JETZT DROHT VIELEN JUNGLEHRERN HARTZ IV
ZU WENIG PLANSTELLEN - UND NUN FEHLT AUCH NOCH DAS GELD FÜR AUSHILFSVERTRÄGE:
Der Bayerische Philologenverband fordert eine massive Aufstockung der Mittel für Aushilfsverträge für das zweite Schulhalbjahr 2011. Julius Müller, Vorsitzender der Referendar- und Jungphilologenvertretung (rjv), kritisiert, dass viele Referendarinnen und Referendare im Februar 2011 kein Angebot auf eine Planstelle erhalten haben und nun noch nicht einmal aushilfsweise angestellt werden können, da die dafür notwendigen Mittel bereits ausgeschöpft seien. „Viele Schulleiter müssen den hervorragend ausgebildeten und motivierten Junglehrern reihenweise Absagen erteilen, obwohl der Bedarf – gerade in den MINT-Fächern – da ist“, so Müller.
„Daher ist die Verzweiflung unter den Referendaren riesengroß. Sie wissen schlichtweg nicht, womit sie ab Februar ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen. Manche Kolleginnen und Kollegen haben bis zu 150 Bewerbungen geschrieben und keine einzige Zusage erhalten“, klagte Müller. „Die jetzt arbeitslosen Lehrkräfte haben nicht mal Anspruch auf Arbeitslosengeld, sondern müssen von ihren Angehörigen unterstützt werden oder Hartz IV beantragen.“
Der Vorsitzende der rjv begrüßte daher die Aussage von Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber, der in der Presse Verständnis für die Notsituation der Referendarinnen und Referendare äußerte. Demnach sagte Dr. Huber, man sehe „die Not der Menschen und versuche nochmal genau zu überlegen, wie man möglichst vielen helfen kann.“
Die Bayerische Staatsregierung solle nun zeigen, dass ihnen die gymnasiale Bildung wirklich etwas wert ist. Man dürfe nicht „Lippenbekenntnisse“ in Bezug auf die Stellensituation abgeben, welche den Bedarf an Lehrkräften künstlich herunterrechnen. Zudem ist die Qualität am Gymnasium in Bayern langfristig nur durch den Aufbau einer integrierten Lehrerreserve sowie durch die Absenkung der Klassenstärken zu halten und zu verbessern.
