Fachgruppe Evangelische Religionslehre


BILDUNGSAUFTRAG DES FACHES EVANGELISCHE RELIGIONSLEHRE

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Ein Fach wie alle anderen und doch ein Fach eigener Art
Das Fach Evangelische Religionslehre ist ein Pflichtfach (schon der Grundschule und dann auch) des Gymnasiums und unterliegt insofern mit allen anderen Fächern den gleichen Bedingungen des gymnasialen Unterrichts. Trotzdem kommt ihm – ohne daraus Sonderkonditionen ableiten zu wollen - in gewisser Weise eine besondere Stellung im Fächerkanon zu:
Für die Inhalte des Religionsunterrichts sind die verfassten Kirchen zuständig.
Es werden nicht nur Fragen nach dem Sinn des Lebens und der Welt erörtert, sondern auch Antworten gegeben.

Sonderstellung als Freiheit und Verpflichtung
Der Religionsunterricht ermöglicht die Freiheit, Grundfragen des Menschseins ausdrücklich und ausführlich zu thematisieren, ohne gleich nach sofortiger Verwert-barkeit fragen zu müssen. Er ist dazu verpflichtet, die Bedeutung dieser Grundfragen für jene Wirklichkeit zu erschließen, mit der sich die Schülerinnen und Schüler in der Vielfalt der Einzelfächer befassen.

Unverzichtbarer und nicht ersetzbarer Beitrag zum Bildungsauftrag des Gymnasiums
Das Fach Evangelische Religionslehre dient den jungen Menschen am Gymnasium, indem es zur Allgemeinbildung beiträgt. Es macht mit der biblischen und historischen Tradition des christlichen Glaubens, mit seiner Glaubenslehre und Ethik vertraut und vermittelt Einsichten in andere Religionen und Weltanschauungen. Vor allem besteht sein Dienst darin, dass es Lebens- und Weltorientierung ermöglicht und zu freier Entscheidung befähigt. Darin ist sein wesentlicher Beitrag zum Bildungsauftrag des Gymnasiums zu sehen. Es kann in dieser Hinsicht nicht durch andere Fächer ersetzt werden.
Um seinen Aufgaben gerecht zu werden, braucht der Religionsunterricht dialogfähige Lerngruppen und ein Klima des Vertrauens. Diese Bedingungen dürfen weder aus finanziellen noch aus schulorganisatorischen Gründen gefährdet werden.

Enge Beziehungen zwischen Religionsunterricht und Ethik
Das aus Inhalt und Auftrag sich ergebende eigene Profil des Faches darf nicht zu seiner Isolierung führen. Es weiß sich dem Ethikunterricht und dem Religionsunterricht anderer konfessioneller Prägung eng verbunden, weil es mit ihnen manche Ziele und Probleme teilt. Eine möglichst enge und solidarische Zusammenarbeit von Ethik und Religion ist deshalb zu wünschen, die die Eigenständigkeit der Fächer nicht in Frage stellen muss. Ähnliches gilt für das Verhältnis zum Religionsunterricht anderer Religionen. Die Fachgruppe Evangelische Religionslehre tritt entschieden dafür ein, nach Bedarf an den Schulen auch für islamische Schülerinnen und Schüler einen von ihrer Glaubensgemeinschaft verantworteten Unterricht einzurichten, der sich dann in gleicher Weise an den Bedingungen des Lehrens und Lernens am Gymnasium zu orientieren hat. Den Religionsunterricht anderer Glaubensgemeinschaften sehen wir als eine notwendige Herausforderung an die evangelischen Jugendlichen, andere Religionen oder Weltanschauungen respektieren zu lernen, sich des eigenen Glaubens neu bewusst zu werden und sich mit der Wahrheitsfrage auseinander zu setzen.

Die Verbundenheit mit allen Fächern
Der Religionsunterricht am Gymnasium ist über diese besonderen Beziehungen hinaus auf die Kooperation mit allen anderen Fächern angewiesen. Die Schülerinnen und Schüler haben es in ihnen mit derselben geschichtlichen und sozialen Welt, mit derselben Natur, mit denselben Menschen zu tun, die in der Religionslehre aus deren spezifischer Perspektive beim Verständnis der Wirklichkeit und beim Umgang mit ihr betrachtet werden. Weil das Verstehen der Wirklichkeit auf eine Vielzahl von Zugängen zu ihr angewiesen ist, ist die Religionslehre auf fächerverbindende und fachübergreifende Zusammenarbeit aus. Diese wird durchgängig als ein Geben und Nehmen verstanden. Nicht nur der Religionsunterricht braucht die Einsichten anderer Fächer wie Geschichte, Deutsch, Naturwissenschaften usw.; ebenso sind andere Fächer auf ihn angewiesen, etwa wenn es um die Bedeutung religiöser Überzeugungen in geschichtlichen Situationen geht, um die Entschlüsselung biblischer Darstellungen oder Anspielungen in Literatur, Kunst oder Musik, oder um die ethischen Probleme naturwissenschaftlich-technischer Möglichkeiten. Das Konzept gymnasialer Bildung, an dem erklärtermaßen die große Zahl unterschiedlicher Fächer beteiligt ist, kommt erst dann vollends zum Tragen, wenn in Arbeitsteilung und Zusammenarbeit die Schülerinnen und Schüler etwas davon wahrnehmen, dass und wie sich die Lebenswirklichkeit in ihrer Vielfalt erschließt und verantwortlichem Handeln zugänglich wird. Das ureigene Interesse des Religionsunterrichts, Glaube und erlebte Wirklichkeit ineinander zu verschränken, bedingt die Vernetzung mit den anderen Fächern. Diese verlangt von allen Beteiligten die Bereitschaft zu wechselseitiger Abstimmung und zur fächerverbindenden Kooperation.
Die Bildung von (Religions-)Lerngruppen aus verschiedenen Klassen erschwert die Verwirklichung dieser Forderung ganz entscheidend.

Schülerinnen und Schüler im Leben und im Glauben begleiten
Aus unserem Verständnis von den Aufgaben des Faches ergibt sich neben der Vernetzung mit den anderen Fächern der Auftrag der Integration in das gesamte Schulleben. Religionslehrerinnen und –lehrer geben ihm wichtige Impulse durch Gottesdienste und Andachten, durch Besinnungstage und die Beteiligung an Schulfesten und –feiern. Auch wenn die Zuwendung zu jungen Menschen und ihre Förderung in ihrer jeweils individuellen Situation nicht den Vertretern bestimmter Fächer vorbehalten sein kann und darf, vielmehr zum gemeinsam wahrzunehmenden Erziehungsauftrag gehört, kann nicht übersehen werden, dass Religionslehrkräfte hier in besonderer Weise gefordert sind und als Seelsorger einen spezifischen Beitrag erbringen.

Religionslehre als konfessionsorientierter Unterricht
Aus seiner Funktion als Traditions- und Lebensorientierung verbietet sich eine Definition des Religionsunterrichts als Religionskunde. Er hat nicht nur über Vergangenheit und Gegenwart des Christentums zu informieren, sondern auch die Verbindlichkeit des biblisch-reformatorischen Wahrheitsanspruchs, den Zuspruch und den Anspruch des Wortes Gottes, geltend zu machen und die Möglichkeit dazu anzubieten, dass sich Lehrkräfte und Schüler gemeinsam damit auseinandersetzen. Religionsunterricht ist deshalb dem Wesen nach konfessioneller Unterricht. Drei Dimensionen sind hierfür maßgeblich: Die konfessionelle Haltung, d.h. die persönliche Stellungnahme der am Unterricht Beteiligten, zum zweiten die Prägung durch die Konfessionsgemeinschaft, die das Fach zur 'Sprachschule' einer konkreten Konfessionskirche macht, schließlich die (konfessionelle) Repräsentanz der einen Christenheit, in der das Fach eine Stimme der Ökumene zur Geltung bringt. Die so beschriebenen Intentionen verlangen einen eigenständigen evangelischen Unterricht, in dem die jeweiligen Überzeugungen offen vertreten werden. Er pflegt die Beziehungen zur Gemeinde, befasst sich mit den Glaubensformen der anderen christlichen Konfessionsgemeinschaften sowie anderer Religionen und Weltanschauungen und ist immer wieder um eine Kooperation mit ihnen bemüht. Er besitzt damit eine unverwechselbare Eigenart gegenüber seinen Ersatz- und Parallelfächern, v. a. gegenüber einem Fach 'Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde' (LER).

Horst Gloßner

GEMEINSAME KLAUSURTAGUNG

Edmund Speiseder (Landesvorsitzender Katholische Religionslehre), Prof. Dr. Johanna Haberer in der Mitte, daneben Vera Utzschneider Landesvorsitzende Ev. Religionslehre, und die Mitglieder der beiden Fachgruppen vor dem evangelischen Tagungshaus Wildbad-Rothenburg; für den KRGB nahm Ulrike Murr (5. von rechts) teil.

Klausurtagung der Fachgruppen Katholische und Evangelische Religionslehre in Rothenburg-Wildbad

„Chancen und Versuchungen der Mediengesellschaft!
Eine Ethik der Aufmerksamkeit gefordert!“

Die Fachgruppen Katholische und Evangelische Religionslehre setzten bei ihrer diesjährigen Klausurtagung den Schwerpunkt auf dem Thema ‚Medienethik in einer pluralen Gesellschaft’. Den beiden Landesfachgruppenvorsitzenden Edmund Speiseder und Vera Utzschneider war es wichtig, mit dieser Klausurtagung ein Zeichen der gemeinsamen Verantwortung für die Medienerziehung der anvertrauten Jugendlichen zu setzen.

Dazu referierte vor den Mitgliedern der Fachgruppen in Erlangen die Vizepräsidentin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Inhaberin des Lehrstuhls für Christliche Publizistik Frau Prof. Johanna Haberer. Und die beiden Fachgruppen waren hoch erfreut über die mitreißende Kompetenz, die Frau Prof. Haberer an jenem sonnenverwöhnten Wochenende in der evangelischen Bildungsstätte Wildbad-Rothenburg zeigte.

Zunächst beschrieb die Professorin jene Tendenzen, die aus den USA im Bereich der Medien unsere Alltagswelt beeinflussen und verändern: Dort steigt der Nachrichtenkonsum über das Internet, während gleichzeitig Zeitungen und Zeitschriften an Akzeptanz und damit ihre Nutzer verlieren.

Der Anteil derjenigen Befragten, die mindestens dreimal pro Woche Nachrichten aus dem Internet beziehen, ist erstmals höher als der Anteil derjenigen, die dreimal pro Woche zur Zeitung greifen. Mit anderen Worten: Das Internet lässt die Zeitung als Informationsmedium hinter sich. „Eine radikale Öffentlichkeit, die Publizität einer Gesellschaft ist das Kernstück eines demokratischen Friedens!“, formulierte bereits Immanuel Kant und mit Blick auf die Revolten in Nordafrika, dem Nahen Osten, aber auch auf Wikileaks werde deutlich, so die Referentin, dass angesichts der Macht der Medien dieser Aussage ein ganz neue Bedeutung zuwachse.

Was ist Medienethik?

„Medienethik reproduziert nicht nur den konventionellen Verhaltenskodex, sondern reflektiert die Konventionen auf ihre Geltung und Begründbarkeit“, erklärte Prof. Dr. Haberer und ergänzte, dass dies heiße, auch das moralische Handeln der Medienmacher und Rezipienten zu reflektieren. Grundsätzlich sei zu unterscheiden, so die Medienexpertin, was Recht, was Moral und Ethos sei. Denn das Recht schreibt die Normen fest und damit die Grenze für Übertretungen. Nach Jürgen Habermas beschreibe das Recht den kleinsten gemeinsamen Nenner. Die Moral hingegen fragt:„Was ist gerecht?“, „Was muss für alle gelten?“ und das Ethos stellt die Frage danach, was gut sei und was die gemeinsamen Wertmaßstäbe einer Kultur seien.

Prof. Dr. Johanna Haberer bei Ihrem Vortrag vor den Fachgruppen Religionslehre

Die Bibel – Beispiel für Multiperspektivität

Anschließend ging Frau Prof. Dr. Haberer auf die Botschaft der Bibel ein, die von Anfang an auf Medien angewiesen gewesen sei. Das Christentum sei ja eine missionarische Religion und bedürfe der Verkündigung. spielen, richtig eingesetzt, die Medien eine wichtige Rolle. Mit Martin Luther sei eine neue Dimension dadurch erreicht worden, dass durch das gedruckte Buch als neues Medium der damaligen Zeit die Botschaft des Evangeliums breitere Leser- und Hörerkreise erreichen konnte.

Für Prof. Dr. Johanna Haberer ist die Bibel als Art Mustererkennung publizistischer Denkgestalten zu sehen. So steht die Frage: „Wie erreicht Gott die Aufmerksamkeit der Menschen?“ im Mittelpunkt. Und so dürfe und solle die Theologie erkennen, dass sie seit den ersten Predigten der Apostel medial gewirkt habe. Und weil es auch vier verschiedene Evangelien gebe, so die Professorin, könne man bereits die Bibel als Beispiel für eine Multiperspektivität ansehen. Und die Theologie, so versteht es Johanna Haberer, befasst sich mit der Wirkung der Medien auf das Heil und die Heilung von Menschen.

„Von einer Ethik der Öffentlichkeit“, so Prof. Haberer, spricht Christoph Türcke. Er bezeichnet unsere Mediengesellschaft als eine Gesellschaft, die an einem ADHS-Syndrom leidet. „Was keine Beachtung hat, existiere nicht! – Wer nicht öffentlich vorkomme, habe kein Gesicht“ Und so ist die Frage zu stellen, was passiert mit einer Kultur, die ihre Träume medial nach außen verlagert? Protestantische Medienethik, so resümiert Prof. Johanna Haberer, sei als eine Ethik der Aufmerksamkeit zu begreifen.
Die Wahrnehmung Gottes sei als synästhetisches Ereignis zu begreifen, die Medien seien dazu jene Instrumente, die das „Sehen“, „Hören“, „Erinnern“, „Wahrnehmen“ Gottes aktualisieren.

Edmund Speiseder


KLAUSURTAGUNG DER FACHGRUPPEN:

EVANGELISCHE UND KATHOLISCHE RELIGIONSLEHRE IN NEUENDETTELSAU

Die Klausurtagung der Fachgruppen evangelische und katholische Religionslehre fand vom 11. Juli bis 12. Juli 2014 in Neuendettelsau statt. Eingeladen dazu hatten Vera Utzschneider, Landesfachgruppenvorsitzende für evangelische Religion und Claudia Maria Dirmeier, Landesfachgrupenvorsitzende für katholische Religion. Folgende Themen behandelten und diskutierten die Bezirksfachgruppenleiter: Herausforderungen und Fragen im Schulalltag, Erfahrungen mit Seminaren und Fragen zur Ökumene. Über neueste Entwicklungen am bayerischen Gymnasium referierte Herr StD Michael Schwägerl, stellvertretender Vorsitzender des bpv, Mitglied des HPR. In kompeteten Fachdiskussionen wurde auf die große Herausforderung, die der katholische und evangelische Religionsunterricht an Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler stellt, eingegangen.


Eine Bereicherung für alle Teilnehmer stellten die Besichtigung der verschiedenen Einrichtungen der Diakonie und des Missionswerks Neuendettelsau dar. Mit diesen gewonnenen Erkenntnissen endete die ökumenische Klausurtagung der beiden Fachgruppen.

Claudia Maria Dirmeier, Vera Utzschneider

BUCHBESPRECHUNG

Thomas Gottfried, Abitur-Training Religion Katholische Religion - Band 1 und 2, Stark Verlagsgesellschaft, Freising 2013, je 14,95 €

1. Formale Kriterien
Durch Gestaltung der Schrift in verschiedenen Farben: Abitur-Training Religion, Ausgabe Bayern sowie mit je einem Bild pro Band auf dem Cover-Band 1:Taize, Band 2:Weltjgugendtag in Rio de Janeiro- werden gezielt Abiturientinnen und Abiturienten angesprochen; dieser positiv gewonnene Eindruck wird durch ein sehr übersichtliches Inhaltsverzeichnis und Seitenlayout verstärkt.

2. Quantität
Die komplett überarbeitete Ausgabe von 2013 bietet eine Fülle an neuem Wissen, das im ersten Band auf 228 Seiten und im zweiten Band auf 222 Seiten darstellt wird. Auch sind die Informationen zu den entsprechenden Themen auf den jeweiligen Seiten der beiden Bände prägnant ausgeführt. Jedes Kapitel wird mit einem dazu passenden Bild eingeleitet, wobei sich auch im fortlaufenden Text immer wieder Bilder finden, um die gesamte Thematik besser zu veranschaulichen.

3. Qualität
Der Autor Thomas Gottfried hat mit den Bänden Abitur -Training Religion, katholische Religion 1 und katholische Religion 2 ein Lehr- und Übungsbuch für Schülerinnen und Schüler geschaffen, das sie hervorragend auf das Abitur vorbereitet. Es werden sämtliche Themenbereiche der 11. Jahrgangsstufe: "Religion in einer offenen Gesellschaft“, „ Wege zu Gott/Gotteserfahrungen“, „Klassiker der Religionskritik“ und „das christliche Menschenbild"(Inhaltsverzeichnis) sowie der 12. Jahrgangsstufe :"Ethik aus christlicher Sicht“, „ethische Kompetenz“, „Gestaltungsauftrag für die Gegenwart“ sowie „das christliche Credo" (Inhaltsverzeichnis) besprochen.

Darstellung Band 1 und Band 2

Zu den einzelnen Kapiteln werden in einem Info-Kästchen zentrale Begriffe hervorgehoben und gemäß der Altersstufe der Schülerinnen und Schüler entsprechend erklärt. Anschließend wird in einem farbigen Kästchen speziell darauf hingewiesen, was die Abiturientinnen und Abiturienten inhaltlich in diesem Kapitel erwartet. Die einzelnen Kapitel sind aufschlussreich gegliedert. Dazwischen werden Informationen eingeschoben und wichtige Gedankengänge zusammengefasst. So wird zum Beispiel im Band 1 das Kapitel "Der Mensch im Horizont des Gottesglaubens: Christliches Menschenbild" dem Schüler kompetent und fachgerecht vermittelt. Es werden hier die einzelnen anthropologischen Grundaspekte wie etwa "Liebe und Aggressivität, Glück und Unglück, Emotionalität und Rationalität, Kreativität und Muße", um nur einige relevante Beispiele zu nennen, erläutert. Ein weiteres Kapitel zu dieser Thematik befasst sich mit modernen und aktuellen Menschenbildern und Sinnentwürfen, wobei auch Naturwissenschaft und Anthropologie vor große Herausforderungen gestellt werden. Die Sprache der beiden Bände ist wissenschaftlich fundiert und dennoch gut für Schülerinnen und Schüler verstehbar.

Im Band 2 werden vor allem zukunftsorientierte Aspekte vermittelt. Dabei geht es um den Gestaltungsauftrag der Gegenwart, christliche Zukunftshoffnung, Zukunftsvisionen und deren spätere Verwirklichung für junge Menschen. Gerade dieser Band ist sehr ansprechend und motivierend für junge Erwachsene geschrieben. Ins Zentrum wird die Botschaft vom Reich Gottes gerückt. Im Alten Testament wird die Position JHWHs sowohl als eines transzendentes Gottes als auch als eines Partners mit seinem Volk herausgehoben. Im Neuen Testament ist es Jesus Christus, der Erlöser, der alle Menschen miteinbezieht und sie durch seine Auferstehung an der Realisation des Reiches Gottes teilnehmen lässt. Das Credo gibt dazu nochmals eine Zusammenfasssung der Glaubensinhalte.

Gerade im Hinblick auf das anstehende Abitur sind die beiden Bände für die Schülerinnen und Schüler zur Vorbereitung dafür äußerst empfehlenswert. Thomas Gottfried hat diese Bücher wissenschaftlich und kompetent geschrieben. Gerade junge Menschen sind motiviert, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen und dazu auch fürs Leben zu lernen.

Claudia Maria Dirmeier

Stellungnahme des bpv zum Fach Evangelische Religionslehre im neuen LehrplanPLUS, formuliert auf auf der Grundlage von Beiträgen der Fachgruppensprecher der Regierungsbezirke für das Fach Evangelische Religionslehre