SELBST GESTECKTE ZIELE NICHT ERREICHT!

BLLV- UNTERSCHRIFTENKAMPAGNE: SELBST GESTECKTE ZIELE NICHT ERREICHT!

„Das Tam-Tam, mit dem der BLLV die Übergabe seiner Petition an Landtag und Kultusministerium inszeniert, vermag von dem eher bescheidenen Ergebnis dieser groß angelegten Kampagne nicht abzulenken: In einem halben Jahr ist es den 55000 BLLV-Mitgliedern im Schnitt nicht gelungen, mehr als gerade einmal eine weitere Person zum Unterschreiben zu bewegen“, kommentierte der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt die heutige Inszenierung der Übergabe einer Petition durch den BLLV an Landtag und Kultusministerium. Über der großtönenden Erfolgsmeldung des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, so Schmidt weiter, dürfe nicht übersehen werden, dass die intern gesteckten Ziele für die Zahl der Unterschriften bei weitem nicht erreicht wurden.

Wenig Resonanz für Gesamtschulkonzeptionen
Die Resonanz von ca. einem Prozent unter den Wahlberechtigten zeigt, dass sich die Bevölkerung auch durch populäre Forderungen wie „mehr Mittel für Förderung und kleinere Klassen“ nicht über das eigentliche Ziel des BLLV habe hinwegtäuschen lassen, in Bayern eine Gesamtschule bis zur zehnten Klasse einführen zu wollen. Der Vergleich mit dem gescheiterten BLLV-Volksbegehren aus dem Jahr 2000, in dem der Verband ebenfalls eine längere gemeinsame Schulzeit anstrebte und dafür nur 5,7 Prozent der Wahlberechtigten mobilisieren konnte, wertet der Philologenverband als ein deutliches Indiz dafür, wie wenig die Führung dieses Verbandes seither dazugelernt hat. Als erstaunlich bezeichnete es der bpv-Vorsitzende ferner, dass der BLLV nun ein Mittelschulkonzept der Staatsregierung ablehnt, während er selbst in dem damaligen Volksbegehren ausdrücklich die Weiterentwicklung der Hauptschule zu einer Art „Mittelschule“ (Zitat aus dem Volksbegehrenstext) mit stark berufsorientierender Ausrichtung gefordert habe. Schmidt bekräftigte dagegen die Haltung der vier in der Arbeitsgemeinschaft bayerischer Lehrerverbände zusammengeschlossenen Lehrkräfte, den Plänen der Staatsregierung für die neue Mittelschule eine echte Chance geben zu wollen.