DIE FERIEN SIND DA!
Freude bei den Schülern, gemischte Gefühle bei vielen Lehrern angesichts von Sparmaßnahmen und Einstellungssituation
Am Beginn der Sommerferien herrscht bei der überwiegenden Zahl der bayerischen Gymnasiasten ausgelassene Freude. Mit Recht, sie können in der Regel auf ein erfolgreiches Schuljahr zurückblicken. In den letzten Jahren sind die Durchfallerquoten an den bayerischen Gymnasien im Gegensatz zur Hauptschule gesunken. Max Schmidt, der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv), erklärte zum Schuljahresende: „Lehrer und Schüler haben gute Arbeit geleistet und Erholung verdient! In den meisten Fällen hat sich die Anstrengung gelohnt, einige Schülerinnen und Schüler werden aber die Sommerferien auch dazu nutzen müssen, um Lücken zu schließen und nächstes Jahr erfolgreicher sein zu können. Manche haben die Chance, mit einer Nachprüfung zu reüssieren, andere können auf Probe vorrücken oder erhalten durch ein Wiederholungsjahr eine Chance. Eltern und Schüler sollten die vielfältigen Beratungsangebote nutzen.“
Für die Lehrerinnen und Lehrer an den bayerischen Gymnasien war das abgelaufene Schuljahr mit dem doppelten Abiturjahrgang von einer extrem hohen Belastung und wenig Anerkennung seitens der Staatsregierung geprägt. Sparmaßnahmen wie die Nullrunde für die bayerischen Beamten und die sofortige Aussetzung der Leistungsbezahlung im am 1. Januar in Kraft getretenen ‚Neuen Dienstrecht’ stießen auf großes Unverständnis. Auch die Lehrerinnen und Lehrer freuen sich zwar über die Ferien, wünschen sich aber nun für die kommenden Jahre, dass sich die Situation stabilisiert und mehr in gymnasiale Bildung investiert wird. „Das achtjährige Gymnasium muss jetzt zur Ruhe kommen,“ erklärte Schmidt. Er wiederholte die Forderungen des Bayerischen Philologenverbands, die unbedingt notwendig sind, damit der grundsätzlich gute eingeschlagene Weg erfolgreich weitergegangen werden kann. Hierzu zählen die Absenkung der Klassenstärken, die durchgehend vierstündige Ausstattung der verpflichtenden Abiturprüfungsfächer Deutsch, Mathematik und Fremdsprache in der Mittelstufe und eine Überprüfung der freiwilligen Belegung von Intensivierungsstunden, um die individuelle Förderung zu stärken.
Schmidt machte in diesem Zusammenhang auch wieder auf die prekäre Einstellungssituation aufmerksam: „Für viele Nachwuchslehrkräfte, die ihre Abschlussprüfung mit besten Noten bestanden haben, gibt es keine schönen Ferien: Hunderte von sehr gut ausgebildeten Lehrkräften werden an unseren bayerischen Gymnasien und Beruflichen Oberschulen nicht unterrichten können, obwohl sie dringend gebraucht werden. Die Staatsregierung müsste jetzt handeln, die Leute einstellen und so die Unterrichtsversorgung sicherstellen und die Situation an den Gymnasien und Beruflichen Oberschulen verbessern. Das Flaggschiff Gymnasium muss jetzt Fahrt aufnehmen, das geht nur mit einer ausreichend starken Mannschaft!“
