BILDUNGSSEKTOR FINANZIELL STÄRKEN
Bayerischer Philologenverband unterstützt Forderung des ‚Aktionsrates Bildung’ der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft
„Der Aktionsrat Bildung hat in diesem Jahr ein erfreulich ausgewogenes Gutachten vorgestellt, in dem ganz deutlich die Fortschritte der deutschen Schulen anerkannt, aber auch manche Fehlentwicklungen und weiter bestehende Defizite benannt werden“, kommentierte der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt die heutige Präsentation des Gutachtens in München. Zu Recht, so Schmidt, habe der Aktionsrat wieder ganz deutlich die im internationalen Vergleich unzureichende Finanzierung des Bildungssektors in Deutschland ins Visier genommen und höhere Investitionen angemahnt. „Das Schulwesen in Deutschland ist seit Jahren geprägt von zahlreichen Reformen, für die nicht immer die nötigen Mittel bereitgestellt werden, von Lehrermangel und Unterrichtsausfällen, von Zeitmangel der Schüler- und Lehrerschaft, von übergroßen Klassen, von der politischen Delegation immer weiterer Aufgaben an die Schulen und die Lehrerschaft“, erklärte der bpv-Vorsitzende.
Die Lehrerschaft in Deutschland ist engagiert, flexibel und professionell
Vor diesem Hintergrund sei das große Lob des Aktionsrats-Vorsitzenden Prof. Dr. Dieter Lenzen für die erreichten Fortschritte und die Lehrerschaft vollkommen gerechtfertigt: „Ohne das enorme Engagement, die Professionalität und die Flexibilität der Lehrerschaft wären die Fortschritte der vergangenen zehn Jahre nicht möglich gewesen und manch überstürzte Reform wie beispielsweise die Verkürzung des Gymnasiums in einigen Bundesländern 'den Bach runtergegangen '. Wir Lehrkräfte waren und sind es immer wieder, die sinnvolle pädagogische Innovationen aufnehmen und kreativ umsetzen, die aber auch aus pädagogischer Verantwortung für unsere Schüler manch politischerseits Unausgegorenes und auch Fragwürdiges auffangen und abmildern müssen. Für unsere Arbeit wünschen wir uns aber nicht in erster Linie monetäre Anreizsysteme wie in der Finanzwelt, die man uns wie dem Hund die Wurst vor`s Maul hält. Was sich Schüler, Lehrer und Eltern wirklich wünschen, sind gut und pädagogisch sinnvoll ausgestattete Schulen, eine gute, verlässliche Personalversorgung und genügend Zeit. Das sind die Zutaten, ohne die schulische Bildung und persönliches Reifen kaum möglich sind.“
Philologenverband unterstützt Forderung des Aktionsrates nach Qualitätsstandards
Uneingeschränkt geteilt wird auch die Forderung des ‚Aktionsrates Bildung’, bei fortschreitender Bildungsexpansion an Qualitätsstandards festzuhalten. Dazu erklärte der bpv-Vorsitzende: „ Es besteht tatsächlich eine nicht zu unterschätzende Gefahr für den Bildungsstandort Deutschland, die wir Lehrkräfte teilen. Die von vielen beklagte Absenkung von Qualitätskriterien und des Niveaus ist auch eine Folge einer sich immer weiter verbreitenden Input-Output-Orientierung, die sich mehr und mehr auf quantitative Kriterien verlegt und dabei qualitative und inhaltliche Gesichtspunkte in den Hintergrund schiebt. So wichtig die PISA-Studien als Mittel der kritischen Selbstüberprüfung und als Entwicklungsmotor auch waren und sind – der durch sie ausgelöste Zahlen- und Ranking-Fetischismus hat im Bildungswesen eine Eigendynamik ausgelöst, die kritisch hinterfragt werden muss.“
