BLLV SCHÜRT MIT FALSCHEN ÜBERTRITTSZAHLEN ÄNGSTE

BLLV SCHÜRT MIT FALSCHEN ÜBERTRITTSZAHLEN ÄNGSTE
BAls „unverantwortlich“ hat der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt den heutigen Versuch des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes BLLV bezeichnet, mit nachweislich falschen Zahlen Unsicherheit und Ängste über die Unterrichtssituation an den bayerischen Gymnasien zu schüren. Denn anders als vom BLLV behauptet, steht noch gar nicht fest, wie viele Schüler im kommenden Schuljahr an die bayerischen Gymnasien tatsächlich übertreten werden. Die vom BLLV genannte Übertrittsquote von 41,5 Prozent kann vom bayerischen Kultusministerium jedenfalls nicht bestätigt werden. Objektiv falsch ist auch die vom BLLV behauptete gymnasiale Übertrittsquote von 39,7 Prozent für das Schuljahr 2008/09 – tatsächlich betrug sie 38,4 Prozent aus der vierten Grundschulklasse. Damit operiert der BLLV nicht zum ersten Mal mit überhöhten Zahlen, um bei Schülern wie Eltern Ängste und Verunsicherung zu säen. „Ich halte es für eine zutiefst unseriöse Vorgehensweise, auf Basis nicht belastbarer Zahlen Ängste vor massenhaftem Unterrichtsausfall im kommenden Schuljahr zu schüren. Tatsächlich lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Prognose darüber abgeben, wie sich an den einzelnen Gymnasien die Unterrichtssituation darstellen wird. Die ansteigenden Bewerberzahlen in einigen Fächerkombinationen geben im Gegenteil eher Anlass zu vorsichtigem Optimismus“, kritisierte der bpv-Vorsitzende.

Richtig an der heutigen Pressemitteilung des BLLV sei lediglich, dass die Gesamt-Übertrittsquote auch heuer wohl wieder steigen werde. Schmidt führt dies auf die Tatsache zurück, dass erstmals alle Viertklässler eine Übertrittsempfehlung erhalten haben: „Von der erstmals allen Viertklässlern ausgestellten Übertrittsempfehlung wurden offenbar besonders Eltern aus eher bildungsfernen Schichten dazu ermutigt, ihr Kind an einem Gymnasium anzumelden. Damit stellt sich nach unserer Beobachtung die obligatorische Übertrittsempfehlung als geeignetes Mittel heraus, bislang ungenutzte Bildungsreserven zu aktivieren.“