Tagungen

TAGUNG DER FACHGRUPPE 2015

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TAGUNG DER FACHGRUPPE KATHOLISCHE RELIGIONSLEHRE

Im Dezember 2014 trafen sich die Bezirkssprecher mit ihrer Landesfachgruppenvorsitzenden der katholischen Religionslehre, OStRin Claudia Maria Dirmeier zu ihrer Tagung in der Geschäftsstelle des bpv in München. Begrüßt werden durften StD Thomas Gottfried, schulartübergreifender Referent für Katholische Religionslehre in der Abteilung Gymnasium des ISB sowie Alexandra Oguntke, StRin vom KRGB und OStR i. K. Dr. Matthias Bär, wissenschaftlicher Referent vom RPZ.

Zum Thema "Lehrplan PLUS und Kompetenzorientierung" gab es einen Vortrag von Thomas Gottfried mit Informationen zu Intentionen, Struktur und inhaltlichen Akzenten des neuen Lehrplans und anschließender Diskussion mit den anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Zum Lehrplan PLUS lässt sich nun Folgendes sagen: Relevant ist, dass nach wie vor der Mensch als persona im Mittelpunkt schulischer Bildung steht. "Das neue bayerische Lehrplanmodell ist der Bildung und Erziehung der gesamten Persönlichkeit verpflichtet und basiert auf einem ganzheitlichen Bildungsverständnis. Es verbindet damit personale, fachliche, überfachliche und soziale Bildungs- und Erziehungsziele zu einer Einheit." (KMS III.7-5 S 4410 6.51 703 vom 27.07.2010). Dieses ganzheitliche Bildungsverständnis bedeutet auch: Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden. (Art. 131 (1) Bayerische Verfassung).

Das Kompetenzstrukturmodell "Katholische Religionslehre" umfasst die Gegenstandsbereiche "Frage nach Gott", "Jesus Christus", "Bibel und Tradition", "Kirche und Gemeinde", "Mensch und Welt", "Religionen und Weltanschauungen"; diese Inhaltsbereiche werden verknüpft mit den sog. prozessbezogenen Kompetenzen "wahrnehmen", "verstehen", "gestalten", "urteilen" sowie "kommunizieren" und "teilhaben". Für die Unterrichtsplanung werden zunächst Kompetenzen und Inhalte ausgewählt und anschließend wird die Auswahl der Lernform, der Lernmethode und der Lernsituation vorgenommen. Das Spezifische an der Kompetenzorientierung ist u.a. auch die Abkehr vom bloßen Sich-Merken von lexikonartigen Inhalten hin zu einem auf Verstehen beruhenden Verwendenkönnen der Inhalte für neue Denkprozesse und Handlungsweisen. Gerade das Verstehenkönnen, das sehr relevant ist wird hier noch einmal besonders betont und hervorgehoben. Kompetenzen, die in einem Fach erworben werden, stehen in Verbindung mit unterschiedlichen fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungsaufgaben. Als Beispiel lässt sich hier die Analyse eines Textes im Deutschunterricht anführen, die dann fachübergreifend für alle Fächer wirkt. So zeigen Schülerinnen und Schüler Eigenverantwortung, vertrauen ihren eigenen Fähigkeiten, arbeiten und lernen im Team miteinander und erarbeiten reale Situationen. Ein Beispiel dazu in der Oberstufe wäre der geplante erste Themenbereich "Zwischen Vielfalt und Entscheidung - Religion in der offenen Gesellschaft". So kann im Bereich der Werbung anhand einer Werbeanzeige ein biblisches Motiv aufgegriffen werden und von Schülern konzipiert werden. Ein Beispiel zur Verantwortung kann aus dem relevanten Bereich der Schöpfung und dem Auftrag an alle in verantwortichem Sinn zu handeln gestaltet werden. Vor allem im Bereich der Schöpfungsgeschichte mit all seinen Lebewesen lässt sich dies sehr schön realisieren. Schülerinnen und Schüler lernen so Verantwortung über die gesamte Schöpfung zu übernehmen, die letzten Endes allen Menschen sowie auch dem Tierbereich zugute kommt.

Anschließend wurde auf die ökumenische Jahrestagung, die dieses Mal am 03./04. Juli in Kloster Plankstetten in Berching stattfindet, hingewiesen. Auf der Jahrestagung werden die beiden Themenbereiche Schöpfung und Spiritualität behandelt werden.

Bereichert an Erkenntnissen und Erfahrungsaustausch der Kolleginnen und Kollegen in Bezug auf den Religionsunterricht wurde die Tagung beendet.

Claudia Maria Dirmeier

GOTTESDIENST IM SAKRALEN UND PROFANEN RAUM

Domzeremoniar Peter Nickl; Dienststellenleiter des Referats Liturgie im Bischöflichen Ordinariat Regensburg


Landestagung der Fachgruppe Katholische Religionslehre

„GottesDienst im sakralen und profanen Raum“
Heilige Zeichen erkennen, nutzen und pflegen!

Diakon Peter Nickl (Dipl. Theol.), Dienststellenleiter des Referats Liturgie im Bischöflichen Ordinariat Regensburg und Domzeremoniar referierte bei der 2. Landestagung der Fachgruppe Katholische Religionslehre in der Geschäftstelle des Philologenverbandes in München zum Thema: „GottesDienst im sakralen und profanen Raum!“ Dabei war es der Fachgruppe Katholische Religionslehre wichtig, betonte der Landesfachgruppenvorsitzende Edmund Speiseder, durch das Einlassen auf dieses Thema, erneut die spirituellen Möglichkeiten für den Schulalltag durch eine fachkundige Anleitung wieder neu zu entdecken. Und so sorgte der Domzeremoniar des Bistums Regensburg behutsam anhand liturgischer und sakraler Zeichen wie dem Kreuz, der Kerze und der Bibel für einen besonderen meditativen und einfühlenden Zugang zu den Kernelementen der christlichen Glaubensvermittlung. Was für Theologen selbstverständlich ist, gilt für die säkulare Welt aber mitnichten als selbst-verständlich, sondern bedarf der Umsetzung in eine zeitgemäße Form und Sprache. Besonders ausführlich ging er auf das „Kreuzzeichen“ ein. So ist das „kleine“ Kreuzzeichen eine ehrwürdige, tief in der Frömmigkeitstradition eines Jahrtausends verankerte Gebärde! Die früheste Erwähnung eines Kreuzzeichens findet sich in der Mitte des 2. Jahrtausends bei Augustinus um 430, so der Referent und gilt als das äußerstes Bekenntnis des Christentums. Der ursprüngliche Sinn der Selbstbekreuzigung bei der Schriftlesung liegt wohl in der Bitte um Schutz und Hilfe zur rechten Begegnung mit dem heiligen Wort. „Was der Geist aufnimmt, sollen Lippen bekennen und der innere Mensch aber beherzigen!“, erinnerte Domzeremoniar Nickl. Das große oder lateinische Kreuz kommt erst relativ spät in den allgemeinen liturgischen Gebrauch, wird aber gelegentlich schon im 6. und 11. Jahrhundert erwähnt. Das „Kreuz“ als das „Plus“ im Leben entdecken können. Ein weites Feld, dies mit Schülern erarbeiten zu können; gleichgültig in welcher Altersstufe.

Darüber hinaus eröffnete der Referent über die Begriffe „Türe“, „Taufbrunnen“, „Altar“, „Ambo und Kanzel“ in ähnlicher Weise neue spirituelle Zugänge, die für Schule und Alltag taugen, sie im Unterricht neu einzusetzen. In einer Schlussmeditation kulminierte die Begegnung mit den Kernsymbolen des Christentums, die neu erschlossen durch den Regensburger Domzeremoniar Peter Nickl, entdeckt werden konnten.

Edmund Speiseder