Wissenschaftliche Ergebnisse

Die Modellprojekte der Selbstständigen Schule werden wissenschaftlich begleitet. Der Ertrag dieser Studien lässt sich allerdings nur dann sinnvoll einschätzen, wenn man berücksichtigt, dass es sich oftmals um Auftragsforschung handelt – die entsprechend am Interesse des Auftraggebers ausgerichtet ist. Im Sinne der „Leistung – Gegenleistung“ lässt sich daher schwerlich wertneutrale Wissenschaftstätigkeit voraussetzen. Vielmehr dient die Forschung dazu, die interessengeleiteten politischen Reformvorhaben der Auftraggeber zu untermauern.
Das generell positive Bild der Begleitforschung verwundert also kaum. Ebenso wenig verwundert, dass die Politik dieses positive Bild einseitig aufgreift und als Begründung für vielfältige Schulrechtsänderungen heranzieht.

Ein näherer Blick auf die Veröffentlichungen zeigt aber auch, dass selbst die Begleitforscher auf zentrale negative Begleiterscheinungen hinweisen. In Hessen etwa gibt man die deutliche „Verunsicherung der Lehrerschaft“ zu bedenken, ebenso „den Mehraufwand“, das „hohe Tempo“ der Reform und, dass der Unterricht leide. Die Forscher fordern in ihrem Fazit explizit dazu auf, in den Projekten einen deutlicheren Bezug zur Unterrichtsentwicklung herzustellen, da sonst die Akzeptanz unter den betroffenen Lehrern nicht ausreichend gegeben sei.

Die Forscher Holtappels, Klemm und Rolff bringen die Mängel noch stärker auf den Punkt. Sie stellen nach fünfjähriger wissenschaftlicher Begleitung des nordrhein-westfälischen Modellvorhabens als zentrales Fazit fest: „Die Unterrichtsqualität und die Variabilität der Lehr-Lern-Arrangements weisen zwar ein beachtliches Niveau auf, zeigen allerdings im Zeitverlauf kaum Verbesserungen“.

Mit anderen Worten:
Auch nach mehreren Jahren der Modellerprobung kommt die postulierte Verbesserung von Unterricht und Erziehung bei Lehrern und Schülern nicht an.

Lesen Sie mehr zu den Auswirkungen auf die einzelne Lehrkraft!


Quellenangaben und weiterführende Literatur


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