Auswirkungen auf die einzelne Lehrkraft

Durch die Selbstständige Schule wird das Rollenbild des Lehrers beständig ausdifferenziert: Die drei wesentlichen Aspekte der sich wandelnden Anforderungen an die Lehrerschaft sind die ständige Zunahme von Team- und Zusammenarbeit mit Kollegen, Eltern und Schülern, die vielfältigen Konzeptarbeiten außerhalb des Unterrichts und die Zunahme regelmäßiger Rechenschaftslegungen durch interne und externe Evaluationen.

Auf die Folgen, die dieses ausdifferenzierte Rollenverständnis mit sich bringt, haben in der jüngeren Vergangenheit vor allem die Kolleginnen und Kollegen aus Niedersachsen aufmerksam gemacht. Der niedersächsische Philologenverband berichtet von den hohen zusätzlichen Belastungen für die Lehrkräfte, vor allem durch außerunterrichtliche Pflichten: Häufige dienstliche Besprechungen und Konferenzen, zusätzliche Arbeiten in Ausschüssen und Arbeitskreisen, Erarbeitung zahlreicher, oft sekundärer Konzepte wie etwa Schulprofile, Lehrpläne, Sicherheits- und Präventionskonzepte usw. Sie haben zudem mit ständigen Veränderungen der Ausbildungsgänge und der Umsetzung fraglicher Kerncurricula zu kämpfen. Ihren Schulalltag sehen sie mit verdichteten Regelungs- und Überprüfungsmechanismen sowie einem „ökonomisierten und auf das Messbare reduzierten“ Bildungsbegriff konfrontiert. Außerdem fehle es an durchdachten, praxiserprobten Konzepten und Arbeitsanweisungen.

Ihr Fazit lautet:
„Für die zentrale Aufgabe von Schule, nämlich guten Unterricht vorzubereiten und durchzuführen, bleibt immer weniger Zeit.“



Quellenangaben und weiterführende Literatur


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