Berichte

Fachgruppe Katholische Religionslehre wählt Edmund Speiseder erneut zum Landesfachgruppenleiter

Die Bezirksfachgruppensprecher im Fach Katholische Religionslehre wählten Ober-studiendirektor Edmund Speiseder, den Schulleiter des Gymnasiums der Ursulinen-Schulstiftung in Straubing, einstimmig erneut zu ihrem Landesfachgruppenvorsitzenden für die Amtszeit bis 2013.

In seinem Rechenschaftsbericht über die vergangene Amts- und Wahlperiode von 2005 bis 2009 verwies Speiseder auf die geleistete Arbeit der Fachgruppe, erinnerte an die besonderen Schwerpunkte, die sich die Fachgruppe in den vergangenen Arbeitsjahren stellte, benannte die Expertengespräche, zu denen sie einlud und freute sich auch darüber, dass die bisherigen Kollegen auch in ihren Bezirken wieder gewählt wurden. Nach dem Kassenbericht und der Entlastung des Vorstandes wählten die Bezirksvorsitzenden unter der Leitung von Studiendirektor Bernd Edrich vom Gymnasium in Hassfurt den Schulleiter des Gymnasiums der Ursulinen-Schulstiftung Edmund Speiseder erneut einstimmig zum Landesfachgruppenvorsitzenden.

Von links nach rechts:

Bernd Edrich; Bezirksvorsitzender Unterfranken, Sabine Nolte-Hartmann; Bezirksvorsitzende Schwaben, Josef Mager; Bezirksvorsitzender Oberfranken, Edmund Speiseder Bezirksvorsitzender Niederbayern; Rainer Ullman; Bezirksvorsitzender München und Hans-Herbert Mooser Geschäftsführer

Fachgruppe Katholische Religionslehre informierte sich über Fächerübergreifendes Lernen im Mathematik- und Religionsunterricht

Dr. Renate Motzer vom Lehrstuhl für die Didaktik der Mathematik der Universität Augsburg referierte bei der Landesfachgruppe Katholische Religionslehre in der Geschäftsstelle des Verbandes aus ihrer Publikation „Fächerübergreifendes Lernen im Mathematik- und Religionsunterricht“! Denn gemeinhin hat man das Gefühl, dass Mathematik und Religionslehre nicht allzu viel gemeinsam haben. In Mathematik geht es um Logisches und Exaktes, in der Religionslehre werde viel spekuliert. Gott kann nicht bewiesen werden, ein Gottesbild einer bestimmten Religionsgemeinschaft noch viel weniger. Andererseits kann die Mathematik nicht die Sinnfrage lösen, keine Gefühle erklären u.ä. So scheint es, dass es sich um zwei ziemlich entgegengesetzte Bereiche des menschlichen Lebens handelt.
Dabei sprechen doch manche Zeitgenossen, dass auch die Mathematik eine Art Philosophie sei, aber mit sehr exakten engen Regeln, die dafür aber weltweit in der Mathematiker-Community anerkannt sind. Und wenn man genauer hinsieht, steht selbst das Haus der Mathematik nicht auf so festen Füßen, wie man ihm gemeinhin unterstellt. Da gibt es die Bemühungen der Intuitionisten, die nur konstruktive Beweise anerkennen und kein logisches „Tertium non datur“ festgelegt haben wollen. Da gibt es den Gödelschen Unvollständigkeitsbeweis für jedes logische System, das zum Beispiel so Naheliegendes wie die Arithmetik umfassen soll. Aber heißt das, dass in einem mathematisch unvollständigen System auch ein Platz für Gott sein könnte? Gödel hat auch einen Gottesbeweis vorgelegt, der freilich Atheisten und Agnostitker nicht zu glühenden Gottesverehrern machen konnte. Und so ist zu fragen, wo gibt es weitere Berührpunkte zwischen Mathematik und Theologie, mathematischer und religiöser Alltags- und Lebenserfahrung?

Mathematik und Religion entdecken
In vier Unterrichtseinheiten geht die Autorin diesen Fragen nach und stellt dar, wie die Fächer Mathematik und Religionslehre fächerverbindend unterrichtet werden können. In einer Grundschulklasse wurden Zahlen auf ihre symbolische Bedeutung hin untersucht und Symmetrien in der Kirchenarchitektur entdeckt. In einer 5. Klasse ging es um Symbole im Religionsunterricht, wobei die Zahlensymbole besonders beleuchtet wurden; und um besondere Zahlen im Mathematikunterricht, die zum Teil eine Verbindung zu den Zahlen aus dem Religionsunterricht besitzen. Schülerinnen einer 10. Klasse versuchten mit mathematischen Mitteln die Frage nach der gerechten Verteilung von Spenderorganen zu erklären. Schülerinnen und Schüler aus Oberstufenklassen verglichen die Bedeutung, die Beweise in der Mathematik haben mit den sog. Gottesbeweisen. Alle Beiträge zeigten, dass es viele Möglichkeiten gibt, diese beiden doch sehr unterschiedlichen erscheinenden Fächer zu verbinden.

„Gerade bezüglich des Begriffs Unendlichkeit ist es interessant“, so Dr. Renate Motzer, mathematische und theologische Vorstellungen zu vergleichen. Denn weder die Mathematik noch die Theologie bekommt den Sachverhalt, den sie damit ausdrücken will, wirklich in den Griff. Es bleibt eine gewisse Unschärfe spürbar! Was bei dem Unendlichkleinen, das dem Limes für „h“ gegen „0“ entspricht, besonders heraus-gearbeitet werden kann. So haben Unendlichkeit und Ewigkeit die Funktion eines Grenzwertes. So ist Letztendlich die mathematische Unendlichkeit eine „kognitive“ und „fiktive“ Hilfskonstruktion.

Die Arbeit von Dr. Renate Motzer ist 2008 im Verlag eDISSion im Verlag Franzbecker, Hildesheim, Berlin erschienen. ISBN- 978-3-88120-750-8.

Dr. Renate Motze

Bei der Buchvorstellung für die Fachgruppe Katholische Religionslehre in Geschäftsstelle des Verbandes.

2. Landestagung – Neues vom ISB

Am 5. Dezember 2006 traf sich die Landesfachgruppe Katholische Religionslehre in der Geschäftsstelle des Bayerischen Philologenverbandes zur Herbsttagung. Nach einem Bericht des Landesfachgruppen-vorsitzenden Edmund Speiseder über Schwerpunkte, die bei der Jahreshauptversammlung in Würzburg thematisiert und diskutiert wurden, vor allem über jene Bereiche, die für die Fachgruppe besonders relevant seien, erörterten die Fachvertreter Aktivitäten, die im abgelaufenen Kalenderjahr stattfanden und verständigten sich in einer Aussprache über Möglichkeiten der Vernetzung und gegenseitigen Unterstützung in den einzelnen Fachbezirken. Mit Spannung und Neugier erwarteten die Bezirksfachgruppensprecher aber den Tagesordnungspunkt „Neues aus dem ISB“.

So berichtete die neue Fachreferentin für Katholische Religionslehre Sabine Nolte-Hartmann über aktuelle, fachspezifische Aufgabenfelder und Projekte des ISB: Die Überarbeitung des Lehrplan-Entwurfs für die Oberstufe des G8 (11./12. Jahrgangsstufe) ist im Gange. Dabei werden bereits die Bestimmungen der EPA („Einheitliche Prüfungsanforderungen“ für das Abitur) berücksichtigt, die die KMK am 16. November genehmigt hat. Sie wird demnächst veröffentlicht werden und im Jahre 2010 offiziell in Kraft treten. Ähnlich wie der Lehrplan folgt auch die EPA der Kompetenzorientierung, wobei sowohl bewährte didaktische Ausrichtungen beibehalten als auch neue Impulse (z. B. im Hinblick auf die Gestaltungsfähigkeit) gegeben werden. Angefügte Aufgaben-beispiele basieren teilweise auf landesspezifischen Gegebenheiten und sind lediglich als Veranschaulichung des Aufgabentypus zu verstehen. Die Umsetzung der EPA in Bayern wird langfristig und mit „Augenmaß“ erfolgen, um sowohl der Kontinuität und bruchlosen Weiterentwicklung als auch der Zukunftsfähigkeit und Aktualität unseres Faches gerecht zu werden. Das ISB wird in Zusammenarbeit mit regionalen und über-regionalen Fortbildungsträgern rechtzeitig über die EPA informieren und ihre Einführung vorbereiten bzw. unterstützen.

Mit der Oberstufenreform bieten sich dem RU durch die Seminarfächer neue, teilweise auch (vor allem im Seminar 2) fächerübergreifende Chancen. Die Rückmeldungen aus den Schulversuchen, die das ISB begleitet, sind positiv. Im Sinne der Akzeptanz des Faches Religion gilt es, die Kolleginnen und Kollegen jetzt schon dazu zu ermutigen Ideen zu entwickeln, Kontakte zu Kooperationspartnern zu knüpfen und ihre Angebote an den Schulen rechtzeitig publik zu machen. Wie ein kurzer Gedankenaustausch hierzu ergab, sehen der Landesvorsitzende und die Bezirksvorsitzenden hierin eine wichtige Aufgabe der Fachgruppe Katholische Religion im bpv.

Schließlich wies die ISB-Referentin noch auf einige Materialien hin, die für die Religions-lehrkräfte erarbeitet wurden: Die Reli-Datei wurde erweitert und steht nunmehr für die Jahrgangsstufen 5-8 zur Verfügung. Zum EU-Projekttag am 22. Januar sind Unterrichts-materialien für verschiedene Fächer erschienen, darunter auch für die Katholische und Evangelische Religionslehre; sie können unter www.bayern-in-europa.de abgerufen werden.

S.E.

Von links nach rechts:

Edmund Speiseder, Bezirksfachgruppenvorsitzender Niederbayern und Landesfach-gruppenvorsitzender, Bernd Edrich Bezirksfachgruppenvorsitzender Unterfranken, Hans-Herbert Moser, Geschäftsführer des Bayerischen Philologenverbandes, Sabine Nolte-Hartmann ISB, Rainer Ullmann Bezirksfachgruppenvorsitzender für München, Josef Mager; Bezirksfachgruppen Oberfranken, Martin Winkler; Bezirksfachgruppenvorsitzender Oberpfalz und Gert Meusel; Bezirksfachgruppenvorsitzender Mittelfranken.

Konstituierende Sitzung der Landesfachgruppe

Die Bezirksfachgruppenleiter im Fach Katholische Religionslehre wählten Edmund Speiseder, den Schulleiter des Gymnasiums der Ursulinen-Schulstiftung in Straubing, einstimmig erneut zu ihrem Landesfachgruppenvorsitzenden. Dank und Verabschiedung an die aus dem Amt scheidenden Bezirksvorsitzenden.

In seinem Rechenschaftsbericht über die vergangene Amts- und Wahlperiode von 2001 bis 2005 verwies Speiseder auf die geleistete Arbeit der Fachgruppe, erinnerte an die besonderen Schwerpunkte, die sich die Fachgruppe in den vergangenen Arbeitsjahren stellte, benannte die Expertengespräche, zu denen sie einlud und führte die neugewählten Vertreter in den Bezirken Oberfranken (Josef Mager vom Frankenwald Gymnasium Lichtenfels), München (Rainer Ullmann vom Elsa-Brandström-Gymnasium in München) und Oberbayern (Lucie Schmalbach-Müller vom Hofmiller-Gymnasium in Freising) in ihr Amt ein.

Speiseder gedachte aber auch des im abgelaufenen Wahlzeitraum verstorbenen ehe-maligen Fachgruppenvorsitzenden für Oberfranken, Studiendirektor Karl Mikolaschek vom Herdergymnasium in Forchheim, der auch als Schwerbehindertenvertrauensobmann für den Verband tätig war und würdigte seine Verdienste um den Verband und die Fachgruppe. Näheres ist auf der Homepage unter „Obituarien“ nachzulesen. Nach dem Kassenbericht und der Entlastung des Vorstandes wählten die Bezirksvorsitzenden unter der Leitung von Oberstudiendirektor Edgar Hagel vom Gymnasium der Englischen Fräulein in Bamberg, den Schulleiter des Gymnasiums der Ursulinen-Schulstiftung Edmund Speiseder erneut einstimmig zum Landesfachgruppenvorsitzenden.

Von links nach rechts:

Bernd Edrich; Bezirksvorsitzender Unterfranken, Sabine Nolte-Hartmann; Bezirksvorsitzende Schwaben, Rainer Ullman; Bezirksvorsitzender München, Edmund Speiseder Bezirksvorsitzender Niederbayern und Landesfachgruppenvorsitzender, Josef Mager; Bezirksvorsitzender Oberfranken, Elke Weber Bezirksvorsitzender Oberbayern em. und Edgar Hagel Bezirksvorsitzender Oberfranken em.

Expertengespräch am Pater-Rupert-Mayer-Gymnasium - München

„Islam – so nah und doch so fremd – Ein Beitrag zum interkulturellen Dialog zwischen Christentum und Islam.“André Gerth Lic. theol., Referent für Bildung und Pastoral bei Missio München referierte unter der Themenstellung „Islam - so nah und doch so fremd – Ein Beitrag zum interkulturellen Dialog zwischen Christentum und Islam!“ auf Einladung der Landesfachgruppe Katholische Religionslehre und des Bezirks München des Bayerischen Philologenverbandes am Pater –Rupert- Mayer-Gymnasium in München Pullach.

Der Dialog zwischen den westlichen Gesellschaften und der moslemischen Welt hat nach dem 11. September 2001 eine dramatische Zuspitzung erfahren. Denn in der Folge dieser Entwicklungen wurden die Begriffe Islam und Islamismus in einem Atemzug genannt. Das zu thematisieren, war der Bezirksvorsitzenden von München Gesa Wenz und dem Landesfach-gruppenvorsitzenden für Katholische Religionslehre Edmund Speiseder wichtig und so luden sie am 2. März 2005 ins Pater-Rupert-Mayer-Gymnasium zum Expertengespräch ein.

Zur Historie: Islam-ChristentumDie Geschichte der Begegnung zwischen islamischer und christlicher Welt hat in unserem Gedächtnis zwei Schlagworte eingebrannt: „Kreuzzug“ und „Schwertmission“. Heute wird das spannungsreiche Verhältnis gerne mit den Worten „zivilisierte Welt“ und „Islamismus“ auf den Punkt gebracht. „Uns scheinen Welten zu trennen. Diese Schlagworte greifen aber zu kurz!“ konstatiert der Referent. Dies lehrt uns auch das Verhältnis, in dem Christen anderer Länder und anderer Zeiten zum Islam standen. Ein Blick nach Afrika südlich der Sahara, nach Indien oder Indonesien bestätigen dies: Christen und Muslime haben über lange Zeiträume in großen geographischen Gebieten mehr oder weniger friedlich zusammen gelebt. Unser Bild des Islam stellt sich so als ein imaginäres Islambild heraus, ja auch als Feindbild, das dem Islam in seiner weltweiten Vielfalt und der Wirklichkeit christlich-islamischer Koexistenz in anderen Ländern nicht gerecht wird. Heute können wir von den Erfahrungen lernen, die Christen in anderen Weltgegenden mit ihren muslimischen Nachbarn gemacht haben. Sie können uns Impulse geben, um die Probleme, die sich hierzulande zwischen Christen und Muslimen immer wieder ergeben, neu anzugehen.

Von links nach rechts:

Edmund Speiseder, Landesfachgruppenvorsitzender Katholische Religionslehre, André Gerth, Missio München, Gert Meusel (Bezirksfachgruppenvorsitzender Mittelfranken), Martin Winkler (Bezirksfachgruppen-vorsitzender Oberpfalz), Elke Weber (Bezirksfachgruppenvorsitzende Oberbayern), Bernhard Schöer (Bezirksfachgruppen-vorsitzender München, Sabine Nolte-Hartmann (Bezriksfachgruppenvorsitzende Schwaben) und Ralph Grillmeier Schul-leiter des Pater-Rupert-Mayer-Gymnasiums in München Pullach, Referent: André Gerth, Missio München

Expertengespräch bei der Fachgruppe Katholische Religionslehre

„Kirche als Kommunikationsgemeinschaft – es könnte doch so einfach sein!

Möglichkeiten und Grenzen in der Katholischen Kirche“ Prof. Dr. Sabine Demel, Professorin für Kirchenrecht an der Universität Regensburg, referierte unter der Themenstellung „Kirche als Kommunikationsgemeinschaft – es könnte doch so einfach sein!“ auf Einladung der Landesfachgruppe Katholische Religionslehre und des Bezirks Mittelfranken des Bayerischen Philologenverbandes im Haus der Stadtkirche in Nürnberg.

„Was wäre die Kirche ohne Kommunikation? Nichts, sie würde gar nicht existieren! Denn ihr Urgrund ist doch die Kommunikation! Die Kirche gibt es nur, weil Gott mit den Menschen in Kommunikation getreten ist, d.h. sich den Menschen in einer Beziehung mitteilt, die von der Wechselseitigkeit des Wortes und der Antwort lebt!“ stellte die Kirchenrechtlerin an den Anfang ihrer Ausführungen und verwies damit auch auf die Äußerungen des II. Vatikanischen Konzils, das im Codex Juris Canonici des Jahres 1983 in ihrem Kirchenbild vom „Volk Gottes“ diesem auch ein zentrale Bedeutung zumisst.

Perspektivenwechsel durch das Konzil: Vom Hierarchiemodell zum Communiomodell
Prof. Demel verwies darauf, dass mit dem Konzil ein wichtiger Perspektivenwechsel im Selbstverständnis der katholischen Kirche vorgenommen wurde. So verstehe sich die Katholische Kirche primär nicht mehr als ständisch geordnete Gesellschaft von Klerikern und Laien, sondern als Gemeinschaft aller Gläubigen, unter denen kraft der Taufe eine wahre Gleichheit bestehe:

Von der kleruszentrierten zur laienorientierten Struktur in der Kirche„Den Laien muss, so will es die Konsequenz aus den Konzilsdekreten, künftig durchgängig vielmehr Beteiligung an allen kirchlichen Vollzügen, Gestaltungs- und Ent-scheidungsprozessen zukommen, und zwar nicht nur im Sinne eines Zugeständnisses der kirchlichen Autorität, sondern aufgrund der ihnen von Gott in der Taufe verliehenen Würde, Autorität und Teilhabe an seinem dreifachen Amt des Lehrens, Heiligens und Leitens der Kirche“, forderte die Professorin für Kirchenrecht an der Universität Regensburg.

Von links nach rechts:

Landesfachgruppenleiter Katholische Religion Edmund Speiseder, Professor Dr. Sabine Demel, Bezirksvorsitzender für Mittelfranken Michael Thoma

Professor Dr. Sabine Demel beim Referat, Januar, 2005

ISB-Fachreferent Bernhard Rößner informierte über den neuen Lehrplan für das G8; „Reli-Datei“ vorgestellt!

Studiendirektor Bernhard Rößner vom ISB informierte die Landesfachgruppe Katholi-sche Religionslehre in der Geschäftsstelle des Bayerischen Philologenverbandes über die Veränderungen hinsichtlich G8: das neue Fachprofil K, die Jahrgangsstufen-lehrpläne und vor allem über die „Reli-Datei“ als didaktische Möglichkeit, Grundwissen zu sichern.

Werkstatt Grundwissen:
Im Fachprofil Katholische Religionslehre, so Rößner, sollen sich in aufbauendem Lernen und altersgemäßer Weise die Gymnasiasten diejenigen Kenntnisse, Fertigkeiten und Haltungen einer religiösen Grundbildung aneignen, die es ihnen ermöglichen, den Glauben von seiner Mitte her zu verstehen und ihn in Wertschätzung zu leben. Solche bildungsfähigen Kernbereiche können über den Unterricht und die Schulzeit hinaus fortwirken und eine Grundlage für lebenslanges religiöses Lernen und mündiges Christsein bieten!“

„Reli-Datei“ als mögliches unterrichtliches Gestaltungsmodell
Rößner stellt das Projekt „Grundwissenskärtchen“ vor. Jedes Grundbildungselement wird ja zunächst aus einem Themenkreis erschlossen, dem es in einer Jahrgangstufe zugeordnet ist. Daraus ergibt sich auch die nähere Konkretisierung im Unterricht und die Gestaltung eines entsprechenden Karteikärtchens, das einem Zwei-Spalten-System folgt: linke Spalte ein Bild, Symbol, Foto usw., das der Veranschaulichung dient- darüber oder darunter solle die Lehrplanformulierung des Grundbildungselements stehen; rechte Spalte die inhaltliche Konkretisierung des Grundbildungselements in knapper schülergemäßen Weise.

Die Fachschaft als TeamDer Fachschaft Katholische Religionslehre wachse ein neues Selbstverständnis zu. Neben den übliche Aufgabenfeldern einer Fachschaft erfordert die Verwirklichung des neuen Lehrplans im Blick auf G8 innerfachliche Verständigungsarbeit gerade in den Bereichen, die mit unterschiedlichen Formen unterrichtlicher Vernetzung zu tun haben: Bereiche, die die Schulorganisation betreffen, die innerschulischen Kontexte d.h. die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Gremien und aber auch den außerschulische Kontext.

Von links nach rechts:

Edgar Hagel (Oberfranken), Bernd Edrich (Unterfranken), BPV-Geschäftsführer Hans-Herbert Mooser, Landesfachgruppenvorsitzender Edmund Speiseder (Niederbayern), ISB-Referent Bernhard Rößner, Bernhard Schroer (München) Gert Meusel (Mittelfranken), Martin Winkler (Oberpfalz), Mai, 2004

"Gentechnik und Medizin – erlaubt sich der Mensch zuviel?“ - Möglichkeiten und Grenzen!

Expertengespräch mit Dr. Klaus-Dieter Fascher vom Bayerischen Staats-ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz

Die Fachgruppe Katholische Religionslehre lud in Kooperation mit dem Bezirk München für Mittwoch, den 10. Dezember 2003, zum diesjährigen Expertengespräch ins Pater-Rupert-Mayer-Gymnasium in München-Pullach ein.

Dr. Klaus-Dieter Fascher vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, der für den Vollzug des Gentechnikgesetzes in Bayern zuständig ist, referierte zum Thema „Gentechnik und Medizin – erlaubt sich der Mensch zuviel? – Möglichkeiten und Grenzen!“ Die Gentechnik ist zu einer der wichtigsten Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts geworden. Bereits heute spielt sie in der medizinischen Diagnostik und Therapie eine entscheidende Rolle und findet darüber hinaus Anwendung in der Landwirtschaft, in der Lebensmittelproduktion und im Umweltbereich.

Nach einem Positionsreferat, in dem der Experte aus dem neu formierten Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz die grundlegenden Begriffe klärte und unter den Fragestellungen „Was ist Gentechnik?“, „Warum funktioniert Gentechnik?“, „Was ist keine Gentechnik?“ und schlussendlich den Bereich „Gentechnik und Medizin“ beschrieb, verwies er darauf, dass die Gentechnik aus der Medizin heute nicht mehr wegzudenken sei und belegte dies anhand einer Reihe von Beispielen.
Die fortschreitenden Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse im Umgang mit der Gentechnik machen allerdings deutlich: Die Gentechnik ist nicht per se eine Risikotechnik. Aber – ethische Entscheidungen setzen eine Abwägung der Güter und Übel voraus. Bei einer ethischen Entscheidung, das zu Grunde liegende Welt- und Menschenbild, die Ziele, Mittel und Wege zur Erreichung dieser Ziele und schließlich die näheren und entfernteren voraussehbaren Folgen des Handelns oder der Unterlassung eines Eingreifens bleiben zu bedenken. In naher Zukunft, so der Referent, wird 90% des Umsatzes in der Gentechnik im Pharmabereich erzielt werden. „Das Risikopotenzial von herkömmlich gezüchteten Pflanzen und gentechnisch veränderten Pflanzen ist nach heutigem Stand der Wissenschaft identisch. Wichtig ist die Betrachtung des Einzelfalls und das Abwägen der Chancen und Risiken!“ so Dr. Klaus-Dieter Fascher.

Von links nach rechts:

Sr. Hilmtrud Wendorff; Bamberg, Sabine Nolte-Hartmann; Immenstadt, Gesa Wenz; Bezirksvorsitzende für München, Referent Dr. Klaus-Dieter Fascher, Elke Weber; Laufen, Schulleiter Gerd Schreiner vom Pater-Rupert-Mayer-Gymnasium in München-Pullach und Landesfachgruppenleiter Edmund Speiseder, Bogen.

Den neuen Fachlehrplan für Katholische Religionslehre vorgestellt

ISB-Fachreferent Bernhard Rössner informierte die Landesfachgruppe Katholische Religionslehre über den neuen Lehrplan (KRGB zu Gast in der Geschäftsstelle)
Studiendirektor Bernhard Rössner vom ISB informierte die Landesfachgruppe Katholi-sche Religionslehre Anfang Mai in der Geschäftsstelle des Bayerischen Philologen-verbandes über Besonderheiten, Neuerungen und vor allem über den frischen Wind und Geist des neuen Fachlehrplans. Der Einladung folgte auch die Verbandsspitze des KRGB (Katholische Religionslehrer an den Gymnasien in Bayern) und der Direktor des Religionspädagogischen Zentrums in Bayern, Dr. Wilhelm Albrecht.

Der neue Lehrplan ist auf drei Ebenen ausgelegt:
Bildungsplan - Fachprofile - Jahrgangsstufenpläne.
- Im Fachlehrplan Katholische Religionslehre steht der Glaube im Kontext von Erfahrung und Lebenswelt.
- Zum Bildungspotential für Kinder am Gymnasium müssen die Schwerpunkte Persönlichkeitsbildung, Lebensdeutung und Befähigung zum Dialog mit Religion und Religionsäquivalenten stehen.

Mit der Überarbeitung des Lehrplans sei aber vor allem eine Förderung christlicher (katholischer) Grundorientierung vor dem Horizont heutiger Welterfahrung erreicht worden. Einen gewichtigen Schwerpunkt nimmt der Festkalender ein, der eine strukturierte Zeitwahrnehmung, das Einüben von Lebensrhythmen und die Erschließung einer christlichen (katholischen) Festkultur eröffnet.

Neben der geforderten Stoffreduzierung, so Rössner, fördere der neue Lehrplan aber gezielt die Eigentätigkeit der Schüler und ermögliche exemplarisches und erfahrungs-orientiertes Lernen. Vieles habe man sicher schon berücksichtigt, eingebettet in die Schulentwicklung werde die Lehrkraft ermutigt, fächerübergreifend zu arbeiten. Der Aspekt der Erziehungsverantwortung werde ebenso bewusst gesetzt. Ganz deutlich leiste das der Fachlehrplan ab der 5. Jahrgangsstufe, wenn es darum gehe, den Schüler bei der Eingliederung in die neue Schul- und Lebenssituation zu begleiten.

Von links nach rechts:

Landesfachgruppenvorsitzender Edmund Speiseder, ISB-Referent Bernhard Rößner, BPV-Geschäftsführer Hans-Herbert Mooser, Dr. Wilhelm Albrecht; Direktor des Religionspädagogischen Zentrums, Sabine Nolte-Hartmann, Bernhard Schröer, Elke Weber, Bernd Edrich, Claudia Michels-Fink; KRGB- Stellvertretende Landesvorsitzende und KRGB-Landesvorsitzender Max Zißler

Veranstaltungen

GEDENKTAG: 22. Februar 2003:

60. Todestag der Geschwister Scholl „Widerstand aus christlicher Überzeugung“
Die Fachgruppe Katholische Religion im Bayerischen Philologenverband initiiert eine
Film-Gedenk-Nacht: „Die Weiße Rose – Widerstand aus christlicher Überzeugung“
in Kooperation mit
- der Hanns-Seidel-Stiftung München
- der Landeszentrale für politische Bildung in Bayern
- dem Kreisjugendring Straubing-Bogen
- der Jüdisch-Christlichen Gesellschaft Niederbayern
- dem Evangelischen Bildungswerk
- dem Landkreis Straubing-Bogen
- der Stadt Straubing

Filmnacht zum 60. Todestag der Geschwister Scholl
am Montag, den 17. Februar 2003
um: 18.00 Uhr
Podiumsgespräch mit Frau Anneliese Knoop-Graf,
der Schwester von Willi Graf, einem Mitglied der Weißen Rose
Moderation: Frau Birgit Fürst; BR-Journalistin
um: 20. 15 Uhr
Film „Die fünf letzten Tage“ (Die Weiße Rose und die Geschwister Scholl) von Percy Adlon; 1982
anschließend Gelegenheit zur Nachbesprechung mit der Filmjournalistin Christine Weissbarth, Gauting
im: City-Dom Kino in Straubing
Wir wollen damit an die Aufrichtigkeit junger Menschen erinnern, die mit ihrem Leben aus christlich fundierter Überzeugung in einer schier aussichtslosen Situation – ihrem Gewissen verpflichtet – für Freiheit, Frieden und Menschenrechte eingetreten sind.

„Global exit – die Kirchen und der Totale Markt!“

Ein Expertengespräch mit dem Schriftsteller Carl Amery am Pater-Rupert-Mayer-Gymnasium in München Pullach auf Einladung der Fachgruppe Katholische Religionslehre und des Bezirks München des Bayerischen Philologenverbandes
Für Dienstag, den 10. Dezember 2002 hatten die Fachgruppe Katholische Religions-lehre und der Bezirk München des Bayerischen Philologenverbandes Carl Amery zu einem Expertengespräch in den Festsaal des Pater-Rupert-Mayer-Gymnasiums eingeladen. Gesa Wenz, die Bezirksvorsitzende, und Manfred Ach, der Stellvertretende Direktor, freuten sich ob der zahlreichen Zuhörer und des Umstandes, dass der jugendliche Achtzigjährige -Carl Amery- der Einladung folgte, auf dessen gewohnte Sprachgewalt man zählen könne. Edmund Speiseder, der Landesfach-gruppenvorsitzende für Katholische Religionslehre, stellt zunächst den in München geborenen und in Freising aufgewachsenen Autor vor, wo sein Vater Professor für Kirchen- und Kunstgeschichte war.

Carl Amery, dessen letztes Buch „Global exit“ eine schnelle Entscheidung zur „Abfahrt von der vierspurigen Bahn des Verderbens" anmahnt, geht auf die Hintergründe für unsere prekäre Lage ein und zeigt Alternativen auf.

Der Kapitalismus habe sich zur „Reichsreligion“ aufgeschwungen, schreibt dort Amery. Der globalisierte Markt in seinem Krebswachstum führe letztlich zum „kollektiven Selbstmord der Menschheit“. Die Prognosen der Fachleute sind düster genug“ so der 80-Jährige und fragt „Leben wir neuerdings in Diktaturen? Einerseits, so sagt er, haben wir unsere Volksvertreter selbst gewählt, wenigstens in den westlichen Staaten. Aber offenbar leben wir in einer Diktatur der Umstände, der Zwänge, die uns nur eine Möglichkeit zur Entscheidung lassen!

„TINA“ (= There is no alternative!)
Und es ist, als ob er den Traum des Nebukadnezzars erneut an die Wand schreibt, das Menetekel der Gegenwart, das alle zu erkennen scheinen und zu begreifen imstande sind, aber wie gebannt erstarren und zum echten Handeln unfähig bleiben lässt.
Amerys Forderung an die Kirchen
Im Früh- und Hochmittelalter stellten die Kirchen sich einer gewaltigen zivilisatorischen Aufgabe, die durchaus heilsgeschichtlich gemeint war. Sie haben die Bewohnbarkeit Europas für eine große Menge von Christenmenschen als Pionierleistung vorangetrieben. Und sie sollten sich klar werden, dass heute mehr auf dem Spiel steht als damals. Tausende, ja Hundertausende christlicher Aktivisten haben das ja auch längst begriffen. „Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ - in diesem Leitwort des sogenannten konziliaren Prozesses haben sie sich zu ökumenischer und zivilisatorischer Aktion zusammengefunden: ATTAC wird vom Ökumenischen Rat der Kirchen unterstützt und wurde von der katholischen Pax Christi mitbegründet; und der Kardinal Tettamanzi zog schon eine Woche vor dem berüchtigten Gipfel mit seinen jungen Freunden durch Genua, mit genau den Forderungen, die dann von der Internationale der Globalisierungsgegner erhoben wurden. Und wenn sich die Christen ihrer Kernkompetenz nicht verschließen, dann, so versichert Amery, wird auch für das naive Auge klar erkennbar sein, was für eine positive Sprengkraft in der Botschaft steckt

Vor 1950 hieß Carl Amery – Christian Mayer – zur Namensänderung bewog ihn sein Verleger (Es gibt zu viele Mayers!!) – am 9. April feierte er seinen 80. Geburtstag.
Literaturhinweis:
Carl Amery – „Global exit! Die Kirchen und der Totale Markt“Luchterhand-Verlag ISBN 3-630-88004-5

Carl Amery