktkrise ein großes Anliegen. Durch Regulierung des Finanzmarktes sollte dieser Schutz erreicht werden. Defizite gibt es nach wie vor in der Finanzaufsicht. Eine Selbstregulierung des Marktes durch Eindämmung der provisionsgesteuerten Interessenkonflikte konnte einen ausreichenden Schutz der Anleger nicht realisieren. Welche Regulierungen auf dem Finanzmarkt noch notwendig seien, ob ein Provisionsverbot, mehr Transparenz und Bildung der richtige Weg seien, wurde diskutiert.

Forum 5: Digitalisierung am Arbeitsplatz und in der Schule
Referent: Wolfgang Straube, Projektleiter „mobile learning“, Audi AG, Ingolstadt
Mobile learning setzt die Audi AG in ihren Ausbildungszentren seit 2014 ein – mit sehr guten Erfahrungen. IPads dienen als Lernbegleiter für Auszubildende in unterschiedlichen Berufen.
Die Referenten zeigten, welche organisatorischen Voraussetzungen, Abstimmungen und Qualifizierungen notwendig sind, um das Gesamtprojekt international umsetzen zu können.
Die eingespielten Beispiele überzeugten die Forumsteilnehmer. Einige Kollegen erkannten die Arbeitsweise in ihren Tablet-Klassen wieder.

Forum 6: Separatismus, Regionalismus: Tendenzen in der EU
Referentin: Birgit Schmitz-Lenders, Akademieleiterin der Europäischen Akademie Bayern e.V., München
Während Regionalisierung ein Bestreben nach größerer Selbstverantwortung und Autonomie gegenüber der staatlichen Zentralmacht beschreibt, definiert man Separatismus als Absicht der Lösung aus einem Staatsverband, um einen eigenen Staat zu gründen. An den Beispielen Flandern, Katalonien und Schottland wurden die unterschiedlichen historischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beweggründe dargestellt, die diese Regionen charakterisieren und zu ihren Bemühungen um Eigenständigkeit beitragen.

Forum 7: Spannungsfeld nationales Recht – EU-Recht
Referent: Prof. Dr. Jörg Gundel, Lehrstuhl für öffentliches Recht, Völker- und Europarecht an der Universität Bayreuth
Während das supranationale Recht der EU auf völkerrechtlichen Verträgen basiert, beruhen die nationalen Rechtssetzungen auf Gesetzgebungsverfahren. Nach Art. 50 EUV hat jeder Mitgliedsstaat der EU das Recht, aus der Gemeinschaft auszutreten; dagegen kann ein Bundesstaat der Bundesrepublik nicht das föderale System durch einseitige Erklärung verlassen. Hierzu wäre eine Verfassungsänderung (GG) notwendig, die nicht möglich ist.
Neben den Verträgen setzt der EuGH Recht, wenn er die Verträge auslegt. Es kann grundsätzlich in allen Fragen zum Verstoß gegen EU-Recht angerufen werden. Vor dem BVerfG kann dagegen nur gegen verabschiedetes Recht, das gegen das GG verstößt, geklagt werden. Entscheidungen des BVerfG und des EuGH müssen nicht deckungsgleich sein.

Forum 8: Asyl- und Flüchtlingspolitik in der EU – Das Planspiel Festung Europa?
Referent: Robby Geyer, Landeszentrale für politische Bildung in Baden-Württemberg
Das Planspiel simuliert eine Sitzung des Europäischen Rates, bei der über die Flüchtlingsproblematik beraten und über eine gemeinsame Politik entschieden werden soll. Die Rolle der Staats- und Regierungschefs, der Innenminister der europäischen Staaten, des EU-Ratspräsidenten und des Präsidenten der Europäischen Kommission übernehmen die Teilnehmer. Anhand der Diskussionen und des Bemühens einen Kompromiss zu erzielen, wird den Schülerinnen und Schülern deutlich, dass Politikgestaltung bei unterschiedlichen Positionen und Interessen sich oft schwierig gestaltet. Der Test des Planspiels diente zur Reflexion des Einsatzes im schulischen Kontext.

Forum 9: Europa – Energiewende - Netzausbau
Referent: Christian Horzetzky, Public Affairs, TenneT TSO GmbH, Bayreuth
Die Energiewende bedingt eine veränderte Netzstruktur. Viele tausend kleine Einspeiser benötigen andere Übertragungsnetze als die wenigen Großkraftwerke bisher. Ein Überblick über die Grundlagen des Netzausbaus verdeutlichte die schwierigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hierfür. Ferner wurden aktuelle Entwicklungen diskutiert.

Forum 10: Zivilrechtlicher Verbraucherschutz in der EU – Status quo und künftige Entwicklung
Referent: Markus Saller, Rechtsanwalt, EU-Verbraucherrechtsexperte
Die durch die Verbraucherschutz-Richtlinie 2014 bedingte Veränderung der komplexen Regelungen im BGB und EGBGB erschweren es, den Überblick zu behalten. Daher will die EU den Bürger, der diese gesetzlichen Vorgaben schwer versteht, genau informieren. Ob dies gelingt, diskutierten die Teilnehmer anhand einiger Beispiele. Ferner wurden erste Auswirkungen in der Rechtspraxis angesprochen.

„Geldpolitik an der Nulllinie – aktuelle Herausforderungen für das Eurosystem“
In seinem beeindruckenden Vortrag verdeutlichte der Präsident der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Bayern, Herr Benedikt, dass es momentan keine Alternative zur Niedrigzinspolitik der EZB gebe. Er verwies jedoch darauf, dass die Staaten die notwendigen Reformen, zu denen ihnen die EZB Raum gegeben habe, versäumt hätten. Das Anleiheankaufprogramm sehe die Bundesbank durchaus kritisch. Problematisch sei, dass momentan kein Liquiditätsproblem der Banken existiere, sondern es an der Nachfrage nach Liquidität mangle, so dass auf den Gütermärkten kaum steigende Preise zu realisieren seien. Hinzu komme der niedrige Ölpreis, der als Sonderfaktor die niedrige Inflationsrate mit bedinge und sich dem Einfluss der Geldpolitik entziehe. Daher könne der Transformationsmechanismus nicht greifen, die Annäherung der Inflationsrate an die gewünschten „nahe bei aber unter 2 %“ nicht erzielt werden.
Nach dem Vortrag bot sich noch ausreichend Zeit zum Diskussion einzelner Aspekte. Ein anhaltender Applaus zeigte, dass es dem Referenten wieder gelungen ist, die Zuhörer zu fesseln.Ausführliche Berichte zu den Vorträgen, den Foren und Workshops finden Sie in den Mitteilungen des Wirtschaftsphilologenverbandes sowie auf der Homepage des bbw (Schule-Wirtschafts-Akademie).

Ulrike Drescher

WAS BAYERN MORGEN BRAUCHT

Vorsprung Bayern – Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft

Am Freitag, 27. November 2015 hatte die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. (vbw) in den Energiepark Hirschaid eingeladen, um die im Sommer veröffentlichte Studie „Bayerns Zukunftstechnologien“ in Oberfranken vorzustellen und die Handlungsempfehlungen des Zukunftsrats, den vbw Präsident Alfred Gaffal gegründet hatte, zu diskutieren. Der Zukunftsrat beabsichtigt insb., dass der bayerische Mittelstand in Zukunft in größerem Umfang von der Forschung unserer Universitäten und Forschungsinstitute profitiere. Dies betonte er in seiner Begrüßung ausdrücklich.
Um auf fundierte Ergebnisse zurückgreifen zu können, hatte die Prognos AG, Basel, im Auftrag des vbw Zukunftsrates eine Studie zu „Bayerns Zukunftstechnologien“ erstellt. Dr. Almut Kirchner, Principal der Prognos AG, stellte die Ergebnisse der Analyse der bisherigen Erfolgsgrundlagen und der für Bayern relevanten Schlüsseltechnologien für die nächsten fünf bis zehn Jahre vor.

Analyse der momentanen Lage

Die deutsche Wirtschaft, die intensiv in den Globalisierungsprozess der letzten Jahre involviert sei, verzeichne relativ hohe Wachstumsraten, die Beschäftigungslage sei gut, wobei Bayern einen Großteil zu dieser Situation beitrage. Für die Bayerische Industrie stelle der Maschinenbau und die Kraftfahrzeugbranche bei der Produktion, beim Export sowie der Forschung und Entwicklung die wichtigste Branche dar; dabei sei die Maschinentechnologie Bayerns Stärke. Dieser Bereich liege über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Als weitere Schlüsselbranchen gemessen am Exportaufkommen seien die Chemische Industrie, die Medizin-, Mess- und Steuerungstechnik, aber auch der Bereich der Geräte zur Elektrizitätserzeugung zu nennen.
Branchen, in denen die Aufwendungen für Forschung stark gestiegen seien, verzeichnen eine starke Ausweitung der Produktion, z.B. im Fahrzeugbau oder der Medizintechnik. Daher sei Bayern darauf angewiesen, weitere Anstrengungen für F + E zu tätigen, wolle man in wichtigen Technologiebereichen auch in Zukunft zu den globalen Technologieführern zählen.
Gerade die „Klumpenbildung“, d.h. die starke Stellung und damit Abhängigkeit von Fahrzeug- und Maschinenbau, berge Gefahren; bei einem Abschwung in dieser Branche gebe es gravierende Auswirkungen auf die gesamte Volkswirtschaft.

Blick nach vorn

Bedingt durch den weiteren Globalisierungsprozess werden Wertschöpfungsketten internationalisiert. Der Welthandel wachse dynamisch, wobei der Entwicklung in den Schwellenländern eine besondere Bedeutung zukomme.
Ferner stelle der Klimawandel und die Ressourcenfrage die Industrie vor neue Herausforderungen, z.B., wie sichere man Industrieanlagen vor Extremwetterereignissen oder welche Nutzpflanzen können bisherige Rohstoffe ersetzen. Ebenso müsse die demografische Entwicklung zu anderen Formen der Arbeit führen. Zur Fachkräftesicherung könne neben der Zuwanderung auch die Möglichkeit der digitalen wohnsitzunabhängigen Beschäftigung beitragen.
Schlüsseltechnologien seien für Bayern die Luft- und Raumfahrt, die Energietechnologie, der intelligente Verkehr und die zukünftige Mobilität, industrielle Produktionstechnologien sowie das Gesundheitswesen und die Medizintechnik, die mit neuen Formen der Wertschöpfung und Veränderungen der Organisation, insb. mit Informationstechnologie und Digitalisierung, weiterzuentwickeln seien. Nanotechnologie, Werkstoffe und Materialien, Biotechnologie wirken in diese ebenso ein wie in die Ernährung und die Lebensmitteltechnik.
Insgesamt entstehe ein Beziehungsgeflecht zwischen Bildungsanforderungen (Qualifikation und Qualität), gesellschaftliche Organisation und Veränderungsprozesse, systematische Aspekte und Infrastruktur sowie Wirtschaftsorganisation/Geschäftsmodelle, Elemente, die die Zukunft und den Wertewandel bestimmen.

Handlungsempfehlungen des Zukunftsrates

Um Bayern zukunftssicher zu gestalten, gelte es, folgende Empfehlungen mit Verve zu realisieren:
- Unternehmerische Eigenverantwortung stärken, d.h. technologie- und branchenübergreifende Produktentwicklung sowie Kooperationen fördern, mit Forschungseinrichtungen vernetzen, Technologiebegeisterung in der Gesellschaft wecken, Digitalisierung vorantreiben
- Rahmenbedingungen für Innovationen verbessern, d.h. Bildung für die Gesellschaft 4.0 gewährleisten, ein modernes Arbeitsrecht gestalten, ein tragfähiges, bezahlbares Energiekonzept einsetzen
- Grenzen zwischen Branchen und Technologien überwinden, d.h. Vernetzung von Mittelstandsbetrieben und Forschungseinrichtungen, Studierenden und Unternehmen, Wertschöpfungsketten in neuen Clustern.
hierzu müsse die Digitalisierung als Treiberin begriffen werden, weshalb Lehrinhalte zu IT in Schulen, Hochschulen, dualen Ausbildungen und Weiterbildungen zu intensivieren seien.
- Wachstum in ganz Bayern fördern; Unternehmensgründung müsse in Bayern attraktiv werden, geistiges Eigentum einen höheren Schutz genießen; Sonderförderprogramme für besondere F + E Vorhaben sollten aufgelegt werden.
- Technologieförderung auf dem Prüfstand; ein modulares Evaluationssystem könne helfen, die Arbeitsempfehlungen auf dem neuesten Stand zu halten.

Diskussionsrunde zu den Handlungsempfehlungen

Staatsministerin M. Huml, Präsident A. Gaffal, Prof. Dr. Th. Hamacher, Dr. A. Kirchner, IHK-Präsident H. Trunk und Prof. Dr. M. Zäh diskutieren die Ergebnisse der Studie und der Handlungsempfehlungen unter verschiedenen Blickwinkeln. Der Nutzen von IT für das Gesundheitswesen, die Auswirkungen von Industrie 4.0 auf die Beschäftigungslage, die Anforderungen an die Beschäftigten, das Wertesystem in der Gesellschaft 4.0 waren nur einige Themen. Die Sicherheit bei der fortschreitenden Digitalisierung werde als große Herausforderung gesehen. Außerdem müsse die Flüchtlingsproblematik möglichst rasch gelöst werden, beinhalte sie doch Chancen und Risiken für die Gesellschaft und die Wirtschaft.

Fazit des Zukunftsrats

„Wirtschaftlicher Erfolg hat eine Schlüsselstellung in der gesellschaftlichen Entwicklung Bayerns. Die größten Herausforderungen der Zukunft – Gesundheit und Ernährung, Energie, Mobilität, Verkehr, Infrastruktur, natürliche Ressourcen, Klima und Umwelt, Information und Kommunikation – sind an technologische Kompetenzen und wirtschaftliche Wertschöpfungsketten gebunden, die umso besser zur Wirkung kommen, je stärker die Bevölkerung im Sinne einer aktiven, innovationsfreundlichen Bürgergesellschaft integriert ist.
Wird die Digitalisierung als verbindender Lösungsansatz für die Bewältigung dieser Zukunftsaufgaben begriffen und landesweit verankert, dann wird Bayern auch in Zukunft europäischer Premiumstandort sein.“ (vbw, Was Bayern morgen braucht, München 2015)

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter www.vbw-zukunftsrat.de

Ulrike Drescher