GEGEN ABSCHAFFUNG DES GEGLIEDERTEN SCHULWESENS

Neue bundesweite repräsentative FORSA-Umfrage zur Schulstruktur und Bildungspolitik
ZWEI DRITTEL GEGEN ABSCHAFFUNG DES GEGLIEDERTEN SCHULWESENS
Klare Mehrheit gegen Einheitsschule auch in den neuen Bundesländern

Auch Mehrheit der SPD-Anhänger gegen integratives Schulsystem

Nur 31 Prozent der deutschen Bevölkerung sind für eine Abschaffung des gegliederten Schulwesens zugunsten eines integrativen Einheitsschulsystems. Dies ergab eine repräsentative Umfrage bei 1007 Bundesbürgern im Auftrag des Deutschen Philologenverbandes vor wenigen Tagen. Dagegen sind 63 Prozent der Befragten der Ansicht, das bisherige Bildungssystem sollte beibehalten werden.

Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt wertet dies als klare Absage an die Forderung mancher Parteien nach der Einführung von Gemeinschaftsschulen und der Abschaffung der bestehenden Schularten: „Manche Parteien haben bildungspolitisch offensichtlich den Kontakt zur Wählerschaft verloren“, kritisierte Schmidt.

Gegliedertes Schulwesen von Jungwählern besonders stark befürwortet
Interessant ist die Tatsache, wie zahlreich die Befürworter eines differenzierten, gegliederten Schulwesens unter der jungen Generation der 18- bis 29-Jährigen sind. Hier plädieren sogar drei von vier Jugendlichen gegen die Abschaffung der jetzigen Schularten und für das bisherige Schulsystem. Ebenso fällt auf, dass sich erstmals auch eine klare Mehrheit in den neuen Bundesländern (56 Prozent) für das nach der Wende eingeführte, nach Schularten gegliederte Schulwesen ausspricht.

Besonders groß ist die Zahl der Befürworter eines differenzierten Bildungswesens unter den Anhängern von CDU (72 Prozent) und FDP (78 Prozent). Aber auch die Mehrheit der SPD-Anhänger (55 Prozent) stellt sich gegen den Beschluss des SPD-Parteitags, das gegliederte Schulwesen in Deutschland zu überwinden. Bei den Anhängern der Grünen herrscht eine Pattsituation, selbst unter den Sympathisanten der Linken bilden die Verteidiger des gegliederten Schulwesens eine starke Minderheit (43 Prozent).

Selbst Grünen-Anhänger glauben an keine Leistungssteigerung durch Gesamtschulen
Bei der Frage danach, ob die Leistungsfähigkeit deutscher Schulen durch eine Einheitsschule verbessert werden könnte, ist die Mehrheit derer, die dies verneinen, noch eindeutiger. Sogar eine absolute Mehrheit der Grünen-Anhänger (53 Prozent) glaubt nicht daran, dass ein integratives Bildungssystem die Leistungsfähigkeit deutscher Schulen im internationalen Wettbewerb steigert.

"Die Botschaft dieser repräsentativen Umfrage ist eindeutig. Es gibt in Deutschland keine Mehrheit für die Abschaffung des gegliederten Schulwesens. Wer sinnvolle Reformen umsetzen will, muss sich um die Verbesserung der Unterrichtsqualität und der individuellen Förderungsmöglichkeiten sowie der Rahmenbedingungen in den bestehenden Schularten kümmern. Daran werden die Bürger die Politik messen!", betonte der bpv-Vorsitzende Max Schmidt.