KARL-BOSL-MEDAILLE AN PROF. DR. HANS MAIER
BAYERISCHER PHILOLOGENVERBAND VERLEIHT ERSTMALS KARL-BOSL-MEDAILLE AN KULTUSMINISTER A.D. PROF. DR. HANS MAIER
In Anerkennung seiner großen Verdienste um das bayerische Schulwesen hat der Bayerische Philologenverband (bpv) dem ehemaligen Kultusminister des Freistaats Prof. Dr. Hans Maier die Karl-Bosl-Medaille verliehen. In Anwesenheit ehemaliger Weggefährten und Vertreter des Kultusministeriums überreichte der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt Prof. Dr. Maier gestern Abend in München diese erstmals vergebene Auszeichnung seines Verbandes.
In seiner Laudatio würdigte der bpv-Vorsitzende Schmidt den von 1970 – 1986 amtierenden bayerischen Kultusminister als Garanten eines leistungsfähigen Schulsystems in bildungspolitisch stürmischer Zeit. Im Hintergrund aller unter Prof. Maier innerhalb des bayerischen Bildungssystems durchgeführten Reformen habe immer die klare Bejahung des Leistungsgedankens gestanden, die mit der selbstbewussten Absage an egalisierende Strömungen der 70-er Jahre verbunden war. Gerade die Gymnasien waren für Prof. Maier immer ein Ort, in dem Bildung über systematisches Arbeiten und die Übernahme von Verantwortung erfahren werden kann. Mit dieser Schwerpunktsetzung habe er während seiner Amtszeit die Weichen dafür gestellt, dass Schülerinnen und Schüler in Bayern in innerdeutschen und internationalen Schulleistungstests wie PISA hervorragende Ergebnisse erbringen. Das bis heute wohl zugleich prägnanteste wie schönste Zitat über Wirken und Person Hans Maiers stamme von Golo Mann: „Dieser Kultusminister hat durchgehalten in der Zeit der Kultur-Revolution und permanenten Emanzipation, der Systemüberwindung und der Rahmenrichtlinien, er hat seinem eigenen Ausdruck nach Flagge gezeigt und gegengesteuert, zäh, elastisch, ganz ohne Aufregung, nie übertreibend.“
Die Prof.-Dr.-Karl-Bosl-Medaille ist benannt nach dem Wiederbegründer und ersten Vorsitzenden (1949 – 1954) des Bayerischen Philologenverbandes nach dem Zweiten Weltkrieg. Prof. Dr. Karl Bosl lehrte von 1953 bis 1977 zunächst in Würzbug und dann in München Geschichte. Als Ordinarius für Bayerische Landesgeschichte und Vorsitzender der Kommission für Landesgeschichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften erwarb er sich über die Grenzen Bayerns und Deutschlands hinaus höchstes Ansehen. Nicht weniger bedeutsam ist das bildungspolitische Wirken Bosls nach dem Zweiten Weltkrieg: 1949 stellte er bei der amerikanischen Militärregierung den Antrag auf Wiederzulassung des Bayerischen Philologenverbandes. Als bpv-Vorsitzender setzte er sich entschieden für den schulischen Wiederaufbau in Bayern ein. Gegen die Absicht der Besatzungsmacht, ein Einheitsschulsystem nach amerikanischem Vorbild einzuführen, gelang es ihm durchzusetzen, dass das gegliederte Schulwesen erhalten blieb. Als ehemaliger Studienrat war Bosl auch ein steter Förderer der Zusammenarbeit zwischen Gymnasium und Universität; beide, so war er überzeugt, könnten nur dann wirklich gedeihen, wenn sie sich ihrer Zusammengehörigkeit stets bewusst seien.
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Verleihung der Karl Bosl-Medaille an Kultusminister a.D. Prof. Dr. Hans Maier am 06.07.2009 in München durch den bpv-Vorsitzenden Max Schmidt






