Nachqualifikation im Fach Ethik

NOTWENDIGKEIT UND MÖGLICHKEITEN

Grundlage: Referat Frau OStR Friederike Rappels vom Referat VI.2 des KM bei der Sitzung der Fachgruppe Ethik in München am 3.6.2011

Keine Notwendigkeit zur Nachqualifikation für Kollegen mit Oberstufenerfahrung:

Nach Frau Rappels Aussagen besteht zunächst keine Notwendigkeit zur Nachqualifikation für Lehrer, die bereits Ethik in der Kollegstufe oder der Qualifikationsphase erteilt haben, da diese von der Regelung „in der Oberstufe kann nicht fachfremd erteilt werden“ im diesbezüglichen KMS VI.2 – 5S4402.4-6.118104 vom November 2009 nicht betroffen seien. Zu ergänzen ist wohl, dass man seinen Schulleiter darauf womöglich unter Berufung auf das KM und eventuelle Nachfragen hinweisen muss. Zwar weist dasselbe KMS darauf hin, solche Lehrkräfte seien „gehalten, in diesem Fach fortzubilden“, es verpflichtet aber nicht zu einer bestimmten Art der Fortbildung, also insbesondere nicht zur Nachqualifikation. Auch zum Neueinstieg in die Oberstufe genüge bereits ein einzelnes Modul der Dillinger Fortbildungssequenz oder ein entsprechendes Vertiefungsseminar aus dem Angebot der LMU.

Arten der Nachqualifikation:

Selbst die Nachqualifikation erscheint jedoch als machbare Hürde, da die zwei bisherigen Möglichkeiten dazu bis auf weiteres beide fortgeführt werden und auch in ihrer Wertigkeit nahezu gleich hoch angesetzt sind:

a) Die insgesamt dreiwöchige (dreimal eine Woche) Lehrgangssequenz „Ethik in der Oberstufe“ an der Akademie für Lehrerbildung in Dillingen berechtigt
- zum Unterricht in der Oberstufe;
- zur Übernahme der Fachbetreuung im Fach Ethik und
- zum Anbieten von P-Seminaren im Fach Ethik.

b) Das nachträgliche Ablegen des Ersten Staatsexamens (Erwerb der Fakultas) im Fach Ethik berechtigt
- zum Unterricht in der Oberstufe;
- zur Übernahme der Fachbetreuung im Fach Ethik;
- zum Anbieten von P-Seminaren im Fach Ethik und
- zum Anbieten von W-Seminaren im Fach Ethik.

Angesichts des fortdauernden Bedarfs nach Ethiklehrkräften an vielen Schulen wird also die Behandlung derjenigen Kolleginnen und Kollegen, die sich das Fach ohne entsprechendes Examen angeeignet haben, maßvoll und unter Beachtung des Bestandsschutzes gehandhabt bei machbaren Angeboten zur Nachqualifikation. Verschlechtern könnte sich diese Situation laut Frau Rappel am ehesten durch Veränderungen in der dünnen Personaldecke derjenigen, die solche Seminare anbieten können.Die Zahl der mit voller Fakultas neu eingestellten Kolleginnen und Kollegen ist indes gering, da diese allein nach Bedarf und Einstellungsschnitt (wenn auch unter Berücksichtigung von Erweiterungsexamen und Bonus) in ihren Hauptfächern eingestellt werden, wobei sich der Bedarf sehr unterschiedlich gestaltet.

Dagegen besteht weiter an vielen Schulen relativ großer Bedarf nach Ethiklehrkräften.

Weitere Informationen

Bezüglich des sich ankündigenden neuen Lehrplans informiert die Referentin, dass dieser von der Grundschule über alle Schularten durchkomponiert sein solle, sodass auch bei Schulartwechseln ohne Überschneidungen auf solide Grundlagen gebaut werden kann. Deshalb fange die Arbeit am neuen Lehrplan im September 2011 bei den Grundschulen an, das Gymnasium solle ab September 2012 den Weg in Richtung Kompetenzorientierung für Haupt-, Mittel- und Realschule vorgeben. Dabei sollten Projekte und Kompetenzorientierung noch fester verankert werden als bisher, die Lehrpläne sollten aber keinesfalls inhaltsleer werden. Für das Fach Ethik erwartet Frau Rappel dabei allenfalls „geringe Schwierigkeiten“ und Umstellungen.

ml