Aktuelles

RECHTSSCHUTZ


Der Rechtsschutz im Spiegel unserer hektischen Gegenwart
Hauptpersonalrätin und Rechtsschutzreferentin Ina Hesse referierte vor Bamberger Mitgliedern

Am 16. Februar 2012 trafen sich interessierte Bamberger bpv-Mitglieder auf Einladung der Delegierten zu ihrer traditionellen Versammlung. Nach einem kurzen Bericht des Bezirksvorsitzenden Peter Drescher über wesentliche Verbandspositionen und –aktivitäten referierte Ina Hesse zum Thema. Dabei ging sie zuerst auf die Änderungen ein, die in den letzten Monaten eingetreten sind: das neue Dienstrecht, die Abrechnung von Mehrarbeit und Reisekosten, die Datenschutzregelungen, das Urheberrecht, die neuen Beurteilungsrichtlinien und der Funktionenkatalog. Rechtssicherheit besteht hier nur über kurze Fristen, ständige Information über die neueste Rechtslage ist somit unabdingbar. Selbst Abrechnungsformulare offizieller Stellen im Netz entsprechen nicht grundsätzlich den gegenwärtigen Regelungen.

Im zweiten Teil thematisierte die Referentin die immer neuen Anforderungen an das Gymnasium durch die „Helikopter-Eltern“, die eigentlich ein Rund-um-sorglos-Paket erwarten, Ordnungsmaßnahmen nicht akzeptieren, Leistungsnachweise zwischen Hol- und Bringschuld diskutieren. Honorarverträgen im Zusammenhang mit der Ganztagsschule fehlt die sichere Rechtsbasis. Ebenso sind der Einsatz von außerschulischen Begleitpersonen bei Skikursen und die Erlebnispädagogik oder die Einbeziehung von Trendsportarten von Eltern erwünscht, für verantwortliche Lehrkräfte jedoch nicht unproblematisch. Die technischen Neuerungen im Schulalltag und der Schulverwaltung führen nicht nur zur Arbeitserleichterung, sondern werfen neue Probleme auf. Wie lange z.B darf ein Handy oder digitales Speichermedium von der Schule einbehalten werden? Die Aussagen im BayEUG sind hierzu interpretationsbedürftig. Besonderes Augenmerk gilt Lernplattformen und Schulportalen, die den Regeln des Datenschutzes entsprechen müssen. Ferner sollte sich jede Lehrkraft bei der ständigen Erreichbarkeit über E-Mail oder Soziale Netzwerke bewusst sein, dass die unreflektierte Kommunikation mit einem nicht nachvollziehbaren Empfänger nicht nur Profile zeichnen lässt, sondern auch Datenschutzverletzungen zur Folge haben kann. Besondere Sensibilität muss beim Thema Mobbing herrschen.

Mit einem Ausblick „Was tun!“ schlug Frau Hesse vor, am besten keine unnötigen Risiken zu übernehmen, sich auf bewährte Regelungen zu besinnen, kollegiale Umgangsformen zu pflegen und die Schulleitung vorausschauend zu informieren. Bei Fragen, die den Rechtsschutz betreffen, sollten Mitglieder sie und die Verbandjustiziarin Frau Jockers kontaktieren. Der Applaus der Anwesenden bestätigte, dass es der Rechtsreferentin gelungen ist, die Anwesenden überzeugend gemischt mit einer Portion Humor zu informieren.
Die Evaluation des G8-Abiturs durch die Universitäten, insb. in den Mint-Fächern sowie das Urteil zur W-Besoldung von Hochschullehrern standen ferner zur Diskussion.

Mit der silbernen Ehrennadel für 25-jährige Verbandsmitgliedschaft wurden StRin Birgit Krauß und OStR Martin Eder, mit der goldenen Ehrennadel StDin Ottilie Schoofs und StD Karlheinz Schoofs für ihren langjährigen, gewinnbringenden Einsatz im Verband ausgezeichnet.

Ulrike Drescher

FRÜHJAHRSTAGUNG IN GROßHEIRATH


Frühjahrstagung des Bezirk Oberfranken in Großheirath

Staatssekretär Bernd Sibler referiert zur Zukunft des Gymnasiums

Am Freitag, 23. März 2012 trafen sich die Delegierten und Obleute Oberfrankens zur Frühjahrsklausurtagung in Großheirath. Mit besonderer Freude begrüßte Bezirksvorsitzender Peter Drescher den Staatssekretär Bernd Sibler, selbst Mitglied im bpv und Gymnasiallehrer, dessen Referat im Mittelpunkt des Interesses stand. Obwohl die Gymnasiallandschaft eigentlich nach der Bewältigung des doppelten Abiturjahrganges 2011 Ruhe verdiene, sei eine neue Diskussion um das Intensivierungsjahr entstanden. Für die geleistete Arbeit im letzten Schuljahr bedankte sich der Staatssekretär ausdrücklich bei allen Kolleginnen und Kollegen. Wesentliche Aspekte, die die Zukunft bestimmen, bildeten die demographische Entwicklung, die Inklusion und die Ganztagesschule. Der Wandel im Bevölkerungsaufbau schlage sich auf die Schülerzahlen des Gymnasiums, die Personalausstattung und die Funktionsstellen nieder. Dabei sei der Qualitätsanspruch bayerischer Bildung im Fokus. Inklusive Bildung werde weitgehend verwirklicht, wenn es sich um körperbehinderte Schüler im weitesten Sinne handle.

Zur völligen Umsetzung der Richtlinie müssten ca. 20000 Lehrer in ganz Deutschland neu eingestellt werden, was einen erheblichen finanziellen Aufwand bedeute. Ebenso bedürfe der Ausbau der Ganztagsbetreuung der Zuweisung von Haushaltsmitteln. Erfreulich sei der Erhalt der demographischen Rendite an den Gymnasien sowie der schrittweise Ausbau der mobilen Reserve. Abzuwarten sei die Auswertung des Monitoringprozesses zum achtjährigen Gymnasium. Die Heterogenität der Schülerschaft bedinge neue Wege. Überlegungen, Intensivierungsstunden in der Mittelstufe den Kernfächern fest zuzuordnen, sei in diesem Zusammenhang zu sehen. Für die Ausgestaltung des Intensivierungsjahres gebe es unterschiedliche Ansätze: Freiwillige Wiederholung ohne Anrechnung auf die Höchstausbildungsdauer, Öffnung der Einführungsklassen für Wiederholer, zusätzliche Intensivierungen in Einzelfächern u.Ä. Auf der Grundlage der Evaluation des Lehrplans werde an dessen Überarbeitung unter seiner Leitung gearbeitet, wobei alle Änderungen moderat und zielgerichtet gestaltet werden sollen. Ebenso solle die Qualitätssicherung in den W- und P-Seminaren sichergestellt werden. Insgesamt müsse das Gymnasium in der nächsten Zeit maßvoll weiterentwickelt werden. In der anschließenden sehr konstruktiven Diskussion nahmen die Kolleginnen und Kollegen die wesentlichen Punkte des Referats auf und gaben dem Staatssekretär nachdenkenswerte Argumente auch zum Verhältnis zu den beruflichen Oberschulen mit. Mit einem Bekenntnis zum gegliederten Schulsystem verabschiedete sich Herr Sibler.

Vorsitzender Max Schmidt – Erfolge des bpv

Nach dem Tätigkeitsbericht des Bezirksvorsitzenden Peter Drescher, in dem er u.a. von seinem Engagement in den Sitzungen des Bildungsbeirats und des Arbeitskreises Berufspolitik einging, übernahm der bpv-Vorsitzende Max Schmidt das Wort. Er ging auf die Frage der Gestaltung der Gymnasialschulzeit von acht oder neun Jahren ebenso ein wie auf die Vorschläge zur Ausgestaltung des Intensivierungsjahres, das auf dem Brückenjahrmodell des bpv basiert. Eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung des bestehenden Systems strebe der bpv und die LEV an, obwohl der Verlust der Differenzierung in Grund- und Leistungskurse immer noch schmerzlich vermisst werde. Eine Anregung z.B. Mathematik auf zwei Niveaus zu unterrichten, scheint derzeit nicht mehrheitsfähig. Gegen die Abwesenheit von Oberstufenschülern wegen Führerscheinprüfungen laufen Verhandlungen mit dem TÜV, diese in die unterrichtsfreie Zeit legen zu können, wegen der Praxis ärztlicher Atteste mit der Kassenärztlichen Vereinigung. Insbesondere der Unterrichtsausfall solle durch geeignete Maßnahmen der einzelnen Gymnasien auf ein Normalmaß reduziert werden. Ein Konzept sei erst bis zu Beginn nächsten Schuljahres vorzulegen. Dass sechs Versuchsgymnasien ab nächstem Schuljahr die integrierte Lehrerreserve erproben sollen, sei im Verbandssinne sehr positiv zu vermerken. Eine Diskussion zu den angesprochenen Themen wurde konstruktiv geführt.

HPRin Rita Bovenz – aktuelle Informationen aus der Arbeit im HPR

Mit aktuellen Informationen aus dem Hauptpersonalrat und dem bpv gestaltete Rita Bovenz den Samstagvormittag. Der Input für das Gymnasium mit einer Fülle an Daten, Informationen, Materialien führe zu Prozessen, insb. Managementprozessen, die von Politik, Wirtschaft, Konkurrenz, Feedback und Gesellschaft beeinflusst werde und vice versa diese wiederum beeinflusse. Produkte und Dienstleistungen als Output unserer Schulart würden erwartet. Zunehmend richte sich der Fokus auf die Organisationsentwicklung; drei Bereiche spielten hierbei ineinander. Erstens die Teamentwicklung, Kommunikation und Zusammenarbeit, zweitens die Kompetenzentwicklung, Weiterbildung und Analyse sowie drittens die eigentliche Organisationsentwicklung und die Strukturprozesse, die alle auf Personalentwicklung hinwirken und ein Qualifikationskonzept verlangen. Ein Vergleich der Modus F-Maßnahmen mit dem Modellversuch Profil 21 der beruflichen Oberschulen zeige, dass beide Stärken und Schwächen aufwiesen. Konzeptionelle Änderungen für alle Schulen bedürften erheblicher finanzieller Mittel, seien als Sparmodell nicht tauglich.

Der größte Verbanderfolg sei in der Fortsetzung der 3-Monats-Regelung für die Mehrarbeit zu sehen. Was noch fehle, sei ein einheitlicher valider Katalog zum Mehrarbeitsbegriff. Bei zwei oder dreimonatigen Krankheitsfällen habe die vorübergehende Teilzeitaufstockung gegenüber der Abrechnung von Mehrarbeit eindeutig Vorteile, sei daher anzustreben. Die neuesten Einstellungs- und Beförderungszahlen, verschiedene Modelle, wie der Ausstieg aus der aktiven Dienstzeit der Kollegen gestaltet werden könne, und die Übergangsfristen bis zum Ruhestand mit 67 Jahren bildeten den Abschluss des Referats. Aktuellen Fragen bot Frau Bovenz kompetente Antworten.

Ehrungen für Engagement im bpv

Zum Abschluss der Tagung ehrte der Bezirksvorsitzende zwei langjährige, engagierte Delegierte Frau Anna Krug und Frau Margrit Dinkel mit der goldenen Ehrennadel des Verbandes.

Ulrike Drescher