Bezirk Oberfranken

Bezirksversammlung in Großheirath

Bezirksversammlung des bpv-Oberfranken in Großheirath

Aufbruchstimmung: Das neue neunjährige Gymnasium?

Am ersten Frühlingswochenende fand die zweitägige Bezirksversammlung des bpv-Oberfranken in Großheirath statt. Der Sonnenschein harmonierte mit der Stimmung unter den Teilnehmern, die der Bezirksvorsitzende begrüßen konnte. Neben den Delegierten, Obleuten, Fachgruppenleitern und Referenten hieß er besonders den MB für die Gymnasien in Oberfranken Dr. Edmund Neubauer, unsere Ehrenmitglieder Dr. Ernst Walter, Georg Kosuch, Alfons Neudecker und den Seniorenvertreter Hubert Wicklein sowie dessen Vorgänger Norbert Meißner herzlich willkommen. Nach einem kurzen Rückblick auf die HVS in Bamberg und seine Tätigkeit in den letzten Monaten erläuterte der Bezirksvorsitzende kurz die Modalitäten zu den verbandsinternen Wahlen, die in der Woche vom 27. bis 31. März 2017 durchgeführt werden. Besonders erfreut zeigte er sich, dass unter den Mitgliedern für jede verbandsinterne Funktion im Bezirk mindestens ein Kandidat gefunden werden konnte. Für die Wahl der Seniorenvertretung ergeht demnächst eine schriftliche Einladung.

Aufbruchstimmung?

Der Verbandsvorsitzende Michael Schwägerl betonte, dass er die Einladung zur Bezirksversammlung gerne angenommen habe. Zuerst ging er auf das KMS zur Verschiebung der Notenbekanntgabe im Rahmen der Abiturprüfung ein. Deutlich wurde, dass eine nochmalige Änderung für diesen Abiturtermin nicht zu erwarten sei. Dem offenen Brief des Verbandes sei dessen Position zu entnehmen. Die politische Entscheidung in der KMK für länderübergreifende Aufgaben, die einheitliche Standards in den Prüfungen sichern sollen, führe dazu, dass die Abiturtermine nur in einem begrenzten Zeitfenster festzulegen sind, was zu den entsprechenden Korrekturfristen führe.
Bei der Diskussion um die gymnasiale Schulzeit habe sich viel bewegt. Die gesamte Schulfamilie habe sich inzwischen für eine neunjährige Variante ausgesprochen. In einer gemeinsamen Presseerklärung der Landes-Eltern-Vereinigung, der Bayerischen Direktorenvereinigung, des bpv und des Landesschülerrates vom 8. März fordern die Institutionen ein Ende des Zögerns und mahnen eine Grundsatzentscheidung für ein qualitätsvolles Gymnasium an. Detailfragen solle man im nächsten Schritt zeitnah klären. Für die Pilotschulen fordere die LEV eine Entscheidung, die Mittelstufe Plus weiterhin zu ermöglichen, „um den Übergang an diesen Schulen sinnvoll zu gestalten“. Der Landesschülerrat möchte nach der Grundsatzentscheidung für neun Jahre Gymnasialschulzeit eine Veränderung in der Oberstufe, die eine verstärkte Vertiefung und individuelle Profilbildung erlaube.
Über die Dauer der gymnasialen Schulzeit werde wahrscheinlich im Rahmen des „großen Bildungspaketes“, das alle Schularten einbeziehe, noch vor den Osterferien entschieden werden. Somit leben wir momentan in einer spannenden Zeit.

Hochschule, Lehrerbildung und Studierendenvertretung

Michael Demel, Referatsleiter VI, informierte über die Zielsetzung seines Referats, über die Kontakte zu Hochschulen, Hochschul- bzw. Hochschullehrerverbänden, die Planung, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen an den Universitäten sowie die Betreuung der Studierendenvertretung. In Zusammenarbeit mit dem Referat IV werden Informationsschriften und Faltblätter entwickelt.
Möglichkeiten, wie die Studierenden mit Ziel Gymnasiallehramt einen Masterabschluss erlangen können, werden intensiv diskutiert. An einer schulartbezogenen Lehrerbildung werde festgehalten, ebenso am zweijährigen Referendariat und an Fortbildungsangeboten für Kolleginnen und Kollegen.

Anregungen zur Mitgliederwerbung von den Teilnehmern der Bezirksversammlung nahm Herr Demel gerne auf.

Ehrungen und Verabschiedungen

Im Rahmen der Klausurtagung ehrte der Bezirksvorsitzende StD a.D . Walter Gerner sowie StD a.D. Norbert Moschall, langjähriger Delegierter, jeweils für ihre 40-jährige Mitgliedschaft.
Für StD a.D. Arno Liebhaber und StD Richard Scheder, beide über viele Jahre Delegierte für Bamberg bzw. Hof, endet mit Ablauf des Schuljahres ihre aktive Verbandsarbeit; ihnen dankte der Bezirksvorsitzende für ihr Engagement, das sie für den Verband über viele Jahre hinweg aufgebracht haben. Außerdem erhielt StD Thomas Schweida eine Urkunde und Ehrennadel in Gold für 25-jährige Mitgliedschaft und seinen Einsatz für den Verband.

Bildungsbeirat (BB) – Bildungspolitik – Wolfram Janke referiert

Der Bildungsbeirat, dem die Landesfachgruppenvorsitzenden, die die Fächervielfalt im Gymnasium als zentrales Merkmal widerspiegeln, die Sachverständigen aus den Bereichen Schulpsychologie, Beratung, Referendare und Jungphilologen, Hochschuldidaktik, Seminarlehrkräfte sowie Berufliche Oberschulen und der Referatsleiter für Bildungs- und Schulpolitik Wolfram Janke angehören, prüft und diskutiert alle wichtigen bildungs- und schulpolitischen Fragen. Das Expertengremium verfasse nach eingehender Beratung u. A. Stellungnahmen zu Lehrplänen, Schulordnungs- oder Gesetzesänderungen. Dass in Bayern ein Kompetenzbegriff verankert wurde, der an Wissen anknüpft , sei das Verdienst des BB und des bpv.

Diskussion um das Gymnasium

Der Bezirksvorsitzende zeigte sich sehr erfreut, dass MdL Michael Hofmann, Mitglied im Ausschuss und im Arbeitskreis der CSU-Fraktion für Bildung und Kultus, aus dem Stimmkreis Forchheim, der kurzfristigen Einladung zur Teilnahme an der Tagung in Großheirath gefolgt sei. Herr Hofmann berichtete von einer intensiven Diskussion innerhalb der Fraktion zur Bildungspolitik, die ein klares Votum für den Erhalt des mehrgliedrigen Schulsystems und eines qualitätsvollen Gymnasiums ergeben habe. Für das Gymnasium sei eine generelle neunjährige Schulzeit denkbar, wobei jedoch eine „Überholspur“ für Schülerinnen und Schüler, die in acht Jahren zum Abitur gelangen wollen, „eingebaut“ sein müsse. Grundsätzlich fordern die Politiker eine intensivere politische Bildung und eine Stärkung der Informatik, wobei die Umsetzung noch nicht geklärt sei, es müsse nicht unbedingt in eigene Fächern münden. Das Bewusstsein, dass verschiedene Schul- und Berufsabschlüsse wertvoll seien, muss gestärkt werden. Auch müsse die Durchlässigkeit zwischen den Schularten erhalten bzw. ausgebaut werden.
Im Anschluss diskutierte MdL Hofmann sehr offen und kontrovers mit den Versammlungsteilnehmern, was diese positiv mit ihrem Schlussapplaus goutierten.
Eine informative und von konstruktiven Gesprächen geprägte Bezirksversammlung endet mit dem Eindruck, dass der Aufbruch gelingen könne.

Ulrike Drescher

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Bamberger Mitgliederversammlung 2017

Unser Gymnasium im Aufbruch?

Zur alljährlichen Mitgliederversammlung des bpv-Oberfranken am 22. Februar 2017 in Bamberg konnten der Bezirksvorsitzende und die Delegierten wieder viele Mitglieder im Gasthaus Wilde Rose begrüßen, insb. das Ehrenmitglied OStD a.D. Alfons Neudecker und den seit 65 Jahren dem Verband treuen StD a.D. Theo Gulden.

Kurzbericht des Bezirksvorsitzenden

Die Hauptversammlung, die im November 2016 in Bamberg stattgefunden hatte, sei ohne große Pannen und harmonisch abgelaufen und von der überwiegenden Zahl der Teilnehmer für die Lokalität, die kurzen Wege und das abwechslungsreiche Programm gelobt worden. Das Anliegen, ein qualitätsvolles Gymnasium für Bayern zu erreichen, habe der Verband weiter verfolgt. Nachdem sich immer mehr Gremien für eine Änderung der gymnasialen Schulzeit aussprechen, sei die nächste Zeit sehr spannend. Die Übertragung des Tarifabschlusses 2017 auf die Bayerischen Beamten werde nach Meldung des BBB erfolgen.


Unser Gymnasium im Aufbruch?

Der Vorsitzende Michael Schwägerl, der vor 25 Jahren in Bamberg in die Referendarvertretung gewählt worden sei, freute sich, in dieser Stadt seine erste Mitgliederversammlung in seiner neuen Funktion gestalten zu dürfen.

In der Debatte um die gymnasiale Schulzeit habe sich mittlerweile auch der Landeschülerrat für die neunjährige Variante ausgesprochen. Damit sei sich die ganze Schulfamilie in den Kernpositionen des bpv weitgehend einig. Gute Argumente, die standhaft vertreten werden, scheinen zu fruchten. Entscheidend sei jedoch nicht, wessen Argumente überzeugen, sondern wie das Ergebnis aussehe. Ein neues Gymnasium - sofern sich die Politik dafür entscheiden würde - müsse pädagogisch sinnvoll gestaltet werden. Der bpv hoffe nun auf eine klare Entscheidung in naher Zukunft.


Blick in die Zukunft

Neben der gymnasialen Lernzeit befasste sich der Vorsitzende auch mit der Frage, wie eine Weiterentwicklung des Verbandes aussehe könne. Angesichts einer sich ändernden Mitgliederstruktur müssten auch hier neue Antworten gefunden werden.

Ende März werden bei den verbandsinternen Wahlen neue Delegierte und Obleute gewählt. In anderen Verbänden stehe ebenfalls ein Wechsel an, so z.B. im Deutschen Lehrerverband und im Deutschen Philologenverband. Innerhalb wie außerhalb Bayerns müsse das Ziel sein, wieder eine starke Solidargemeinschaft zu bilden. Dies sei für eine gute Zukunft des Gymnasiums unabdingbar.


Ehrung für 50- bzw. 60-jährige Mitgliedschaft

Leider konnten nicht alle Mitglieder, für die ein derartiges Jubiläum anstand, an der Mitgliederversammlung teilnehmen; meist waren gesundheitliche Gründe verantwortlich. Allen, die die Urkunde und die Ehrennadel per Post oder in der Veranstaltung erhalten haben, dankte der Bezirksvorsitzende für ihre Treue und ihr Engagement für den Verband.

Persönliche Worte fand der Bezirksvorsitzende für jeden der folgenden Geehrten:
- Für 50 Jahre Mitgliedschaft erhielten ihre Urkunde und eine silberne Ehrennadel: StD a.D. Klaus Reiter, StD. a.D. Willibald Meier, StD a.D. Dr. Gerhard Hertel, StD a.D. Alfred Schmitt, StD a.D. Franz Schmitt, StD a.D. Hansjörg Schwarz, OStD a.D. Werner Oppelt
- Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurde mit Urkunde und goldener Ehrennadel StD a.D. Dieter Morcinek geehrt und
- für 60 Jahre Mitgliedschaft mit silberner Ehrennadel: StD a.D. Hans Müller sowie
- für 60 Jahre Mitgliedschaft mit goldener Ehrennadel: StD a.D. Dr. Alwin Reindl.

Dr. Alwin Reindl nutzte die Gelegenheit auf sein neu erschienenes Buch über das Leben und Wirken des Bamberger Rechtsanwalts, Katholiken und Gegners gzu des Nationalsozialismus Hans Wölfel, dessen Lebenseinstellung und öffentliches Wirken noch heute als vorbildhaft bezeichnet werden könne, aufmerksam zu machen.

Seine 65 Jahre Mitgliedschaft ließ StD a.D. Theo Gulden kurz Revue passieren. Er sei dem Verband nach wie vor verbunden und danke für dessen Einsatz. Auf die Mitgliederversammlung im nächsten Jahr freue er sich schon.

Ulrike Drescher