Über die Inhalte und Ziele von Lehrplänen wird immer wieder intensiv gerungen. Dabei zeigt sich eine politische Grundforderung, die zunehmend weg von den Fachinhalten und hin zu sogenannten "Kompetenzen" geht. Die beiden Begriffe "Wissen" und "Kompetenzen" werden fachlich wie auch im alltäglichen Sprachgebrauch verstärkt als gegensätzliche Pole betrachtet.
Der Bayerische Philologenverband hält das Spannungsverhältnis aus "Wissen" und "Kompetenzen" für sehr bedenklich. In der gymnasialen Bildung ging es niemals bloß um reines Wissen, sondern immer auch um die Entfaltung und Ausbildung der Persönlichkeit und um die Entwicklung von geistigen, sozialen, kulturellen und persönlich-lebenspraktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten.
Wir legen angesichts dieser Entwicklung sowie weiterer drängender Fragen der künftigen Lehrplangestaltung diese Verbandsposition zum Lehrplan für das Gymnasium in Bayern vor. Darin erläutern wir den Bildungsauftrag des Gymnasiums, legen eine Arbeitsdefinition für einen zukunftsfähigen bayerischen Kompetenzbegriff vor und benennen notwendige Grundlagen des gymnasialen Lehrplans für gelingende Gymnasialbildung.
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