Archiv

IDEENBÖRSE AN DER UNIVERSITÄT ERLANGEN

Breites Spektrum aktueller geographischer Themen behandelt
Lehrerfortbildung Ideenbörse an der Universität Erlangen – Anregungen aus der Schulpraxis und der wissenschaftlichen Forschung

Alle Jahre wieder und nun schon zum elften Mal fand die mittlerweile zur Tradition gewordene Fortbildungsveranstaltung „Ideenbörse Geographie“ für Gymnasium und Realschule in Erlangen statt. Auch dieses Mal wurde sie wieder durch das Geographische Institut der Universität Erlangen-Nürnberg in Kooperation mit der Fachgruppe Geographie im Bayerischen Philologenverband (bpv) organisiert. Mehr als 120 Kolleginnen und Kollegen aus dem nordbayerischen Raum nutzten die Veranstaltung, um nach Impulsen für den unterrichtlichen Alltag zu suchen. Wegen der Sperrung des Institutsgebäudes in der Kochstraße dienten auch dieses Mal die Räumlichkeiten in der „Alten Mathematik“ als Ausweichquartier.

Prof. Dr. Perdita Pohle (Universität Erlangen) bei der Begrüßung der Teilnehmer an der Ideenbörse 2015 in Erlangen.


In ihrer Begrüßungsansprache stellte Prof. Dr. Perdita Pohle (Universität Erlangen) heraus, dass in diesem Jahr wieder ein breites Spektrum an fachinhaltlichen und gesellschaftsrelevanten Themen Berücksichtigung finden konnte. Der stete Austausch zwischen Universität und Schule erfüllt eine wichtige Funktion als Plattform für die inhaltliche und konzeptionelle Weiterentwicklung der Geographie. Dabei ging sie besonders auf die Seminare an den Schulen ein und bot die Kooperation mit dem Geographischen Institut an.

Im Wintersemester 2015/16 werden 1.313 Studierende am Institut ausgebildet. Die rückläufigen Zahlen der Studierenden für das Lehramt bezeichnete sie als bedenklich. Gerade die Geographie liefert mit ihren Beiträgen vielfältige Lösungsansätze zu aktuellen Problemen. „Alle sind aufgefordert, das positive Image der Geographie weiter voranzutreiben,“ forderte die Referentin. Der Schwerpunkt der Ausbildung findet weiterhin im ehemaligen Areva-Gebäude in Erlangen-Tennenlohe statt. Mit Blick auf die aktuellen Aktivitäten an ihrem Institut stellte Prof. Dr. Perdita Pohle einen eindeutigen Trend zur Internationalisierung der Ausbildung fest: So gibt es z.B. mittlerweile englischsprachige Vorlesungen oder die Bachelor-Ausbildung BA+ schließt ein Jahr Auslandsaufenthalt mit ein. Auch der Master-Studiengang ist international ausgerichtet z.B. mit einer Kooperation mit Ecuador. Die Referentin gab auch bekannt, dass der Didaktik-Lehrstuhl nach der Berufung von Prof. Dr. Rainer Mehren (geb. Uphus) nach Gießen nun wieder neu besetzt ist durch Prof. Dr. Jan Christoph Schubert.

Auch in diesem Jahr wies sie wieder ausdrücklich darauf hin, dass am Institut großer Wert gelegt wird auf eine intensive und kontinuierliche Zusammenarbeit mit den Lehrkräften an den Schulen. Dabei ergeben sich folgende Angebote:
- Kooperationen bei der Durchführung von W- und P-Seminaren
- Durchführung von Bibliotheksführungen zur Einführung in die Recherchearbeit
- Besuch von einzelnen Vorlesungen durch Schulklassen/Kursgruppen
- Besuch von Einzelveranstaltungen aus der Vortragsreihe der Fränkischen Geographischen Gesellschaft (FGG) durch Schulklassen/KursgruppenFür die beiden letztgenannten Angebote ist eine vorherige Anmeldung über das Sekretariat der Instituts unter 09131/8522633 unbedingt erforderlich.

Am Schluss ihrer Ausführungen wies sie noch auf die Publikation „Kulturgeographisches
Geländepraktikum“ (= Erlanger Skripte zum Geographiestudium 4) hin, die zum Preis von € 3,00 beim Institut erworben werden kann.

Für die Informationen und ganz besonders für die umfangreichen Arbeiten bei der Vorbereitung und der Durchführung der Veranstaltung dankte StD Volker Huntemann (Fachgruppe Geographie im bpv) Frau Prof. Dr. Perdita Pohle und Frau Sabine Donner und überreichte ihnen jeweils einen Blumenstrauß.

Romy Hofmann (Universität Erlangen) leitet ihren Workshop mit dem Titel "Geographieunterricht neu denken ...".


Im Workshop 1 mit dem Titel „Geographieunterricht neu denken – Didaktik, Methodik und Unterrichtsmaterial eines neuen Ansatzes aus Großbritannien“ wurden durch Romy Hofmann (Universität Erlangen) methodische Verfahren aufgezeigt, die sich im Umgang mit komplexen Themen für den Geographieunterricht eignen und die das Denken von Schüler/innen anregen sollen. Am Beispiel der Entwicklungen im Londoner Stadtteil Hackney wurde die Methode „Mystery“ praktisch durchgeführt sowie im Anschluss daran wurden Möglichkeiten der Diagnose aufgezeigt und diskutiert. Am Ende stand die gemeinsame Erkenntnis, dass sich die Mystery-Methode trotz anfänglicher organisatorischer (u.a. zeitlicher) Unsicherheiten vielfältig im Geographieunterricht einsetzen lässt, was von teilnehmenden Lehrer/innen aus eigener Erfahrung bestätigt werden konnte.

Dr. Sebastian Feick und Philipp Malz (beide Universität Erlangen) bei ihrem Workshop über GIS / Fernerkundung.


„GIS und Fernerkundung für Lehramtsstudierende und Lehrer – ein neues Angebot der Virtuellen Hochschule Bayern (vhb)“ war der Titel des von Philipp Matz und Dr. Sebastian Feick (beide Universität Erlangen) geleiteten Workshops 2. Der von der Virtuellen Hochschule Bayern (vhb) geförderte E-Learning-Kurs soll Lehramtsstudierende und bereits im Berufsleben stehende Lehrer/innen aller Schularten dafür begeistern, sich mit digitaler Geographie, Fernerkundung und Geodatenverarbeitung auseinanderzusetzen. Dabei werden nicht nur Grundlagen über Geoinformationssysteme vermittelt, sondern auch praktisch angeleitete Unterrichtseinheiten abgelegt. Ziel ist es, dass nach erfolgreicher Kursbearbeitung die notwendigen Kompetenzen für den GIS-Einsatz im schulischen Umfeld und eine Materialsammlung für den digitalen Geographieunterricht vorhanden sind. Neben der Vorstellung des Kurskonzeptes konnten die Workshop-Teilnehmer/innen ein Kursmodell zum Thema WebGIS eigenständig am Computer durchführen und so erste praktische Erfahrungen in Bezug auf den ab SS 2016 belegbaren Kurs sammeln.

Dr. Andreas Schöps (Katholische Universität Eichstätt) in seinem Workshop "Binnendifferenzierung durch Experimente im Geographieunterricht. ...".


Dr. Andreas Schöps (Katholische Universität Eichstätt) setzte sich in seinem Workshop „Binnendifferenzierung durch Experimente im Geographieunterricht. Potenziale des experimentierenden Lernens an Stationen am Beispiel der Thematik des Klimawandels“ mit der Frage auseinander, wie die drei aktuellen unterrichtlichen Herausforderungen „Binnendifferenzierung“ (Integration), „Kompetenzorientierung“ (Methodik) und „Klimawandel“ (Fachwissenschaft) gewinnbringend im Unterricht zusammengeführt werden können. Anhand eines modular konzipierten Lernzirkels zum Thema „Den Klimawandel experimentell ergründen“ verdeutlichte er dabei zum einen, wie einfach Experimente als Aufhänger tiefgreifender Erörterungen komplexer klimageographischer Fragestellungen dienen können. Mehr noch zeigte er aber durch die Verknüpfung von unterschiedlichen Konzepten (u.a. über Sozialformen, Arbeitsteilung, Aufgabenqualität und -menge sowie individuellem Lerntempo) und Aufgabenformaten, wie Binnendifferenzierung und Experimentieren zielführend und schülerorientiert miteinander verknüpft werden können und wie dabei auch die im neuen LehrplanPLUS geforderte Kompetenzorientierung unkompliziert berücksichtigt werden kann.

Tobias Häberer (Universität Erlangen) bei seinen Ausführungen zum Thema Stadtgeographie.


Der von Tobias Häberer (Universität Erlangen) geleitete Workshop 4 „Stadtgeographie – Alternative Perspektiven auf Stadt“ versuchte – unter Einbeziehung der Zuhörerschaft – aufzuzeigen, welche Merkmale einer Stadt für gewöhnlich kognitiv vorrangig wahrgenommen werden und folglich bei der subjektiven Beschreibung typisch städtischer Qualitäten als Wesensmerkmal besonders häufig Erwähnung finden. Hierzu wurden eingangs von den Teilnehmern zwei bis drei typische urbane Merkmale gesammelt und gemäß der Differenzierung zwischen quantitativer bzw. qualitativer Ausprägung sortiert. Die im Anschluss vorgestellten Stadtentwicklungs- und -analysekonzepte zielen mit ihrer thematischen Verortung allesamt stark auf eben qualitative Eigenschaften des urbanen Raumes ab. Diese sind namentlich das Stadtentwicklungskonzept der Kreativen Stadt bzw. Kreativen Klasse, das theoretische Konzept des Rechts auf Stadt und die Forderung nach dessen Umsetzung in der urbanen Praxis sowie der konzeptionelle Analysezugang des Urban Governance Ansatzes. Anhand von Beispielen aus der urbanen Praxis wurden die Konzepte, jedes für sich, abschließend näher erläutert und im Austausch mit den Workshop-Teilnehmern spezifisch vertieft.

StR' Tatjana Wettschureck und OStR' Kornelia Herzog (beide E.T.A. Hoffmann-Gymnasium Bamberg) leiteten einen Workshop zum Thema "Unterrichtsgänge im Geographieunterricht ...".


Im Workshop „Themenbezogene Unterrichtsgänge im Geographieunterricht der 5. Jahrgangsstufe“ präsentierte StR' Tatjana Wettschureck das Projekt „Blick in das Weltall“. Dieses beinhaltete außer einer Wanderung auf dem Planetenweg, der bei Untersiemau im Coburger Land startet, auch den Besuch der Sternwarte in Bamberg. Im zweiten Teil des Workshops stellte OStR' Kornelia Herzog einen Unterrichtsgang zur extensiven Weidewirtschaft vor. Sie hatte mit Schülern einen Bio-Landwirt in der Nähe von Bamberg besucht, der durch das Halten von polnischen Wildpferden und asiatischen Wasserbüffeln die Wiesen im Aurachtal vor der Verschilfung bewahrt. Die beiden am E.T.A. Hoffmann-Gymnasium in Bamberg tätigen Lehrerinnen gaben durch die dargestellten Unterrichtsgänge Anregungen, wie die Themen Weltall und Landwirtschaft in der Unterstufe praxisnah behandelt werden können.

StD Volker Huntemann (Wolfgang-Borchert-Gymnasium Langenzenn) leitete den Workshop 6 „Exkursionen – das 'Salz in der Suppe' des Geographieunterrichts“. Nach einer kurzen Darlegung des didaktischen Stellenwerts von Exkursionen zeigte der Referent die Verankerung dieser besonderen Unterrichtsform sowohl im derzeitig gültigen als auch im zukünftigen LehrplanPLUS auf. Danach erläuterte er an zahlreichen Beispielen die vielfältigen thematischen Möglichkeiten bei der Gestaltung von Exkursionen (vgl. hierzu). Mit Blick auf den neuen LehrplanPLUS, bei dem noch größerer Wert auf die Kompetenzvermittlung gelegt wird, zeigte er am Thema „Fränkische Schweiz – Planung einer Exkursion in Jahrgangsstufe 5“ die Umsetzung der neuen Vorgaben auf. In der abschließenden Diskussion bestand bei allen Teilnehmern Einstimmigkeit, dass Exkursionen ein genuines Anliegen der Geographie sind.

Im Workshop 7 behandelte StR' Sonja Heinrich (Emmy-Noether-Gymnasium Erlangen) das Thema „Arbeiten mit dem Satellitenbildatlas“. Dieses geographische Hilfsmittel bietet eine Fülle an geeignetem Material für den täglichen Geographieunterricht: qualitativ gute und faszinierende Bilder, Zeitvergleiche mit älteren Aufnahmen sowie passende Karten, Grafiken und Infotexte zu den Bildern. Nachdem die technischen Grundlagen zu Satellitenbildern stark vereinfacht erklärt worden waren, orientierten sich die Workshop-Teilnehmer im Diercke-Satellitenbildatlas „Die Welt im Wandel“ (Westermann-Verlag) und verschafften sich einen Überblick über die lehrplanrelevanten Inhalte. Anschließend wurden einige konkrete Aufgabenbeispiele aus verschiedenen Jahrgangsstufen vorgestellt, u.a. ein Arbeitsblatt zum Thema „Anbau unter Glas und Folie“ (Jahrgangsstufe 7) oder abiturvorbereitende Aufgabenstellungen zu einzelnen Bildern.

Im von StR' Claudia Weidmann (Wolfgang-Borchert-Gymnasium Langenzenn) geleiteten Workshop „Fair Trade – Gerechte Handelsstrukturen im Unterricht der Mittel- und Oberstufe“ wurden kurz die Geschichte und Entwicklung des fairen Handels, sowie – durchaus kritisch – dessen Grundsätze, Standards und Ziele betrachtet. Seit 2004 verzeichnet der Faire Handel eine enorme Umsatzsteigerung. Der Kauf von fair produzierten und gehandelten Gegenständen ist mittlerweile zum Lifestyle-Trend geworden. Transfair Deutschland e.V. vergibt und kontrolliert dabei das Fairtrade-Siegel. Außerdem hat der Verein die Kampagnen „Fair Trade Town“ und „Fair Trade School“ ins Leben gerufen: Anhand der Stadt Zirndorf und des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums in Langenzenn wurden die Kriterien bis hin zur Verleihung dieser Titel erläutert. Im zweiten Teil des Workshops wurden Unterrichtsmaterialien und Ideen für Unterrichtsgänge vorgestellt; z.B. Filme, Mysteries, Lernzirkel, Fairkauft-Führungen, Besuch eines Weltladens. Die Teilnehmer am Workshop brachten wiederum ihre Ideen und Erfahrungen ein.

Philipp Hochreuther und Volker Raffelsbauer (beide Universität Erlangen) berichteten in ihrem Workshop „Klimatische Reaktionen von Bäumen - #KlimaZumAnfassen anhand von neuen Medien“ aus ihrer AG-Dendro davon, dass in den naturwissenschaftlichen Fächern von Schulen Langzeitprojekte die Möglichkeit eines fächerübergreifenden, integrativen Unterrichts bieten. Ziel war es daher, Lehrern Möglichkeiten aufzuzeigen, das eher abstrakte Thema Klima und klimatische Extreme mit Hilfe von Bäumen greifbar zu machen und gleichzeitig Darstellungs- und Aufbereitungsmöglichkeiten auf Webplattformen zu zeigen. Der modulare Aufbau ihres Konzepts ermöglicht eine individuelle Zusammenstellung für die unterschiedlichen Klassenstufen oder Seminare. Dabei können sowohl fachlicher Fokus, als auch finanzieller und organisatorischer Umfang je nach Potenzial der fächerübergreifenden Kooperation angepasst werden. Von ihrer Seite boten die beiden Referenten die Installation von Dendrometern (Messgeräte des Baumumfangs) und ihre handwerkliche Hilfe zur Entnahme und Analyse von Bohrkernen an. Einige Lehrkräfte nahmen im Anschluss ein Dendrometer mit, um einen Testlauf starten zu können. Nach Ansicht einiger Teilnehmer eignet sich das Verbundkonzept aus Naturwissenschaft und Technik insbesondere für P-Seminare der gymnasialen Oberstufe; der Zusammenhang zwischen Klimaextremen und Baumwachstum ist aufgrund seiner Anschaulichkeit auch in den unteren Jahrgangsstufen aufzugreifen.

Da der eigentlich für den Workshop 10 vorgesehene Referent kurzfristig ausgefallen war, stellten sich Dr. Stefan Kordel und Tobias Weidinger (Universität Erlangen) mit der Titel „Das Thema Asyl im Unterricht“ dankenswerterweise zur Verfügung. Die beiden Workshop-Leiter befassten sich somit mit einem geographischen Thema, das aktuell von zahlreichen Lehrkräften im Unterricht aufgegriffen wird. Nach einer kurzen Einführung stand ein fachwissenschaftlicher Vortrag zu einem aktuellen Forschungsprojekt, das die Unterbringung von Asylbewerbern in Tourismusgemeinden und Strategien sozialer Annäherung thematisierte. Anschließend fand eine Diskussion über die Notwendigkeit der Aufbereitung von Unterrichtsmaterialien statt, die einerseits die Komplexität des Themas erfassen und andererseits Schüler nicht überfordern oder mediale Diskurse reproduzieren sollen.

Prof. Dr. Perdita Pohle (Universität Erlangen) bei der Abschlussbesprechung.

In der Abschlussbesprechung wurde auch in diesem Jahr wieder die große thematische Spannbreite zwischen universitären Forschungsergebnissen und schulpraktischer Umsetzung als positiv empfunden. Von einigen Teilnehmern wurde für zukünftige Veranstaltungen eine Berücksichtigung des bilingualen Unterrichts sowie eine verstärkte Präsenz regionaler Themen gewünscht.
Die nächste Ideenbörse ist für Freitag, 14. Oktober 2016 vorgesehen.
Diesen Termin sollte man sich schon heute vormerken.

Volker Huntemann

BUNDESUMWELTWETTBEWERB 2015

Gruppenfoto der Preisträger und der Bundesjury des BundesUmweltWettbewerbs auf Gut Herbigshagen der Heinz-Sielmann-Stiftung (bei Duderstadt)

Bayerischer Gymnasiast erhält im Bereich des Umweltschutzes hohe Auszeichnung
Erfolg beim BundesUmweltWettbewerb 2015 – Bundesfinale auf Gut Herbigshagen (Duderstadt)

Bereits zum 25. Mal fand das Bundesfinale des BundesUmweltWettbewerbs (BUW) statt, in diesem Jahr erneut in Duderstadt auf Gut Herbigshagen, dem Zentrum der Heinz-Sielmann-Stiftung, statt. Ziel des Wettbewerbs ist die Förderung junger Talente im Umweltbereich. Hauptpreise erhalten Arbeiten, die von der Jury als hervorragend bewertet wurden; sowohl Kreativität als auch Interdisziplinarität haben dabei einen hohen Stellenwert. Mit Sonderpreisen werden Arbeiten berücksichtigt, die sich u.a. mit einer besonderen Leistung in einem Teilbereich bzw. einer Fachdisziplin auszeichnen. Förderpreise dienen der Projektfortführung und sollen zur nochmaligen Teilnahme am BUW ermutigen.

Die Haupt- und Sonderpreise wurden in diesem Jahr von der niedersächsischen Kultusminiterin Frauke Heiligenstadt überreicht. Sie betonte in ihrem Grußwort, wie wichtig es ist, wenn sich Jugendliche für die Themen Umweltschutz und nachhaltiges Handeln interessieren und Ideen entwickeln. Sie dankte allen Betreuerinnen und Betreuern, deren Schulen, aber auch den beteiligten Unternehmen und Institutionen, für die umfangreiche Unterstützung. Außerdem würdigte sie das 25jährige Jubiläum des BundesUmweltWettbewerbs, dem im Bereich der deutschlandweiten Wettbewerbe gerade auf Grund seiner speziellen Ausrichtung eine große Bedeutung zukommt, denn alle im Rahmen des Bundesfinales ausgezeichneten Arbeiten wurden dem Wettbewerbsmotto „Vom Wissen zum nachhaltigen Handeln“ mehr als gerecht.

Preisträger Oliver Mehling vor seinem Ausstellungsposter im Gespräch mit der Landesbeauftragten für den BUW in Bayern, Bonita Junge

„Die Energiewende in Japan – Energiepolitische Zukunft nach Fukushima“ lautet im Bereich BUW II (17 – 20 Jahre) der Wettbewerbsbeitrag von Oliver Mehling (Deutschhaus-Gymnasium, Würzburg). Er war in einem Austauschprogramm im Jahr 2012 als Jugendbotschafter nach Japan gereist. Dieses Erlebnis gab ihm Motivation und Mut, sich mit der Energiesituation in Japan nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 auseinanderzusetzen und nach Lösungsmöglichkeiten mit Blick auf regenerative Energien analog zu Deutschland zu forschen. In seiner Arbeit analysierte er Japans Potenziale (u.a. Abhängigkeit von Importen, CO2-Ausstoß, notwendiger Bewusstseinswandel der Bevölkerung) zum Ausstieg aus der Kernenergie und den Wechsel auf erneuerbare Energien. Aufgeworfen wird dabei die Frage nach dem politischen Willen für eine Energiewende Japans. Aktuell wird dieser seit der letzten Wahl wieder in Frage gestellt, da sich eine Rückkehr zur Nutzung der Kernenergie abzeichnet. Vergleichsweise dazu ist Deutschland weit entfernt, obwohl die Durchsetzung eines effektiven Handelns weg von Braun- und Steinkohle noch ein langer Weg zu sein scheint. Die Jury kam zu der Überzeugung, dass es sich bei diesem Beitrag um eine hervorragende, wissenschaftsmethodisch fundierte Arbeit handelt, die durch ihren außergewöhnlichen Charakter mit einem Sonderpreis ausgezeichnet werden muss.

Der Sonderpreisträger Oliver Mehling (Deutschhaus-Gymnasium Würzburg) bei der Preisverleihung mit Prof. Dr. Wilfried Hoppe (Sprecher der Bundesjury BUW II) und der niedersächsischen Kultusministerin Frauke Heiligenstadt

In der Kategorie Förderpreise gab es einen weiteren bayerischen Preisträger. Das Projekt aus dem BUW II trägt den Titel „Die Zukunft der Energie ist grün – Entwicklung eines Photobioreaktors für optimales Wachstum von Mikroalgen zur energetischen Nutzung“. Verfasst wurde die Arbeit von Carina Kanitz (Emil-von-Behring-Gymnasium, Spardorf). Der Bayerische Philologenverband freut sich über die schönen Erfolge und gratuliert den Preisträgern auf diesem Wege.

Die Teilnahme am BundesUmweltWettbewerb ist möglich für Schülerinnen und Schüler aller allgemein- und berufsbildenden Schulen, Jugendgruppen sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Freiwilligendiensten wie dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) und dem Bundesfreiwilligendienst (BFD). Die Organisation des Wettbewerbs erfolgt vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) an der Universität Kiel. Der Träger des Wettbewerbs ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Wettbewerbsrunde 2015/16 hat bereits begonnen. Einsendeschluss für die frei wählbaren Themen ist der 15. März 2016; die Anmeldung sollte sobald wie möglich erfolgen. Projektbeispiele, Anmeldung und Leitfaden des Wettbewerbs mit detaillierten Informationen sind erhältlich unter www.bundesumweltwettbewerb.de oder bei der Landesbeauftragten für den BUW, OStR' Bonita Junge, Wolfgang-Borchert-Gymnasium, Sportplatzstr. 2, 90579 Langenzenn, Tel. 09101/904180, Mail: verwaltung@wbg-lgz.de .

Volker Huntemann

ZUKUNFTSPERSPEKTIVEN DES FACHES GEOGRAPHIE

Die Landesfachgruppe Geographie in Neuschönau (v.l.n.r.): Volker Huntemann (Mittelfranken, Landesvorsitzender), Christoph Matz (Oberpfalz), Dr. Konrad Wieland (Kassenwart), Dr. Alois Müller (Oberfranken), Bettina Stadler (München, kommissarisch), Max Schmidt (1. Vorsitzender des bpv), Jürgen Patzke (Niederbayern, stellv. Landesvorsitzender) und Johannes Göller (Schwaben)

Jahrestagung der Bezirksfachgruppenleiter in Neuschönau – Abschlussexkursion auf dem Baumwipfelpfad

Die diesjährige Jahrestagung der Fachgruppe Geographie im Bayerischen Philologenverband (bpv) fand im niederbayerischenNeuschönau (Bayerischer Wald) in den Räumlichkeiten des Nationalparkzentrums Lusen statt. Hierzu konnte der Landesvorsitzende, StD Volker Huntemann, neben den Bezirksfachgruppenleitern auch den 1. Vorsitzendes des Bayerischen Philologenverband, StD Max Schmidt, und den Bezirksvorsitzenden Niederbayern, OStR Günter Breu, herzlich begrüßen. Gleich am Anfang der Tagung gedachten die Anwesenden des Todes und der Leistungen von Dr. Lorenz Deuringer, der von 1986 – 1988 die Landesfachgruppe geleitet hatte. Von 1985 – 1995 vertrat der die Geographie im Referat für Lehrerfortbildung an der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen. Nach einem fünfjährigen Aufenthalt für die Hanns-Seidel-Stiftung in Moskau leitete er von 2000 – 2008 das Marktoberdorfer Gymnasium und kehrte somit auch beruflich wieder in seine Heimat, das Allgäu, zurück.

Der Bezirksvorsitzende Niederbayern, OStR Günter Breu, bei der Begrüßung der Tagungsteilnehmer im Hans-Eisenmann-Haus


In einem kurzen Grußwort zog OStR Günter Breu, der Bezirksvorsitzende von Niederbayern, einen Vergleich zwischen dem Tagungsort Bayerischer Wald und der Geographie: So, wie der Bayerische Wald als deutscher Nationalpark als Beispiel für eine gelungene grenzüberschreitende Kooperation mit dem Nachbarn Tschechei stehe, so steht das Fach Geographie als ein erfolgreiches Beispiel für fächerübergreifenden Unterricht am Gymnasium. In seinen anschließenden Ausführungen stellte der Landesvorsitzende der Fachgruppe, StD Volker Huntemann, fest, dass sich das Unterrichtsfach Geographie am Gymnasium weiterhin einer großen Beliebtheit erfreut. In dieser Hinsicht sprechen die vom Staatsinstitut für Bildungsforschung und Schulpädagogik (ISB) publizierten Belegungszahlen in der Oberstufe eine eindeutige Sprache. Diesen Erfolg führte er einerseits auf die äußerst interessanten Themen der Fachlehrpläne zurück, andererseits sind sie aber auch ein deutlicher Indikator für die erfolgreiche Arbeit der Kolleg(inn)en vor Ort. Mit großer Sorge betrachtet die Landesfachgruppe jedoch weiterhin die Tatsache, dass in den gymnasialen Stundentafeln in den Jahrgangsstufen 6 und 9 kein Geographie-Unterricht vorgesehen ist. „Wie sollen geographische Kompetenzen fundiert vermittelt werden, wenn keine dazu notwendige durchgehende Berücksichtigung des Faches in allen Jahrgangsstufen existiert?“ lautet die vom Landesfachgruppenleiter gestellte Frage. In Kooperation mit dem Verband Deutscher Schulgeographen (VDSG) werden Gespräche mit Politikern geführt werden, die auf eine Verbesserung dieser Situation hinwirken sollen.

StD Volker Huntemann hoffte auf eine intensivere Behandlung von Themen mit Heimatbezug (Bayern, Deutschland) in unterschiedlichen Jahrgangsstufen im neuen LehrlanPlus. Außerdem wies er darauf hin, dass im Fach Natur & Technik (Schwerpunkt „Naturwissenschaftliches Arbeiten“) der Einsatz von Lehrkräften mit der Fakultas Geographie ausdrücklich vorgesehen ist, denn in diesem Fach sind eine Vielzahl von geographischen Themen verankert. In diesem Zusammenhang erfolgte auch in Hinweis auf den Punkt „Einsatz von Studienreferendarinnen und Studienreferandaren in Natur und Technik“ im KontaktbriefPlus 2014 aus dem ISB.

Das Prinzip der Doppelstündigkeit im Fach Geographie wurde intensiv diskutiert. Obgleich es einige Vorteile bringen würde (u.a. zusammenhängendes Arbeiten, Einsatz neuer Methoden und Medien) hat sich die Landesfachgruppe einstimmig für die Beibehaltung der derzeitigen Regelung ausgesprochen. Hauptgründe waren u.a., dass kürzere Lerneinheiten mit Vor- und Nachbereitung lernpsychologisch günstiger sind und dass die Terminierung von Stegreifaufgaben eingeschränkt wäre. Weitere Argumente: vgl. Das Gymnasium in Bayern, Heft 10/2014, S. 38.

Der Vorsitzende des LV Bayern im Verband Deutscher Schulgeographen (VDSG), Dr. Michael Streifinger, gab zunächst einen Überblick über den zurückliegenden Bayerischen Landesschulgeographentag in Garmisch-Partenkirchen. Von den Teilnehmern wurde besonders die Vielfalt und Vielzahl der angebotenen Veranstaltungen gelobt. Was die Anzahl der teilnehmenden Lehrkräfte anbelangt, so blieb diese trotz umfangreicher Werbemaßnahmen deutlich hinter den Erwartungen zurück, was noch näher analysiert werden soll. Der Referent nannte Eichstätt als Tagungsort für den Landesschulgeographentag 2016. Dort wird wieder – wie bereits in Nürnberg 2012 – über eine Koppelung mit einer Veranstaltung der Regionalen Lehrerfortbildung (RLFB) nachgedacht. Mit Blick auf die derzeit gültige Stundentafel bezeichnete auch Dr. Michael Streifinger es als zentralen Auftrag der Kolleg(inn)en, die Nichtberücksichtigung von Geographie-Unterricht in Jahrgangsstufe 6 endlich zu beenden.

Im unterrichtspraktischen Teil seiner Ausführungen stellte er das Schulprojekt „Die Alpen – Eine Region verändert sich“ vor. Die P-Seminare Geographie des Gymnasiums Fürstenried, des St.-Irmengard-Mädchengymnasiums Garmisch-Partenkirchen, des Max-Born-Gymnasiums Germering und des Gymnasiums Kirchheim hatten es sich zum Ziel gesetzt, einen Unterrichtsfilm für die Jahrgangsstufe 5 zu drehen. Er soll ihnen zeigen, wie die Alpen durch Gletschertätigkeit bis heute geprägt werden und wie sie sich im Rahmen des Klimawandels und Strukturwandels verändern. Um ihr Ziel zu realisieren, arbeiteten die Schüler mit Dr. Michael Streifinger (Department für Geographie der Ludwig-Maximilian-Universität München) sowie Harry Heckl (Kameramann und Filmproduzent im Auftrag des FWU) zusammen. Nähere Informationen unter www.fwu.de . Die DVD hat die Bestellnummer 4611011.

Der Vorsitzende des bpv Max Schmidt bei seinen aktuellen Informationen zur Bildungspolitik


In seinen aktuellen Informationen zur Bildungspolitik ging der 1. Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) StD Max Schmidt besonders auf die Beschlüsse der CSU-Landtagsfraktion ein, künftig flächendeckend an allen bayerischen Gymnasien durch eine „Mittelstufe plus“ wieder einen neunjährigen gymnasialen Bildungsweg anzubieten. Er würdigte dieses als großen Fortschritt: „Die Hängepartie ist zu Ende. Jetzt beginnt für uns mit der Phase der Aufbauarbeit die nächste große Herausforderung.“ Weiter führte er aus: „Natürlich hätte ich mich über eine Entscheidung zu einem generellen G9 noch mehr gefreut. Aber ich sehe doch eine Chance, die nun vorliegenden Eckpunkte im Sinne vieler Schüler und das heißt in Richtung einer Entschleunigung und Vertiefung des Lernens vernünftig auszugestalten.“ Als grundlegend wichtig für das Gelingen der Reformpläne und damit das Ende der quälenden Debatte um das Gymnasium bezeichnete er die Umsetzung der angekündigten Wahlfreiheit zwischen dem acht- und neunjährigen gymnasialen Bildungsgang. „Die Entscheidung für den kürzeren oder den längeren Weg am Gymnasium müssen alle Schüler und Eltern wirklich frei treffen dürfen.“ Für ihn ist es wichtig, dass bei der Ausgestaltung der Mittelstufe plus den Schulen ein großer Gestaltungsspielraum zugestanden wird und dass keine unnötigen Hürden die Einführung behindern.

Der Referent kündigte zu den politisch gewollten Änderungen am Gymnasium die Mitarbeit des Verbandes an. Teilweise sei aber auch Skepsis angebracht, denn z.B. eine weitere Reduzierung von Noten führe mit Sicherheit nicht zu gerechteren Gesamtnoten, zumal schon jetzt in vielen Fächern zwei Noten im Halbjahr reichen. Die diskutierte Umwandlung von unangekündigten Stegreifaufgaben in angekündigte Tests werde seiner Ansicht nach den Notendruck nicht reduzieren, sondern das könne ihn sogar noch erhöhen. Mit Blick auf den neuen LehrplanPlus betonte StD Max Schmidt, dass es schnell vorangehe. Bei der Frage des mittleren Bildungsabschlusses sei die Situation absolut noch nicht geklärt. Zudem ging er auch auf das neue Lehrplaninformationssystem LIS ein. Es wird den direkten Zugriff auf die Lehrpläne aller Schularten ermöglichen und bietet eine Vielzahl von Such- und Vergleichsfunktionen. In einem sog. Servicebereich soll es ergänzende Informationen bieten wie z.B. Erläuterungen zum Lehrplan, passgenaue Unterrichtsmaterialien und exemplarische Aufgaben zum Üben und Vertiefen. Allerdings zeigte er sich an dieser Stelle eher skeptisch: „Die elektronische Begleitung ist zwar gut gemeint, aber wahrscheinlich treten bei den Informationen viel zu schnell Veränderungen ein.“

In seinem traditionellen Rückblick auf das zurückliegende Jahr berichtete der Vorsitzende der Landesfachgruppe von einem intensiven Gedankenaustausch mit einer Vielzahl von Vertretern aus der Politik, dem Ministerium sowie mit geographischen Institutionen und befreundeten Verbänden. Zudem wurden in den einzelnen Regierungsbezirken wieder diverse Fortbildungsveranstaltungen angeboten. Besonders erwähnt werden sollen hierbei eine Exkursion in das Rieskrater-Museum in Nördlingen in Kooperation mit der RLFB (Mittelfranken) und die Herbstexkursion ins Rheintal in Kooperation mit der Geographischen Gesellschaft Würzburg (Unterfranken). Ferner werden Vortragsreihen mit den Geographischen Gesellschaften in Würzburg und München angeboten und das Projekt „Welt der Unternehmen im Geographieunterricht“ (Niederbayern) wird weiterentwickelt.

In ihrem Arbeitsprogramm 2014/15 bittet die Landesfachgruppe wieder alle Kolleg(inn)en um die Bekanntmachung und Unterstützung von Wettbewerben mit geographischen Inhalten. Hierbei handelt es sich insbesondere um „Jugend forscht“ / „Schüler experimentieren“, den „BundesUmweltWettbewerb“ sowie „Diercke Wissen“. In Verbindung mit diesen Wettbewerben weist die Landesfachgruppe auch auf die dringende Notwendigkeit der Einrichtung eines Fachraumes Geographie hin.

Am Ende der Tagung stellte der Bezirksfachgruppenleiter Niederbayern, OStR Jürgen Patzke, die von ihm konzipierte Unterrichtshilfe „Globaler Wandel am Beispiel der Luftfahrt – Material für den Oberstufenunterricht in Geographie“ vor. Diese Publikation liegt nunmehr auch in englischer Sprache vor und findet auch im Ausland große Anerkennung. Die Unterrichtshilfe kann unter www.mtu.de → Karriere → Schüler undSchulabgänger → Unterrichtsmaterial für Lehrer und Schüler heruntergeladen werden.

Brigitte Paster (Naturparkzentrum Lusen) gibt den Tagungsteilnehmern nähere Erläuterungen an einer der Informationsstationen des Baumwipfelpfads

Zum Abschluss der Tagung standen dann ganz unmittelbare unterrichtspraktische Bezüge im Vordergrund. Zunächst besuchten die Teilnehmer im Nationalparkzentrum Lusen, dem Hans-Eisenmann-Haus, die dortzige Dauerausstellung „Weg in die Natur. Eine Geschichte von Wald und Menschen“, die 2010 zum 40-jährigen Bestehen des Nationalparks eröffnete worden war. In sechs Bereichen kann die spannende Geschichte des Nationalparks, seiner Pflanzen und Tiere und seiner Aufgaben und Ziele erlebt werden. Ein kleiner gelber Schmetterling führt zu elf Hörstationen sowie zu weiteren Stationen speziell für junge Besucher. Für Schulklassen steht auch eine Ausstellungsrallye zur Verfügung. Weitere Informationen unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/einrichtungen/npz_lusen/hans_eisenmann_haus/index.htm .

Blick ins Innere des Baumturms


In unmittelbarer Nähe zum Hans-Eisenmann-Haus befindet sich der längste Baumwipfelpfad der Welt. Dorthin wurde die Gruppe von Brigitte Paster (Nationalparkzentrum Lusen) begleitet. Sie führte aus, dass der Baumwipfelpfad eine Gesamtlänge von 1.300 m (inkl. Rampe im Baumturm) hat. In einer Höhe von 8 – 25 m schlängelt er sich durch Buchen, Tannen und Fichten des dortigen Bergmischwaldes. Unterwegs befinden sich zahlreiche Informations- und Erlebnisstationen (wie z.B. „Der Baum-Dreiklang“, „Totes Holz – voller Leben“, „Baumkronenforschung weltweit“). Die Rangerin führte aus, dass der Baumwipfelpfad mit über 6.000 Besuchern pro Tag intensiv frequentiert wird, was die Gesamtinvestitionen in Höhe von € 3,2 Millionen durchaus rechtfertigt. Sie betonte, dass im Gegensatz zum Nationalpark Bayerischer Wald der tschechische Nationalpark Sumova mehr unter wirtschaftlichen Aspekten eingerichtet worden ist. Das Interesse an einer länderübergreifenden Kooperation der beiden Nationalparks ist deutlichen Schwankungen unterlegen je nach der Ausrichtung des tschechischen Umweltministers. Die derzeitige Kooperation bezeichnete sie als gut. Der Höhepunkt des Pfades ist im wahrsten Sinne des Wortes der 44 m hohe Baumturm. Von der Aussichtsplattform aus wurde die Gruppe mit einem einzigartigen Rundblick belohnt: Über die Berge Lusen und Rachel hinweg breitet sich das Meer des Bayerischen Waldes und des Böhmerwaldes aus. Richtung Süden konnte sogar der Alpenhauptkamm ausgemacht werden. Weitere Informationen unter http://www.neuschoenau.de/de/baumwipfelpfad/uebersicht.html .

Volker Huntemann

JUGEND FORSCHT 2015

Bundespräsident Joachim Gauck bei der Laudatio für den Sonderpreisträger Lukas Stocker

Mit Lichtstrahlen zum außergewöhnlichen Erfolg bei JUGEND FORSCHT

Sehr erfolgreiches Abschneiden bayerischer Teilnehmer – Bundesfinale 2015 in Ludwigshafen

Das diesjährige Bundesfinale im Wettbewerb Jugend forscht wurde zu einem echten Jubiläumsfinale, galt es doch die 50. Wettbewerbsrunde zu feiern und zusätzlich 150 Jahre BASF, das Bundespatenunternehmen, das mittlerweile zum dritten Mal zur Finalrunde eingeladen hatte. Mit 11.502 Anmeldungen gab es auch die zweithöchste Beteiligung in der Geschichte von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb. Für das Bundesfinale hatten sich dann 195 talentierte Jungforscher und Jungforscherinnen mit insgesamt 113 Projekten qualifiziert. In seiner Festrede betonte Bundespräsident Joachim Gauck u.a. die besondere Rolle der Schulen, die mehr sein wollen als bloße Kopieranstalten für bekanntes Wissen. Dort finden interessierte Jugendliche Ansprechpartner für offene Fragen. Er fuhr fort: „Deshalb ist es so wichtig, dass engagierte Menschen für die Extras von 'Jugend forscht' immer wieder Zeit und Raum schaffen: Lehrerinnen und Lehrer, die auch über den Unterricht hinaus aufwendige Projekte betreuen.“ Im Vergleich zum Vorjahr war das Abschneiden aus bayerischer Sicht äußerst erfolgreich – in zwei Gebieten gab es Siegerarbeiten und zusätzlich noch eine Reihe erfreulicher Platzierungen.

Daniel Seidler, Paul Keckl und Tim Poulet belegten mit ihrem Projekt "Schlagzahlenpistole" den 4. Platz im Bereich Arbeitswelt

Die prämierten Arbeiten

Das Projekt „Schlagzahlenpistole“ haben Daniel Seidler, Paul Keckl und Tim Poulet (Pfleiderer GmbH Neumarkt) als Thema für ihre Forschungsarbeit in ihrem Ausbildungsbetrieb gefunden. Dort werden große Metallteile mithilfe von sogenannten Schlagzahlen (Stempeln aus Werkzeugstahl) nummeriert. Bei diesem Vorgang schlägt man mit einem Hammer auf die Schlagzahl, die mit der Hand festgehalten werden muss. Die Jungforscher sahen, dass das nicht ungefährlich ist und entwickelten deshalb eine spezielle Schlagzahlenpistole. Dabei wird durch einen Pneumatikzylinder ein Gewicht beschleunigt, das dann auf die Schlagzahl trifft. Die Schlagzahlen sind in einer Revolvertrommel am Ausgang der Pistole angebracht, so dass man leicht die benötigte Zahl auswählen kann. Mit der Schlagzahlenpistole haben die Jungforscher ein sicheres und leicht zu handhabendes Arbeitsgerät erfunden, das sehr zur Arbeitssicherheit beiträgt. Für diesen Beitrag erhielten den Jungforscher den 4. Preis im Bereich Arbeitswelt zuerkannt.

Ebenfalls einen 4. Preis – dieses Mal im Fachbereich Chemie - erhielten Levin Winzinger, Larissa Roth und Felicitas Kaplar (Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach) für ihre Arbeit „Grüne Olefine aus nachwachsenden Rohstoffen: Perspektiven für das Nacherdölzeitalter“. Wichtige industrielle Grundchemikalien wie Ethen müssen nicht zwangsläufig aus Erdöl hergestellt werden, sondern sie lassen sich auch aus pflanzlichen Rohstoffen gewinnen. Zunächst untersuchten die drei Jungforscher ein katalytisches Crack-Verfahren, mit dem schon heute Ethen aus Glyzerin gewonnen wird. Durch Verbesserungen des Katalysators gelang es ihnen, den Anteil der Gasausbeute deutlich zu steigern. In einem nächsten Schritt ersetzten sie Glyzerin durch Pflanzenöl und unternahmen auch Tests mit gebrauchtem Frittierfett. Ihre Analysen der erzeugten Gase belegen, dass mit Ölen das Verfahren einfacher und effizienter wird, denn die Ausbeute an industriell wichtigen Olefinen wie Ethen und Propen fällt höher aus.Weiterhin hält der Katalysator länger und er lässt sich einfacher regenerieren.

„Rekonstruktion von 3-D-Modellen aus Bildern mit Tiefendaten“ lautete der Titel der Projektarbeit von Tobias Holl (Otto-von Taube-Gymnasium Gauting) im Fachbereich Mathematik. Um sich in ihrer Umgebung zu orientieren, müssen sowohl ein selbstfahrendes Auto als auch ein Pflegeroboter in der Lage zu sein, Dinge und Lebewesen um sich herum zuverlässig zu erkennen. Dieses „maschinelle Sehen“ stellt für Ingenieure nach wie vor eine große Herausforderung dar. Eine der angewendeten Techniken basiert darauf, dass aus Kamerabildern mithilfe ausgefeilter Algorithmen Tiefeninformationen errechnet werden. Diese lassen dann auf die dreidimensionale Gestalt schließen. Der Jungforscher entwickelte in seiner Arbeit einen solchen Algorithmus. Es gelang ihm, aus den Fotos eines Akkuschraubers und eines Kaninchens 3-D-Bilder zu erstellen, die verblüffend räumlich anmuten. Für seine Forschungsarbeit erhielt er den 2. Preis zuerkannt.

Paul Kutzer (Bundessieger im Bereich Technik) führt seinen Sudoko-Roboter vor

Den Bundessieg im Fachgebiet Technik konnte Paul Kutzer (Musikgymnasium der Regensburger Domspatzen) erzielen. „Automatisches Erkennen, Verarbeiten und Lösen von Sudokos“ ist der Titel seiner Forschungsarbeit. Der Jungforscher füttert seinen Roboter mit den Zahlenrätseln in ausgedruckter Form – und schon löst dieser sie wie am Fließband innerhalb kurzer Zeit, egal wie schwierig sie sind. Bei diesem Vorgang erfasst eine Kamera die vorgegebenen Zahlen und identifiziert sie über Mustererkennung. Im Anschluss daran wird die selbst geschriebene Lösungsoftware aktiv. Sie umfasst zwei Algorithmen, wobei der zweite dann zum Zuge kommt, wenn der erste scheitert. Scan und Berechnung dauern nur einen Sekundenbruchteil. Danach trägt der Roboter die Lösungszahlen in die freien Felder des Sudoko-Zettels ein. Hierfür benutzt der Jungforscher eine Konstruktion, die an einen Plotter erinnert und einen integrierten Stift besitzt. Die Jury war besonders beeindruckt von der konsequenten Weiterentwicklung einer kreativen Idee bis hin zu einem souverän funktionierenden Gerät. Mit seinem fundierten Know-how in den Bereichen Bildverarbeitung, Algorithmik, Elektronik und Software ist es dem Jungforscher gelungen, seine Pläne eindrucksvoll in die Tat umzusetzen.

Lukas Stocker (Sonderpreis des Bundespräsidenten für eine außergewöhnliche Arbeit) bei der Erläuterung seines Projekts

Den größten bayerischen Erfolg konnte allerdings Lukas Stockner (Maria-Ward-Gymnasium Altötting) verbuchen, indem ihm für seine Arbeit „Erweiterung eines Lernalgorithmus der Lichtsimulation auf volumetrische Streuungseffekte“ aus dem Bereich Mathematik/Informatik der Sonderpreis des Bundespräsidenten für eine außergewöhnliche Arbeit zuerkannt wurde. In seiner Arbeit ging Lukas Stockner der Frage nach, wie sich ein Lichtstrahl in einer bestimmten Umgebung ausbreitet und wie er von Gegenständen reflektiert wird. Das sind zentrale Fragen, wenn man per Computer Grafiken erzeugen will, die so realistisch wie richtige Fotos wirken. Als besondere Herausforderung stellte sich dabei die Lichtstreuung heraus, die z.B. auftritt, wenn Sonnenlicht durch eine Karaffe voller Wein scheint. Mit dem Ziel, solche Effekte so naturgetreu wie möglich zu simulieren, hat der Jungforscher in seiner Forschungsarbeit ein spezielles mathematisches Verfahren aus der Statistik angewendet. Das Ergebnis dieser Bemühungen überzeugte alle: verblüffend realistische Bilder von gefüllten Gläsern und transparenten Edelsteinen. Die Jury imponierte zum einen das hervorragende Wissen über vielfältige, zum Teil sehr aktuelle neue Methoden der Computergrafik, zum anderen die Entwicklung neuartiger Ideen wie z.B. die Nutzung statistischer Lernmethoden zur Beschleunigung des angewandten Verfahrens.

Der Bayerische Philologenverband (bpv) gratuliert allen Preisträgern und freut sich ganz besonders über die herausragende Platzierung der Arbeit von Lukas Stockner!

Anmeldungen zur Wettbewerbsrunde 2015/16 (Jugend forscht / Schüler experimentieren) sind ab sofort möglich. Anmeldeschluss ist der 30. November 2015; die Einreichung der Arbeit muss dann Anfang Januar 2016 erfolgen. Nähere Informationen zum Wettbewerb und zur neuen Wettbewerbsrunde unter: Stiftung Jugend forscht e.V., Baumwall 5, 20459 Hamburg, Telefon 040/374709-0, Telefax 040/374709-99 oder unter www.jugend-forscht.de bzw. info@jugend-forscht.de.

Volker Huntemann

MODERNER GEOGRAPHIEUNTERRICHT

Blick in die Teilnehmerrunde der Eröffnungsveranstaltung


Anregungen aus der Schulpraxis und der wissenschaftlichen Forschung

Lehrerfortbildung Ideenbörse an der Universität Erlangen – Seit 10 Jahren bewährte Kooperation zwischen Universität und Schulgeographie

In diesem Herbst fand die bewährte Fortbildungsveranstaltung Ideenbörse Geographie für Gymnasium und Realschule bereits zum zehnten Mal statt. Sie wurde wieder durch das Geographische Institut der Universität Erlangen-Nürnberg in Kooperation mit der Fachgruppe Geographie im Bayerischen Philologenverband organisiert. Wie in den Vorjahren nutzten wieder über 120 Kolleginnen und Kollegen aus dem nordbayerischen Raum diese Veranstaltung zur Weiterbildung. Wegen der immer noch andauernden Sperrung des Institutsgebäudes in der Kochstraße dienten dieses Mal als Ausweichquartier die Räumlichkeiten in der „Alten Mathematik“.

Prof. Dr. Perdita Pohle (Universität Erlangen) bei der Begrüßung der Teilnehmer an der Ideenbörse 2014


Bei ihrer Begrüßungsansprache betonte Prof. Dr. Perdita Pohle (Universität Erlangen), dass auch dieses Mal die Organisation der Veranstaltung eine große Herausforderung gewesen ist. Der alljährlich stattfindende Austausch zwischen Schul- und Hochschulgeographen ist jedoch eine wichtige Plattform für die inhaltliche und konzeptionelle Weiterentwicklung des Faches. Im beginnenden Wintersemester werden am Institut 1.449 Studierende ausgebildet, wobei der lokale Schwerpunkt der Ausbildung sich für die nächsten absehbaren Jahre wegen der baulichen Situation im ehemaligen Areva-Gebäude in Erlangen-Tennenlohe befindet. Die neue Anschrift lautet: Institut für Geographie, Wetterkreuz 15, 91058 Erlangen. Sie betonte ausdrücklich, dass am Institut großer Wert gelegt wird auf eine intensive und kontinuierliche Zusammenarbeit mit den Lehrkräften an den Schulen. Hierzu ergeben sich folgende Angebote:

  • Kooperationen bei der Durchführung von W- und P-Seminaren
  • Durchführung von Bibliotheksführungen zur Einführung in die Recherchearbeit
  • Besuch von einzelnen Vorlesungen durch Schulklassen/Kursgruppen
  • Besuch von Einzelveranstaltung aus der Vortragsreihe der Fränkischen Geographischen Gesellschaft (FGG) durch Schulklassen/Kursgruppen

Für die beiden letztgenannten Angebote ist allerdings eine vorherige Anmeldung über das Sekretariat der Instituts unter 09131/8522633 unbedingt erforderlich.

Am Schluss ihrer Ausführungen wies sie noch auf die demnächst im Rahmen der Schriftenreihe des Instituts erscheinende Publikation „Die Welt geographisch erkunden“ hin. Dieses Kursbuch enthält didaktische Anleitungen zur Vermittlung der einzelnen Methoden sowie deren theoretische Hintergründe. Die mitgelieferten separaten Arbeitsmaterialien enthalten präzise Arbeitsaufträge und bieten den Teilnehmenden Hilfestellung bei der Durchführung der Methoden sowie der schriftlichen Ausarbeitung des Seminars. Da die Endbearbeitung noch nicht abgeschlossen ist, konnte auch noch kein endgültiger Preis für die Publikation genannt werden, allerdings ist davon auszugehen, dass dieser zwischen € 5,00 – 10,00 liegen wird. Nach Erscheinen werden alle Teilnehmer/innen an der Lehrerfortbildung direkt vom Institut für Geographie benachrichtigt. Für alle anderen Interessenten erfolgt die Information dann im nächsten Newsletter des Instituts.

Für die Informationen und ganz besonders für die Arbeiten bei der Vorbereitung und der Durchführung der Veranstaltung dankte StD Volker Huntemann (Fachgruppe Geographie im bpv) Frau Prof. Dr. Perdita Pohle und Frau Sabine Donner und überreichte jeweils einen Blumenstrauß.

Der Workshop von Dr. Klaus Geiselhart (Universität Erlangen) behandelte das Thema "Die Welt geographisch erkunden - ein humangeographisches Methodenseminar"

In seinem Workshop „Die Welt geographisch erkunden – ein humangeographisches Methodenseminar“ stellte Dr. Klaus Geiselhart (Universität Erlangen) ein Seminar vor, das die Teilnehmenden zu drei Tage Feldforschung anleitet. Dabei soll nicht nur theoretisches Wissen über empirische Methoden vermittelt werden, die Teilnehmenden sollen vielmehr auch die Hindernisse der Praxis hautnah erfahren. Neben der Methodenkompetenz wird dabei ein kritisches Verständnis von Forschung und Wissenschaft vermittelt. Zudem erhalten die Teilnehmenden einen Einblick, wie Forschungsergebnisse zustande kommen und welche Fehler sich häufig – teilweise auch unbemerkt – einschleichen können. Das Kursbuch zur Durchführung des Seminars an Schulen wurde bereits oben vorgestellt.

Gut besucht war der Workshop "Exkursionen im Geographie-Unterricht" von StD Johan van Soeren (Christian-Ernst-Gymnasium Erlangen)


Im Workshop 4 mit dem Titel „Geographische Exkursionen: Vorschläge, Anregungen, Tipps“ stellte StD Johan van Soeren (Christian-Ernst-Gymnasium Erlangen) drei Exkursionen vor, wobei er den schülerzentrierten, handlungsorientierten und fächerübergreifenden Ansatz besonders hervorhob. Während der Vorschlag für Jahrgangsstufe 5 eine Exkursion „Fossilienkunde und Geologie der Fränkischen Schweiz“ beinhaltete, führte der Exkursionsvorschlag für eine 7. Klasse ins Altmühltal („Kanäle in Franken“). Schließlich wurde noch ein Exkursionsvorschlag für die Oberstufe thematisiert, und zwar unter historisch-geographischem Aspekt: „Zur Geschichte und Geographie des Sudetenlandes“.

Im von Stefan Kordel und Tobias Weidinger (beide Universität Erlangen) geleiteten Workshop stand das Thema "Tourismus im ländlichen Raum - aktuelle Entwicklungen und Trends am Beispiel Bayerischer Wald" im Mittelpunkt


Der von Stefan Kordel und Tobias Weidinger (Universität Erlangen) geleitete Workshop „Tourismus in ländlichen Räumen – aktuelle Entwicklungen und Trends am Beispiel Bayerischer Wald“ befasste sich mit der Profilierung einer Tourismusdestination vor dem Hintergrund einer wachsenden Sehnsucht nach Ländlichkeit. Nach einer kurzen Einführung wurden für den Schulkontext aufbereitete Materialien zu den Themen „Urlaub auf dem Bauernhof“, „4-Sterne-Segment / Chalets“, „Wellness“ und „Regionalprodukte“ intensiv diskutiert. Besonders die Aktualität der Daten sowie der Wiedererkennungswert und der Gegenwartsbezug der Fallbeispiele wurden dabei positiv bewertet. Schließlich wurde am Beispiel von Feriengroßprojekten der Umgang mit einer „touristischen Altlast“ aus städtebaulicher und sozialgeographischer Perspektive angesprochen.

Mit dem Thema „Natur und Technik – der geographische Aspekt“ beschäftigte sich StD Volker Huntemann (Wolfgang-Borchert-Gymnasium Langenzenn) in Workshop 6. Seit der Einführung des Faches Natur und Technik ist dieses als jahrgangsstufen- und fächerübergreifendes Fach vorgesehen, wobei die Erteilung von Unterricht in Jahrgangsstufe 5 im Bereich „Naturwissenschaftliches Arbeiten“ ausdrücklich auch für die Geographie vorgesehen ist. Im Workshop sollten Anregungen gegeben werden, dass diese Möglichkeit in Zukunft noch intensiver genutzt wird. Hierzu wurde zunächst auf die Rahmenbedingungen und die Jahresplanung eingegangen. Organisatorische Fragen wurden ebenso angesprochen wie Fragen der Notengebung. An zahlreichen Beispielen wurden vom Referenten Anregungen aus der Praxis für die Praxis gegeben, so z.B. beim Projekt „Rheinschotter“.

„Unternehmensethik und nachhaltige Entwicklung am Beispiel der Rosenproduktion in Ecuador“ lautete der von Peter Fürmaier (Universität Erlangen) geleitete Workshop 8. Darin wurde sich mit der Fragestellung einer möglichen Neupositionierung des Akteurs Unternehmen in der Gesellschaft beschäftigt, weg von einem traditionellen Verständnis des Unternehmens als rein ökonomischer Transaktionsmechanismus, hin zu einem Akteur, der sich als „guter Bürger“ über gesetzliche Anforderungen hinaus sozial und ökologisch in der Region engagiert und dabei seine oftmals vorhandenen Reichweitenvorteile gegenüber staatlichen Institutionen nutzt. Am Beispiel der Schnittblumenindustrie in Ecuador, die hauptsächlich Schnittrosen für den europäischen und nordamerikanischen Markt produziert, wurden unternehmensethische Instrumente sozialer und ökologischer Art von Produzenten mit Sozial- und Ökolabels diskutiert. Farmen mit gewissen Öko- bzw. Sozialzertifikaten zeigen beispielsweise ein erhöhtes Engagement in Bereichen der Gesundheitsversorgung der eigenen Mitarbeiter, im Bereich des Umweltschutzes und bei der Zahlung von Löhnen über Branchenniveau.

Im von OStR' Isabell Aschmoneit (Neues Gymnasium Nürnberg) geleiteten Workshop 9 zum Thema „Freiarbeit leicht gemacht – das Beispiel 'Alpen', 5. und 7. Jahrgangsstufe“ ging es sowohl um das Thema Freiarbeit im Allgemeinen, als auch um die Erstellung eines Lernzirkels zum Thema „Alpen“ im Besonderen. Ziel des Workshops war es zu zeigen, wie man mit einfachen Mitteln und relativ geringem Zeitaufwand einen qualitativ ansprechenden Lernzirkel im Unterricht einsetzen kann. Den Teilnehmern wurden außerdem Ideen präsentiert, um beispielsweise besonders schnelle Schüler spielerisch zu beschäftigen, bis der Rest der Klasse mit dem Lernzirkel fertig ist. Eine Ausstellung der Materialien über die besprochene Freiarbeit „Alpen“ und Auszüge aus weiteren Stationenarbeiten in den Jahrgangsstufen 5 und 7 rundeten den Workshop ab.

Chr. Oberle (Universität Erlangen) brachte das Thema "Erde im Wandel" - Arbeit mit Daten des Landsat-Archivs mit Hilfe der Software LEO-Works" näher

Weitere Workshops wurden angeboten mit den Themen „'Tropen' in der 8. Jahrgangsstufe“ (OStR' Susanne Schmidt -Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim- /StR' Dagmar Kroth -Melanchthon-Gymnasium Nürnberg-); „'Erde im Wandel' – Arbeit mit Daten des Landsat-Archivs mit Hilfe der Software LEO-Works“ (Chr. Oberle, Universität Erlangen) und „Das Schülerkontaktstudium der FAU – Zusammenarbeit zwischen Universität und Schule bei W-Seminaren“ (J. Walter, Universität Erlangen).

In der Abschlussbesprechung wurde auch in diesem Jahr wieder die große thematische Spannbreite als positiv empfunden. Von einigen Teilnehmern wurde für zukünftige Veranstaltungen eine Berücksichtigung der Themenbereiche Russland/China, Länder mit beschleunigter Entwicklung, geologische Aspekte und Berücksichtigung von geographischen Experimenten gewünscht. Die nächste Ideenbörse ist für Freitag, 09. Oktober 2015 vorgesehen. Ein Termin, den man sich schon heute vormerken sollte.

Volker Huntemann

JANUS-WETTBEWERB

Erneut großartiger Sieg für Bayern im Janus-Wettbewerb

Julian Conrad siegt beim Bundesfinale in Gießen - Zur Internationalen Geographie Olympiade nach Köln

Nachdem bereits beim letzten Durchgang des alle zwei Jahre stattfindenden bilingualen Wettbewerbs „Janus iGeo-Competition Deutschland“ der Bundessieger aus Bayern stammte, konnte Julian Conrad vom Gymnasium Puchheim diese Spitzenstellung erfolgreich verteidigen. Damit gehört er automatisch zum Nationalteam, das Deutschland vom 21 – 26. August 2012 bei der Internationalen Geographie Olympiade in Köln vertritt.

In der ersten Stufe des Wettbewerbs waren zu Beginn dieses Schuljahres schriftliche Fragen im Rahmen von zwei materialgestützten Klausuren zu beantworten. Themen waren dabei die Landnutzung im Amazonasbecken und das Erdbeben in Japan vom März 2011. Die Siegerarbeiten der teilnehmenden bayerischen Schulen mussten dann beim Landesbeauftragten des Wettbewerbs eingereicht werden, wo Julian Conrad der Landessieg zuerkannt wurde und er deshalb zum Bundesfinale nach Gießen reisen durfte. Dort trat Julian gegen die anderen deutschen Landessieger an. Erneut waren zwei Kurzklausuren von jeweils 30 Minuten Dauer (physisch- und anthropogeographische Themen) und ein geographischer Wissenstest zu bewältigen. Alle Aufgaben mussten in englischer Sprache absolviert werden. Aus den Landessiegern wurden auf diesem Weg die besten vier ermittelt – und wiederum hatte Julian die Nase vorn. Allgemein wurde von der Jury festgestellt, dass sich die Qualität der Schülerarbeiten gegenüber dem vorhergehenden Bundesfinale verbessert hat, was besonders auf die sprachliche Gestaltung der Klausuren zutrifft.

Gemeinsam mit Max Rogge (Brandenburg), Marlitt Urnauer (Hamburg) und Martin Luddeneit (Thüringen) nimmt Julian Conrad nun an der mit mehr als 30 Nationalmannschaften bestückten „International Geography Olympiad“ in Köln teil. Dazu wird er fachlich betreut nimmt und an einem Trainingslager in Leipzig teil. Die Fachgruppe Geographie im bpv wünscht Julian für seine Teilnahme an diesem Wettbewerb viel Erfolg!

Die nächste Wettbewerbsrunde startet am Beginn des Schuljahres 2013/14. Nähere Informationen zu diesem Wettbewerb im Vorfeld unter www.erdkunde.com → Wettbewerbe → iGeo-Wettbewerb.

Volker Huntemann

BUNDESUMWELTWETTBEWERB 2014


Hohe Auszeichnungen im Bereich des Umweltschutzes für bayerische Schülerinnen und Schüler

Eindrucksvolle Arbeiten beim BundesUmweltWettbewerb 2014 – Bundesfinale auf Gut Herbigshagen (Duderstadt)

In diesem Jahr schloss der BundesUmweltWettbewerb (BUW) bereits seine 24. Wettbewerbsrunde ab. Es ist ein bundesweit durchgeführter Projektwettbewerb, der das Ziel verfolgt, junge Talente im Umweltbereich zu fördern. Bei der Abschlussveranstaltung werden drei Kategorien von Preisen vergeben. Mit Hauptpreisen werden Arbeiten ausgezeichnet, die von der Jury als hervorragend bewertet wurden, wobei Kreativität als auch Interdisziplinarität besonders berücksichtigt wurden. Sonderpreise werden vergeben an Arbeiten, die sich u.a. mit einer besonderen Leistung in einem Teilbereich bzw. einer Fachdisziplin auszeichnen. Förderpreise sollen zur Projektfortführung und zur nochmaligen Teilnahme am BUW ermutigen.

Die Haupt- und Sonderpreise wurden in diesem Jahr in Anwesenheit von der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka, auf Gut Herbigshagen bei Duderstadt vergeben. Sie betonte in ihrem Grußwort, dass es sehr wichtig sei, dass sich Jugendliche für die Aspekte des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit interessieren und sich mit diesen Fragestellungen auch intensiv beschäftigen. Insofern komme dem BundesUmweltWettbewerb eine große Bedeutung im Bereich der deutschlandweiten Wettbewerbe zu.

In diesem Jahr ging leider keiner der vier Hauptpreise nach Bayern, allerdings schnitt der Freistaat mit allein drei Sonderpreisen im Bereich des BUW II (Gruppe der 17- bis 21-Jährigen) äußerst erfolgreich ab. Alle ausgezeichneten Arbeiten wurden dem Wettbewerbsmotto „Vom Wissen zum nachhaltigen Handeln“ mehr als gerecht.

„Vom klimaschädlichen Methan aus Böden zum klimafreundlichen Methan durch Konversion von Kohlenstoffdioxid“ lautete der Wettbewerbsbeitrag von Antonia Hartmann und Felicitas Kaplar (Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach). Sie untersuchten Methanemissionen aus Böden, was aktuell ein sehr wichtiges Umweltthema ist. Mit gut durchdachten Experimenten haben sie nachgewiesen, dass aus überfluteten mitteleuropäischen Böden Methan entweicht. Sie ziehen dabei eine Parallele zu den überfluteten Reisfeldern Asiens. Des Weiteren führten sie Freilandmessungen durch, bei denen ein hochsensibler Methangassensor zum Einsatz kam. Ihre Arbeit veranschaulicht mit den Ergebnissen den Einfluss unterschiedlicher Bedingungen – insbesondere der Bodenfeuchte – auf die mikrobiell verursachte Methanbildung in Böden. Bestimmte Ergebnisse können ferner so interpretiert werden, dass sie als erster Nachweis für die nicht mikrobielle Methanbildung im Freiland anzusehen sind. Um die Klimarelevanz ihrer Versuche aufzuzeigen, entwickelten die beiden Schülerinnen einen Freilandversuch und ein plausibles Rechenmodell, das aufzeigt, dass 18 % der bisher für Bayern kalkulierten Methan-Tagesemissionen aus Böden stammen können und damit bei zukünftigen Berechnungen als wichtige, bisher eher vernachlässigte Quelle zu berücksichtigen sind. Die Jury hebt besonders hervor, dass die Arbeit sprachlich und inhaltlich auf sehr hohem Niveau ist und hochverdient mit einem Sonderpreis gewürdigt wird.

Vom Chiemgau-Gymnsium Traunstein reichten Agnes Stockinger, Barbara Stockinger und Felix Weiß die Arbeit „Laub – Dämmstoff der Zukunft?“ ein. Darin untersuchen sie zahlreiche ökologische Wärmedämmmaterialien, die im Hausbau verwendet werden. Neben theoretischen Grundlagen zur Wärmedämmung wird in der Arbeit eine ganze Reihe von selbst durchgeführten Experimenten beschrieben. Die Ergebnisse zeigen, dass sich Laub am besten für eine Wärmedämmung eignet. Zur Optimierung einer Dämmung mit Laub wurden auch verschiedene Laubarten getestet und gleichzeitig Ideen zur Feuchtigkeitsresistenz erarbeitet. Zusätzlich wurde im Projekt ein kleines Modellhaus gebaut, das mit dem Dämmstoff Laub gedämmt und mittels Wärmebildkameras dann näher auf die relevanten Funktionen untersucht wurde. Die Jury zollte Respekt und große Anerkennung für diese Projektarbeit.

Durch die Entwicklung von Methoden des bedarfsgerechten Bewässerns könnte der Wasserverbrauch in der Landwirtschaft signifikant verringert werden. Dazu ist jedoch eine möglichst präzise Erfassung des Bodenfeuchtegehalts notwendig.Von dieser Überlegung ausgehend setzten sich Lukas Kamm und Thomas Maier (Werner-von-Siemens-Gymnasium, Weißenburg) in ihrer Arbeit „Bodenfeuchtesensor zur Pflanzenbewässerung“ das Ziel, einen praxistauglichen Bodenfeuchtesensor zu entwickeln. Sie analysierten zunächst bekannte Messverfahren und leiteten daraus ein neues Verfahren ab, das weiter entwickelt werden soll. In ihrer Arbeit dokumentierten sie Berechnungen, Zeichnungen und Fotografien verschiedener eigener Prototypen. Die Auswertung ihrer Messdaten erlaubt die Perspektive, dass das untersuchte Verfahren bereits Potenzial für ein marktverfügbares Messgerät enthält und durchaus Marktchancen haben kann. Aus diesem Grunde hat die Jury die Arbeit mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.

In der Kategorie Förderpreise befanden sich weitere bayerische Arbeiten. Es handelt sich dabei um zwei Beiträge aus dem BUW I (Gruppe der 10- bis 16-Jährigen): „Naturfarbstoffe als Alternative in der Textilindustrie am Beispiel von Anthocyanen“ von Carina Kanitz (Emil-von-Behring-Gymnasium, Spardorf) und „'Nano-Biogasanlagen' – Energieversorgung der Zukunft“ von Paul Mentzel, Fabian Schech und Lorenz Schneidmadel (Regiomontanus-Gymnasium, Haßfurt).

Teilnehmen am BundesUmweltWettbewerb können Schülerinnen und Schüler aller allgemein- und berufsbildenden Schulen, Jugendgruppen, junge Studierende sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Freiwilligendiensten wie dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) und dem Bundesfreiwilligendienst (BFD). Der Wettbewerb wird organisiert vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) an der Universität Kiel. Der Träger des Wettbewerbs ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Wettbewerbsrunde 2014/15 hat bereits begonnen. Der Einsendeschluss für die frei wählbaren Themen ist der 15. März 2015; die Anmeldung sollte sobald wie möglich erfolgen. Projektbeispiele, Anmeldung und Leitfaden des Wettbewerbs mit detaillierten Informationen sind erhältlich unter www.bundesumweltwettbewerb.de oder beim Landesbeauftragten für den BUW, StD Volker Huntemann, unter volker.huntemann@gmx.de .

Volker Huntemann

JUGEND FORSCHT 2014 - BUNDESFINALE IN KÜNZELSAU

„EASY ADJUST – Zugmaul-Höhenverstellung“

Christoph Linz und Christoph Lieberth (Robert Bosch GmbH Bamberg)

Von der digitalen Discokugel zur Ionendrift in Gasen

Beachtliche bayerische Platzierungen bei Jugend forscht 2014 - Bundesfinale in Künzelsau

Die diesjährige 49. Wettbewerbsrunde konnte erneut mit einem Rekord in der Teilnehmerzahl aufwarten: Mehr als 12.300 Jugendliche haben teilgenommen und ihr Talent unter Beweis gestellt. Für das Bundesfinale, das gemeinsam von der Adolf Würth GmbH & Co. KG und der Stiftung Jugend forscht e.V. in Künzelsau ausgerichtet wurde, hatten sich dann 209 Jungforscher und Jungforscherinnen mit insgesamt 114 Projekten qualifiziert. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka, betonte, dass sie sich über jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer freut. „Denn um die Herausforderungen an die Zeit zu meistern, brauchen wir in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft junge Menschen mit Ideen und Talent, mit Kreativität, Ausdauer und Leidenschaft.“ Im Gegensatz zum Vorjahr war das Abschneiden aus bayerischer Sicht nicht ganz so erfolgreich – dennoch gab es auch in diesem Jahr erfreuliche Platzierungen.


Die prämierten Arbeiten

Führt man einem Gas genügend Energie zu, so können sich dessen Bestandteile (Atome und Moleküle) elektrisch aufladen. Sie werden zu „Ionen“. Lukas Vogl und Daniel Teiß (Gabriel-von-Seidl-Gymnasium Bad Tölz) haben sich in ihrer Arbeit „Ionendrift in Gasen“ dafür interessiert, wie sich die elektrisch geladenen Teilchen im Gas verhalten. Zu diesem Zweck konzipierten sie einen Apparat, mit dem sich Ionen erzeugen und genauestens vermessen lassen. Ein spezieller Detektor dient dabei als eine Art Kamera, die es ermöglicht, den Weg der Ionen durch ein gasgefülltes und unter Hochspannung stehendes Plexiglasrohr zu verfolgen. Die Jungforscher sind der Meinung, dass sich das Verfahren als einfache Methode zur Gasanalyse eignet. Für diese Leistung wurde ihnen der 5. Preis im Bereich Physik zuerkannt.

Mit ihrem Projekt „EASY ADJUST – Zugmaul-Höhenverstellung“ haben Christoph Linz und Christoph Lieberth (Robert Bosch GmbH Bamberg) das Ankuppeln an Traktoren in der Landwirtschaft leicht gemacht. Sie optimierten eine in diesem Bereich häufig ausgeführte Tätigkeit: Will ein Landwirt einen Anhänger ankuppeln, so stellt er oftmals zu spät fest, dass die Höhe der Kupplung nicht passend eingestellt worden ist – nämlich dann, wenn der Anhänger bereits direkt am Traktor steht. Der Landwirt kann nun die Kupplung nur noch sehr schwer erreichen. Er muss sich konsequenterweise stark verrenken. Die beiden Jungforscher entwickelten eine spezielle Vorrichtung, die diese Justierung nun per Handrad oder Hydraulik ermöglicht. Dieses Verfahren hilft, den Rücken zu schonen und beugt so Rückenerkrankungen bei Beschäftigten in der Landwirtschaft vor. Hierfür bekamen die Jungforscher den 3. Preis im Bereich Arbeitswelt zugesprochen.

Mit einem 2. Platz im Bereich Chemie ausgezeichnet wurden Antonia Hartmann und Felicitas Kaplar (Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach) für ihre Arbeit „Vom Treibhausgas zum Energieträger der Zukunft: neue Erkenntnisse zu Emission und Genese von Methan“. Von asiatischen Reisfeldern ist bekannt, dass die Ackerböden mit Staunässe viel Methan freisetzen. Von dieser Tatsache ausgehend, haben die beiden Jungforscherinnen Böden in Bayern auf dieses Phänomen hin entsprechend untersucht. Mittels ihrer Gasanalysen konnten sie zeigen, dass auch hierzulande nach starken Regenfällen die Bakterien im Boden Methan erzeugen. Selbst bei Trockenheit bildet sich durch chemische Umwandlung organischer Substanzen das Gas im Boden. Bodenmikroben lassen sich jedoch auch gegen den Treibhauseffekt einsetzen, den das Methan befördert. Die beiden Jungforscherinnen setzten Gärbakterien in einem Reaktor unter Strom und konnten so das Treibhausgas Kohlendioxid mit hoher Effizienz in energiereiches Biogas umwandeln.

Ebenfalls über einen 2. Platz konnte sich Lukas Stockner (Maria-Ward-Gymnasium Altötting) im Fachbereich Mathematik/Informatik freuen. Computergenerierte Bilder in PC-Spielen und Hollywood-Filmen wirken mittlerweile so realistisch, dass der Eindruck entsteht, sie seien per Kamera aufgenommen worden. Dieses wurde möglich durch den rasanten Fortschritt bei der Leistung von Rechnern und Programmen. Im Ergebnis lassen sich heute die Wege der Lichtstrahlen so präzise simulieren, dass Reflexe und Schattenwürfe täuschend echt erscheinen. So hat sich auch Lukas Stockner mit Erfolg an einer solchen Software versucht. Er entwickelte raffinierte Tricks, mit denen sich der große Rechenaufwand, der üblicherweise mit den Computeranimationen verbunden ist, effektiv reduzieren lässt. Herausgekommen ist dabei, dass es mit seinem Programm möglich ist, selbst das komplexe Lichtspiel einer Discokugel rasch und realitätstreu nachzuahmen. Das konnte er mit seiner Arbeit „Beschleunigung der Lichtsimulation in Animationen durch Nutzung der zeitlichen Gemeinsamkeiten“ eindrucksvoll nachweisen.

Das neue Motto der Wettbewerbsrunde 2014/15 lautet „Es geht wieder los“. Anmeldungen hierzu (oder zu Schüler experimentieren) sind ab sofort möglich. Anmeldeschluss ist der 30. November 2014; die Einreichung der Arbeit muss dann Anfang Januar 2015 erfolgen. Nähere Informationen zum Wettbewerb und zur neuen Wettbewerbsrunde unter: Stiftung Jugend forscht e.V., Baumwall 5, 20459 Hamburg, Telefon 040/374709-0, Telefax 040/374709-99 oder unter www.jugend-forscht.de bzw. info@jugend-forscht.de .

Volker Huntemann

SITUATION DES UNTERRICHTSFACHES GEOGRAPHIE

Zur Situation des Unterrichtsfaches Geographie am Gymnasium [25 KB]

Apekte der Weiterentwicklung des Faches Geographie intensiv diskutiert

Jahrestagung der Bezirksfachgruppenleiter in Landshut – Volker Huntemann als Landesvorsitzender erneut wiedergewählt

Die Jahrestagung 2013 der Fachgruppe Geographie im Bayerischen Philologenverband (bpv) fand im niederbayerischen Landshut statt. Hierzu konnte der Landesvorsitzende, StD Volker Huntemann, neben den Bezirksfachgruppenleitern auch im Verlauf der Tagung Ltd. MR Adolf Präbst aus dem Kultusministerium, den Referenten für Geographie aus dem Staatsinstitut für Bildungsforschung und Schulpädagogik (ISB) StR Roland Marx und den 1. Vorsitzenden des Bayerischen Philologenverbands, StD Max Schmidt, herzlich begrüßen. In seiner Einführung stellte der Landesvorsitzende fest, dass sich das Fach Geographie bei den Belegungszahlen in der Oberstufe weiterhin großer Beliebtheit erfreut. Das kann begründet werden einerseits durch die äußerst interessanten Themen des Fachlehrplans, andererseits ist es natürlich auch ein deutlicher Indikator für die gute Arbeit der Kolleg(inn)en vor Ort.

Bei seinen Betrachtungen zur derzeitigen Situation des Faches bedauerte der Landesvorsitzende mit allem Nachdruck die Tatsache, dass in den gymnasialen Stundentafeln weiterhin in den Jahrgangsstufen 6 und 9 kein Geographie-Unterricht existiert. Dabei stellt sich die Frage, wie geographische Kompetenzen, die im Zeitalter der Globalisierung höchste Bildungspriorität besitzen, fundiert entwickelt werden sollen, wenn keine dazu notwendige durchgehende Berücksichtigung des Faches in a l l e n Jahrgangsstufen existiert. Auch in Zukunft wird die Landesfachgruppe gemeinsam mit dem Verband Deutscher Schulgeographen (VDSG) Gespräche führen mit maßgeblichen Bildungspolitikern des Bayerischen Landtags, um auf eine Verbesserung dieser Situation hinzuwirken.

JAHRESTAGUNG 2013 IN LANDSHUT

Die Landesfachgruppe Geographie im bpv bei ihrer Tagung in Landshut (v.l.n.r.): Volker Huntemann (Mittelfranken, Landesvorsitzender), Dr. Konrad Wieland (Kassenwart), Felix Weinrich (Unterfranken), Christoph Matz (Oberpfalz), Max Schmidt (Vorsitzender des bpv), Johannes Göller (Schwaben), Bettina Stadler (München, kommissarisch), Dr. Alois Müller (Oberfranken), LtD MR Adolf Präbst (Kultusministerium). Es fehlen Jürgen Patzke (Niederbayern, stellv. Landesvorsitzender) und Bernhard Frey (Oberbayern).

Als interessierten Teilnehmer an der Veranstaltung konnte der Landesfachgruppenleiter auch den Bezirksvorsitzenden Niederbayern, OStR Günter Breu, begrüßen. In seinem Grußwort führte er aus, dass die Geographie als eine der ältesten Wissenschaften stets die gegenwärtigen und zukünftigen Fragekomplexe in den Fokus genommen hat. Mit Blick auf den gewählten Tagungsort gab er einen kurzen Überblick über die wechselvolle Geschichte der Stadt Landshut: von der Blütezeit während der Epoche des Salzhandels über den Bedeutungsverlust während des Dreißigjährigen Krieges bis hin zum immer noch stattfindenden Aufschwung durch die Nähe zur Metropole München.

Der Fachreferent Geographie am ISB, OStR Roland Marx gab Informationen zum derzeit in Bearbeitung befindlichen LehrplanPLUS. Dieses Projekt umfasst die Gesamtheit der in den nächsten Jahren anstehenden Arbeiten zur Überarbeitung und Weiterentwicklung bayerischer Lehrpläne. Der Überarbeitung liegt die Bayerische Kompetenzdefinition zu Grunde: „Kompetent ist eine Person, wenn sie bereit, ist neue Aufgaben- oder Problemstellungen zu lösen, und dieses auch kann. Hierbei muss sie Wissen bzw. Fertigkeiten erfolgreich abrufen, vor dem Hintergrund von Werthaltungen reflektieren sowie verantwortlich einsetzen.“

Über alle Schularten hinweg wurde ein einheitliches kompetenzorientiertes Lehrplankonzept entwickelt, das eine durchgehende Kompetenzorientierung in allen Kapiteln des Lehrplans enthält. Sowohl zwischen den Fächern als auch zwischen den Schularten finden kontinuierliche Abstimmungsprozesse statt, um Übergänge möglichst harmonisch zu gestalten. Der Lehrplan wird folgende vier Kapitel enthalten:
Kapitel 1: Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schulart
Kapitel 2: Fachprofile
Kapitel 3: Kompetenzprofil der Jahrgangsstufe
Kapitel 4: Fach in der jeweiligen Jahrgangstufe

In den Fachprofilen wird das Kompetenzstrukturmodell verankert. Es ist das zentrale Strukturierungselement des Faches und zeigt, in welche Kompetenzbereiche sich ein Fach gliedert und welche Gegenstandsbereiche in einem Fach im Mittelpunkt stehen. Dies sind in Geographie die Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Umwelt im Raum.

Für jeden Kompetenzbereich werden für jede Jahrgangstufe eine oder mehrere grundlegende Kompetenzen formuliert. Das Kapitel 4 ist pro Jahrgang in einzelne Lernbereiche gegliedert, für die jeweils Kompetenzerwartungen und Inhalte ausgewiesen werden. Durch die neue ausformulierte Perspektive der Kompetenzen wird der Lehrplan zwar von der Seitenzahl, aber nicht von der Stofffülle her erweitert.

Die Lehrplankommission Geographie, die seit 2012 arbeitet, ist sich einig, dass für Kompetenzerwerb auch Zeit zur Verfügung gestellt werden muss, was auch im weiterentwickelten Lehrplan deutlich werden soll. Die Arbeit der Kommission, die dabei von der Fachdidaktik und Beratern unterstützt wird, soll im Sommer 2014 abgeschlossen sein. Die Lehrpläne durchlaufen dann die Verfahren der Qualitätskontrolle und der Genehmigung. Anschließend werden Fortbildungsmaßnahmen durchgeführt werden, um Lehrkräfte frühzeitig mit dem Konzept des Lehrplanplus vertraut zu machen.
Erscheinen wird der Lehrplan als primär elektronische Publikation, verbunden mit vielfältigen Such- und Gruppierroutinen.

Weitere Pluspunkte im Überblick:
- Unmittelbare Anbindung exemplarischer kompetenzorientierter Lernaufgaben
- Direkter Verweis auf unterrichtsrelevante Materialien und Medien, z. B. Bilddatenbank, Handreichungen (Lernort Geologie, Lernort Boden, Bilddidaktik)
- Strukturelle Verknüpfung des Lehrplans mit den schulart- und fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungsaufgaben
Der Referent wies auch auf Herausforderungen der Kompetenzorientierung hin. Kompetenzen lassen sich nicht in einzelnen Stunden aufbauen. Deswegen muss man vom „Stundendenken“ wegkommen und größere Einheiten vom Ergebnis her aufbauen. Dies macht auch evtl. neue Prüfungsformate notwendig.

Die stellvertretende Vorsitzende des LV Bayern im Verband Deutscher Schulgeographen, Uschi Zitzelsberger, berichtete von dem Erfolg des Wettbewerbs Diercke Wissen, der mit großem Abstand weiterhin der teilnehmerstärkste deutsche Schülerwettbewerb ist. Sie verwies dabei auf die große Außenwirkung dieser Veranstaltung, die das Schulfach Geographie deutlich aufwertet. Sie bat die Bezirksfachgruppenleiter als Multiplikatoren tätig zu werden und für eine weitere Intensivierung der Teilnahme zu werben. Ferner machte sie auf den alle zwei Jahre stattfindenden bilingualen Janus iGeo Deutschland-Wettbewerb aufmerksam. Die Tagungsteilnehmer diskutierten mit ihr weitere Möglichkeiten der Kooperation bei der Darstellung geographischer Bildungsziele.

In seinem Rückblick auf das zurückliegende Jahr berichtete der Landesvorsitzende von einem intensiven Gedankenaustausch mit einer Vielzahl von Vertretern aus dem Ministerium sowie aus Institutionen und befreundeten Verbänden. Auch wurden in den einzelnen Regierungsbezirken wieder zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen angeboten. Hierbei sollen die Veranstaltung einer Exkursion zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt nach Oberpfaffenhofen (Schwaben) und die Vortragsreihen in Kooperation mit der Geographischen Gesellschaft München besondere Erwähnung finden. Am Ende des Rückblicks bedankte sich der Landesfachgruppenleiter mit einem Blumenstrauß bei Frau StR' Bettina Stadler für ihre langjährige Tätigkeit als Bezirksfachgruppenleiterin München. Da bislang noch kein/e Nachfolger/in gefunden worden ist, hat sie bis auf Weiteres die Leitung der Bezirksfachgruppe kommissarisch übernommen.

In der turnusgemäß anstehenden Neuwahl wurde StD Volker Huntemann (Mittelfranken) in seinem Amt als Landesvorsitzender der Fachgruppe bestätigt. Dieses erfolgte ebenfalls bei StR Jürgen Patzke (Niederbayern) als Stellvertreter.

Mit Blick auf das Arbeitsprogramm 2013/14 bittet die Fachgruppe auch in diesem Schuljahr wieder alle Kolleg(inn)en, Wettbewerbe mit geographischen Inhalten an ihren Schulen bekanntzumachen und zu unterstützen. Hierzu gehören in besonderem Maße „Jugend forscht“ / „Schüler experimentieren“, der BundesUmweltWettbewerb“ sowie „Diercke Wissen“. Eine intensive Unterstützung von Wettbewerben unterstreicht die Notwendigkeit der Einrichtung eines Fachraums Geographie. Zudem sollte generell darüber nachgedacht werden, ob nicht ein Ausgleich für umfangreiche Wettbewerbsunterstützung aus dem Stundendeputat der Schule erfolgen kann.

Am zweiten Tag der Tagung fand ein Gespräch der Bezirksfachgruppenleiter mit Ltd MR Adolf Präbst (Kultusministerium) statt. Dabei wurden einige Aspekte der neu entstandenen Situation durch die Zusammenlegung der beiden Ministerien besprochen. Der neue Name lautet nun Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. In diesem Zusammenhang stellte der Referent fest, dass das Gymnasium nicht einer grundlegenden Reform unterzogen werden wird. Vielmehr gehe es um die Weiterentwicklung der bestehenden Strukturen, wobei folgende Schwerpunkte genannt wurden:
- Gestaltung des Übergangs von der Grundschule zum Gymnasium
- Nachhaltiges Lernen in der Mittelstufe
- Gestaltung des Übergangs von Jahrgangsstufe 10 in die Qualifikationsphase (auch mit Blick auf die Grundlagenfächer); hierzu hat es im Schuljahr 2012/13 vom ISB betreute Modellprojekte gegeben
- Weiterentwicklung der individuellen Förderung, insbesondere auch der Begabtenförderung
- Weitere Sicherung des Unterrichts durch den Ausbau der integrierten Lehrerreserve
- Fortsetzung der Arbeiten am LehrplanPlus
-
Ausbau der eigenverantwortlichen Schule; noch in diesem Schuljahr wird es die ersten 20 % der entsprechend ausgestatteten Schulen geben
- Umsetzung der KMK-Bildungsstandards in der Oberstufe des Gymnasiums
- Weiterentwicklung der Ganztagsschule und der Inklusion

Mit speziellem Blick auf das Fach Geographie stellte der Referent fest, dass sich das Fach in der neu formierten Oberstufe des Gymnasiums gut behauptet hat. Es bieten sich u.a. gute Zugänge über Verlinkungen zu den MINT-Fächern, zumal der Beitrag des Faches zur MINT-Förderung nicht unerheblich sei. Hervorgehoben wurde auch die Vorreiterrolle bei der Entwicklung von Kompetenzen.

Am Beginn seines Berichts zur aktuellen bildungspolitischen Situation sprach der Vorsitzende des bpv, StD Max Schmidt, zunächst der Fachgruppe Geographie seinen ausdrücklichen Dank für die umfangreiche fachpolitische Arbeit im zurückliegenden Jahr aus. In seinen weiteren Ausführungen stellte der Vorsitzende die Ergebnisse des IQB-Ländervergleichs 2012 am Ende der Sekundarstufe I in den Vordergrund. Er freute sich, dass die bayerischen Schüler/innen im Bundesvergleich überdurchschnittlich gut abgeschnitten haben. Die für Jahrgangsstufe 9 vorgegebenen Kompetenzen in Mathematik und den Naturwissenschaften haben sie bereits ein Jahr früher erreicht als vorgesehen. Dennoch hat Bayern nur ein Gut und kein einziges Sehr Gut erreicht. Am Beispiel der Mathematik zeigte er auf, warum Sachsen ganz klar auf Platz 1 und Bayern nur auf 4 gelandet ist: Die Basis für den Erfolg in den weiterführenden Schule wird dort durch eine entsprechend gute Stundenausstattung bereits in den Grundschulen gelegt. Der Referent betonte, dass allgemein bekannt sei, dass es für den Lernerfolg und die Kompetenzentwicklung der Schüler von großer Bedeutung ist, dass basale Fächer von Anfang an bereits an der Grundschule einen hohen Stellenwert genießen. „Stundenkürzungen, wie sie Bayern vor Jahren im Fach Deutsch zugunsten des Grundschulenglisch durchgeführt hat, sehe ich daher höchst kritisch.“

In Vertretung des erkrankten lokalen Organisators der Tagung, StR Jürgen Patzke (Niederbayern), übernahm der ebenfalls ortskundige OStR Christoph Matz (Oberpfalz) die abschließende Fußexkursion zu markanten Punkten in der Landshuter Altstadt. Landshut liegt im Tertiären Hügelland des Voralpenlandes. Dieses wird im Stadtgebiet durch das Flussbett der Isar unterbrochen. Der Großteil des bebauten Gebietes liegt auf den flachen Terrassenablagerungen des Flusses. Im Verlauf der Exkursion wurde verdeutlicht, dass die Isar die Stadt in drei große städtische Gebiete: einen nördlichen Teil im Isar-Donau-Hügelland, einen südlichen Teil im Isar-Inn-Hügelland sowie die Mühleninsel im Stadtzentrum. Der Referent berichtete, dass die mehr als 800jährige Stadt von 1393 bis 1503 ihre Glanzzeit erlebt hat. Davon zeugen auch heute noch einige Bauwerke; so z.B. der Martinsturm, der in der Welt einmalig ist, weil er trotz seiner Höhe von 131 m nur aus Ziegeln gemauert ist, ebenso wie die Burg Trausnitz, die später in ein Renaissanceschloss umgebaut wurde. Er erläuterte die Altstadt als historischen Mittelpunkt der altbayerischen Residenzstadt. Nach dem Vorbild norditalienischer Paläste war von 1536 – 1543 die Residenz als erster Renaissancepalast nördlich der Alpen erbaut worden. Ab 1380 wurden nacheinander drei Bürgerhäuser in der mittleren Altstadt zum heute noch bestehenden Rathaus geschaffen, das nach der Mitte des vorigen Jahrhunderts im neugotischen Stil restauriert worden war. Weitere Informationen unter www.landshut.de.

Volker Huntemann

LEHRERFORTBILDUNG IDEENBÖRSE 2013

Blick in den nahezu voll besetzten Senatssaal im Kollegienhaus bei der Eröffnungsveranstaltung


Unterschiedlichste Ansätze für einen modernen Geographieunterricht vorgestellt


Lehrerfortbildung Ideenbörse an der Universität Erlangen – Bewährte Kooperation zwischen Universität und Schulgeographie

Nachdem im Vorjahr die bewährte Fortbildungsveranstaltung Ideenbörse Geographie für Gymnasium und Realschule in den Verlauf des Landesschulgeographentags in Nürnberg integriert worden war, wurde sie heuer wieder durch das Geographische Institut der Universität Erlangen-Nürnberg in Kooperation mit der Fachgruppe Geographie im Bayerischen Philologenverband organisiert. Die Veranstaltung war die neunte ihrer Art und auch in diesem Jahr nutzten wieder über 120 Kolleginnen und Kollegen aus dem nordbayerischen Raum diese Veranstaltung zur Weiterbildung. Wegen der kurzfristigen Sperrung des Institutsgebäudes in der Kochstraße 4 dienten als Ausweichquartier die Räumlichkeiten im Kollegienhaus.

In ihrer Begrüßungsansprache stellte Prof. Dr. Perdita Pohle (Universität Erlangen) fest, dass die kurzfristig notwendig gewordenen Improvisationen durchaus eine große Herausforderung gewesen sind. Allerdings ist für das Institut der alljährlich stattfindende Austausch zwischen Schule und Hochschule eine so wichtige Plattform, dass man die zusätzlichen Mühen gerne auf sich genommen hat. Die Referentin informierte die Anwesenden darüber, dass das Institut derzeit über 1.300 Studierende zu betreuen hat. Sie stellte dabei eine enge Verzahnung zwischen den Interessen der Schulen und der Universität fest: „Die Schulen liefern uns insbesondere durch das vertiefte wissenschaftspropädeutische Arbeiten in den W-Seminaren gut ausgebildete Abiturienten und die Universität schickt kompetent ausgebildete Lehrer und Lehrerinnen für einen modernen Geographieunterricht zurück. Sie lud interessierte Lehrkräfte mit ihren Schüler(inne)n zum Besuch des Instituts (z.B. zur Einführung in die Nutzung einer Bibliothek) ein; auch der Besuch einzelner Lehrveranstaltungen ist möglich, allerdings ist dafür eine Voranmeldung im Institutssekretariat notwendig.

Im Anschluss an diese Ausführungen bedankte sich der Vertreter der Lehrkräfte, StD Volker Huntemann (Fachgruppe Geographie im bpv), bei Frau Prof. Dr. Perdita Pohle und Frau Sabine Donner mit einem Blumenstrauß für das große zusätzliche Engagement.

Zwei Damen mit großem Engagement:

Die Koordinatorin der Veranstaltung, Frau Prof. Dr. Berdita Pohle, und Frau Sabine Donner (beide Universität Erlangen)

Im Workshop 1 mit dem Titel „Mineraliensammlung im Geographieunterricht“ zeigten OStR' Susanne Schmidt (Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim) und StR' Dagmar Kroth (Melanchthon-Gymnasium Nürnberg) Möglichkeiten auf, wie auch mit begrenzten finanziellen Mitteln eine Mineraliensammlung in einer Schule aufgebaut werden kann. Dazu notwendige Exponate können auf verschiedenen Wegen in die Schule gelangen, sei es durch eigene Funde, Erwerb auf einschlägigen Märkten oder auch in Internetshops. Die Bestimmung von Fundstücken erfolgt nach Kriterien wie Farbe, Gestalt, Spaltbarkeit oder Härte. Im Zweifel kann auch der Rat Externer eingeholt werden, wie z.B. dem Geozentrum Nordbayern. Insgesamt sollte der Workshop Mut machen, dieses Thema aktiv anzugehen.

StR Christoph Cramer (Christian-Ernst-Gymnasium Erlangen) behandelte das Thema "Das Süddeutsche Schichtstufenland zum Anfassen und ganzheitlichen Erleben - Physische Geographie von Schülern für Schüler"


Im von StR Christoph Cramer (Christian-Ernst-Gymnasium Erlangen) gehaltenen Workshop 3 wurde ein P-Seminar mit dem Thema „Das Süddeutsche Schichtstufenland zum Anfassen und ganzheitlichen Erleben – Physische Geographie von Schülern für Schüler“ vorgestellt. Im Zeitraum 2009/11 wurde aus mehreren Projektideen das Projektziel entwickelt und schließlich auch umgesetzt, eine eintägige, auf erlebnispädagogischen Erkenntnissen basierende Exkursion in der Fränkischen Alb im Gebiet um die Maximiliansgrotte für eine 5. Klasse in Form eines Stationenlernens zu planen, zu organisieren und selbstständig durchzuführen. Dabei standen immer handlungsorientierte und möglichst innovative Lehrmethoden im Vordergrund, um die wichtigsten Aspekte der Erlebnispädagogik in das geographische Lernen vor Ort einzubetten. Den Teilnehmern wurde vermittelt, wie wichtig es ist, Sachverhalte erlebbar, erfahrbar, erfassbar und abwechslungsreich aufzubereiten, um einen möglichst nachhaltigen Lernerfolg zu erzielen.

Eine Vielzahl von Zuhörern konnte StD Johan van Soeren (Christian-Ernst-Gymnasium Erlangen) bei seinem Thema "Karikaturen im Geographieunterricht" begrüßen


Karikaturen sind „das Salz in der Suppe“ eines guten Geographieunterrichts. Anhand verschiedener Beispiele wurde von StD Johan van Soeren (Christian-Ernst-Gymnasium Erlangen) in seinem Workshop „Karikaturen im Geographieunterricht“ gezeigt, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten im Unterricht sind; besprochen und analysiert wurden u.a. Karikaturen aus den Themenbereichen „Ökologie“, „Globalisierung und Dritte Welt“, „Russland“ und „VR China“. Betont wurde dabei der fächerübergreifende Ansatz (Zusammenarbeit mit Geschichte, Kunst, Deutsch usw.) sowie die Provokation als wichtigstes Stilmittel. Abgerundet wurde der Workshop mit einer vergleichenden Analyse ausgewählter Karikaturen zum Konfliktherd „Nordkorea“.

Sebastian Feick (Universität Erlangen) behandelte das Thema "GIS im Unterricht" äußerst praxisnah


Der Lehrplan für das Gymnasium in Bayern sieht für das Fach Geographie in Jahrgangsstufe 11 eine Projektarbeit zum globalen Klimawandel vor. Hierbei soll eine Folgeerscheinung des rezenten Klimawandels, z.B. das Abschmelzen von Gletschern, erfasst, dargestellt und bewertet werden. Zudem sollen geographische Arbeitstechniken und Arbeitsweisen, wie die Satellitenbildinterpretation, erlernt werden. Die in Workshop 5 „GIS im Unterricht“ von Dr. Sebastian Feick (Universität Erlangen) vorgestellte Idee einer Erfassung von Rückzugsstadien eines Alpengletschers anhand historischer Satellitenbilder in Google Earth und die anschließende Darstellung/Präsentation der Ergebnisse in Form einer Karte versucht, eine Möglichkeit zur Umsetzung dieser Vorgaben aufzuzeigen.

Im Workshop „Geographieunterricht und Landwirtschaft – Anknüpfungspunkte und Umsetzung“ von StD Volker Huntemann (Wolfgang-Borchert-Gymnasium Langenzenn) konnte festgestellt werden, dass das Fach Geographie in nahezu allen Jahrgangsstufen die meisten thematischen Bezüge zur Landwirtschaft aufweist. Mit konkreten Unterrichtsbeispielen wurden motivierende Unterrichtsformen vorgestellt; so z.B. die Durchführung einer Exkursion auf einen Bauernhof in Geographie Jahrgangsstufe 5, praktisches Arbeiten zum Thema Boden (Natur und Technik) und die Berücksichtigung des landwirtschaftlichen Aspekts im Rahmen eines W-Seminars. Die Ausführungen sind u.a. Bestandteil der vom Arbeitskreis Gymnasium und Wirtschaft e.V. (AGW, Arnulfstr. 297, 80639 München) herausgegebenen Projektdokumentation „Netzbasiertes Lernen am Beispiel von Land- und Forstwirtschaft“.

Susanne Schmidt (Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim) und StR' Dagmar Kroth (Melanchthon-Gymnasium Nürnberg) gaben Einblicke in das komplexe Thema "Mineraliensammlung im Geographieunterricht"


Im von Christoph Baumann (Universität Erlangen-Nürnberg) geleiteten Workshop 8 „Renaissance des Städtischen – Konjunktur des Ländlichen“ ging es zunächst darum, die Teilnehmer/innen für die klassisch-geographischen Begriffe Stadt und Land zu sensibilisieren und ihnen dabei neue Forschungsperspektiven der Humangeographie zu vermitteln. Ausgehend von der aktuellen Doppelbeobachtung eines „Zeitalters der Stadt“ (u.a. steigende Verstädterungszahlen, Neuaufwertung des Innerstädtischen) einerseits und einer „Konjunktur des Ländlichen“ (u.a. Erfolg von Magazinen wie „Landlust“) andererseits wurden verschiedene Blickwinkel auf die beiden Konzepte skizziert. In Anschluss an neuere, „konstruktivistische“ Perspektiven der Sozial- und Kulturgeographie (Stichwort „Neue Kulturgeographie“) zeigte der Workshop, dass das Urbane und das Ländliche als raumbezogene Diskurse betrachtet werden können. Anhand von zwei Fallbeispielen rückten aktuelle Spielarten des Diskurses in den Fokus des Workshops, bei denen das Urbane und das Ländliche jeweils als Lebensstil bzw. als Versprechen auf ein gutes Leben auftritt. Ein Schwerpunkt der Diskussion lag in der Frage, inwiefern man derartige neuere Perspektiven humangeographischer Forschung in die Schulpraxis integrieren kann (z.B. im Kontext der klassischen Themen „Ländlicher Raum“, „(Sub)Urbanisieerung“ oder „Gentrifizierung“.

Der Umgang mit komplexen globalen Problemlagen und die Stärkung einer fachlich-konzeptionellen Grundlage des Geographieunterrichts bilden zwei wichtige Herausforderungen des Fachs Geographie. Angelehnt an die Ansätze der benachbarten Naturwissenschaften wurde im Rahmen des Workshops „Geographie unterrichten mit Basiskonzepten“ von Janis Fögele (Universität Erlangen-Nürnberg) das didaktische Instrument der geographischen Basiskonzepte vorgestellt und diskutiert. Basiskonzepte können dazu geeignet sein, den angedeuteten Anforderungen gerecht zu werden. Während des Workshops konnten die Chancen und Grenzen verschiedener Konzeptionen aus dem nationalen und internationalen Kontext mit geographischen Basiskonzepten unterschiedlicher Abstraktionsniveaus erarbeitet werden.

Weitere Themenbereiche von hier nicht näher beschriebenen Workshops waren „Klimaschutz und Klimaanpassung im urbanen Raum“ (Lena Kaplan, Universität Erlangen). „Das Welterbe der UNESCO“ (Dr. Thomas Schmitt, Universität Erlangen) sowie „Geographische Sachverhalte im Internet am Beispiel des twitternden Erlanger Baums“ (Prof. Dr. Achim Bräuning, Universität Erlangen).

In der Abschlussbesprechung fand die große Streubreite geographisch relevanter Themen eine hohe Zustimmung. Von einigen Teilnehmern wurde für zukünftige Veranstaltungen eine stärkere Berücksichtigung von Themen mit Bezug zur Realschule gewünscht. Die nächste Ideenbörse ist für Mittwoch, den 01. Oktober 2014 vorgesehen (bitte Termin bereits jetzt vormerken!).

Volker Huntemann

Hanna Burggraf

(Gymnasium Tutzing) mit der Darstellung ihrer Arbeit "Kräht der Gockel auf dem Mist, ... - Simulation einer intelligenten Heizsteuerung


Im BUW I (Gruppe der 13- bis 16-Jährigen) erhielt Hanna Burggraf (Gymnasium Tutzing) einen Hauptpreis für ihre Forschungsarbeit „'Kräht der Gockel auf dem Mist, …' - Simulation einer intelligenten Heizsteuerung“. Die Schülerin nahm das hochaktuelle Thema der zukünftigen Energieversorgung durch erneuerbare Energien zum Anlass, um ein äußerst komplexes Steuer- und Regelungssystem für eine Heizungsanlage zu entwickeln. In ihrer gut durchdachten Arbeit werden zahlreiche Faktoren, die das Heizungsverhalten beeinflussen, mit berücksichtigt. Die für dieses Projekt notwendige Hardware für die Sensortechnik hat sie selbst entwickelt. Diese ist zudem mit einer Datenfernübertragung zum Einlesen der gesamten Messdaten ausgestattet. Bei einem Simulationslauf ermittelte die Schülerin in einem Langzeittest die Leistungsfähigkeit und konnte eine enorme Heizkostenersparnis auf ein bereits energieoptimiertes Haus prognostizieren. So werden z.B. Wetterprognosen von einem frei zugänglichen Portal in das Steuerungsprogramm eingelesen. Hanna Burggraf hat ein innovatives System entwickelt, das nachhaltigen Einzug in die breite Produktion erhalten könnte und ein großes globales Einsparpotenzial beinhaltet. Die Jury beeindruckte das hohe fachliche und sprachliche Niveau der Arbeit.

Jutta Bernauer

(Welfengymnasium Schongau) wurde ausgezeichnet für ihre Arbeit "Ammerlauf - ein Lehrpfad als Kunstobjekt


Das Flusstal der Ammer gehört aufgrund der landschaftlich schönen Lage zu einem bedeutenden Anziehungspunkt für Naturliebhaber und Naturschützer. Der relativ naturbelassene Fluss entspringt in den Ammergauer Alpen und durchfließt das oberbayerische Voralpenland. Jutta Bernauer hatte sich zum Ziel gesetzt, in einem Abschnitt des an ihrem Heimatort Peiting vorbeifließenden Flusses einen Naturlehrpfad zu planen und zu realisieren. Auf dem Lehrpfad befinden sich acht anspruchsvoll gestaltete Schautafeln, die geologische, geohydrologische, geschichtliche und landschaftsökologische Themenbereiche behandeln. Die Gestaltung der Schautafeln erfolgte mit Unterstützung eines Peintinger Künstlers sowie Schülerinnen und Schülern eines Kunst-Leistungskurses des Welfengymnasiums Schongau. Diese Einbeziehung künstlerischer Gestaltungselemente wurde von der Jury in der Laudatio besonders hervorgehoben. Die Umsetzung der Idee dieses Lehrpfads erfolgte in den Jahren 2009 und 2010; von Sommer 2012 bis Frühjahr 2013 schloss die Naturforscherin eine ausführliche Evaluationsphase an, in der die Projektergebnisse bewertet wurden. In ihrer Arbeit „'Ammerlauf' – ein Lehrpfad als Kunstobjekt“ stellt Jutta Bernauer die einzelnen Etappen von der Idee über die konkrete Umsetzung bis hin zu den Evaluationsergebnissen ausführlich und hervorragend nachvollziehbar dar. Ihr wurde deshalb ein Hauptpreis beim BUW II (17- bis 21-Jährige) zuerkannt.

Neben den fünf Hauptpreisen wurden auf Gut Herbigshagen auch eine Reihe von Sonderpreisen (Wettbewerbsarbeiten zu ausgewählten Themen) sowie Förderpreise (Wettbewerbsarbeiten, die das Potenzial haben, durch eine Fortführung hervorragende Ergebnisse zu erzielen) vergeben. In der letztgenannten Kategorie wurden weitere bayerische Arbeiten ausgezeichnet. Es handelt sich dabei um zwei Beiträge aus dem BUW I: „Die übersehene Klimagefahr - Methan aus Rasenflächen“ von Antonia Hartmann und Felicitas Kaplar (Hans-Seidel-Gymnasium Hösbach) sowie „Strom aus Fenstern – ein Beitrag zur Energiewende“ von Valerie Seitz (Max-Josef-Stift Gymnasium München).

Teilnehmen am BundesUmweltWettbewerb können Schülerinnen und Schüler aller allgemein- und berufsbildenden Schulen, Jugendgruppen, junge Studierende sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Freiwilligendiensten wie dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) und dem Bundesfreiwilligendienst (BFD). Der Wettbewerb wird organisiert vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) an der Universität Kiel. Der Träger des Wettbewerbs ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Wettbewerbsrunde 2013/14 hat bereits begonnen. Der Einsendeschluss für die frei wählbaren Themen ist der 15. März 2014; die Anmeldung sollte sobald wie möglich erfolgen. Projektbeispiele, Anmeldung und Leitfaden des Wettbewerbs mit detaillierten Informationen sind erhältlich unter www.bundesumweltwettbewerb.de oder beim Landesbeauftragten für den BUW, StD Volker Huntemann, unter volker.huntemann@gmx.de .

Volker Huntemann

GEOGRAPHISCHE FORTBILDUNG MIT WISSENSCHAFTLICHEN UND SCHULPRAKTISCHEN SCHWERPUNKTEN


Ideenbörse Geographie an der Universität Erlangen – Beeindruckende Themenvielfalt

Seit mittlerweile acht Jahren findet immer kurz vor Beginn des Wintersemesters am Geographischen Institut der Universität Erlangen die Ideenbörse Geographie mit aktiver Unterstützung durch die mittelfränkische Fachgruppe Geographie im BPV statt. „Angefangen haben wir mit 20 Teilnehmern – mittlerweile sind wir bei 120 angelangt und mussten zudem ca. 30 Absagen erteilen, weil sonst der Charakter einer Workshop-Veranstaltung nicht mehr gegeben ist,“ berichtete Mitorganisator StD Johan van Soeren (Christian-Ernst-Gymnasium Erlangen) in einem Vorgespräch. Hocherfreut über diesen positiven Trend zeigte sich auch Prof. Dr. Perdita Pohle als Koordinatorin der Veranstaltung. Sie betonte die Bedeutung, die der direkte Kontakt zwischen Universität und Schule hat: „Die Schule liefert uns gut ausgebildete Abiturienten, die dann an der Universität zu guten Lehrern ausgebildet werden.“ Die Ideenbörse ist ein exzellentes Beispiel für diesen Kreislauf. Sie wies darauf hin, dass die nächste Ideenbörse Geographie am 12.10.2012 im Rahmen des Bayerischen Schulgeographentages ausnahmsweise in Nürnberg stattfinden wird.

In Hinblick auf eine noch engere Kooperation zwischen Schule und Universität bot sie folgende Möglichkeiten an:

  • Führung durch die Institutsbibliothek nicht nur für Kurse der Q-Phase, sondern auch für Schulklassen durch den Bibliothekar Thomas Hübner
  • Einladung von Mitgliedern des Lehrkörpers der Universität an die Schulen (nach rechtzeitiger Themenabsprache)
  • Möglichkeit des Besuchs einzelner Vorlesungen oder auch von einzelnen Vorträgen der Fränkischen Geographischen Gesellschaft (FGG)
  • Publikation „Wissenschaftlich Arbeiten – Recherchieren – Produzieren –Präsentieren“ aus der Reihe der Erlanger Skripte zum Geographiestudium (erhältlich für € 3,00 in der Institutsbibliothek oder kostenlos unter www.geographie.uni-erlangen.de/institut/publikationen/esgeo.html )

Die Veranstaltung war so strukturiert, dass je fünf Fachvertreter der Universität ihre aktuellen Forschungsprojekte vorstellten, während fünf Schulpraktiker Anregungen zu erfolgreich erprobten Unterrichtsprojekten gaben. Nach der Tagungspause wiederholten sich die 45minütigen Workshops, so dass zwei weitere Themenbereiche besucht werden konnten.

Im Workshop 1 behandelte StR’ Dagmar Kroth (Melanchthon-Gymnasium Nürnberg) das Thema „Klassenübergreifende Unterrichtsformen im Geographieunterricht“. Mit einem eher visionären Inhalt waren die Teilnehmer als Mitstreitende für klassenübergreifende Unterrichtsformen gesucht. So wurde auf Basis der Ansätze von u.a. Klafki, Hilbert Meyer, Klippert und Spitzer eine durchaus kontroverse Diskussion zur Möglichkeit eines klassenübergreifenden Unterrichts geführt. Dabei berichtete die Referentin von (Minimal-) Lösungen des klassenübergreifenden Unterrichtens an ihrer Schule.

Carola Wagenseil und Dr. Christoph Haferburg (beide Universität Erlangen) behandelten in ihrem Workshop „Urban Governance. Wer rudert, wer steuert, wohin geht es? Aktuelle Herausforderungen der Stadtentwicklung“ eine neue Perspektive der Stadtforschung. Die veränderte Wirklichkeit der Steuerung von Stadtentwicklung zeigt sich daran, dass zunehmend neue Akteure an Einfluss gewinnen (z.B. Investoren, zivilgesellschaftliche Gruppen), die in neuen Mustern interagieren. Dieser Wandel vollzieht sich vor dem Hintergrund von Bedingungen wie der Globalisierung, der kommunalen Finanznot und der Aufhebung der Trennung von Staat und Gesellschaft. Das Konzept der Urban Governance wurde an den Beispielen Augustinerhof in Nürnberg und Masterplan Köln verdeutlicht. Zudem wurde auf veränderte Rahmenbedingungen der Schulwirklichkeit (z.B. Public Private Partnership für Schulbau und –bewirtschaftung in Nürnberg) eingegangen.

Der von Johan van Soeren (Christian-Ernst-Gymnasium Erlangen) geleitete Workshop 4 „Globalisierung visuell – Erfahrungsbericht aus einem W-Seminar Q11/Q12“ war dreigeteilt. Zunächst wurden allgemeine Erläuterungen zum Thema W-Seminar aus geographischer Sicht“ gegeben, dann wurde der Verlauf des W-Seminars „Globalisierung visuell“ (mit den Schwerpunkten Dokumentarfilme, Spielfilme, Karikaturen) vorgestellt und schließlich standen die Dokumentationen „Schatten über dem Kongo“ sowie „Darwins Alptraum“ im Mittelpunkt der Betrachtung. Die Teilnehmer wurden ermuntert, auch Dokumentar- und Spielfilme im Unterricht einzusetzen – z.B. im Rahmen des fächerübergreifenden Unterrichts in Zusammenarbeit mit Geschichte oder Deutsch (z.B. Spielfilmanalyse).

„Google Earth & Google Maps – Interaktive Tools zum Erkennen und Üben geomorphologischer Formen“ nannte sich der von Dr. Jussi Grießinger (Universität Erlangen) geleitete Workshop 5. Es wurde bewiesen, dass beide Tools für schuldidaktische Zwecke sehr einfach handhabbare Möglichkeiten bieten, um komplexere geographische Sachverhalte bildlich oder kartographisch aufbereitet darzustellen. Dies gilt sowohl für physisch-geographische als auch humangeographische Fragestellungen. Durch einen einfachen Wechsel zwischen Karten, Satellitenbildern, Geländedarstellung und möglicher interaktiver 3D-Funktionalität lassen sich dabei u.a. geomorphologische Großformen komfortabel darstellen und erläutern. Im Rahmen des Workshops wurde den Teilnehmern gezeigt, wie sie anhand verschiedener Fallbeispiele prägnante geomorphologische Großformen wie Schichtstufenlandschaften, Glaziallandschaften, aber auch aktuell ablaufende Umweltveränderungen mit beiden Tools unterstützend zum Unterricht erklären können.

Im Workshop 7 berichtete StD Volker Huntemann (Wolfgang-Borchert-Gymnasium Langenzenn) über die „Durchführung eines W-Seminars – Seminararbeit, Korrektur, Präsentation“. Zunächst wurde auf die formalen Kriterien einer Seminararbeit eingegangen. Zum Bereich der Korrektur und Bewertung der Seminararbeit stellte der Referent selbst entwickelte Formblätter und konkrete Bewertungsbeispiele vor. Ein weiterer Themenschwerpunkt war die neue Form der Abschlusspräsentation, die in diesem Fall themengebunden vor Ort im Fränkischen Seenland erfolgte. Ergänzend zu den Informationen über die Rückgabe der Seminararbeit und die Bekanntgabe der Ergebnisse wies er auch auf die Möglichkeit der Teilnahme an Wettbewerben (z.B. Jugend forscht, BundesUmweltWettbewerb) hin.

Regionalprodukte entstanden als neue Waren- oder Produktform neben Billig-, Marken- und Ökoprodukten ab 1995, und sie können als Ausdruck einer spontanen Gegenbewegung gegen die Globalisierung (Präsenz der überall gleichen Markenprodukte) verstanden werden. Im Workshop 7 „Regionalprodukte zwischen Region und Weltmarkt – zur Bedeutung einer neuen Warenform in der Postmoderne und zu ihrer Behandlung im Unterricht“ ging Prof. Dr. Werner Bätzing (Universität Erlangen) zunächst der Frage nach, was eigentlich Regionalprodukte sind. Daran schloss er Betrachtungen zu Stärken und Schwächen von Regionalprodukten sowie Potenziale und Risiken an. Abschließend wurden Wege aufgezeigt, wie die Thematik in den Unterricht altersstufengerecht einbezogen werden kann.

Wie aus einem fächerübergreifenden Projekt schließlich ein klassenübergreifendes Projekt wurde, stellte StR’ Tatjana Wettschureck (E.T.A. Hoffmann Gymnasium Bamberg) im Workshop 8 „Soziale und ökologische Probleme in Brasilien – ein Unterrichtsprojekt in der 8. Jahrgangsstufe“ vor. Die Teilnehmer wurden mit brasilianischer Musik und Bildern der Projektpräsentation auf das Thema eingestimmt. PAD-Austauschlehrer Ivan Martins (Brasilien) berichtete von seiner Arbeit mit den deutschen Schülern und wie diese dabei ihren Horizont erweitert haben und für Probleme sensibilisiert wurden. In der anschließenden Diskussionsrunde und dem Austausch von Informationsmöglichkeiten sowie Tipps zur Materialsuche wurde bei vielen Zuhörern das Interesse geweckt, sich ebenfalls mit dem Regenwald auseinanderzusetzen und ein Projekt zu starten.

„Möglichkeiten des Einsatzes von Diskussionsmethoden im Geographieunterricht der Oberstufe“ standen im Fokus von Workshop 9. Der Referent war Stefan Applis (Universität Erlangen). Sein Ausgangspunkt war, dass die Auseinandersetzung mit Wertfragen ein zentrales Thema im Geographieunterricht darstellt, da sich immer Wertfragestellungen ergeben, wenn sich Menschen im Raum begegnen oder sich mit ihrer natürlichen Umwelt auseinandersetzen. Ein Ziel des Geographieunterrichts ist es, Schüler zu unterstützen, sich begründet und systematisch in geographisch relevanten Situationen zu entscheiden und sie zu befähigen, „potentiell in konkreten Handlungsfeldern sach- und raumgerecht tätig zu werden und zu Lösungen von Problemen beizutragen.“ (Nationale Bildungsstandards). Dass dies nicht in einem direkten unterweisenden Sinne erfolgen kann, liegt auf der Hand. Die Dilemmadiskussionsmethode als bewährtes Instrument aus Moralpädagogik und Moralpsychologie bietet sich deshalb als selbstkonstuierende Unterrichtsmethode an für eine offene diskursive und gleichberechtigte Auseinandersetzung mit wertbezogenen Fragestellungen.

Mit „GIS im Unterricht“ beschäftigte sich St. Höhnle (Universität Erlangen). Der Workshop wurde in Abstimmung mit den Teilnehmern stark auf die Unterrichtspraxis ausgerichtet. Es wurde ein Schülerprojekt mit GIS-Einsatz vorgestellt, das aus einem Forschungsprojekt des Lehrstuhls der Didaktik der Geographie zur GIS-Implementierung heraus entstanden ist. Die Teilnehmer lernten den aus der Empire entstandenen Implementierungsansatz und die dazu entwickelten Materialien kennen und konnten diese selbst ausprobieren. Zudem gab es noch einen Workshop, in dem sich T. Müller einem relativ neuen Themenkreis widmete: „Geocaching“.

In ihrer Tagungszusammenfassung zeigte sich Prof. Dr. Perdita Pohle hocherfreut über die Vielfalt der Themenangebote und die Materialfülle. Aus dem Teilnehmerkreis wurde der Wunsch geäußert, auch einmal Aspekte des bilingualen Unterrichts in die Workshops aufzunehmen.

Volker Huntemann

JAHRESTAGUNG OBERFRANKEN

Die Teilnehmer an der Jahrestagung der Fachgruppe Geographie im bpv in Bayreuth (v.l.n.r.): Dr. Konrad Wieland (Kassenwart), Gabriele Fuss (Kultusministerium), Dr. Alois Müller (Oberfranken), Jürgen Patzke (Niederbayern), Max Schmidt (Vorsitzender des bpv), Johannes Göller (Schwaben), Felix Weinrich (Unterfranken), Christoph Matz (Oberpfalz), Volker Huntemann (Mittelfranken, Landesvorsitzender).

MODERNER GEOGRAPHIE-UNTERRICHT IM MITTELPUNKT DER DISKUSSIONEN

Jahrestagung der Bezirksfachgruppenleiter in Bayreuth – Aktuelle Informationen aus dem Kultusministerium durch StR' Gabriele Fuss

Die Jahrestagung der Fachgruppe Geographie im Bayerischen Philologenverband (bpv) fand dieses Mal im oberfränkischen Bayreuth statt. Hierzu konnte der Landesvorsitzende, StD Volker Huntemann, neben den Bezirksfachgruppenleitern auch StR' Gabriele Fuss aus dem Kultusministerium und den 1. Vorsitzenden des Bayerischen Philologenverbands, StD Max Schmidt, herzlich begrüßen. In seiner Einführung stellte der Landesvorsitzende mit Freude fest, dass auch nach dem zweiten Durchlauf der Q-Phase das Fach Geographie bei der Wahl der Schüler gut berücksichtigt wird. Zwar liegen die Zahlen von Geographie als schriftlichem Abiturfach im Vergleich zu den früheren Leistungskursen deutlich zurück, dafür erfreut sich das Fach jedoch im Bereich der W- und P-Seminare unvermindert großer Beliebtheit. Hieraus ergibt sich für ihn zwangsläufig die Frage an die Bildungspolitiker, wann diese Tatsache endlich bei ihnen berücksichtigt wird.

bpv-Vorsitzender Max Schmidt im Gespräch mit der Tagungsrunde

In seinem Bericht zur aktuellen bildungspolitischen Situation brachte der Vorsitzende des bpv, StD Max Schmidt, zunächst der Fachgruppe Geographie seinen ausdrücklichen Dank für die umfangreiche geleistete fachpolitische Arbeit zum Ausdruck. In seinen weiteren Ausführungen ging der Vorsitzende sofort auf den aktuellen KMK-Beschluss zu den Abitur-Standards ein. Dabei zeigte er sich sicher, dass es kein einheitliches Bundesabitur geben wird. „Das Ziel der KMK, über bundesweit geltende Standards zu mehr Vergleichbarkeit in den Abituranforderungen der Bundesländer zu kommen, ist grundsätzlich begrüßenswert.“ Bei optimaler Umsetzung sieht er darin die Möglichkeit des Beginns eines gemeinsamen Weges zu größerer Bildungsgerechtigkeit zwischen und zugleich mehr Bildungsqualität in einigen Bundesländern sein. Er forderte, dass die Qualität konsequent darauf ausgerichtet sein sollte, dass das Abitur überall eine allgemeine Hochschulreife mit der entsprechenden Studierfähigkeit sicherstellen soll. Mit Blick auf zukünftig bundesweit zeitgleiche Abiturprüfungen stellt der bpv-Vorsitzende fest: „Dagegen sprechen die unterschiedliche Terminierung der Ferien wie die von Land zu Land differierende Verteilung des Unterrichtsstoffs.“ Zugleich sprach er sich dafür aus, die unterschiedlichen Traditionen der einzelnen Bundesländer bei den Aufgabenstellungen zu berücksichtigen. Er stellte fest, dass das Abitur am Gymnasium weiterhin die Studierfähigkeit garantieren muss. Damit widersprach er auch allen Überlegungen bezüglich eines „Semesters Generale“: „Warum muss dann schon ein Kind an der Hochschule sein?“

Mit Blick auf die derzeitigen Tendenzen zu einem Einheitsbildungsplan stellte der bpv-Vorsitzende die Forderung auf, dass die Lehrpläne nur an den Schnittstellen gleich sein dürfen. Das bedeutet, dass ein eigener Gymnasial-Lehrplan für jedes einzelne Fach vorliegen muss. In diesem Zusammenhang wurde auch die Forderung aufgestellt, dass die zukünftigen Lehrpläne auch mit Inhalten gefüllt sein müssen und nicht nur mit Kompetenzen.

Die Vertreterin des Kultusministeriums, Gabriele Fuss, bei ihren Ausführungen

Die Vertreterin des Kultusministeriums, Frau StR' Gabriele Fuss, gab einen Bericht ab zu neuesten fachpolitischen Entwicklungen. An den Anfang ihrer Ausführungen stellte sie die Ergebnisse der Evaluierung des Geographie-Lehrplans. Sie betonte, dass die Rückmeldungen insgesamt sehr positiv gewesen waren. Zu den wenigen Kritikpunkten zählten Teile der Jahrgangsstufe 10, bei dem vor allem die Anzahl der Raumbeispiele bemängelt wurde. Zur täglichen Unterrichtspraxis wurde von ihr empfohlen, hier noch stärker beispielhaft vorzugehen. Zudem müsse ebenfalls genügend Zeit zur fachlichen Vorbereitung der Q-Phase zur Verfügung stehen. Mit Blick auf den Ausbildungsabschnitt Q11/1 regte sie als Umsetzungsmöglichkeiten die Verknüpfung von theoretischen Grundlagen mit Raumbeispielen an. In ihren weiteren Ausführungen betonte sie, dass die neu publizierten Stundenrichtwerte eine den Lehrplan flankierende Maßnahme ist, die eine unverbindliche Empfehlung darstellt. Die Werte sollen eine Hilfestellung bei der zu vermittelnden Lehrplantiefe sein. Abschließend stellte sie fest, dass die Themen im Geographie-Lehrplan von hoher Aktualität sind und somit ein großes Plus für das Fach darstellen.
In seinen Ausführungen zur derzeitigen Situation des Faches bedauerte der Landesvorsitzende StD Volker Huntemann, dass in den gymnasialen Stundentafeln weiterhin in den Jahrgangsstufen 6 und 9 kein Geographie-Unterricht vorgesehen ist. Dabei stellte er die Frage, wie geographische Kompetenzen, die im Zeitalter der Globalisierung höchste Bildungspriorität besitzen, fundiert entwickelt werden sollen, wenn keine dazu notwendige durchgehende Berücksichtigung des Faches in a l l e n Jahrgangsstufen existiert. Ebenso muss von der Geographie moniert werden, dass die Behandlung von Themen mit Heimatbezug (Bayern, Deutschland) auf ein noch nie dagewesenes Maß zusammengeschrumpft ist. Mittlerweile erhalten Gymnasiast(inn)en ihr Abiturzeugnis, wenn sie teilweise letztmals in Jahrgangsstufe 5 von diesen Themenbereichen gehört haben! Erfreut zeigte sich der Referent über die Tatsache, dass das Interesse am Kursangebot Geologie nach Auskunft aus dem ISB weiterhin deutlich gesteigert werden konnte. Die Schüler/innen können sowohl in Jahrgangsstufe 12 als auch im Profilbereich den Kurs Geologie als Zusatzangebot wählen. Die umfangreiche Handreichung „Lernort Geologie“ unterstützt mit Informationsmaterialien, Arbeitsblättern und Exkursionsvorschlägen die unterrichtliche Arbeit: http://www.stmug.bayern.de/umwelt/boden/lernort_geologie/index.htm .

In seinem Tätigkeitsbericht ging der Landesvorsitzende auch auf den vom Verband Deutscher Schulgeographen (VDSG), LV Bayern durchgeführten 15. Bayerischen Schulgeographentag ein. Die Programmgestaltung und die Durchführung der Veranstaltung sind überall auf äußerst positive Zustimmung gestoßen. Eine beachtliche Zahl von Workshops sind u.a. von aktiven Mitgliedern der Fachgruppe durchgeführt worden. Auch ansonsten gestaltet sich die Kooperation mit dem VDSG äußerst positiv.

Der Landesvorsitzende berichtete zudem von einem intensiven Gedankenaustausch mit einer Vielzahl von Vertretern aus dem Ministerium sowie aus Institutionen und befreundeten Verbänden. Auch im vergangenen Jahr wurden in den einzelnen Regierungsbezirken wieder zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen angeboten. Hierbei sollen die Veranstaltungen „Exkursion nach Nördlingen“ (Oberpfalz) und „Neue Medien im Unterricht “ (Unterfranken) besonders erwähnt werden.

Mit Blick auf das Arbeitsprogramm 2012/13 bittet die Fachgruppe auch in diesem Schuljahr alle Kolleg(inn)en wieder, Wettbewerbe mit geographischen Inhalten an ihren Schulen bekanntzumachen und durchzuführen. Hierzu gehören in besonderem Maße „Jugend forscht“ / „Schüler experimentieren“, der BundesUmweltWettbewerb“, „Diercke Wissen“ und der im zweijährigen Rhythmus stattfindende bilinguale Wettbewerbe „Janus iGeo“.

Der Bezirksvorsitzende (Oberfranken), Peter Drescher, richtet ein Grußwort an die Teilnehmerrunde

Am Abend des ersten Veranstaltungstages konnte der Landesfachgruppenleiter den Bezirksvorsitzenden Oberfranken, StD Peter Drescher, begrüßen. In seinem Grußwort betonte er, dass die Vielfalt der Fächer für die Qualität des Gymnasiums spricht, denn Bildung bedeutet stets eine interdisziplinäre Vielfalt. In diesem Verbund stellt die Geographie ein Fach dar, das gebraucht wird. Er schloss mit der anerkennenden Aufforderung: „Machen Sie so aktiv weiter wie bisher!“

Ein Teil der Tagungsrunde mit Geopark-Rangerin Hannelore Körner bei der Begehung der Tongrube Mistelgau

Der lokale Organisator der Tagung, StD Dr. Alois Müller, führte die Gruppe am folgenden Tag zu zwei geologisch-geographischen Highlights der Region, die sich auch für eine Berücksichtigung für Schülerexkursionen anbieten. Die erste Station war die Fossiliengrube Mistelgau. Dort erläuterte Geopark-Rangerin Hannelore Körner, dass die Tongrube Mistelgau bis zum Jahr 2005 dem Abbau von Ton für die Ziegelherstellung diente. Nach dem Ende des Abbaus sollte die Grube als Deponie genutzt werden. Durch ein erfolgreiches Zusammenwirken von zahlreichen Institutionen gelang ein dauerhafter Erhalt der Fossilfundstelle mit ihren einzigartigen Versteinerungen, wie dem Belemnitenschlachtfeld und Resten von Sauriern. In einer geführten Tour durch Teile der ehemaligen Tongrube konnte die Rangerin zahlreiche Einzelheiten erläutern und auf lokale Besonderheiten aufmerksam machen. Weitere Informationen unter folgendem Link: www.lfu.bayern.de/geologie/geotope_schoensten/94/index.htm .

Die Exkursionsroute führte dann weiter zur Hohenmirsberger Platte, die Teil der Pottensteiner Erlebniswelt ist. Gut 15.000 Besucher machten im vergangenen Jahr dort Station, womit dieses Gebiet innerhalb der Naturparks Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst zu einem gelungenen Beispiel für den Geotourismus geworden ist. Unmittelbar neben dem dortigen Aussichtsturm (mit großartigem Rundblick bis ins Fichtelgebirge und den Bayerischen Wald) befindet sich ein mittlerweile unter Kennern sehr bekannter Fossilklopfplatz. Dort wird Gesteinsmaterial aus den äußerst fündigen Steinbrüchen im Bereich Pottenstein angeliefert, wodurch schöne Ammoniten oder Belemniten des schwarzen (Lias), braunen (Dogger) oder weißen (Malm) Jura gefunden werden können. Gegen einen geringen Unkostenbetrag können dort Schulklassen nach vorheriger Anmeldung ganzjährig auf Fossiliensuche gehen. Nähere Informationen und Anmeldung unter www.pottenstein.de oder inf@pottenstein.de

Volker Huntemann

JAHRESTAGUNG OBERPFALZ

Die Teilnehmer an der Jahrestagung der Bezirksfachgruppenleiter Geographie (v.l.n.r.): BPV-Vorssitzender Max Schmidt, Jürgen Patzke (Niederbayern), Dr. Konrad Wieland (Kassenwart), Uschi Zitzelsberger (VDSG LV Bayern), Bettina Groll (München), Landesvorsitzender Volker Huntemann (Mittelfranken), Ltd. MR Adolf Präbst (KM), Felix Weinrich (Unterfranken), Christoph Matz (Oberpfalz), Dr. Alois Müller (Oberfranken)


ZAHLREICHE ASPEKTE DES GEOGRAPHIEUNTERRICHTS ERÖRTERT

Jahrestagung der Bezirksfachgruppenleiter in der Oberpfalz – Bildungspolitische Informationen durch Ltd. MR Adolf Präbst

Die diesjährige Jahrestagung der Fachgruppe Geographie im Bayerischen Philologenverband (BPV) fand in Waldeck bei Kemnath (Oberpfalz) statt. Hierzu konnte der Landesvorsitzende, StD Volker Huntemann, neben den Bezirksfachgruppenleitern auch Ltd. MR Adolf Präbst aus dem Kultusministerium, die 2. Vorsitzende des Verbands Deutscher Schulgeographen (VDSG) LV Bayern Uschi Zitzelsberger und den 1. Vorsitzenden des BPV StD Max Schmidt willkommen heißen.

Am Anfang der Tagung stand ein kurzer Rückblick auf die Erfahrung mit dem ersten Abitur-Jahrgang des G8. Gab es im letzten G9-Jahrgang mit 3.860 Teilnehmern in den Leistungskursen einen absoluten Rekordwert, so sank die Zahl im schriftlichen Abitur im G8 auf 2.105 Teilnehmer ab. Mit 5.954 Teilnehmern in den Colloquiumsprüfungen wurde das Fach jedoch hinter Englisch am zweithäufigsten gewählt. Zudem erfreuen sich die Seminare eines regen Zulaufs, wobei der Grund dafür in der großen Vielfalt attraktiver Themen zu suchen ist. Die Bildauswertung als neuer Bestandteil des Abiturs wurde auf breiter Front begrüßt. Einstimmig gewünscht wurde, dass bei zukünftigen Abituraufgaben der Wissensanteil gesteigert werden sollte. Der Fachgruppenvorsitzende stellte fest, dass das Fach durch die Umstellung auf die Q-Phase keine Schwächung erlitten hat. Durch den Wegfall der fünfstündigen Leistungskurse ging an einigen Schulen jedoch der Stundenanteil zurück. Er dankte den Kolleg(inn)en in den Bezirken für die engagierte Arbeit bei der Umstellung auf das G8.

Zur derzeitigen Situation des Faches Geographie bedauerte StD Volker Huntemann erneut, dass der Wegfall des Unterrichts in den Jahrgangsstufen 6 und 9 die geographische Kompetenzentwicklung nachhaltig stört. Er stellte die Frage an die Bildungspolitiker: „Wie sollen wir geographische Kompetenzen, die im Zeitalter der Globalisierung höchste Bildungspriorität haben müssen, fundiert und altersstufengerecht entwickeln können, wenn wir keine durchgehende Berücksichtigung in allen Jahrgangsstufen erfahren?“ Deshalb bleibt weiterhin die Sicherung einer grundlegenden geographischen Bildung in allen Jahrgangsstufen das erklärte Ziel der Fachgruppe. Ferner monierte der Landesvorsitzende, dass mit dem ersten G8-Abiturjahrgang erstmals Gymnasiasten die Schule verlassen haben, die das letzte Mal in Jahrgangsstufe 5 von Themen mit Heimatbezug (Bayern, Deutschland) etwas gehört haben. Auch das ist ein Missstand, der in vergleichbaren Bildungssystemen anderer Industrienationen nicht auftritt.

Auch in diesem Jahr wies der Vorsitzende der Landesfachgruppe erneut darauf hin, dass im Fach Natur und Technik bei dem Schwerpunkt „Naturwissenschaftliches Arbeiten“ der Einsatz von Lehrkräften mit der Fakultas Geographie ausdrücklich vorgesehen ist. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf den Punkt „Einsatz von Studienreferendarinnen und Studienreferendaren in Natur und Technik“ im Kontaktbriefplus 2011 aus dem ISB.

Die 2. Vorsitzende des VDSG LV Bayern Uschi Zitzelsberger bei ihren Ausführungen

Die 2. Vorsitzende des VDSG LV Bayern Uschi Zitzelsberger betonte besonders die gemeinsamen Ziele: Stärkung der Quantität und Qualität des Unterrichtsfaches Geographie unter Betonung des globalen Lernens. Vorrangiges Ziel im Augenblick sollte die Implementierung der Bildungsstandards sein, die in Kooperation aller Schularten erfolgen soll. Sie sah es als großen Vorteil für das Fach an, dass die Bildungsstandards schon sehr früh formuliert worden sind. Abschließend wies sie auf den Landesschulgeographentag 2012 in Nürnberg (Datum) hin. Der nächste Deutsche Geographentag wird dann 2013 in Passau stattfinden.

In seinem Rechenschaftsbericht als Landesvorsitzender dankte Volker Huntemann den Bezirksfachgruppenleitern für die exzellente Zusammenarbeit mit der Regionalen Lehrerfortbildung, den Universitäten und den lokalen Geographischen Gesellschaften (z.B. München). Er berichtet von Exkursionen (z.B. in Unterfranken in die Kölner Bucht sowie zum Braunkohle-Tagebau „Garzweiler 2“). Im Vergleich zu den Vorjahren ergaben sich jedoch erhebliche Einschränkungen durch die massiven Belastungen durch den doppelten Abiturjahrgang. Bei der Festlegung des Arbeitsprogramms in diesem Schuljahr wurde vereinbart, besonderen Wert weiterhin auf die Information zu den W- und P-Seminaren (z.B. bei der nordbayerischen Ideenbörse Geographie in Erlangen) und die Unterstützung von geographisch orientierten Wettbewerben (z.B. Jugend forscht, BundesUmweltWettbewerb) sowie National Geographic und den bilingualen Janus-Wettbewerb zu legen.

Ltd. MR Adolf Präbst (KM) referierte über bildungspolitische Entwicklungen am Gymnasium

Am späten Nachmittag referierte Ltd. MR Adolf Präbst (Kultusministerium) zum Thema „Bildungspolitische Entwicklungen am Gymnasium“. Ausgangspunkt der Überlegungen ist das Ergebnis der ersten Abiturprüfung im achtjährigen Gymnasium. Im Vergleich von G8 und G9 konnte festgestellt werden, dass der Gesamtschnitt im G8 (2,27) besser ausgefallen ist und dass es eine höhere Zahl an Spitzennoten gegeben hat. Andererseits gab es aber auch mehr Schüler, die in die mündliche Zusatzprüfung mussten, und eine höhere Zahl an nicht bestandenen Abituren. Mit 2,8 % liegt diese aber immer noch im bundesweiten Durchschnitt. Dabei darf der Blick nicht allein auf die Abiturprüfung gerichtet werden. Entscheidend für die Bewertung ist, dass die Wiederholerquoten in den Jahrgangsstufen 5 bis 11 und die Zahl der Schüler, die an andere Schularten wechseln, in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen ist. Herr Präbst stellte fest, dass das Gymnasium das bildungspolitische Ziel, die individuelle Förderung zu verstärken, erfolgreich umgesetzt hat – trotz der weitreichenden Veränderungen, die mit der Einführung des G8 verbunden waren. Dass das Gymnasium diese Herausforderungen bewältigt hat, ist dem enormen Engagement und der hohen Fachkompetenz der Kolleginnen und Kollegen zu verdanken.

Die Prüfungsergebnisse und die dem Ministerium vorliegenden Rückmeldungen der Schulen lassen den Schluss zu, dass das Anforderungsniveau des Abiturs insgesamt angemessen war. Allerdings wird im Rahmen der „Weiterentwicklung des Gymnasiums“ zu untersuchen sein, inwieweit die Konzeption der Mittelstufe geeignet ist, tragfähige Grundlagen für die Arbeit in der Mittelstufe zu vermitteln. So berichteten einige Schulen dem Ministerium, dass der Übergang von Jahrgangsstufe 10 in die Qualifikationsphase zu steil sei. Die Mittelstufe ist daher ein Schwerpunkt der aktuellen Lehrplanevaluation. Veränderungen der Grundstrukturen wie z.B. der Stundentafel sind aber, so Herr Präbst, weder für die Unter- und Mittelstufe, noch für die Oberstufe geplant. Auch das Qualifikationssystem mit seinen Belegungs- und Einbringungsverpflichtungen sowie das 5-Fächer-Abitur sollen bestehen bleiben. Sie sind zu einem großen Teil durch die KMK-Vereinbarungen festgeschrieben. Auch W-und P-Seminare, die die Oberstufe in Bayern kennzeichnen, sollen fortgeführt werden. Die Evaluation erbrachte insgesamt eine erfreulich positive Resonanz. Betrachtet man die Ergebnisse im Detail, so gibt es Hinweise darauf, dass es in der Gestaltung innerhalb und zwischen den Schulen doch recht große Unterschiede gibt. Dies gilt z.B. in Bezug auf die Ausrichtung der Projektarbeit auf die Studien- und Berufsorientierung oder auf die Einbeziehung externer Partner. Beim W-Seminar wird z.B. darüber diskutiert, ob der Fokus zu sehr auf die Methoden zur Erstellung der Seminararbeit gerichtet wird bzw. ob Wissenschaftspropädeutik nicht etwas mehr bedeutet. Genau zu dieser Fragestellung stellte er dem Teilnehmerkreis eine neue Handreichung aus dem ISB vor.

Der Referent ging kurz auf die Ergebnisse des schriftlichen Geographie-Abiturs im G8 ein. Diese lagen zwar etwas über dem Schnitt aller gesellschaftswissenschaftlichen Fächer, wichen jedoch nicht signifikant von den Schnitten der vorhergegangenen Grundkursabiture ab. Gleichwohl werde man versuchen, den regionalen Bezug der Aufgaben künftig noch stärker in den Vordergrund zu stellen, um den Schülern eine raschere inhaltliche Orientierung zu ermöglichen und damit die Aufgabenauswahl zu erleichtern. Der Lehrplan für Geographie wird im Zug des neuen Lehrplankonzepts „Lehrplan Plus“ unter Berücksichtigung der zurzeit laufenden Evaluation an ausgewählten Schulen fortgeschrieben werden. Kennzeichen des neuen Lehrplankonzepts sind u.a. die noch stärkere Kompetenzorientierung sowie die kompetente Abstimmung zwischen den Schularten vor allem an den Schnittstellen (Jahrgangsstufen 5 und 10).

Die Einführung des neuen Lehrplans (voraussichtlich ab 2015/16) wird mit Maßnahmen zur Stärkung der Eigenverantwortung der einzelnen Schulen einhergehen. Das Konzept sieht zwei Handlungsfelder vor, zum einen Qualitätsmanagement und Qualitätsentwicklung, zum anderen Personalentwicklung und Aufbau neuer Führungskompetenzen. Gerade für den letztgenannten Punkt wird eine Diskussion und Überarbeitung des Funktionenkatalogs notwendig. Der Referent sicherte zu, dass die Zahl der A15-Stellen nicht reduziert werden soll. Aber die Zahl der Funktionen im Funktionenkatalog und die Stellenbeschreibungen werden sich verändern. Es wird tendenziell weniger Funktionen geben, die aber mit höherer Verantwortung ausgestattet sind und schneller zu einer Beförderung nach A15 führen. So wird es zukünftig unterhalb der Schulleitungsebene neben den reinen Fachfunktionen auch Funktionsstellen mit Personalverantwortung und Weisungsbefugnis geben. Ziel ist es, über eine Verbesserung der Personalentwicklung und eine Intensivierung der Personalführung die Qualitätsentwicklung an den Schulen zu verstärken.

Der BPV-Vorsitzende Max Schmidt im Gespräch mit den Teilnehmern

In seinen Ausführungen zum Thema „Aktuelle Informationen zur Bildungspolitik“ berichtete der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands StD Max Schmidt von der bevorstehenden Verabschiedung des Schulinnovationsgesetzes im Bayerischen Landtag. Er erläuterte den Teilnehmern an Beispielen Entscheidungen des Verbandes, die in Hinblick auf die Auswirkungen eines solchen Gesetzes getroffen werden müssen; als Beispiel diente ihm dabei die Funktion Fachbetreuer im bisherigen System im Vergleich zum „Oberfachbetreuer“ in zukünftigen Jahren.

Insgesamt gesehen stellte StD Max Schmidt fest, dass ein dringender Handlungsbedarf besteht, die Leistungen des Gymnasiums wieder positiv darzustellen. „Das Flaggschiff Gymnasium ist ein Flaggschiff und kein Piratensegler,“ war sein eindeutiges Statement. Abschließend dankte er der Fachgruppe ganz besonders für die Vielzahl der in den letzten Jahren gezeigten Aktivitäten. „Sie haben stets vorbildliche Arbeit geleistet,“ so StD Max Schmidt. Im Anschluss hieran setzte er sich nochmals für eine klare Abgrenzung innerhalb des dreigliedrigen bayerischen Schulsystems ein. Er betonte dabei, dass eine deutliche Differenzierung unbedingt notwendig sei:

  • der berufsqualifizierende Abschluss ist der Quali, der häufig in den Bereich des Handwerks führt;
  • der mittlere Bildungsabschluss ist u.a. vorgesehen für Ausbildungsberufe in Gewerbe und Industrie;
  • die allgemeine Hochschulreife muss nach wie vor das Ziel haben, die Studierfähigkeit zu fördern.

Er setzte sich intensiv dafür ein, dass diese unterschiedlichen Niveaus in Zukunft ganz klar beschrieben werden müssen.

Bei den Beratungen zum Arbeitsprogramm 2011/12 ruft die Fachgruppe u.a. auch in diesem Schuljahr alle Kolleg(inn)en wieder dazu auf, Wettbewerbe mit geographischen Bereichen in den Schulen bekanntzumachen und zu unterstützen. Hierzu gehören vor allem „Jugend forscht“ / „Schüler experimentieren“. der Bundesumweltwettbewerb, der bilinguale Janus-Wettbewerb und „National Geographic Wissen“.

Xaver Haberkorn vom GEO-Zentrum der Kontinentalen Tiefborhung (KTB) in Windischeschenbach erläutert den Teilnehmern die Module der Dauerausstellung

Den Abschluss der Tagung bildete eine Exkursion zur Kontinentalen Tiefbohrung (KTB) in Windischeschenbach. An diesem Ort in der Oberpfalz befindet sich der größte Landbohrturm der Welt mit 83 m Höhe, von dem aus ein 9.101 m tiefes Bohrloch ins Erdinnere zur Grundlagenforschung vorangetrieben werden konnte (u.a. Erdbebenforschung, Lagerstättenforschung, Geothermie und plattentektonische Fragestellungen). Der Mitarbeiter auf der KTB Xaver Haberkorn schilderte diese Zielsetzung in Verbindung mit einer Führung durch die Dauerausstellung an der KTB und die verschiedenen Einrichtungen. Für Schulen dürfte von besonderem Interesse sein, dass sich an diesem Standort als außerschulischer Lernort das einzige GEO-Zentrum mit GEO-Labor befindet (www.ktb.de). Folgende Unterrichtsmodule werden für den gymnasialen Unterricht angeboten:

  • Kontinentaldrift-Puzzle (u.a. Rekonstruktion des Urkontinents Pangäa)
  • Schalenaufbau der Erde (vom Urknall zur zwiebelschaligen Erde)
  • Geologische Uhr (Erdgeschichte dargestellt im 12-Stunden-Modell)
  • Tektonische Kräfte und Formen
  • Vorgänge der Plattentektonik
  • Formen und Relevanz des Vulkanismus (u.a. erkennbar an lokalen Beispielen)
  • Erdbeben (u.a. Benutzung des Erdbebensimulators)
  • Kreislauf der Gesteine (verdeutlicht am Puzzle zur Plattentektonik)
  • Gesteinsbestimmung (u.a. Analyse im Mikroskopierraum)
  • Kontinentale Tiefbohrung (u.a. Besichtigung von Bohrgelände, Bohrturm und Bohrproben-Labor)
  • Entstehung, Analyse und Gefährdung der Ressource Boden
  • Rohstoffe – Werte unserer Erde

Für dieses Schuljahr sind noch einige Termine buchbar. Bei Interesse wird um eine baldige Anmeldung gebeten.

Volker Huntemann

JUGEND FORSCHT 2012: DAS BUNDESFINALE IN ERFURT


Mit einer erneuten Rekordbeteiligung von 10.914 Jugendlichen ging in Erfurt die diesjährige Wettbewerbsrunde zu Ende. Für das Bundesfinale hatten sich 187 Jungforscher und Jungforscherinnen mit insgesamt 103 Projekten qualifiziert. In ihrem Grußwort würdigte Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan die Spitzenleistungen des talentierten Wissenschaftsnachwuchses. Zwar war Bayern sowohl bei der Anzahl der Projekte (12) als auch bei der Teilnehmerzahl (19) jeweils der Spitzenreiter unter den Bundesländern, allerdings reichte es in diesem Jahr in keiner der sieben Sparten zum Bundessieg. Dennoch konnte eine Reihe von guten Platzierungen belegt werden.

Im Fachbereich Geo- und Raumwissenschaften erhielten Fabian Kopel, Markus Hadwiger und Robert Macsics (Dientzenhofer-Gymnasium, Bamberg) den 3. Platz zuerkannt. Ihre Arbeit mit dem Titel „Wir bringen Licht ins Dunkel – Katalogisierung veränderlicher Himmelsobjekte zur Suche nach Gamma-Ray-Bursts auf Fotoplatten“ basiert auf der Tatsache, dass in den sechziger Jahren Bamberger Astronomen den südlichen Nachthimmel mit Teleskopen durchmusterten und davon unzählige Fotoplatten anfertigten. Viele der Objekte konnten damals von den Fachleuten nicht zugeordnet werden. Deshalb nahmen sich die Jungforscher die Fotoplatten erneut vor und analysierten sie mit modernen Methoden. Ihr gesetztes Ziel war es, das Nachleuchten von Gammablitzen aufzuspüren. Dieses sind kurze, aber gewaltige Energieausbrüche, bei denen in nur zehn Sekunden mehr Energie freigesetzt wird als von der Sonne in Milliarden von Jahren. Tatsächlich fand das Forschertrio auch einige aussichtsreiche Kandidaten – womöglich die ersten auf Fotoplatte aufgenommenen Gammablitze überhaupt.

Ebenfalls einen dritten Bundessieg errang Bernhard Dendorfer (Werner-von-Siemens-Gymnasium, Regensburg) im Fachbereich Technik mit seiner Arbeit „All Terrain Transport Plattform“. Er entwickelte ein Erkundungsfahrzeug auf sechs Rädern, das dank einer speziellen Steuerung und verschiedener Sensoren Hindernisse oder Gefahren erkennt und ihnen selbstständig ausweichen kann. Durch die besondere Radaufhängung (ähnlich der eines Marsrovers) fährt das Fahrzeug stets in stabiler Lage und meistert sehr anspruchsvolle Steigungen.

Im Bereich Arbeitswelt fertigten Felix Löfflad und Martina Ochsenkühn (beide Neumarkt) eine Arbeit mit dem Titel „Vorspannen leicht gemacht“ an und erhielten dafür den 4. Platz. Damit Bauteile aus Beton durch eingelegte Stahlseile ihre Stabilität erhalten, mussten für das Spannen der Litzen bislang schwere und unhandliche Spannpressen bewegt werden. Aus diesem Grunde bauten die beiden Azubis ein kleines und handliches Gerät, mit dem sich das Vorspannen der Seile weitaus leichter erledigen lässt. Die Litzen werden dabei in konische Keile eingelegt und über eine Gewindestange und ein selbst gefertigtes Getriebe innerhalb weniger Sekunden gestrafft. Zum Antrieb wird ein Akkuschrauber oder eine Bohrmaschine benötigt. Das nur fünf Kilo schwere Gerät wird danach vom Stahlseil einfach über einen Bolzen abgezogen.

Ein weiterer 4. Platz ging in Biologie an Alexander Nieto (Jack-Steinberger-Gymnasium, Bad Kissingen) für seine Arbeit „Biophysikalische Charakterisierung von Lipidmembranen aus den drei Reichen der Lebewesen“. Die einzelnen Zellen aller Lebewesen sind durch eine Membran abgegrenzt, die regelt, welche Stoffe hinein- und welche hinausgelangen. Der Jungforscher wollte nun wissen, inwiefern sich die Zellmembranen von Pflanzen, Tieren und Pilzen unterscheiden. Deshalb isolierte er in Laborexperimenten die speziellen Fette, die den Hauptbestandteil der Zellmembranen bilden, aus unterschiedlichen Proben: Eigelb, Sojabohnen, Champignons und Blut. Während eines Praktikums an der Universität Würzburg stellte er aus diesen Fetten künstliche Zellmembranen her und charakterisierte sie. Zudem untersuchte er ein Gift, das die Membranen durchlöchert.

Mit dem Thema „Der Nickelkatalysator in C-C-Kupplungsreaktionen“ beschäftigte sich Alexander Harjung (Maximilian-von-Montgelas-Gymnasium, Vilsbiburg) und erhielt dafür den 5. Platz im Bereich Chemie zuerkannt. Der Jungforscher wollte herausfinden, ob sich teures Palladium in Katalysatoren durch preiswerteres Nickel ersetzen lässt, denn ein Katalysator entscheidet über die Ausbeute, aber auch über die Kosten chemischer Prozesse. In sogenannten Kreuzkupplungsreaktionen tauschte Alexander die Metalle aus und analysierte die entstandenen Verbindungen mit mehreren spektroskopischen Methoden. Er belegte eindrucksvoll, dass Palladium sich nicht so einfach ersetzen lässt. Trotz der chemischen Ähnlichkeit reagieren Nickel und Palladium sehr verschieden und unterschiedlich stark. Zudem gibt es für den Nickelkatalysator derzeit noch kein preiswertes Herstellungsverfahren.

Das neue Motto der Wettbewerbsrunde 2012/13 lautet „Deine Idee lässt dich nicht mehr los?“. Anmeldungen hierzu (oder zu Schüler experimentieren) sind ab sofort möglich, Anmeldeschluss ist der 30. November 2012. Nähere Informationen zum Wettbewerb und zur neuen Wettbewerbsrunde unter: Stiftung Jugend forscht e.V., Baumwall 5, 20459 Hamburg, Telefon 040/374709-0, Telefax 040/374709-99 oder unter www.jugend-forscht.de .

Volker Huntemann

GiB 2/2009, S. 60: "Werner Bätzing u. Michael Kleider..."

Jahrestagung in Würzburg 2008


"Landesfachgruppe Geographie beschäftigt sich mit der Ausgestaltung der neuen Oberstufe" GiB 3/2008, S. 47-49
Vorschläge für Unterrichtsgänge und Exkursionen im Fach Geographie [33 KB]
Berücksichtigung des GLOBE-Konzepts aus der Sicht des Faches Geographie [28 KB]
Stellungnahme zu den neuen Lehrplänen für die Oberstufe des G8 [24 KB]

Jahrestagung in Herrsching/Ammersee 2008

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

Tätigkeitsbericht für die Zeit vom 01. Oktober 2007 bis 30. September 2008 [30 KB]

Tätigkeitsbericht 2007 [37 KB]

RLFB Veranstaltung

Neue Wissenschaftsergebnisse für Schulgeographen vorgestellt (GiB 5/2008, Seiten 39/40)

Umweltwissen schafft Umweltgewissen: GiB 08+09/2006, S. 29 - 30

Maximilian Meier und Florian Weikert erhalten bundesweit einmalige Auszeichnung: GiB 03/2007, S. 34 - 35

Geographische Aspekte in Passau beraten und erlebt: GiB 04/2007, S. 38 - 39

Bayerische Jungforscher überzeugten die Juroren: GiB 07/2007, S. 19

Außerschulisches Lernen auf der KTB in Windischeschenbach: GiB 07/2007, S. 20 - 21


Erdkundeunterricht mit Schlüsselrolle für gymnasiale Bildung
Volker Huntemann über Defizite, Perspektiven und Chancen des Erdkundeunterrichts am Gymnasium ("Profil", Januar-Februar 2002)

BAYERN BEFINDET SICH WIEDER AUF DER ERFOLGSSPUR


3 Bundessiege bei Jugend forscht 2013 - Bundesfinale in Leverkusen

Bei der diesjährigen 48. Wettbewerbsrunde wurde wieder ein Rekord in der Teilnehmerzahl aufgestellt: 11.411 Jugendliche hatte sich angemeldet – so viele wie nie zuvor. Für das Bundesfinale hatten sich dann 189 talentierte Jungforscher und Jungforscherinnen mit insgesamt 108 Projekten qualifiziert. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka, betonte, dass dieser Wettbewerb Kreativität weckt und Freiräume zur Entfaltung schafft. „Jugend forscht leistet auf diese Weise einen gesellschaftlich wichtigen Beitrag zur individuellen Förderung junger Talente.“ Nicht nur bei der Anzahl der präsentierten Projekte (9) war Bayern der Spitzenreiter unter den Bundesländern, sondern mit 3 Bundessiegen war Bayern auch das erfolgreichste Bundesland.

Die prämierten Arbeiten
Ein Doppelsternsystem besteht aus zwei Sternen, die aneinander gebunden sind und sich um einen gemeinsamen Schwerpunkt bewegen. Den erst 15jährigen Adrian Bali (Gymnasium Vilshofen) interessierte es, ob Planeten stabil um ein solches System kreisen können. Mittels der sogenannten Methode der kleinen Schritte hat er Bahnkurven am Beispiel des Doppelsternsystems Kepler-47 berechnet. Dabei konnte er seine Vermutung bestätigen, dass sich einer der beiden Planeten des Systems (Kepler-47c) im Bereich der habitablen Zone bewegt, was ein Sternabstand ist, in dem Leben prinzipiell möglich ist. Bestärkt wird er dabei durch die Tatsache, dass Kepler-47c das System mit einer Entfernung umkreist, die etwa dem Abstand der Erde zur Sonne entspricht. Für seine Arbeit „Numerische Berechnung von Planetenbahnen in Doppelsternsystemen“ erhielt der Jungforscher den 5. Preis im Bereich Geo- und Raumwissenschaften.

Jakob Braun (Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg) wurde für seine Arbeit „Laurastro – die per Smartphone ferngesteuerte Bremse fürs Laufrad“ der 3. Preis im Bereich Arbeitswelt zuerkannt. Er hatte beobachtet, dass es für Eltern kaum möglich ist, die oft recht hohe Geschwindigkeit von den bei kleinen Kindern beliebten Laufrädern zu kontrollieren. Mit „Laurastro“ konzipierte der Jungforscher eine elektronische Bremse, die sich von den Eltern per Smartphone bedienen lässt. Dabei können sie zwischen zwei Steuerungsoptionen wählen: dosiertes Bremsen oder Vollbremsung. Sollte das Kind aus der Reichweite der Funkverbindung fahren, so wird es automatisch gestoppt. Auch eine Maximalgeschwindigkeit kann vorgegeben werden.

Ebenfalls einen 3. Preis erhielt Jonas Engelhard (Paul-Pfinzing-Gymnasium Hersbruck) im Fachbereich Technik für seine Arbeit „Effizienzsteigerung von Kläranlagen durch Sedimentationsmessung“. Einen Großteil des Stroms verbrauchen Kläranlagen, wenn das Abwasser mit Sauerstoff angereichert wird. Dieser Vorgang ist notwendig, damit Bakterien Schmutzstoffe chemisch zersetzen können. Bei bestimmten Wettersituationen und zu gewissen Tageszeiten ist allerdings bereits genügend Sauerstoff im Abwasser vorhanden. In diesem Fall kann auf das Einblasen von Luft verzichtet und somit Strom gespart werden. Dafür ist jedoch eine genaue messtechnische Erfassung des Bakterienverhaltens notwendig. Hierzu entwickelte der Jungforscher ein spezielles Messgerät auf Grund seiner umfangreichen Untersuchungen in der Kläranlage Hersbruck.


Die Bundessiege

Im Fachbereich Technik schafften Maximilian Reif (Justus-von-Liebig-Gymnasium Neusäß) und Michael Stark (Maria-Theresia-Gymnasium Augsburg) einen Bundessieg mit ihrer Arbeit „Safecopter – der Quadrokopter mit der virtuellen Knautschzone“, indem sie von Grund auf einen Quadrokopter (Luftfahrzeug mit vier in einer Ebene angeordneten Propellern) neu entworfen und gebaut haben. Sie entwickelten eine Software, die eigenständig vor Kollisionen und Pilotenfehlern schützt. Von Vorteil ist auch das geringe Gewicht des Fluggeräts und die Steifigkeit. Einsatzmöglichkeiten für das besonders sichere Luftfahrzeug ergeben sich in der Luftbildfotografie oder z.B. bei der Inspektion von Windkraft- und Solaranlagen. Die Jury war besonders beeindruckt von der der gelungenen methodischen Weiterentwicklung der Mechanik und den professionell ausgefeilten Steuer- und Regelungskonzepten.

Im Fachbereich Physik errang Korbinian Urban (Gabriel-von-Seidl-Gymnasium Bad Tölz) einen Bundessieg mit dem Preis der Bundeskanzlerin für die originellste Arbeit des Wettbewerbs. Mit seiner Arbeit „Kurzzeitfotografie mithilfe einer Flächenlichtschranke“ gelang es ihm, die Hochgeschwindigkeitsfotografie entscheidend weiterzuentwickeln. Für seine Aufnahmen benutzte er moderne Technologie: Ein schnell nach unten fallendes Objekt löst eine Flächenlichtschranke aus. Diese aktiviert nun ein Blitzlicht, wodurch der Chip einer Digitalkamera belichtet wird. Hierbei gelangen dem Jungforscher äußerst eindrucksvolle Aufnahmen von fallenden Wassertropfen und zerspringenden Glasplatten. Die Jury beeindruckte insbesondere der originelle Ansatz des Jungforschers mit der höchst innovativen flächigen Lichtschranke.

Den bayerischen Erfolg vervollständigte der erst 14jährige Lennart Kleinwort (Friedrich-Koenig-Gymnasium Würzburg) mit seiner Arbeit „FreeGeo – dynamische Geometrie optimiert für Tablet-PCs und Smartphones“. Er wurde ebenso Bundessieger und erhielt den Preis des Bundespräsidenten für die originellste Arbeit. Lennart schrieb eine Software, bei der sich die äußerst berührungsempfindlichen Bildschirme von Smartphones und Tablet-Computern zur komfortablen und intuitiven Darstellung und Veränderung von geometrischen Figuren nutzen lassen. Mit dem Programm des Jungforschers lassen sich Kreise bewegen, drehen oder vergrößern, indem man mit mehreren Fingern gleichzeitig über den Bildschirm streicht. Zudem lassen sich im Freihandmodus geometrische Objekte auf das Display malen, die der Rechner dann anschließend automatisch zu einer vorhandenen Figur hinzufügt. Die Jury betonte, dass die Arbeit gleichermaßen eine beeindruckende mathematische wie auch informatische Leistung darstellt.

Das neue Motto der Wettbewerbsrunde 2013/14 lautet „Verwirkliche deine Idee“. Anmeldungen hierzu (oder zu Schüler experimentieren) sind ab sofort möglich. Anmeldeschluss ist der 30. November 2013; die Einreichung der Arbeit muss dann Anfang Januar 2014 erfolgen. Nähere Informationen zum Wettbewerb und zur neuen Wettbewerbsrunde unter: Stiftung Jugend forscht e.V., Baumwall 5, 20459 Hamburg, Telefon 040/374709-0, Telefax 040/374709-99 oder unter www.jugend-forscht.de .

Volker Huntemann

Wie kann ich mit Jugend forscht in Kontakt kommen?

- Bei einer Reihe von Regionalwettbewerben gibt es in Bayern Betreuertreffen. Diese sind auch für alle interessierten Kolleginnen und Kollegen offen. Dort wird die Arbeit der Betreuer gewürdigt, sie erhalten Informationen und werden durch einen Erfahrungsaustausch weiter motiviert.
- Beim Landeswettbewerb findet eine RLFB-Veranstaltung zum jeweils aktuellen Wettbewerbsthema für aktive und potentielle Betreuer statt.
Jugend forscht Bayern baut derzeit die Informationsplattform www.jufo-campus.de auf. Dort werden Infos für Betreuer (z.B. Themen der angemeldeten Projekte, Präsentationen von Fortbildungen), Best Practice Beispiele (z.B. Gymnasium Marktbreit) und weitere Infos eingestellt. Die Seite befindet sich derzeit noch im Aufbau.
Weitere interessante Seiten:
www.2013.jugend-forscht-gayern.de/
www.sponstorpool-bayern.de

Faszination Naturwissenschaften

Ein „Konzertabend“ für naturwissenschaftliche Projekte am Paul-Pfinzing-Gymnasium Hersbruck
Es gibt Konzerte, Theaterabend, Lesungen oder Themenabende für verschiedene Länder – warum nicht auch einen naturwissenschaftlichen Abend? Am Jahresanfang fand eine entsprechende Veranstaltung bereits zum dritten Mal in Hersbruck statt. Projekte, Seminare und Arbeitsgemeinschaften aus dem naturwissenschaftlichen Bereich erhielten die Möglichkeit, sich und ihre Arbeiten einem größeren Publikum zu präsentieren. Der Abend besteht im Wesentlichen aus Vorträgen und bietet in einer längeren Pause interessierten Zuhörern Möglichkeiten für Gespräche mit den Jungforschern. Das Herzstück stellen dabei die Beiträge der Jugend forscht-Teilnehmer der Schule. Ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt der Veranstaltung besteht darin, Gleichgesinnte zu treffen, denn naturwissenschaftlich interessierte junge Menschen erfahren sich häufig als Einzelkämpfer. Ferner fördert die Veranstaltung die Kommunikationsfähigkeit. Der Besucherkreis wird von Jahr zu Jahr größer. Die Idee hat sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Fortsetzung folgt. Nachahmung an anderen Schulstandorten wird empfohlen.

BUNDESUMWELTWETTBEWERB 2013

Große Erfolge bayerischer Schülerinnen im Bereich des Umweltschutzes

Haupt- und Förderpreise beim
BundesUmweltWettbewerbs 2013 vergeben – Abschlussfeier auf Gut Herbigshagen (Duderstadt)

Der BundesUmWeltWettbewerb (BUW) ist ein jährlich durchgeführter, bundesweiter Projektwettbewerb für Jugendliche und junge Erwachsene. Ziel des BUW ist die Förderung junger Talente im Umweltbereich. Bei der 23. Wettbewerbsrunde wurden in diesem Jahr insgesamt fünf Hauptpreise für die besten Projektarbeiten vergeben; allein zwei davon gingen nach Bayern. Die Preisträger zeichnen sich durch ihren Einsatz für wichtige Umweltfragen unserer Zeit aus. Ihre Projekte wurden dem Wettbewerbsmotto „Vom Wissen zum nachhaltigen Handeln“ mehr als gerecht.

Im BUW I (Gruppe der 13- bis 16-Jährigen) erhielt Hanna Burggraf (Gymnasium Tutzing) einen Hauptpreis für ihre Forschungsarbeit „'Kräht der Gockel auf dem Mist, …' - Simulation einer intelligenten Heizsteuerung“. Die Schülerin nahm das hochaktuelle Thema der zukünftigen Energieversorgung durch erneuerbare Energien zum Anlass, um ein äußerst komplexes Steuer- und Regelungssystem für eine Heizungsanlage zu entwickeln. In ihrer gut durchdachten Arbeit werden zahlreiche Faktoren, die das Heizungsverhalten beeinflussen, mit berücksichtigt. Die für dieses Projekt notwendige Hardware für die Sensortechnik hat sie selbst entwickelt. Diese ist zudem mit einer Datenfernübertragung zum Einlesen der gesamten Messdaten ausgestattet. Bei einem Simulationslauf ermittelte die Schülerin in einem Langzeittest die Leistungsfähigkeit und konnte eine enorme Heizkostenersparnis auf ein bereits energieoptimiertes Haus prognostizieren. So werden z.B. Wetterprognosen von einem frei zugänglichen Portal in das Steuerungsprogramm eingelesen. Hanna Burggraf hat ein innovatives System entwickelt, das nachhaltigen Einzug in die breite Produktion erhalten könnte und ein großes globales Einsparpotenzial beinhaltet. Die Jury beeindruckte das hohe fachliche und sprachliche Niveau der Arbeit.

Das Flusstal der Ammer gehört aufgrund der landschaftlich schönen Lage zu einem bedeutenden Anziehungspunkt für Naturliebhaber und Naturschützer. Der relativ naturbelassene Fluss entspringt in den Ammergauer Alpen und durchfließt das oberbayerische Voralpenland. Jutta Bernauer hatte sich zum Ziel gesetzt, in einem Abschnitt des an ihrem Heimatort Peiting vorbeifließenden Flusses einen Naturlehrpfad zu planen und zu realisieren. Auf dem Lehrpfad befinden sich acht anspruchsvoll gestaltete Schautafeln, die geologische, geohydrologische, geschichtliche und landschaftsökologische Themenbereiche behandeln. Die Gestaltung der Schautafeln erfolgte mit Unterstützung eines Peintinger Künstlers sowie Schülerinnen und Schülern eines Kunst-Leistungskurses des Welfengymnasiums Schongau. Diese Einbeziehung künstlerischer Gestaltungselemente wurde von der Jury in der Laudatio besonders hervorgehoben. Die Umsetzung der Idee dieses Lehrpfads erfolgte in den Jahren 2009 und 2010; von Sommer 2012 bis Frühjahr 2013 schloss die Naturforscherin eine ausführliche Evaluationsphase an, in der die Projektergebnisse bewertet wurden. In ihrer Arbeit „'Ammerlauf' – ein Lehrpfad als Kunstobjekt“ stellt Jutta Bernauer die einzelnen Etappen von der Idee über die konkrete Umsetzung bis hin zu den Evaluationsergebnissen ausführlich und hervorragend nachvollziehbar dar. Ihr wurde deshalb ein Hauptpreis beim BUW II (17- bis 21-Jährige) zuerkannt.

Neben den fünf Hauptpreisen wurden auf Gut Herbigshagen auch eine Reihe von Sonderpreisen (Wettbewerbsarbeiten zu ausgewählten Themen) sowie Förderpreise (Wettbewerbsarbeiten, die das Potenzial haben, durch eine Fortführung hervorragende Ergebnisse zu erzielen) vergeben. In der letztgenannten Kategorie wurden weitere bayerische Arbeiten ausgezeichnet. Es handelt sich dabei um zwei Beiträge aus dem BUW I: „Die übersehene Klimagefahr - Methan aus Rasenflächen“ von Antonia Hartmann und Felicitas Kaplar (Hans-Seidel-Gymnasium Hösbach) sowie „Strom aus Fenstern – ein Beitrag zur Energiewende“ von Valerie Seitz (Max-Josef-Stift Gymnasium München).

Teilnehmen am BundesUmweltWettbewerb können Schülerinnen und Schüler aller allgemein- und berufsbildenden Schulen, Jugendgruppen, junge Studierende sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Freiwilligendiensten wie dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) und dem Bundesfreiwilligendienst (BFD). Der Wettbewerb wird organisiert vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) an der Universität Kiel. Der Träger des Wettbewerbs ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Wettbewerbsrunde 2013/14 hat bereits begonnen. Der Einsendeschluss für die frei wählbaren Themen ist der 15. März 2014; die Anmeldung sollte sobald wie möglich erfolgen. Projektbeispiele, Anmeldung und Leitfaden des Wettbewerbs mit detaillierten Informationen sind erhältlich unter www.bundesumweltwettbewerb.de oder beim Landesbeauftragten für den BUW, StD Volker Huntemann, unter volker.huntemann@gmx.de .

Volker Huntemann