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15. Münchner Kontaktstudium für Geschichtslehrer
Lehrerfortbildung an der Ludwig-Maximilians-Universität München
„Aus der Werkstatt der Münchner rechts- und landesgeschichtlichen Forschung“
21.09.2011 (Mi) bis 23.09.2011 (Fr)
„Bayerische Rechtsgeschichte in Wissenschaft und Unterricht“
Veranstalter: Historisches Seminar der LMU, Abt. Didaktik der Geschichte und Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus (VI/4) in Kooperation mit dem Bayerischen Geschichtslehrerverband (BGLV e.V.) und der Landesfachgruppe Geschichte/Sozialkunde im bpv. Wiss. Leitung: Prof. Dr. Hans Michael Körner und Prof. Dr. Hermann Nehlsen – Ort: LMU München, Historicum, Schellingstraße 12 (Auftakt und Sektionsarbeit, 001).
Einladung zur öffentlichen
AUFTAKTVORLESUNG
„Ludwig der Bayer und die Affaire Margarete Maultasch“
Professor Dr. Hermann Nehlsen, LMU
Mittwoch, 21.09.2011, 18 Uhr (s.t.)
- Eröffnung, Einführung in die Themen - Öffentlicher Abendvortrag (Auftaktveranstaltung, Historicum, Raum 001) und
Präsentation des Berichtsbandes über das 14. Kontaktstudium für Geschichtslehrer (2010): „Bayerische Geschichte in Wissenschaft und Unterricht“ (Utz-Verlag, 2011)
Dr. Monika Fenn
Für die Veranstaltungen am 22./23.09.2011 besteht die Möglichkeit der Nachmeldung unter der e-Mail-Adresse willi.eisele@gmx.de
f.d.R. gez. Willi Eisele, OStD, Landesvorsitzender des BGLV e.V. und der Landesfachgruppe Geschichte/Sozialkunde im Bayerischen Philologenverband (bpv e.V.), Kiefernweg 1, 82515
Einladung:
23. Juli 2011
Landesfachgruppenkonferenz Geschichte/Sozialkunde im bpv
Ort:
Gymnasium Fürstenried ( Raum lt. Aushang)
Engadiner Str. 1, 81475 München (Endhalt der U 3)
Zeit: 09.30 bis ca. 16 Uhr
Die Tagung erfolgt parallel zur Mitgliederversammlung des Bayer. Geschichtslehrerverbandes e.V.
Nachdem sich die Paralleltagung in den vergangenen Jahren gut bewährt hat, hat der Landesvorstand beschlossen, auch 2011 so zu verfahren.
Für Mitglieder, die uns ihre e-Mail-Adresse hinterlegt haben, gilt diese Form der Bekanntgabe als satzungsgemäß. Alle anderen Mitglieder werden per snail mail (gelbe Post) form- und fristgerecht eingeladen.
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Hinweis auf einen Fachvortrag
Referent: Prof. Dr. jur. (em.) Konrad Löw (*25.12.1931, München)
Thema: „Wir Katholiken und Adolf Hitler – Vom richtigen Umgang mit unserer Vergangenheit“
Termin: 15.06.2010, 17 Uhr (Di)
Ort: Hansa-Haus, 80333 München, Brienner Str. 39
(U 2, Königsplatz, Ausgang Brienner-Luisenstraße)
Veranstalter: AG von Katholiken in der Erzdiözese München-Freising e.V.
– Forum Deutscher Katholiken –
Prof. Dr. Konrad Löw, als Jurist und Hochschullehrer in Erlangen-Nürnberg und Bayreuth bis zu seiner Emeritierung tätig, war Politikberater unter den Bundeskanzlern Ludwig Erhard, Georg Kiesinger und Willy Brandt, ab 1980 Leiter der FG Politik der Gesellschaft für Deutschlandforschung. Er publizierte über das Kommunistische Manifest (1998), den Mythus „Karl Marx und seine Macher“ (2005), veröffentlichte das „Rotbuch“ (1999) und zahlreiche Aufsätze zu zeitgeschichtlichen Themen. Lokalgeschichtlich bedeutsam ist seine Publikation „Die Münchner und ihre jüdischen Mitbürger 1900-1950“ (2008). Er pflegt heiße Eisen anzu-fassen und sieht sich gelegentlich als Opfer der „political correctness“ (vgl. die Kontroverse um seinen Aufsatz „Deutsche Identität in Verfassung und Geschichte“ (DA 2, 2004), der nach Makulierung durch BZpolB und Bertelsmann-Verlag in der „Jungen Freiheit“ erschienen ist.
Als Mitglied des Forums Deutscher Katholiken greift er am 15.06.2010 den Ertrag seiner zeitgeschichtlichen Forschung über die Oppositionsrolle der katholischen Publizistik um Dr. Fritz Gerlich (1883-1934), Herausgeber der Zeitschrift „Der Gerade Weg“, die sich bereits vor der Machtergreifung des Nationalsozialismus mit deren Ideologie und Ideologen sehr kritisch aus einandergesetzt hat. Am 09.03.1933 von der SA verhaftet, wurde Dr. Fritz Gerlich am 30.06. 1934 im KZ Dachau ermordet. Prof. Dr. Konrad Löw pflegt das Andenken des Journalisten und Konvertiten, indem er seine Stimme „gegen die ‚Ismen’ des 20. Jahrhunderts argumen-tiert: gegen Nationalsozialismus, gegen Kommunismus und gegen Antisemitismus (u.a. mit dem Titel „Das Volk ist ein Trost – Deutsche und Juden 1933-1945“, 2006).
BezFG G/Sk im bpv
Willi Eisele
„Bayerische Geschichte in Wissenschaft und Unterricht“
Das Thema des 14. Kontaktstudiums für Geschichtslehrkräfte aus München und Oberbayern (22.-24.09.2010, LMU Historicum) wird moderiert von Prof. Dr.
Hans-Michael Körner, der auch den Eröffnungsvortrag hält: „Lehrplantypologien
vom 19.-21. Jhdt.“
Vormerkungen/Anmeldungen für eine Teilnahme werden ab sofort und bis 03.07.2010 entgegengenommen über die e-Mail-Adresse des Landesvorsitzenden des BGLV e.V. – sie lautet willi.eisele@gmx.de oder per Fax über 08171 – 410 927 - unter Angabe der Dienst- und Privatanschrift.
Mit der Bestätigung Ihrer Teilnahme geht Ihnen ein detailliertes Programm Anfang Juli 2010 zu. Bitte werben Sie im Kollegenkreis für diese Fortbildungsveranstaltung.
gez. Willi Eisele
Landesvorsitzender des BGLV e.V. und der
Landesfachgruppe G/Sk im bpv
Zur Einstellungssituation der Studienreferendare – Versuch der Versachlichung der aktuellen Debatte
Sehr verehrte Frau Kollegin,
Sehr geehrter Herr Kollege,
vor wenigen Tagen hat die Presse über die Einstellungssituation Ihrer Kolleginnen und Kollegen informiert, die derzeit ihr Zweites Staatsexamen abschließen und mit einer Übernahme in den Staatsdienst rechnen. Für verschiedene Fächerverbindungen ist die Einstellungssituation in Bayern nach wie vor positiv (v.a. in den sog. MINT-Fächern). In Fächerkombinationen mit Deutsch oder einer modernen Fremdsprache mit einem gesellschaftswissenschaftlichen Zweitach ist die Lage sehr angespannt (Bsp. D, FS mit G, Sk, Geo).
Das Staatsministerium als personalführende Behörde und die Koalition verweisen auf die auch im Internet zugängliche Lehrerbedarfsprognose (vgl. BayKM-PM nr. 360 vom 28.11. 2008), wo darauf hingewiesen wird, dass „Lehrkräfte, die Mathematik, Physik oder Informatik studiert haben, an Realschulen und Gymnasien auch in den kommenden Jahren sehr gute Einstellungschancen vorfinden“, während sich an diesen Schularten „in einigen Fächern ein Überangebot abzeichnet“ (s.o.).
Walter Bertl vom Hauptpersonalrat hat mir mitgeteilt, dass im „Gymnasium in Bayern“ (ab nr. 1, 2009) auf diese Situation hingewiesen wurde, aber noch vor kurzem die Hoffnung bestanden habe, dass die Übernahme in Engpassfächern bei einer Quote von 30-40% landen würde, nicht aber bei nun jüngst bekannten drastischeren Werten. Zum September 2009 (!) konnte der bpv noch mitteilen, dass 627 von 698 (d.h. 90%) der Bewerber übernommen und zusätzlich 133 „freie Bewerber“ eingestellt wurden. 108 Bewerber haben ein Angebot des Freistaats abgelehnt und sind wohl an nichtstaatlichen und privaten Einrichtungen eingestellt oder von einem anderen Bundesland engagiert worden. Während die Warteliste bei Ku/Mus fast abgeräumt wurde, gab es zum Schuljahresbeginn 2009/2010 erstmalig keine Volleinstellung mehr. Die mitgeteilte „Warnung“ betraf konkret die Fächerverbindungen Deutsch bzw. Englisch mit dem Beifach Geschichte, Sozialkunde und Geographie für künftige Einstellungstermine. In Verbindung mit hohen StRef-Zahlen, die zum Februartermin an die Zweigschulen versetzt werden, bedeutet dies eine akute Verschärfung der Einstellungssituation bereits jetzt.
Max Schmidt als bpv-Vorsitzender und Walter Bertl (HPR) kämpfen zusammen mit der Referendarvertretung (RJV), der Seminarlehrervertretung (SLV) und den Fachgruppen-vertretern seit langem (!) um den Aufbau einer integrierten Lehrerreserve und um jede Planstelle zur Nachwuchssicherung in allen gymnasialen Fächern. Bitte beachten Sie die Pressekonferenz des BayKM am 18.01.2010 und das Ergebnis eines Treffens von Verbandsvertretern mit KM Dr. Spaenle anlässlich der Kabinettsitzung am 19.01.2010 in Fürth. Auch als Schulleiter werde ich am Montag die Lage im AK Direktoren im bpv deutlich ansprechen. Der Protest des bpv steht unter dem Leitsatz: „Schüler profitieren von mehr Lehrern, nicht von der Streichung von Unterricht!“ (PM des bpv vom 14.01.2010).
Mit kollegialen Grüßen
gez. Willi Eisele, OStD
Landesvorsitzender der Fachgruppe G/Sk im bpv
(17.01.2010)
Bayerisches Handlungskonzept gegen Rechtsextremismus
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Besuch von KZ-Gedenkstätten
Besuch von KZ-Gedenkstätten als Teil der Werteerziehung unserer Demokratie
Anmerkungen zum MM-Artikel „Pflichtbesuch in KZ-Gedenkstätten“ vom 09.01.2008
Es ist dringend notwendig, die Anregung von Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle in den Kontext der Bildungs- und Erziehungsauftrag unserer Schulen einzuordnen. Damit muß der Verzicht auf Schlagworte wie „Pflichtbesuch“, „Schock- und Betroffenheits-pädagogik“ oder die Abwertung der unter dem Art. 131 der Bayer. Verfassung zu sehenden Berufsethik von Lehrern einhergehen.
Konkret: Jeder bayerische Lehrer kann mit seiner Klasse oder Kursgruppe die KZ-Gedenk stätten in- und außerhalb Bayerns in seinen Unterricht einbeziehen. Er kann gemäß der Förderrichtlinien in der aktuellen Fassung vom 24.01.2008 mit Haupt- und Förderschülern ab Jgst. 8, „mit Schülern aller anderen Schularten ab Jgst. 9“ einen Zuschuß für solche außerunterrichtliche Schulveranstaltungen beantragen. Nach vorliegender Statistik für 2007 haben 788 Schulen mit knapp 49 000 Schülern an den Gedenkorten Dachau/Kaufering und Flossenbürg Gebrauch gemacht, weitere haben den Gedenkort Nürnberg (ehem. Reichsparteitagsgelände) besucht. Dies sind die wegen der Nutzung der Zuwendungen des Freistaats registrierten Besucherzahlen, nicht erfasst sind Klassen und Kursgruppen mit Lehrkräften, die´diese Lernorte besucht und eigenständig ihre Gruppen dort geführt haben – was für den Groß raum München und Oberbayern genauso wie für Flossenbürg eine deutliche Ausweitung bedeuten dürfte.
Dennoch: die Anregung, solche Lernorte noch mehr in das eigene Unterrichtsprogramm einzubeziehen, ist notwendig. Es sollte unter allen Umständen vermieden werden, dass es sich hier um eine „Zwangsvorführung“ (Peter Koch) handelt. Dem ist hinzuzufügen, dass ein verordneter Antifaschismus à la DDR“ sich nur kontraproduktiv auswirken dürfte. Beobachtungen von undisziplinierten Gruppen bei Gedenkstättenbesuchen lassen erahnen, welche negativen Begleiterscheinungen hier nur schwer in den Griff zu bekommen sind.
Erinnert sei deshalb an die „Fünf Thesen“ zum schulischen Besuch von KZ-Gedenkstätten als Teil des Unterrichts (!) von Phil. C. Langer (2006), die im Themenheft 1/2008 der „Einsichten und Perspektiven“ der Bayer. Landeszentrale für politische Bildung jedermann zugänglich sind. Eine „Erziehung nach Auschwitz“ folgt einer Grundsatzaussage von Hannah Arendt: „Man kann nicht erziehen, ohne zugleich zu lehren. Eine Erziehung ohne Lernen ist leer und degeneriert daher besonders leicht in in ein moralisch-pathetisches Gerede. Aber man kann sehr wohl lehren, ohne zu erziehen und man kann bis ins späte Altern lernen, ohne erzogen zu werden.“ Für uns Lehrer gilt dieser Grundsatz, ohne uns auf die x-te Variante einer Fachdiskussion über den umstrittenen Begriff der „holocaust education“ einzulassen. Und es muß in der Entscheidung der (Fach-) Lehrkraft bleiben, wann und mit welcher Lerngruppe sie einen Besuch des Lernorts KZ-Gedenkstätte als geeignete Methode den Varianten Zeitzeugen Vortrag und –gespräch, Dokumentarfilm oder Spielfilm vorzieht. Ob Geschichtslehrer, politischer Bildner, Religions-, Ethik oder Deutschlehrer – er/sie wird den geeigneten Zeitpunkt und die geeignete Methode wählen, um neben Faktenwissen auch den Focus der Menschenrechte zu beachten, kurz: „Herz und Charakterbildung“ als wichtiges Erziehungsziel sehen.
Willi Eisele, OStD,
Landesvorsitzender des BGLV e.V. und der Fachgruppe Geschichte/Sozialkunde im Bayer. Philologenverband, Kiefernweg 1, 82515 Wolfratshausen
Fachlehrplan Geschichte
Eigenständigkeit der Fächer G/Sk steht für Unterrichtsqualität: Notwendige Anmerkungen zum Fachlehrplan Geschichte für die Oberstufe der Gymnasien in Bayern
Der Bayerische Geschichtslehrerverband e.V. und die Landesfachgruppe G/Sk im bpv e.V. haben sich erneut mit dem zum 01.08.2009 umzusetzenden Fachlehrplan Geschichte befasst, der durch einen aktuellen Feuilletonbeitrag in die öffentliche Kritik geraten ist. Auf den heftigen Schlagabtausch möchten wir sachlich und konstruktiv-kritisch reagieren, zumal das Pressereferat des BayKM inzwischen Kürzungen beim Oberstufenlehrplan zugegeben hat. Nicht der Sache dient allerdings ein Aufrechnen, wann welches Thema in Geschichte und in Sozialkunde, ggf. auch noch in weiteren Fächern behandelt werden könne oder wenn erstmals vom “Lehrplan von 2004“ die Rede ist. Fakt ist, dass der Fachlehrplan jahrgangsstufenweise (!) konzipiert und ein Oberstufenlehrplan erst 2009/2010 aufgesetzt werden soll. Eingriffe aus der Amtsspitze in Bezug auf Kürzungen hatten einen Dominoeffekt, der die Arbeit der Fachkommission belastet hat. Eine Bewertung eines Gesamtlehrplanwerks wird auch erst mit Erscheinen neuer Fachbücher möglich sein, so dass derzeit eine Zurückhaltung im Hinblick auf den „großen Wurf“ anzuraten ist. Leider sind diskussionswürdige Defizite dem Druck von Kürzungen vorschnell geopfert worden.
Ein Fachlehrplan für Geschichte am Gymnasium muß zuallererst das Ziel gymnasialer Arbeit im Blick haben: eine vertiefte Allgemeinbildung und die Studierfähigkeit, die eine solide Fachbildung, die Heranführung an eine Kritikfähigkeit im „Denkfach Geschichte“, ein Fundament im Grundwissen mit ansteigendem Niveauanspruch. Daß hierfür zunächst für die gymnasiale Oberstufe in der Stundentafel drei (!) Wochenstunden im Fach Geschichte vorgesehen waren, war sachlich begründet und die Grundlage für einen Lehrplanentwurf, der zeitlich und nun auch in den Fachinhalten gekürzt wurde – übrigens nicht nur in Bezug auf Themen wie Nationalsozialismus oder die deutsch-deutsche Nachkriegsgeschichte (Bsp. nur ca. 7 WS für die Ge schichte der zweiten Diktatur auf deutschem Boden, der DDR – ein Zufall?).
Unsere konstruktive Kritik richtet sich daher gegen jede Form von Beliebigkeit, Verharmlosung und (verordnetem) Vergessen, bezogen auf ein weites Themenspektrum und deutlich zurückreichend vor das 20. und 19. Jahrhundert bei Themen, die im Kontinuum und in Brüchen der Geschichte konstitutiv für unsere Werteordnung sind: „Wer wenig weiß, nimmt Tendenzen nicht wahr, wie Diktaturen entstehen – wer nichts weiß, muß alles glauben!“ Wissen über Geschichte belastet nicht, sondern es schützt unsere Jugend gegen ideologische Manipulation.
Kürzungen im Fach Geschichte lassen Strukturen und Zusammenhänge auf Module schrumpfen, die ein Schüler eigenständig nicht sinnvoll vernetzen kann. Damit wird der Bezug zu aktuellen „lebensweltlichen“ Zusammenhängen nicht mehr vermittelbar. Begriffe wie „Entsorgen, Entmüllen, Entrümpeln“ verbieten sich deshalb für das Fach Geschichte und alle Fächer, die eine vertiefte Allgemeinbildung ihr Bildungs- und Erziehungsziel nennen. Positiv ist daher am Oberstufenlehrplan für das Gymnasium in Bayern, dass er die Verengung auf das 20. Jahrhundert aufbricht und gesellschaftliche und politisch-philosophische Grundlagen für die Gegenwart aufgreift, die konstitutiv für die geschichtliche und politische Bildung sind.
Gegenüber den Entscheidungsträgern steht nach wie vor das Angebot, unseren Fachverstand in die aktuell notwendige Debatte einzubringen.
Für die Landesvorstände des Bayerischen Geschichtslehrerverbandes e.V. und die Landesfachgruppe Geschichte/Sozialkunde im Bayer. Philologenverband e.V. – gez. Willi Eisele
Rezensionen
Edmund Käbisch, Das Fanal von Falkenstein. Eine Studie über die Zersetzung der Kirche durch die Stasi nach der Selbstverbrennung des Pfarrers Rolf Günther,
Editions La Combe, Bergisch Gladbach, 2. erw. Aufl., 2008, 309 S., brosch., ISBN 978-3-929352-29-3, 22,90 EURO
„Wacht auf!“ - Ein Plakat auf der Baustelle des Erfurter Augustinerklosters lenkte 2006 das Interesse der Öffentlichkeit auf die drei Fälle von Selbstverbrennungen evangelischer Pfarrer, hinter denen jeweils spezifische Handlungsmotive standen: Oskar Brüsewitz wollte ein Zei-chen setzen gegen die Unterdrückung von Christen an den Schulen der DDR (Zeitz, 1976), Rolf Günthers spektakulärer Verbrennungsakt wurde vor dem Spruchband „wacht endlich auf“ vollzogen (Falkenstein, 1978), Roland Weisselberger demonstrierte mit seinem Feuertod gegen die langjährige Nichtbeachtung der Gefahr durch Islamisten (Erfurt, 2006).
Der ehemalige Dompfarrer von Zwickau, Dr. Edmund Käbisch, hat mit Unterstützung der unabhängigen Dokumentationsstelle D.A.V.I.D. e.V. gegen Mobbing in der evangelischen Kirche den MfS-Fall „vorsätzliche Brandstiftung nach §§ 185 Abs. 1 und 186 Ziff. 1 StGB“ akribisch dokumentiert und seine Nuancen herausgearbeitet: den innerkirchlichen Konflikt, der das Handlungsmotiv für Pfarrer Günther war, die Perspektive der Staatssicherheit, die aus dem Fall Nutzen für die operative Bearbeitung der evangelischen Kirche in ihren inneren Richtungskämpfen ziehen wollte und konnte, die Ursachen und Auswirkungen des „Fanals von Falkenstein“. Konsequent arbeitet der Autor die Zersetzung kirchlicher Strukturen durch das MfS BV Karl-Marx-Stadt auf und legt dar, wie perfide die Stasi und die SED-Machtha-ber den Fall Günther instrumentalisierten, um die Kirche wirkungsvoller bekämpfen zu können. Es wurden spezielle Informelle Mitarbeiter (IM), Offiziere im besonderen Einsatz (OibE) in die (Personal-) Referatsebene der Kirchenleitungen eingeschleust. Bemühungen zur Ge-winnung „progressiver Pfarrer“ sollten die Kirchen von innen heraus zersetzen, die Gläubigen verunsichern und mithelfen, „feindlich negative Pfarrer“ zu disziplinieren. Wer innerkirchlich sich in Basisgruppen engagierte, konnte ebenso leicht gemobbt werden wie „Störenfriede“ un-ter den Geistlichen. Die bebilderte und mit Dokumenten angereicherte Publikation ist fürMittler der politischen Bildung gleichfalls nützlich wie für unsere Religionslehrer.
Dr. Edmund Käbisch schlägt zum 30. Jahrestag des „Fanals von Falkenstein“ am 17.09.2008 vor, einen Gedenkgottesdienst in Anwesenheit des Landesbischofs abzuhalten – ich füge den Namen Volker Kreß hinzu, der mit dem Fall als ehemaliger Landesjugendpfarrer unmittelbar befasst war. Der notwendigen weitergehenden Aufklärung möge ein wissenschaftliches Sym-posium und die Vergabe von Seminararbeiten und Dissertationen dienen, die an der Theolo-gischen Fakultät der Universität Leipzig angeregt wurden. Möge damit auch der Appell von Ingrid Ullmann (D.A.V.I.D. e.V.) ausgeführt werden, die Evangelische Kirche in der DDR als einzige „nicht gleichgeschaltete, die trotz mancher Fehlleistungen ihrer Aufgabe treu blieb und Oppositionellen einen relativ geschützten Raum bot“, in ihrer selbstauferlegten Funktion als „Kirche im Sozialismus“ darzustellen, aber auch jenen Christen Rechenschaft zu legen, die auch in der zweiten Diktatur in Deutschland im kurzen 20. Jahrhundert gesellschaftlich an den Rand gedrängt, verfemt und verfolgt wurden. Der Rezensent wagt, seine Hoffnung aus-drücken zu dürfen, dass damit einer schweigenden Mehrheit endlich Gerechtigkeit, ja Reha-bilitation für ihre Zivilcourage zuteil werden möge.
Willi Eisele, OStD, Kiefernweg 1, 82515 Wolfratshausen
Tätigkeitsbericht 2006/2007
Kurzbericht zur Verbandstätigkeit des Landesvorsitzenden über den Zeitraum vom 22.07.2006 bis 20.07.2007
(erläutert anlässlich der Jahrestagung am 21.07.2007)
Die Situation für die Fächer Geschichte und Sozialkunde an den weiterführenden Schulen in Bayern erforderte ein hohes Engagement der Landesvorstände unserer Fachverbände: des BGLV e.V. und der Landesfachgruppe G/Sk im bpv. Anknüpfend an den Bericht aus dem Vorjahr zum 22.07.2007 ergaben sich Aufgaben und Terminverpflichtungen in folgenden Bereichen.
1. Historikertag Konstanz (18.-21.09.2006)
Der Landesvorsitzende nahm gemeinsam mit den bayerischen Delegierten am Historikertag in Konstanz teil, bestritt dort eine Podiumsdiskussion zur Frage der künftigen Lehrerbildung nach den Bologna-Kriterien und wirkte im Rahmen einer Sektion zur Frage der Bildungsstandards für Geschichte teil. An den Terminen des Bundesverbandes wurde der Landesvorsitzende durch Dr. Andreas Wolfrum vertreten. Als Gast unseres Landesverbandes nahm neben unseren Delegierten auch Dr. Sonja Polláková (Leutzschau, Slowakei) teil, die ursprünglich als Stipendiat der Robert Bosch-Stiftung Kontakt zum VGD e.V. gefunden hatte.
2. Organisatorische Betreuung des 10. Kontaktstudiums an der LMU (27.-29.09.2006)
Zum 10. Mal fand am Historicum der LMU ein Kontaktstudiengang statt, der das „Lange Neunzehnte Jahrhundert“ zum Gegenstand hatte. Er wurde organisatorisch vom Landesvorsitzenden betreut. Der Berichtsband wird 2007 im Utz-Verlag erscheinen und auf dem 11. Kontaktstudium präsentiert. Verwiesen sei an dieser Stelle auf eine CD zum gleichen Thema aus dem Klett-Verlag (ergänzend zum Lehrbuch Geschichte und Geschehen, Oberstufe) und eine CD als Ergebnis des AK „1848“ des Bundesverbandes (ISB, GEI).
3. Hauptversammlung des bpv in Würzburg (30.11.-02.12.2006)
Anläßlich der Hauptversammlung des bpv wurde die Landesfachgruppe G/Sk durch Regional vertreter aus Unter- und Oberfranken, aber auch durch den Stv. Landes-vorsitzenden Theo Emmer repräsentiert (Bildungsbeirat, Hauptversammlung; vgl. auch Tätigkeitsbericht in der Anlage). Der dort erreichte Sachstand bzgl. der „neuen Lehrerbildung“ (FS-Voraussetzungen für Geschichtsstudenten) ist bereits wieder „am Kippen“! (vgl. unseren Aufruf, Juni 2007).
4. Irritationen mit dem Dachverband (Themen, Bundeszeitschrift)
Aufgrund von Irritationen über AK-Themen (Bildungsstandards, Nachkriegsgeschichte) und die Frage der Ablösung eines differenzierten Angebots an Mitteilungsblättern der Landesfach verbände durch ein einheitliches Bundesorgan (vgl. aktuellen Vertrags-entwurf des WOCHENSCHAU-Verlags) sowie inkompatibler Termine hat der Landes-vorsitzende an einer Sitzung des Bundesvorstandes (Mainz) nicht teilgenommen. Am 21.07. wurde deshalb beschlossen, dass der LV Bayern sich nicht an einer einheitlichen Bundeszeitschrift beteiligt, die unsere Finanzen zu etwa 50% bei offener Gegenleistung binden würde. Es dürfte auch künftig zurecht Debatten über das Gewicht der Landesverbände innerhalb des VGD e.V. geben.
5. Auszeichnung des Münchner Kontaktstudiums („best practice example“, 21.01.2007)
Das Zentrum für Lehrerbildung an der LMU hat in einer kleinen Feierstunde für Lehramtsstudenten die spezifische Form unseres Kontaktstudiums mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet, den Prof. Dr. Hans-Michael Körner als kooptiertes Vorstandsmitglied des BGLV e.V. entgegengenommen hat. Namens der Geschichtslehrer in München und Oberbayern bedanken wir uns ausdrücklich für eine jahrzehnte-lange Kooperation mit den Fachwissenschaftlern und Didaktikern am Münchner Historischen Seminar und freuen uns auf die Fortsetzung dieser Reihe (vgl. Programm in der Anlage). Beschlossen wurde, die Mittel für die Finanzierung von Kontaktstudien in Bayern 2007/2008 sicherzustellen.)
6. Lehrplanarbeit für die gymnasiale Oberstufe (2006/2007)
Am 06.04.2006 hat der Bayer. Ministerrat in die Zuständigkeit des Kultusressorts massiv eingriffen, als beschlossen wurde, die bereits fixierte Dreistündigkeit des Faches Geschichte zurückzunehmen und damit sowohl auf der Ebene der Jgst. 10, als auch auf den Jgstn. 11 und 12 eine Anbindung des Faches Sozialkunde jeweils mit 1 WS an Geschichte mit jeweils 2 WS zu verordnen. Zur Entwurffassung eines Oberstufenlehr-plans im Fach Geschichte vom 28.03.07 haben wir in einem Gespräch mit dem ISB-Referenten Position bezogen und angekündigt, zu Einzelthemen bzw. Schwerpunktsetzungen eine koordinierte Stellungnahme abzugeben. Sie wurde auf der Basis der Entwurffassung vom 12.06.2007 am 25.06.2007 sowohl beim Staats-Institut als auch beim BayKM (VI/4) eingereicht und am 15.07.2007 erörtert. Ich bedanke mich bei allen Vorstandskollegen, die Zuarbeiten geliefert haben bzw. auch fernmündlich sich geäußert haben. Eine Fassung „letzter Hand“ (Einreichungsfassung) wurde am 16.07.2007 an den Amtschef des BayKM vom Fach-referenten Dr. Krimm weitergereicht. Ein Vergleich unseres Positionspapiers mit dieser Einreichungsfassung lässt die Unterschiede in der Auslegung des Lehrplanentwurfs zutage treten. Wir nutzen den „Handreichungscharakter“ unserer Vorlage (Dr. Krimm) für unsere weitere Arbeit zu diesem Sachbetreff.
7. Eröffnung der Landesausstellung Bayern – Böhmen (Zwiesel, 24.05.2007)
Auf Einladung des Hauses der Bayer. Geschichte hat der Landesvorsitzende an der Ausstellungseröffnung teilgenommen und einen Kurzbericht für das Gymnasium in Bayern verfasst, der in der Julinummer 2007 erschienen ist (vgl. auch Handreichung des ISB).
8. Dank und Ausblick auf 2008
Meinen Dank an die Vorstandskolleginnen und –kollegen für ein zuverlässige Kooperation im Berichtsjahr verbinde ich mit dem Hinweis auf das Jahr 2008 – nicht nur auf kommunaler und Landesebene, sondern auch verbandsintern wird es Wahlen geben. Wir sollten darauf achten, dass wir auf Bezirks- und Landesebene eine Kontinuität in der Verbandsarbeit erreichen können – die Zeiten könnten bei ungebremstem Reformwillen der Staatsregierung noch unruhiger werden. Halten wir daher das „Fähnlein der sieben Aufrechten“ für die Eigenständigkeit der Fächer Geschichte und Sozialkunde weiterhin hoch!
Wolfratshausen, den 20./22.07.2007
gez. Willi Eisele, Landesvorsitzender des BGLV e.V. und der Fachgruppe G/Sk im bpv
Bundeszentrale für politische Bildung
Aktuelles Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung:
Orte der Demokratie in Berlin mit Multimedia-Bus erkunden
Auf den Spuren der Demokratiegeschichte in Berlin gibt es bekannte (Ge-) Denkorte und –daten: 1848, 1918, 1953 und 1989/90. Schlossplatz, Wilhelmstraße, Gendarmenmarkt, das Ehemalige Preußische Herrenhaus (heute Sitz des Bundesrats), das Brandenburger Tor und der Wallot-Bau des Reichstags (heute Sitz des Dt. Bundestages) sind Programmteile einer Videobustour, die von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert und von der Erlebnisagentur Zeitreisen GbR veranstaltet wird. Ein Faltblatt der Bundeszentrale weist auf das Besucherprogramm im Medien- und Kommunikations-zentrum der bpb hin (Vorträge, Exkursionen, Fachgespräche).
Lehrer, die eine Berlin-Exkursion mit ihren höheren Klassen (ab Jgst. 9) können sich über dieses Angebot erkundigen unter 030-44024450 (Fax: 030-44024448) oder im Internet unter www.zeit-reisen.de und eine Stadtrundfahrt multimedial buchen unter ak@zeit-reisen.de bzw. unter hartwich@bpb.de – die Schüler bezahlen für die zwei-stündige Fahrt pro Person nur 6,00 EURO. Ein vergleichbares Angebot gibt es übrigens auch für die Hansestadt Hamburg unter www.videobustour.de. Dieses Angebot kann besonders Klassen- und Kursgruppen empfohlen werden, die mit der Deutsche Bahn AG in die Bundeshauptstadt oder nach Hamburg reisen und vor Ort ohne eigenen Bus das Programm gestalten müssen. Das Angebot ist zunächst auf das Kalender- und Haushaltsjahr 2007 begrenzt und liegt im Trend der Serviceleistungen der bpb.
Willi Eisele
Handbuch Rezension
Geographie - Physische Geographie und Humangeographie [8 KB]
Fachverband und Landesfachgruppe
Fachverband und Landesfachgruppe Geschichte/Sozialkunde fordern am 22.07.2006 für die Zukunft ihrer Fächer:
- 1. Garantie der Wissenschaftlichkeit in Ausbildung und Unterrichtspraxis und die Eigenständigkeit aller Fächer im gymnasialen Bildungskanon – Hände weg von „Kombifach“-, „Integrationsfach“- und anderen Hilfskonstruktionen zu Lasten der Fächer!
- 2. Parallel zu den Bildungsstandards im Fach Geschichte (vgl. Dokumentation des VGD e.V., 2006) die Erarbeitung von Bildungsstandards für das Fach Sozialkunde an den Gymnasien in Bayern.
- 3. Sicherung der fachdidaktischen Ausbildung in der 1. Phase der Lehrerbildung (Universität) und in der 2. Phase der Lehrer- Bildung (Referendariat; Kleingruppenausbildung an den Gymnasien – Lernen aus der Praxis für die Praxis) – bezogen auf das Lehramt an einer Schulart (Grund- und Hauptschule, Realschule, Gymnasium, FOS/BOS).
- 4. Betonung des fachlichen und fachdidaktischen Aspekts in der 3. Phase der Lehrerbildung (schulformbezogene Lehrerfort- und Weiterbildung) in engstem Kontakt mit der Universität – Ausbau der Kontaktstudiengänge an allen Hochschulstandorten!
Der Bayer. Geschichtslehrerverband e.V. und die Landesfachgruppe Geschichte/ Sozialkunde im bpv planen für Februar 2007 eine Fachtagung, um die fächerübergreifende Kooperation zwischen den beiden Fächern und weiteren „benachbarten“ Fächern zu erörtern deren Ergebnisse in Fachgremien der Universitäten und in die Arbeitsebene der beiden Fachressorts in Bayern (BayKm Schneider, WissMin Dr. Goppel) eingespeist werden sollen.
Zu den Punkten 1 mit 4 werden baldmöglichst Positionspapiere vorgelegt.
gez. Willi EiseleLandesvorsitzender
Vor 50 Jahren gegründet:
AG für Sozialkunde in der Fachgruppe Deutsch/Geschichte im bpv [12 KB]
| >>> Aktuelles: Seite 2 |
| Tagesordnung [54 KB] |
Brief
Brief an den Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern Herrn Dr. Edmund Stoiber
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Bericht für die Hauptversammlung 2003 (Erlangen)
Im Berichtszeitraum haben sich für die Fächer Geschichte und Sozialkunde Veränderungen abgezeichnet, die unsere Verbandsarbeit – auch in Kooperation mit dem Bayerischen Geschichtslehrerverband e.V. und dessen Dachorganisation auf Bundes-ebene (VGD e.V.) geprägt haben. Als Fachgruppe im bpv erbitten wir die innerverbandliche Solidarität i.S. des Grundsatzes, daß bildungs- und verbandspolitische Entscheidungen nicht zu Lasten (!) einzelner Fächer getroffen werden oder entsprechende Beschlüsse des Freistaats nur „hingenommen“ werden.
1. Neue Stundentafel (ab 2003/2004)
Daß neben Geschichte und Sozialkunde auch andere (Kern-) Fächer von den Eckdaten einer „Gymnasialreform“ betroffen sind, verpflichtet uns, uns im Interesse der Fachlehrer für unsere beiden Fächer einzusetzen. Zu Zeiten, da in anderen Bundesländern der Geschichtsunterricht ab Klasse 5 in entflochtener Form wieder mit 2 WS eingerichtet wird (Bsp. Niedersachsen, Schleswig-Holstein) oder in der gymnasialen Oberstufe im Kontext einer Neufestlegung, welche Fächer als Abiturprüfungsfächer in entflochtener Form belegt und eingebracht werden müssen, eine Dreistündigkeit für den GK (Bayern neu: „Kurs“) festgelegt wird, fordern wir mit guten Argumenten – ähnlich, wie es für naturwissenschaftliche Fächer unumstritten ist – 3 WS (bzw. 5 WS für den LK) für das Fach Geschichte. Die Forderung wurde von uns im Rahmen eines „Appells an die Landespolitik“ (vgl. Anlage) erhoben, nachdem bekannt wurde, daß eine bundesländer-übergreifende Arbeitsgruppe der KMK eine Neufassung der EPA vornimmt (unter Einbeziehung auch des Fachs Geschichte).
Der Vorschlag der Landesfachgruppe G/Sk, für das Fach Sozialkunde die Wochen-stunden des Wahlpflichtprogramms in den Jahrgangsstufen 9 und 10 „freizugeben“, wurde rechtzeitig dem Staatsministerium übermittelt – eine Antwort steht noch aus.
2. Neuer Bildungsplan (ab 2005 für Geschichte, ab 2009 für Sozialkunde)
Von der Landesfachgruppe G/Sk wurde bemängelt, daß seitens des Staatsinstituts für Schulpädagogik nach Weisung des Staatsministeriums kritische Beiträge zu den verschiedenen Entwurffassungen des Bildungsplans (Fachlehrplan) jeweils nur in Form der Teilnahme am Internet-Chat vorgesehen wurde und keine Stellungnahme durch Fachverbände insgesamt. Das mag damit zu tun haben, daß zum Zeitpunkt der mehrfach verschobenen Terminkette für den Entwurf „letzter Hand“ die Grundsatz-entscheidung für die Gestaltung der gymnasialen Oberstufe noch nicht getroffen war – und bis heute aussteht. Wir haben deshalb unser Befremden darüber geäußert, daß von Lehrplankommissionen „die Quadratur des Kreises“ erwartet wurde und als einzig feststehendes Leitmotiv die inhaltlichen Kürzungen zu gelten schienen. Konkret: jede kritische Anmerkung zur Frage der verfügbaren Zeit für die Behandlung von Fachinhalten wurde mit einer Drohgebärde beantwortet – dies könne nur zu weiteren Kürzungen bei den Inhalten führen. Bedauerlicherweise wurden unsere Hinweise auf die Entwicklungen in anderen Ländern (Bsp. USA, GB, östliche Bundesländer), wo erkannt wurde, daß weder der „allround-Lehrer“ noch der „Generalist“ den fachlich solide ausgebildeten Lehrer ersetzen können, nicht gehört. Wir erwarten hier von den Verbandsgremien des bpv und von der Hauptversammlung 2003 eindeutige Signale (vgl. auch die Pläne zur Abschaffung der Lehrämter zu Gunsten eines „neuen“ Lehrerbildes mit M.A. und B.A.-Qualifikationsstufen.
3. Kontaktstudiengänge im Fach Geschichte (2003)
Die erfolgreiche Reihe der Kontaktstudiengänge für Geschichtslehrer wird sukzessive ausgebaut: nach Erlangen, München, Regensburg, Bayreuth fand erstmals ein zwei-tätiges Kontaktstudium an der Universität Bamberg statt (Thema: „Europäische Geschichte“, wiss. Leitung: Prof. Dr. Karl Möckl, organisatorische Begleitung: Dr. Andreas Wolfrum, BezFGLtr Ofr).
Die Berichtsbände über das Kontaktstudium (2002) an der LMU München (Jüdische Geschichte) und Regensburg (Europ. Perspektiven im GU) sind über den Fachbuch-handel erhältlich.
Am Kontaktstudiengang an der Friedrich Schiller-Universität (Jena) war OStD Willi Eisele als Referent zum Thema „Saekularisation und Mediatisierung“ beteiligt.
4. Gestaltung fachlicher Fortbildungstermine als Koop-Veranstaltungen
Fortgesetzt wurde die erfolgreiche Kooperation mit Landesverbänden des VGD e.V. in den neuen Bundesländern (Bayern beteiligt in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen). Eine fächerübergreifende Fortbildungsinitiative wurde in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (Bonn) angeregt. Als Referent einer Fachtagung der „Stiftung Ettersberg“ (Weimar) fungierte der Landesvorsitzende unserer Fachgruppe G/Sk.
5. Landesfachgruppe G/Sk, Bayerischer Geschichtslehrerverband und Dachverband
Im Berichtszeitraum hat sich das Verhältnis zum Dachverband weiter entspannt. Am 06.10. 2003 erging an uns die Bitte, auch künftig die fachliche Arbeit in Thüringen in Kooperation mit dem dortigen Kultusministerium und dem ThILLM federführend wieder aufzugreifen.
Unter dem Bundesvorsitzenden Dr. Peter Lautzas (RhPf) erfolgten Kooperationsverein-barungen für die Themen Lehrerbildung, Standards, Fachdidaktik sowie mit dem Leo Baeck-Institut (Frankfurt) zum Thema „Deutsch-jüdische Geschichte im Unterricht“ (2003).
6. Mitarbeit in einer Fachkommission der KMK/Georg-Eckert-Institut (Braun-schweig)
Der Landesvorsitzende arbeitet in der o.g. Fachkommission mit, die unter dem Dach des Europarats wirkt. Bearbeitet werden „Grundwissen“ und „Merkdaten“ unter europäischem Blickwinkel (z.Bsp. „Die Bedeutung der Ereignisse von 1848/1849“, „Jalta 1945“, „1919“). Neben zwei Referenten aus Deutschland hat der Landesvorsitzende an einer international hochkarätig besetzten Fachtagung auf der Krim („Jalta 1945“, 02.-04.10.) teilgenommen.
7. Internetpräsenz (ab 2003)
Die Landesfachgruppe G/Sk ist über folgende Internetadresse erreichbar:
http://bpvweb01.philologenverband.com/ueber-uns/fachgruppen/geschichte-sozialkunde/index.html
Der Fachverband Bayerischer Geschichtslehrerverband (BGLV e.V.) ist seit Oktober 2003 unter folgender Adresse angemeldet:
www.bayerischergeschichtslehrerverband.de
Es ist beabsichtigt, das moderne Kommunikationsmedium für eine regelmäßige Kommunikation mit unseren Mitgliedern zu nutzen, um wichtige Termine, Neu-erscheinungen und inhaltliche Schwerpunkte unserer Arbeit mitzuteilen. Selbst-verständlich sind Rückäußerungen, Anregungen und Vorschläge für die Optimierung unserer Arbeit sehr erwünscht.
8. Perspektiven der weiteren Arbeit als Landesfachgruppe G/Sk
Es werden sich in der nächsten zeit viele aktuelle Themen „anbieten“: von der Frage der endgültigen Präsenz beider Fächer in den Stundentafeln der vier „neuen“ Gymnasial-typen bis zu Fragen der Lehrerbildung.
Die vom bpv verfolgte „Verzahnung“ von Gymnasium und Universität wird von uns nicht nur durch die Idee der Kontaktstudiengänge unterstützt. Bereits 2001 hat die Landes-fachgruppe sich zur Frage der Ablösung der „Lehrämter“ durch M.A.- und B.A.- Qualifikationsstufen geäußert. Die augenblicklich Diskussion über den „Berliner Gipfel“ im Rahmen des „Bologna-Prozesses“ bestätigt unsere Befürchtungen, wenn als „Reform“ die Preisgabe der „breiteren“ (fachwissenschaftlichen) Untermauerung des Fachlehrerstudiums aufgegeben wird (vgl. Abwertung der deutschen Diplomabschlüsse im Bereich der Naturwissenschaften) zu Gunsten einer noch enger auf ein (Stufen-) Lehrerbild begrenztes Studienprofil.
So sehr wir eine fächerübergreifende Unterrichtsarbeit für wünschenswert halten, so deutlich wollen wir darauf hinweisen, daß dies nicht zur Schaffung eines Integrations-faches im Bereich der gesellschaftswissenschaftlichen Unterrichtsfächer führen darf. Phantombegriffe wie Lehrer als „Generalisten“ oder „allrounder“ müssen sehr kritisch hinterfragt werden. Wo es eine Umsetzung solcher Vorstellungen gibt, handelt es sich i.d.R. um Einsparmodelle mit zusätzlicher und erheblicher Mehrverpflichtung für die betreffenden Kollegen.
Zur Referendarausbildung gehört in unseren Fächern auch die Mitwirkung an Ex-kursionen und historisch-politischen Studienfahrten. Wir setzen uns dafür ein, daß die Deputatsabrechnung in Monaten solcher Mehrverpflichtung grundsätzlich auf der Basis der höchstmöglichen Stundenzahl (16 WS) erfolgt bzw. die Reisekosten unserer jungen Kollegen ohne jede Verzichtserklärung auf Antrag angewiesen werden.
Die Landesfachgruppe G/Sk im bpv wünscht eine intensive Beteiligung ihrer Mitglieder an den aktuellen Reformdiskussionen inner- und außerhalb des bpv sowie eine rege Teilnahme an unserem Fachprogramm.
Willi Eisele, OStD, Landesvorsitzender der Fachgruppe G/Sk im bpv

